
Release-Date: 29. Juli 2008
Label: Fat Beats Records
Tracklist:
CD1: Jailhouse Version
01. Can't Break Away
02. Crazy Like A Foxxx
03. Interlude
04. So Tough (Video Mix)
05. Daddy Boot Knock
06. Project Mice
07. Jailhouse Rock
08. Killa - (feat. 2 Pac)
09. Meet Some Skins
10. Interlude
11. Shotty In The Back
12. Interlude
13. Funk In Yo Brain
14. Step - (feat. Chuck D)
15. Do What You Gotta Do
16. Pressure On The Brain
17. Rev. Glock (Skit)
18. Rev. Glock
19. Crazy Like A Foxxx (Alternate Mix)
20. Amen
CD2: D.I.T.C. Version
01. Intro
02. Call Of The Wild
03. Can't Break Away
04. Click Click
05. 8 Bars To Catch A Body
06. Project Mice
07. Rev. Glock
08. Crazy Like A Foxxx
09. Man Destroys Man
10. Pressure On The Brain
11. Who Is The Middle Man
12. Cook A Niggaz Ass - (feat. Kool G Rap)
Mal ganz ehrlich: wer wünscht sich nicht, von einem der Veteranen würde noch ein komplettes Album aus der goldenen Ära auftauchen, frei von den Ermüdungserscheinungen der heutigen Zeit und vollgepackt mit dem vielgerühmten Sound, den es wohl nie wieder geben wird. Bei Freddie Foxxx alias Bumpy Knuckles katapultiert sich dieses Album zwar nicht aus dem Nichts in die Existenz, doch dass der Welt "Crazy Like A Foxxx", urspürunglich aus dem Jahre 1994, noch zu Ohren kommen würde, war nicht mehr sehr wahrscheinlich. Fat Beats fasst sich jedoch ein Herz und releast das Werk als Doppel-CD, wobei die zweite Scheibe eine Demo-Version mit Beats aus der D.I.T.C.-Schmiede ist.
Das Schöne an der Scheibe: es bedarf keiner Zweifel, ob denn hier eine hörenswerte Schiene gefahren wird. Denn was hier draufsteht, ist auch drin. Freddie fröhnt in seinen Raps zwar noch nicht dem Image des arroganten Halbgotts, dessen Punchlines man niemand anderem außer ihm abkauft, kann jedoch mit seinem herrlich rauen Style und einer starken Übersetzung des Alltags in seine Lines mehr als genug überzeugen. Die Story des bösen Weißen, der die drei "Project Mice" gegeneinander ausspielt ("The moral of story is: we're all black mice / Killin' our own to better the white rat's life") oder die Geschichte des alles andere als heiligen "Rev. Glock" sind die herausragenden Beispiele. Auch das großartige "Killer" muss hier Erwähnung finden, da es neben einem Pac-Feature zudem einen zeitlos guten Beat sein Eigen nennt. Noch besser ist das die erste CD am Ende krönende "Amen", das mit seiner Kombination aus bittertrockenen Drums, tragenden Streichern und Bumpys düsterer Rumpelstimme keinen kleinsten Wunsch mehr offen lässt. Die D.I.T.C.-Version muss sich keinen Qualitätsabfall vorwerfen lassen, was bei Beats von Buckwild, Lord Finesse und Showbiz aus dieser Zeit auch fast unmöglich ist. Kritikpunkte bleiben da wenig - einzig, dass das Album 14 Jahre zu spät veröffentlicht wurde. Denn auch bei den Gästen findet sich kein Ansatz zur Kritik: neben dem schon erwähnten 2 Pac zeugen Chuck D und Kool G Rap von einer knappen und erlesenen Auswahl.
Fazit:
Alle Nostalgiker unter den Ostküsten-Fans, alle, die den goldenen HipHop der 90er feiern und sich heutzutage an den glanzlosen Aufgüssen festklammern, sollten hier, ohne mit der Wimper zu zucken, zuschlagen. Mehr muss hier eigentlich nicht gesagt werden, denn wer hier nicht weiß, woran er ist, der sollte in der Rap-Grundschule das Alphabet nochmal gründlich wiederholen. Auch wenn das Album nicht zu den ganz Großen gehört - stellt man es neben andere Releases des Jahres 2008, dann sind weniger als 4 Mics schlicht und einfach unangebracht.
Gesamtwertung: 8.0 / 10

Release-Date: 24. Juni 2008
Label: Classified Recordings
Tracklist:
01. Intro
02. Pure Poetry (Intro Part 2) - (feat. Kandee & Ikon)
03. Babylon - (feat Megalon, Spiega, & 5th Element)
04. Broken Safety - (feat. Spiega & Ikon)
05. Weasal - (feat. Spiega)
06. It's Official - (feat. MF Grimm, Dub-L, Gabarah, Spiega, Ikon & Monsta X)
07. Shackles Off - (feat. Nhguav Rotkiv & Spiega)
08. Who
09. Lifted - (feat. Gabarah & Monsta X)
10. Brown Eyes (Skit)
11. Endless Nights - (feat. Gabarah, Monsta X & Ikon)
12. What Had Happened Was
13. Ultimate Sacrifice
14. Slumz (Skit)
15. WAR - (feat. 5th Element & Spiega)
16. Hated - (feat. Gabarah, Monsta X & RAVAGE)
17. Black Blood - (feat. 5th Element)
18. Red Tears - (feat. Spiega & Delilah)
Die Monsta Island Czars waren eines der vielversprechendsten Kollektive, die je ihren Weg aus den Tiefen New Yorks auf einen Silberling gefunden hatten. Umso trauriger ist die Entwicklung, die die nun so zerrissenen Czars durchmachen mussten. Dass nach Kwite Def / Kamackeris 2007 nun auch Kong endlich ein Soloalbum auf die Reihe bringt, haben wohl viele nicht mehr für möglich gehalten. Doch dank Classified Recordings gibt es seit Mitte 2008 "Shackles Off".
Schon das Cover zu JunClassics "2 Much Ain't Enuff" war keine Augenweide, doch was einem bei "Shackles Off" vorgesetzt wird, ist stümpferhafte Photoshop-Stöpselei von Weltrang. Wen das jedoch nicht abschreckt, der kann sich der Musik widmen, die offensichtlich starken Wert darauf legt, im alten M.I.C.-Gewand aufzutreten - obwohl Mastermind X-Ray kein einziges Mal an den Reglern dreht. Das übernehmen Jungspunde wie RAVAGE, der hier natürlich unter Monsteralias MeccaGodZilla aufläuft. Auch Tommy Gunn hört man, wohl zum letzten Mal, als Megalon. Nicht verwunderlich, doch trotzdem höchst erfreulich ist die Tatsache, dass Cousin und langjähriger Partner Spiega mit sieben Auftritten fast als zweiter Protagonist anzusehen ist. Und dass sich die ungeschliffene Stimme von Kong mit dem düsteren Strom, den Spiegas Raps über den Hörer ergießen, ausgezeichnet ergänzen, muss gar nicht erst erwähnt werden. Was nun den Sound betrifft, so hat sich dennoch einiges geändert. So sehr sich die Produzenten auch bemühen, die Abwesenheit von X-Ray schmerzt beizeiten. "Lifted" beispielsweise hat wenig mit dem alten Sound zu tun und leiert auch sonst recht uninspiriert vor sich hin. Doch nun zum größten Manko des Albums, für das Kong ganz und gar selbst verantwortlich ist: die Gäste, die er sich für seine Hooks einlädt. Frau Ikon, Herr 5th Element und Frau Delilah decken zusammen acht Tracks ab und sind mit ihren Vocals absolutes Gift für den sonst angestrebten Sound der Platte: der Gesang von Ikon ist nur auf "Pure Poetry" wirklich angebracht, ganz im Gegensatz zum auch noch von ihr produzierten "Endless Nights", das sich als totaler Blackout erweist. Auch die leicht karibisch klingenden Töne von 5th Element wollen einfach nichts ins Bild passen.
Fazit:
Abgesehen davon ist das Album jedoch durchaus gelungen. Die Produktionen sind zwar selten wirklich herausstehend, doch meistens schön ruff. Außerdem erfahren wir, dass Doom immer noch genichtst wird. Die Raps gehen alle in Ordnung, vor allem Spiega hinterlässt auf diesem Album bzw. auf Tracks wie dem düster dröhnenden "Weasal" einen noch bleibenderen Eindruck als Kong selbst. Die Ära der Czars als Gruppe ist vorbei, doch nach Kwite Def beweist auch Kong, dass man deshalb bei den heute erscheinenden Solos nicht weghören sollte.
Gesamtwertung: 6.9 /10

Release-Date: 29. Juli 2008 / 7. Oktober 2008
Label: Home-Tapes
Tracklist:
01. Just Say No
02. Runaway
03. Calor
04. Escape
05. Opera
06. Never Forget Pluto
07. Pianos on Fire
08. The Dance
09. Prototypes
10. Money Parade
11. Pretty Black Future
12. Excite Me
13. Radiant Cool Boy
14. Fuzzy Logic
15. Elephant Rome
16. Scattered
Willkommen zu Runde Zwei der Cyne Alben dieses Jahres. "Pretty Dark Things" kommt nur kurze Zeit nach "Starship Utopia". Trotzdem zeichnen die beiden Werke einige Unterschiede aus: so ist "Starship Utopia" eine Ansammlung der Tracks seit dem letzten Album und wurde zudem über das HipHopVinyl-Imprint Project Mooncircle veröffentlicht. "PDT" hingegen ist das schon seit Langem angekündigte und ewig verschobene Album, das über das neue Zuhause, Home-Tapes, auf die Welt losgelassen wird.
Was dabei hoffentlich gleich bleibt: der Sound. Denn Cyne gehören trotz gemäßigtem Output zu den Gruppen, die sich einen charakteristischen Sound erarbeitet haben - einen, der auch nicht in Gefahr schwebt, langweilig zu werden, denn dafür sind die Produktionen von Enoch und Speck viel zu variationsreich und ausgereift. Entsprechend groß die Vorfreude, die den bewanderten Fan hier packen sollte. Hier nun ein Snapshot von mir, bekennendem Cyne-Fan, nach dem ersten Durchhören: die Kinnlade ein Stockwerk tiefer und ein "Was-zum-Teufel?"-Ausdruck auf das Gesicht geschrieben. Ok, nach mehrmaligem Hören glätten sich die Wogen, doch was man hier vorgesetzt bekommt, setzt einem zunächst schwer zu. Man wird jedoch bald merken, dass die Trompete in "The Runaway" gut ins Bild passt oder dass die zum Beispiel im sehr langsamen "Never Forget Pluto" zur Sprache gebrachten Themen dem Standardprogramm von Cyne entsprechen. Gegen Ende findet man mit "Radiant Cool Boy" sogar ein kleines Highlight, das von Akins Stimme die ganz besondere schwermütige Stimmung aufgedrückt bekommt, über die im zweiten Verse als Gegensatz Cise Star hinwegschwebt. Was sich jedoch auch nach dem zehnten Durchlauf nicht ändert, ist der bittere Nachgeschmack bei dem mit typischem Füllercharakter ausgestatteten "Money Parade" oder dem hektischen "Excite Me", welches dann definitiv zu viel des Guten ist. Positiv fällt auf, dass auf Features verzichtet wird. Denn Kost wie "Prototypes" bedarf keiner weiteren Gewürze, in sämtlichen Sound-Lagen, die Enoch und Speck bereitstellen, teilen sich Akin und Cise Star die Goldmedaille - hier braucht man einfach keine Gäste.
Fazit:
"Pretty Dark Things" vermag sich erst dann wirklich zu entfalten, wenn man sich eingehend damit beschäftigt hat. Nichtsdestotrotz ist es das bisher schlechteste Werk der Jungs aus Florida, was vor allem daran liegt, dass man hier vvergebens auf die wirklich genialen Momente wartet, die früher bei Cyne Pflichtprogramm waren. Der Sound hat sich weiterentwickelt und birgt das Potential, wieder solche Juwelen hervorzubringen. Doch bis es soweit ist, muss man sich mit "Pretty Dark Things" und einer "nur guten" Leistung zufrieden geben.
Gesamtwertung: 6.8 / 10

Release-Date: 5. August 2008
Label: Nappy Roots Entertainment Group
Tracklist:
01. Intro
02. Beads & Braids
03. On My Way To Ga
04. Pole Position - (feat. Slick & Rose)
05. Flex
06. Swerve and Lean
07. Good Day
08. Down 'N' Out - (feat. Anthony Hamilton)
09. Tinted Up - (feat. Groove Chambers)
10. Fresh
11. Kalifornia Dreamin' - (feat. Slick & Rose)
12. Who Got It????
13. No Static - (feat. Greg Nice)
14. Don't Stop - (feat. Groove Chambers)
15. Panic Room
16. Small Town
Heute geht es um ein ganz besonderes Phänomen des Südens: die Nappy Roots. Mit "Watermelon, Chicken & Gritz" gelingt der Truppe im Jahr 2002 ein Album, das fast als kleiner Classic bezeichnet werden kann, zumindest jedoch den "Country"-Sound definiert, den man seitdem mit den Jungs aus Kentucky bzw. Georgie in Verbindung bringt. Nach dem ebenfalls soliden Sophomore dauert es fünf solokarrierenlose Jahre, bis die verbleibenden Fünf, Big V, Fish Scales, Skinny DeVille, B. Stille und Ron Clutch, mit einem neuen Album in den Startlöchern stehen.
Eine Stärke der Crew, die auch hier wieder zutage tritt, ist die unheimliche Harmonie, die vorherrscht: keiner sticht besonders hervor, keiner zieht das Niveau hinab. Zur Frage aller Fragen, ob man dem eigenen Sound, zu dem sich auf "Wooden Leather" beispielsweise ja schon ein Lil Jon-Beat gesellte, treu bleibt, gibt schon der Beginn des Albums einen dicken Hinweis: der erste Song "Beads & Braids" schlägt gleich ein wie eine Bombe und eignet sich sowohl zum relaxten Kopfnicken als auch zum Vollaufdrehen auf vier Rädern.
"What y'all beein doing? / I though y'all broke up? What y'all gon' rap about? / Why they say South and leave Nappy Roots out? / Are y'all still country? What's it like in Kentucky? Why y'all niggas don't rap about money?"
So viele Fragen, die alle schon im ersten Song beantwortet werden. Doch leider ist hier der Niveauberg auch schon an seinem Gipfel angelangt, denn einen Track wie diesen findet man nicht mehr auf dem Album. Das folgende "On My Way To GA" ist zwar ebenfalls noch Erste-Country-Sahne, doch im weiteren Verlauf ist dem nicht immer so. Ein stinklangweilig-seichtes "Down & Out" mit Anthony Hamilton ist keinesfalls mit "Po Folks" zu vergleichen, den "Panic Room" kennt man leicht abgeändert schon von anderen Interpreten (wobei der Track nicht mal schlecht gerät) und "Flex" tut sich durch besondere Abwesenheit von Hörenswertigkeit hervor. Heißt das, man sollte nach den ersten drei Tracks abschalten? Keinesfalls. Denn der komplette noch unerwähnte Rest bewegt sich im schwer hörbaren Bereich, und auch wenn man die richtigen Highlights nicht finden wird, so kommt bei "No Static" mit Greg Nice-Hook oder dem abschließenden "Small Town" zweifelsohne gute Stimmung auf. Sogar die erste Single "Good Day" weiß trotz verkitschter Kinder-Hook noch zu gefallen.
Fazit:
Leider ist es nichts geworden mit dem von einigen erhofften und schon auf "Wooden Leather" nicht mehr ganz geknüpften Anschluss an das Debütalbum. Die Nappy Roots können und wollen sich den äußeren Einflüssen nicht verschließen, was man zu hören bekommt. Das Outcome ist dabei nicht schlecht, klingt nur zeitweise nach halber Sache. Es mag sehr naiv klingen, doch ein bisschen Orientierung am Debütalbum hätte "The Humdinger" gut getan. Veränderung und Weiterentwicklung ist nicht immer gut, vor allem nicht, wenn sich da, wo man schon steht, niemand sonst befindet. Wieso dann einen (glücklicherweise hier nicht allzu groß ausfallenden) Schritt richtung Rest machen?
Gesamtwertung: 6.4 / 10

Release-Date: 12. August 2008
Label: Fat Beats Records
Tracklist:
01. Intro (The Preface)
02. The Leak - (feat. Ayah)
03. Guessing Game
04. Motown 25 - (feat. Royce Da 5'9)
05. Brag Swag
06. Colors
07. Fire (Remix) - (feat. Black Milk, Guilty Simpson, Fatt Father, Danny Brown & Fat Ray)
08. Demons
09. Save Ya - (feat. T3)
10. Yeah - (feat. Phat Kat)
11. Transitional Joint
12. Talking In My Sleep
13. The Science - (feat. Fes Roc)
14. Hands Up
15. What I Write
16. Growing Up - (feat. A.B.)
Es ist wieder soweit: Detroit-Anhänger dürfen sich über neues Futter freuen. Und derjenige, der hier sein Album vorlegt, ist nicht irgendwer. Es ist Elzhi, Mitglied von Slum Village und ein bedeutendes Teil im Detroiter HipHop-Puzzle. Trotz der zahlreichen Tracks, die es von dem Herrn schon gibt oder an denen er beteiligt war, ist "The Preface" sein offizielles Solodebüt.
Wobei gesagt werden muss, dass "The Preface" fast ein Kollaboalbum ist: denn der zweite Protagonist dieser Scheibe heißt Black Milk und hat bis auf zwei Tracks das komplette Album produziert. Während sich nun alle, die schon bei "Popular Demand" von der charakteristischen Struktur der BM-Beats gelangweilt waren, bestürzt an den Kopf fassen werden, darf sich der Rest davon überzeugen, dass Black Milk immer noch auf dem von ihm gewohnten Niveau werkelt. Einen Vorabgeschmack gab es schon mit "Euro Pass", einer Tour-CD, auf der siche ganze viereinhalb auch hier vertretene Tracks finden. Viereinhalb? "Fire" schneit hier im Remix vorbei, um zum Detroit-Posse-Cut zu mutieren, was den schon auf "Euro Pass" lahmenden Beat jedoch nicht besser macht. Ansonsten jedoch zeigt sich Black Milk mit starker Leistung, wie beispielsweise dem Warm-Up "The Leak", das kräftig einheizt, oder dem wunderbar souligen "What I Write", das sich auch gut als Instrumental-Interlude gemacht hätte. Der Höhepunkt der Scheibe pendelt sich schlafwandlerisch sicher auf "Motown 25" ein, das man als Sommer-Hit gar nicht oft genug hören kann und das sich auch noch einen mörderisch gut aufgelegten Royce Da 5'9 einlädt. Natürlich muss sich auch der Gastgeber nicht verstecken, denn dass Elzhis Flow fidel vor sich hin fließt ist kein Geheimnis. Eine gewisse Themen- und Atmosphärenvielfahlt sichern dabei eine überwiegende Ausgeglichenheit und Abwechslung über das ganze Album hinweg. Erwähnenswert sind da noch Elzhis Wortspiele der "Colors" in seiner Welt oder das traumhafte "Save Ya", das sich T3 ankreiden darf.
Fazit:
Abgesehen von den, nocht nicht erwähnten, jedoch durchaus vorhandenen, mittelmäßigen Stücken gelingt Elzhi mit "The Preface" ein gutes Album, das sich zu den letztjährigen Leistungen von Phat Kat oder Black Milk gesellt. Wenn man so möchte, ist die Platte die Konsequenz daraus, dass Black Milk selbst kein überragender Rapper ist. Da der von ihm sehr geprägte und auch hier dominierende "neue Detroit Sound" definitiv eine Love/Hate-Sache ist, entwickelt sich ein Fazit zur Gratwanderung. Da ich persönlich mehr zur Love-Ecke tendiere, eine gewisse Monotonie jedoch unbestreitbar ist, bekommt "The Preface" gute 3.5 Mics.
Gesamtwertung: 7.2 /10

Release-Date: 5. August 2008
Label: Babygrande Records
Tracklist:
01. The Labor Union
02. The Best
03. Play Ya Part P.Y.P. - (feat. Doap Nixon & Ill Bill)
04. Creep Show - (feat. Lawrence Arnell & King Magnetic)
05. Love vs. Hate
06. Cement Work
07. Haters Beware - (feat. Planetary)
08. Mayhem - (feat. Planetary, Demoz, Des Devious, Chief Kamachi, Celph Titled, Doap Nixon & Esoteric)
09. That's How You Rap
10. And Now - (feat. Vinnie Paz & Apathy)
11. Pain
12. Sibling Rivalry Pt. 2 - (feat. Outerspace)
13. Reality Check
In der diesjährigen Release-Flut von Babygrande kommt auch das JMT/AOTP-Feld nicht zu kurz. Zu erkennen sind solche Alben an dem charakteristischen "Jedi Mind Tricks Presents"-Schriftzug, der Halbbewanderten zur Orientierung und Lockerung des Geldbeutels dienen soll. Nach Doap Nixon ist King Syze der zweite, der sein Album veröffentlicht, das zudem auch sein zweites Soloalbum darstellt.
Gäste? Surprise! Die üblichen Verdächtigen, wer hätte das gedacht. Und um gleich mal im Vorfeld die Umstände ins rechte Licht zu rücken: die AOTP-Clique hat es in recht kurzer Zeit geschafft, sich in einem bestimmten Sound festzufahren, der oft gut funktioniert, aber auch wenig Platz für Innovation lässt. Desweiteren ist King Syze genau das, was bei so einem Kollektiv (gleich neben Outerspace) in der zweiten Reihe steht, da er nicht zuletzt beim Stimmvergleich gegen gewisse polternde Kollegen untergeht. Zu erwarten ist also kein Top-Album, sondern, wenn alles gut läuft, ein solides Werk, das den ein oder anderen Banger hervorbringt. Auch wenn das Sound-Universum der Snowgoons dem der AOTP-Crew benachbart ist, kann DJ Waxwork mit seinem Beitrag "Cement Work" für solch ein Highlight sorgen, welches jedoch erstaunlicherweise nicht durch verschwenderisches Insgefechtwerfen sämtlicher Optionen, sondern durch berechnende Coolness besticht. Auch wenn sich Ill Bill und Sicknature wieder einmal zusammenschließen und "Play Ya Part" zusammenschrauben, gibt es wenig zu meckern. An anderen Ecken jedoch wird man von einem Sumpf aus Mittelmaß verschluckt. Die Beats klingen, ob nun mit Streichern oder gepitchten Samples, größtenteils so, als hätte man sie in ähnlicher Variation schon zigfach gehört, und auch die Raps von Syze erzählen uns viel, sagen uns im Endeffekt dann aber wenig bis nichts - auch wenn in "Reality Check" die persönliche Schiene gefahren wird ändert sich da nichts. Doch auch Vinnie Paz, der sein gefühltes tausendstes Feature dieses Jahr auf "And Now" verbucht, vermag nicht zu glänzen (wie es bei ihm inzwischen zur Gewohnheit geworden ist):
"You think I'm rhymin' for the love and not to make a profit? / I don't know a single person that don't like money / But y'all download my shit and take it right from me / And I ain't really never learned to do anything else / Whether rhymin' with the fam or rhymin by myself"
Seit wann sitzen wir hier im Diskussionskreis für Selbstmitlied? Dann doch lieber ewig monotone und platte Ausführungen über Waffen und den ganzen Kram. Celph Titled zum Beispiel bleibt bei den Lines, die er am besten kann ("I'm a hard pressed man / Keep so many knifes on me, I'm a sharp dressed man") und ringt einem damit einmal mehr ein Schmunzeln ab.
Fazit:
Im Großen und Ganzen ist "The Labor Union" wohl das geworden, was man sich erwarten konnte: durchschnittlich, mit ein paar hörenswerten Songs, die das Album für Fans des Genres mehr oder weniger attraktiv machen. Die Frage, ob King Syze im Rahmen der ihm zugrunde liegenden Möglichkeiten und Umstände überhaupt viel mehr hätte erreichen können, wäre die Konsequenz dieses Fazits, soll jedoch von jedem Hörer selbst beantwortet werden. Ansonsten gilt weiter: die vollständig kompakt guten Alben gibts immer noch mit kompletter Truppe.
Gesamtwertung: 6.1 / 10

Release-Date: 22. Juli 2008
Label: Chambermusik Records
Tracklist:
01. Rise Above Emotions - (feat. Tone Bone)
02. Coming Up, Coming Up - (feat. Tone Bone)
03. Killer Bees - (feat. Holocaust & Mikey Jarrett)
04. Sunny - (feat. Lil' Disel)
05. Drama - (feat. Melo, Concept & Suave)
06. Super Star - (feat. Midnight & Coco)
07. Tell Mary - (feat. Timbo King)
08. I Am - (feat. Suave & G.I.'s)
09. Bust Ya Guns - (feat. Holocaust & G.I.'s)
10. Wanna Bang - (feat. Midnight, Shoshot & Tone Bone)
11. Break Bread - (feat. Madam Scheez & Midnight)
12. Crazy (Premix) - (feat. Midnight, Tone Bone & Shoshot)
13. Up Town, Down Town - (feat. Shoshot & Tone Bone)
14. Drama (Remix) - (feat. Doc Doom, Lil' Disel & Madam Scheez)
Und mal wieder steht ein Album aus dem losen Kreise Wu-Tang zur Diskussion. Diesmal aus der Abteilung West, bei der Christbearer und Meko The Pharao, besser bekannt als Northstar, im Gegensatz zu beispielsweise den Black Knights, ein Album zustande gebracht haben. Genau genommen ist "West Coast Killa Beez" auch schon etwas älter, wird jedoch als ein offizielles (Re-)Release unter G-Clefs Chambermusik als Sophomore der beiden Rapper angekündigt. Und diesmal kommt die Scheibe auch ohne das "RZA Presents" aus.
Auch Producer wie Mathematics, D.R. Period oder eben RZA wird man hier nicht finden; einzig Skarekrow, der schon für das grandiose "Simply Ludicrous" verantwortlich war, hat auch hier seine Finger im Spiel. Wo Skarekrow ist, da ist auch Vorzeige-West-Coast-Killa-Bee Warcloud aka Holocaust nicht weit, der zwei Auftritte verbuchen kann. Diese laufen auch gewohnt und erwartet gut, wie beispielsweise in "Killer Bees", in dem der Herr uns eröffnet, wovon er nachts träumt:
"Flame tanks, stealth tanks, mammoth tanks, and hover tanks /
Cargo planes and gun boats, I smother banks /
Helicopter landing, step off and then shoot standing /
And blow you into five with a particle beam cannon"
Der Auftritt von Timbo King ist ebenfalls eine Bereicherung für das Album, auch wenn "Tell Mary" ansonsten recht harmlos vorbeistreicht. Da Northstar jedoch selbst über genügend Talent und Charisma verfügen, sind sie an keiner Stelle des Albums auf ihre Gäste angewiesen, da vor allem der stimmliche Gegensatz zwischen Christbearer und Meko die Langeweile im Keim erstickt. Zumindest seitens der Raps. Denn die Produktionen sind hier keinesfalls durchgehend auf Top-Niveau. Ein "Wanna Bang" ödet mit seichtem Westcoast-Gedudel und Wannabe-Nate Dogg-Hook an, während es in "Super Star" Christbearer selbst ist, der in Kombination mit dem Instrumental die Nerven strapaziert. Lediglich der starke Opener "Rise Above Emotions" und das hypnotisierende "Crazy", welches sich Honigwabengold für den besten Track des Albums sichert, stechen ganz eindeutig aus der restlichen Masse hervor.
Fazit:
Denn die ist, wie bei viel zu vielen Alben, zwar gut hörbar, ohne gröbere Schnitzer, doch relativ belanglos und, mit insgesamt 13 Anlaufstationen, auch nicht übermäßig voluminös. Die beiden Jungs von Northstar sind ganz klar ein Beweis dafür, dass im Wu-Umfeld das Talent nicht rar ist - gleichzeitig aber sind Northstar auf "West Coast Killa Beez" auf der Suche nach einem, dem Ihren, Sound. Ohne ihn zu finden. Hoffentlich sagt ihnen jemand, dass sie mit Tracks wie "Crazy" schon auf dem richtigen Weg sind, dass die Tracks, die sich an diversen anderen Einflüssen orientieren, jedoch unpassend sind. Dann wird aus dem nächsten Album auch mehr als Durchschnitt. Hier rettet man sich noch knapp auf 3 Mics.
Gesamtwertung: 6.0 / 10

Release-Date: 29. Juli 2008
Label: Amalgam Digital
Tracklist:
01. Da Ol' Jersey Bastard: Live & Uncut
02. Action Word
03. Against The Grain
04. Move - (feat. Mr. Turner)
05. Haha Da Rah Rah - (feat. Sean Price)
06. J Dilla Summer Camp Unplugged
07. Milk Of Magnesia
08. Supanatural
09. Catch Me - (feat. Del The Funky Homosapien)
10. For You
11. The Night Cap (After The Jam)
12. Now
Als ehemaliges Mitglied der Artifacts und heute fest verankert in einem namenhaften Umfeld gehört Tame One zur Riesengilde der respektierten Undergroundhelden, die in der Jetztzeit hart damit zu kämpfen haben, sich in der Rap-Welt zu behaupten. Denn dort weht der Wind nicht aus dem Osten, sondern dem Süden. Und dann gibt es aus besagter Gilde ja immer noch zahllose, denen es ähnlich geht wie Tame One. Das erfordert von einem Release dieser Kategorie durchgehend hohe Qualität oder erwähnenswerte Innovativität. Mit seinem Titel "Da Ol' Jersey Bastard" ringt Tame einem zumindest schonmal ein Schmunzeln ab, während das Hinzuziehen der Beatbastler von Parallel Thought dafür Sorge tragen soll, dass sich ein Kauf auch in musikalischer Hinsicht lohnt.
Jersey ist keinesfalls mit NY zu vergleichen - und auch der Dirty Bastard von dort hat bis auf eine eventuelle Parallelität in Sachen Stimmlage nicht allzuviel mit dem grölenden und rülpsenden Exemplar aus der Wu-Tang-Riege zu tun - Tame One ist, welch Ironie, dafür viel zu zahm. Doch das hat ihn bisher ja auch nicht daran gehindert, ein erstklassiger MC zu sein - und mehr erwartet man ja auch nicht. Parallel Thought konnten kürzlich erst mit Komplettproduktion auf C-Rayz Walz' "Chorus Rhyme" punkten, was dann auch die Hoffnung auf das ein oder andere Juwel auf dieser Platte schürt. Doch in Sachen Innovativität haben Drum und Knowledge die Bremse diesmal nur wenige Millimeter gelöst. Zwar geben die Worte des ODB dem Ganzen einen runden Anfang und ein ebenso rundes Ende, doch dazwischen liefern sich einige Tracks im 0815-BoomBap-Gewand wahre Gähnkonzerte. "HaHa Da Rah Rah" sieht einen rauchig klingenden Nicht-in-Bestform-Sean, der sich mit Tame One abmüht, diesem Beat, der für einen Beat zu wenig zu bieten hat, etwas abzugewinnen. Auch im "J Dilla Summer Camp" hält man es nicht zu lange aus, und wenn Tame zweieinhalb Jahre nach Dillas Tod auch noch seinen Senf dazugeben muss, dann interessiert das keinen. Ansonsten finden sich viel zu viele ruhige Tracks auf der Scheibe, wobei Tame doch zu energischen Streichern mit ein wenig mehr Power viel besser passen würde als zu Songs wie "Supanatural". Auch wenn das Album, wie so viele in diesem Jahr, absolute Höhepunkte schmerzlich vermissen lässt: anfreunden kann man sich dennoch mit Tracks wie "Catch Me", "Move" oder "Milk Of Magnesia", während auch der Großteil der anderen Tracks zumindest als Hintergrundbeschallung gut geeignet ist.
Fazit:
Und schon wieder heißt es "nichts verpasst". Hier passiert so schrecklich wenig, dass ich mein positives Bild über Parallel Thought schleunigst auf ein "moderat" revidieren muss. Tame One kann zwar rappen, kein Zweifel; doch mit einem guten Flow die üblichen Inhalte, über die Tame One im Übrigen nicht hinauskommt, herunterzubeten, bringt einen eben nicht besonders weit. Trotzdem sind es genau die Raps und das unleugbare Charisma von Tame One, die "Da Ol' Jersey Bastard" (knapp) über den langweiligen Durchschnitt retten. Verbleibend haben wir also eines dieser Alben, die ganz in Ordnung sind, keine wirklich schlechten Tracks aufweisen, in puncto Beständigkeit jedoch nicht viel reißen. Da wäre mehr drin gewesen.
Gesamtwertung: 6.0 / 10

Release-Date: 22. Juli 2008
Label: Nature Sounds
Tracklist:
01. Ridin' Dirty
02. Grown Folks - (feat. Little Brother)
03. Life Music - (feat. Rocklyn Maya Azucena)
04. OK - (feat. King Syze & Outerspace)
05. Born For This - (feat. Chan)
06. Don't Stop - (feat. Boot Camp Clik)
07. The Showstarter - (feat. The Perceptionists)
08. Audiovisual - (feat. J-Live)
09. U From The Q - (feat. Universal)
10. Set The Mood - (feat. Greyskul)
11. Moments Matter - (feat. Tajai)
12. Selfish - (feat. Akrobatik & Lyadonna)
13. Longevity - (feat. Rasco, Planet Asia & Shakes Da Mayor)
14. The Showstarter (Walkman Remix) - (feat. The Perceptionists)
15. We Gonna... (Bonus Track)
Das hier im Mittelpunkt stehende Album gehört der Gattung der Producer-Alben an, die vor einiger Zeit einen beachtlichen Schub in Sachen Popularität verbuchen konnten. Der Autor, Fakts One, darf getrost als HipHop-Reptil etikettiert werden. Wenn nicht durch seine früheren Aktivitäten in Boston bekannt, dann zumindest als Teil der Perceptionists. Auch wenn der Herr selbst wohl nicht mehr viel vom HipHop-Business hält, hat es sich Nature Sounds nicht nehmen lassen, "Long Range" auf den Markt zu werfen.
Und mal ganz ehrlich: es gibt Alben, bei denen genügt ein kurzer Blick auf Cover und Tracklist, um mehr zu wissen, als einem zeitaufwändiges Anhören eröffnen könnte - wer die Paukenschläge, die dieses stinknormale und sicher alles andere als aufregende Boom Bap-Werk ankündigen, überhört, der sollte seinen HNO konsultieren. Doch wer das Album nach dem mit widerlichen Hi-Hats versetzen Intro ("Ridin' Dirty") und dem Einschläfer mit Little Brother ("Grown Folks") komplett abschreiben will, der sollte sich das nochmal überlegen. Schließlich verlässt man ein Restaurant auch nicht nach der als Vorspeise dienenden Suppe. Denn: das Typische eines solchen Albums sind die sehr raren guten Tracks, die sich im Verlauf irgendwann finden und wenigstens halbwegs entschädigen - und die gibt es auch hier. "Life Music" schafft es in entspannter Art und Weise, einen frischen Sommer-Vibe in Schallwellen zu konvertieren, während auch die Cali Agents eine sehr fein ausproduzierte Unterlage bekommen, die bei Anspielstation 13 zu finden ist. Weitere positive Eindrücke hinterlassen Chan und sein lockerer Kopfnicker "Born For This", J-Live, sowie Universal. Die AOTP-Abgesandten werden zum Skipper, was einerseits am schon zu oft gehörten Sample in "OK" liegt und zweitens an der Umsetzung, die beispielsweise Marco Polo seinerzeit zusammen mit O.C. auf "Port Authority" besser gelang. Auch das BCCFeature, das sicherlich auf den ersten Blick als Hinhörer erscheinen mag, verläuft sang- und klanglos, da sowohl Tek als auch Steele und Buckshot am Tag dieser Lines ihren Guten-Morgen-Kaffee vergessen haben (Ruck und Rock sind gar nicht anwesend). Abgesehen davon, dass die Perceptionists mit einer Zweifachkombo an äußerst anstrengenden Stimmen alles andere als glücklich zusammengestellt sind, fehlt auch diesem Gruppenauftritt der Glanz. Der noch nicht erwähnte Rest ist ähnlich unspektakulär - nicht einmal Grayskul können die Spannungskurve nach oben ausbeulen.
Fazit:
"Nichts verpasst" trifft selten auf ein Album so gut zu wie auf dieses. "Long Range" ist, wie es das 0815-BoomBap-Werk nun mal so an sich hat, weit davon entfernt, schlecht zu sein. Nur eben genau so weit davon entfernt, ein gutes Album zu sein. Fakts One als Nicht-Überproducer ist einfach nicht der Typ, der mit seinen Beats ein ganzes Album lang begeistern oder fesseln kann, wofür "Long Range" der unmittelbare Beweis ist. Alle Ostküstenfanatiker dürfen hier aufgrund der paar gelungenen Songs unter Vorbehalt zugreifen, ansonsten halte man sich an die ersten beiden Worte des Fazits, die perfekt als gezippte Version dieser Review fungieren.
Gesamtwertung: 5.0 / 10

Release-Date: 22. Juli 2008
Label: Big Kidz Ent. / KOCH Records
Tracklist:
01. Million Dollar Backpack (Intro)
02. Where I Been
03. Don't Act Like You Don't Know - (feat. Freeway)
04. So Far So Good - (feat. Common)
05. Sick
06. (For Real) He Don't Own Me
07. My Phone
08. Yeah Ya Know It
09. Hold Tight - (feat. Black Thought)
10. Crazy World
11. I'm Gon Make It
12. Be Alright
13. Hip Hop Died
14. Preaching To The Choir
Skillz ist schon lange nicht mehr Mad - dafür hat er uns schon an seinen Ghostwriter-Bekenntnissen teilhaben lassen und trägt neuerdings einen millionenschweren Rucksack mit sich herum. Was Skillz in seinem Rucksack mit sich führt, und dass dieser Inhalt nicht stinknormal ist, will er auf diesem Album zeigen.
Artists wie Skillz, die ein hochgerühmtes Debüt in der Tasche haben und seitdem vergeblich diese Qualität wieder auf ein Album binden wollen, haben es schwer, keine Frage. Auf diesem Anlauf läd sich Skillz eine lange Reiher an Producer ein, während die verbalen Gastauftritte sorgfältig bemessen sind. Der erste schlechte Witz ergibt sich aus einer Aussage von dem Herrn selbst, als er in einem Interview verlauten ließ, das Album sei Classic HipHop und erfinde dabei aber das Rad nicht neu - denn diese Art von Rap sei ja heuzutage so spärlich. Dass er damit mitten in dem riesigen, mitreißenden Strom der an der Ostküste dominierenden Zurückbringer schwimmt, muss ihm wohl entgangen sein. Und demensprechend fällt auch die musikalische Gestaltung des Albums aus. Seicht dudeln viele Tracks vor sich hin, nicht mal richtig trockene Kopfnicker-Drums werdem dem Hörer gegönnt. "Be Alright" und "I'm Gon' Make It" melden sich hier emsig als Musterbeispiele. Die schon vorab bekannte Videoauskopplung "Don't Act Like You Don't Know" klingt viel zu sehr nach "What They Do", welches ausgerechnet auf dem Debüt des, die Parallelität noch bestärkenden, Featuregasts Freeway zu finden ist - und dabei trotzdem noch zu den besseren Tracks der Scheibe gehört. Gute Ansätze zeigen erstens Jazzy Jeff mit seinem schlichten Intro und zweitens Questlove, der zusammen mit Black Thought "Hold Tight" veredelt und es zum besten Track der Scheibe macht. Da Skillz allerdings nicht viel Neues zu erzählen hat und Tracks wie "Hold Tight" so mangelhaft vorhanden sind wie altruistische Politiker auf dieser Welt, muss die Vergabe der Lorbeeren hier enden.
Fazit:
Von einem Album mit dem Titel "The Million Dollar Backpack" erwarte ich mir eigentlich eine Kampfansage an die im Mittelmaß versumpfenden Werke jener Backpack-Kategorie, die in der heutigen HipHop-Welt en masse herumgeistern. Dass Skillz mit seinem Album ein ebensolches Album fabriziert hat, spricht nicht für seine Innovativität. Das Album soll zeigen, dass auch abgestempelte Backpacker überraschen können? Tut es nicht. Trotzdem ist "The Million Dollar Backpack" alles andere als schlecht - dafür geht Skillz die Sache viel zu routiniert an. 3 Mics bei reiner Berücksichtigung der Musik minus 0.5 für die unendliche Austauschbarkeit macht im Endeffekt 2.5.
Gesamtwertung: 5.2 / 10

Release-Date: 22. Juli 2008
Label: Babygrande Records
Tracklist:
01. Wise Words Roll
02. The Saga Begins - (feat. M-80, C-Rayz Walz, 5-Star, Son One, Bronze Nazareth & Killah Priest)
03. Handle The Heights - (feat. Canibus, M-80, Bronze Nazareth & Keith Murray)
04. Come To Life Faster - (feat. Bronze Nazareth)
05. Obey (The Statesmen) - (feat. Planet Asia, Killah Priest, Son One & C-Rayz Walz)
06. Soul Position - (feat. Bronze Nazareth, M-80, Philly, Son One, 5-Star, Kevlaar 7 & C-Rayz Walz)
07. Daylight - (feat. Killah Priest, Kevlaar 7 & Bronze Nazareth)
08. Planet In Peril - (feat. Killah Priest, C-Rayz Walz & Warcloud)
09. Interlude # 1
10. Killa Bee Swarm - (feat. Bronze Nazareth, Timbo King, 5-Star & Killah Priest)
11. Keep Hustlin' - (feat. Killah Priest, M-80, Doe Boy & Son One)
12. Think Piece - (feat. Bronze Nazareth, Killah Priest & C-Rayz Walz)
13. Top Hat Rap - (feat. M-80, C-Rayz Walz & Son One)
14. Interlude # 2
15. Rising Sunz - (feat. Killah Priest, Son One, Born Sun & C-Rayz Walz)
16. Dead Flowers - (feat. 60 Second Assassin, Bronze Nazareth, Killah Priest & C-Rayz Walz)
17. Now Or Never - (feat. Solomon Childs, Son One, 5-Star & M-80)
18. The Almighty - (feat. Killah Priest)
Und wieder schlägt die Wu-Fam zu. Wu-Tang Meets Indie und hebt eine neue Supergruppe aus der Taufe? Kommt einem irgendwie bekannt vor, nicht zuletzt von Zusammenschlüssen wie der Black Market Militia. Doch was hier ganz eindeutig uneingeschränkten Respekt verdient ist die Zeit, die zwischen Ankündigung und Geburtsstunde dieses Sextetts bis zur Veröffentlichung des ersten Albums - wie sollte es anders sein, auf Babygrande - verging. Neben den drei großen, als Zugpferde dienenden, Namen (C-Rayz Walz, Killah Priest und Bronze Nazareth) wird die Truppe von M-80, Son One und 5-Star komplettiert.
Wo findet man hier also die besonders saftigen Stücke des 18-teiligen Steaks? Ganz einfach: man ziehe die Producer-Liste zu Rate und steuere zielstrebig sämtliche Bronze Nazareth-Beats an - denn das einzige auch für Instrumentals zuständige Gruppenmitglied hält hier mit fünf Beiträgen und neben einer buntgemischten Schar aus Beatbastlern ganz klar die Zügel in der Hand. Doch schön der Reihe nach: denn auch sein Bruder, Kevlaar 7, vermag schon im Intro ein perfekts Feeling für dieses Album zu beschwören, welches sich im ersten Banger ("The Saga Begins") auch gleich in kinoreifer Art und Weise Bahn bricht, jedem der Sechs Möglichkeit zur Vorstellung bietet und mit einem Beatwechsel nach der Hälfte gleich zweifach begeistert. Man möchte nicht glauben, dass der Sound zum großartigen "Come To Life Faster" nicht aus Bronze's eigener Feder stammt, sondern aus der von Purpose - denn dieses federleichte Instrumental hätte man auch auf "The Great Migration" antreffen können. In die gleiche Richtung schlagen die beiden als "Verschnaufpause" gedachten Instrumentals aus. Die relative Vielseitigkeit des Albums zeigt ein ganz anders angesiedeltes "The Almighty", das den jüngsten KP-Soloalbum-Sound (bereitgestellt vom immer öfter im Wu-Umfeld auftauchenden DJ Woool) einfließen lässt.
Leider wird der komplette Ausbruch in Euphorie durch gewisse Songs unterbunden. "Keep Hustlin" lässt auf seinen schändlich dämlichen Namen auch gleich den langweiligsten Track der Scheibe folgen und rechtfertigt den einzigen Griff zur Skip-Taste, dem "Rising Sunz" und "Top Hat Rap" noch entgehen. Abschließend sei noch auf die schönsten Momente der Platte hingewiesen: als da wären der zu hoher Lautstärke prädestinierte Headbanger "Obey (The Statesmen)" mit einem grandiosen Planet Asia, der Auftritt von Warcloud, ein wunderbar in sich versunkener Bronze Nazareth auf "Daylight" ("Deep in skin, Burgundy laced within / Puzzled lights dim, Hemorrhage tissue underneath the brim / And skull cap hide the deteriated faded hair patch / Code obsess, Eye lashes flair like bone crashes / Skin resembles cells of broken glasses / He's frozen his timing, Diamond Rolex") oder die perfekte Harmonie, die Bronze in "Dead Flowers" mit Drums, Streichern und Sample erzielt.
Fazit:
Letztendlich ist "Original S.I.N." wohl das geworden, was man sich grob überschlagen auch erwarten konnte. Ein gutes Release, das jedem, der sich hier etwas erwartet hat, auch etwas zu bieten hat. Bronze Nazareth zeigt einmal mehr, dass der ihm anhaftende Respekt vollauf gerechtfertigt ist und auch die Gruppe selbst erweist sich mit der Kombination aus der charismatischen, von C-Rayz Walz angeführten, ersten Reihe und den weniger bekannten zweite-Reihe-Rappern als voll funktionsfähig. Die Fusion der verschiedenen (die zugegebenermaßen nicht allzuweit voneinander entfernt liegenden) Styles gelingt ebenfalls, weshalb ich an dieser Stelle abschließe und zu folgendem Fazit komme: geldausgebenswert!
Gesamtwertung: 8.1 / 10