Sonntag, 30. November 2008

Dom Pachino - Power Rulez

WRITTEN FOR HipHop-Jam



Release-Date: 11. November 2008
Label: Chamber Musik Records

Tracklist:
01. Intro
02. That's A Fact
03. Shot U Down
04. Cripple U - (feat. Live Brim & 9th Prince)
05. War Sindrome
06. Dig Down (Skit)
07. Without Stitches
08. Duck Tape - (feat. Islord)
09. Paper
10. Ugliest Flow
11. All Right (Skit) - (feat. Vito Pamagari)
12. King
13. Can't Find It
14. Loving U
15. Fuk Critic's
16. 1st Come 1st Served - (feat. Shyheim & Crunch Lo)
17. Can't Stop Me



Nachdem 9th Prince dieses Jahr bereits mit einem guten Album vorgelegt hat, ist jetzt Dom Pachino an der Reihe. Mit "Power Rulez" kommt nach "Rice & Beanz" schon wieder ein "erstes offizielles" Solodebüt. Diesmal zumindest nicht unter dem eigenen Label Napalm Recordings, sondern unter G-Clefs Schirmdach für Wu-Tang-Familienangehörige und sonstige geistesverwandte Underground-Spitter - Chamber Musik. Mit Gästen wie 9th Prince, Islord und Shyheim darf man hoffen, dass die Ankündigungen, welche Killarmy-Sound prophezeien, ernst zu nehmen sind.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Zumindest 9th Prince hatte diesen Sound auf "Prince Of New York" noch im Blut. Der Peurto Rican Terrorist allerdings hat mit seinen dutzend plus x Alben und Mixtapes bewiesen, dass ihm solo bis dato nichts gelingen will. Und auch das ursprüngliche Cover, auf dem Pachino im "Dirty Weaponry"-Stil posiert, wird ersetzt. Bei den Producern hat Dom leider immer noch keine durchgehend passenden Partner gefunden. Okay, da wäre einmal Dub Sonata, der mit seinem Beitrag ("Can't Find It") auch bei den besten Beats der Scheibe landet, doch für den militanten Sound, den sich Pachino im wiederum einfallslosen "That's A Fact" selbst patentiert, ist Sonata dann doch der falsche Mann. Der einzige Beatbastler, der auf dieser Scheibe in Frage kommt, ist Falling Down, der dem bewanderten Head als Producer aus dem Wu-Umfeld bekannt sein sollte. Zwar wird mit "Shot U Down" (dank Einsatz jenes Samples, an das jeder bei diesem Namen sofort denkt - genau, Nancy Sinatra) eher lauwarme Kost geliefert, doch "Uglyist Flow" zeigt als bester Track, wozu Dom P auch heute noch fähig ist: mit dem Sauberkeitsgrad der Dirty Weaponry Scheibe ist es lediglich die Hook, die diesem Song einen kleinen Kratzer verpasst. A propos Hook: für das gepitchte Gequieke auf "Loving U" gehört Pachino eigentlich auf der Stelle erschossen. Nicht minder verloren wirkt das Sample von South Parks Jimmy, welches das hektische "Cripple U" einleitet. Allgemein verweilen die meisten Tracks im hörbaren, doch leider viel zu unspektakulären Mittelfeld. Ob es nun gut ist, wenn man bei einigen Tracks Déjà vus erlebt, sei in den Raum gestellt, für die Kreativität sowohl von Producern als auch P selbst spricht es jedenfalls nicht. Immerhin funktionieren Tracks wie "Paper" oder "1st Come 1st Served" nach altbackenem Prinzip ganz gut.


Fazit:
Im mit Jay-Z Sample bestückten "Fuk Critic's" maßt sich Dom Pachino dann auch noch an, über die gemeine Welt voller Verblendeter, die ihn und seine makellose Musik nicht verstehen, herzuziehen. Nach "Power Rulez" darf er gleich wieder einen Track mit demselben Thema aufnehmen, denn hierfür wird er keine Lobeshymnen ernten. Verglichen mit den Großtaten mit der Killarmy ist und bleibt der P.R. Terrorist solo eine Schlaftablette. Hier sind zwar gute Ansätze festzustellen, aber die gab es in geringem Maße auch schon beim letzten Album. "Power Rulez" ist dank einiger guter Tracks knapp (äußerst knapp) überdurchschnittlich, doch allgemein bleibt die Devise: bitte keine Solos wie dieses, sondern ein neues Killarmy-Album, das an die alten anknüpft. Sofern Pachino dort überhaupt zu hören sein wird.

Gesamtwertung: 5.9 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

D.I.T.C. - The Movement

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 18. November 2008
Label: D.I.T.C. Records

Tracklist:
01. Time Travel - (feat. O.C. & A.G.)
02. Mad Live - (feat. D Flow)
03. Experience - (feat. Show & A.G.)
04. Shine My Way - (feat. Party Arty)
05. When We Rollin - (feat. D Flow)
06. Hard Hit - (feat. D Flow, O.C., A.G. & Boss Money)
07. Energy - (feat. O.C. & A.G.)
08. Bow - (feat. O.C.)
09. Boys Is Dion It - (feat. Boss Money)
10. Air Y'all - (feat. Joell Ortiz)
11. Insomnia - (feat. D Flow, A. Bless & O.C.)
12. True Lies - (feat. O.C. & A.G.)



Nachdem sie eigentlich schon von allem und allen, das/die dazu in der Lage ist/sind, vollkommen abgeschrieben wurden, entscheiden sich die Halbrentner-Halblegenden von Diggin' In The Crates, über das eigene Label ein Album zu veröffentlichen. Da es davon außer dem 2000er selbstbetitelten Silberling kein weiteres gibt, sollte diese Nachricht eigentlich Grund zu heller Aufregung und großer Spannung sein. Doch an wem die Zeit so sehr vorbeigezogen ist wie an diesen Herren, der muss sich eher die Frage gefallen lassen, von welchem "Movement" hier denn eigentlich die Rede ist. Wie auch immer, allein aus Respekt gegenüber den früheren Zeiten sollte die Scheibe dann doch unter die Lupe genommen werden.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Und immerhin trifft man hier auch fast alle der Jungs an: Show und AG, O.C., die Ghetto Dwellas, die Boss Money Players, Lord Finesse und Buckwild. Dass Fat Joe nicht mit von der Partie ist, sollte niemandem wehtun und auch Diamond Ds Abwesenheit lässt sich nach dessen jüngstem Soloalbum verkraften. Steckt man im Voraus seine Erwartungen ab, so muss man im Worst Case entweder stinkende Langeweile oder krampfhafte und misslungene Verfolgung von neuen Trends befürchten. Im wohl besten Fall wird solider Boom-Bap vorgetragen, der in den richtigen Momenten kleine neue Schritte wagt, wobei dieser Zusatz bei dem, was in letzter Zeit aus dieser Ecke kam, schon ein kleines Wunder wäre. Was "The Movement" nun wirklich ist, darf - man glaubt es kaum - doch wirklich noch knapp über dem Erwartungswert Platz nehmen. Genau dann, wenn man sich auf schlichte Ostküstenrezepte beschränkt, wird die Sache hörbar - und im herrlichen "Experience" sogar mit Highlight-Potential. Ansonsten bieten sich jedoch nicht wirklich große Überraschungen. "Energy" entledigt sich seines positiven Eindrucks durch die Tatsache, dass die Kombo Parallel Thought / Tame One mit demselben Sample dieses Jahr schon Besseres fabriziert hat. Joell Ortiz' Gastauftritt wird durch einen aufdringlichen Untersatz von Lord Finesse getrübt; in dieser Beziehung haben auch die beiden Ghetto Dwellas D Flow und Party Arty in "Shine My Way" und "When We Rollin'" dank Drawzilla nicht viel zu lachen. Doch mit solchen Patzern war zu rechnen, da sollte die Tatsache, dass sich der Rest durchwegs im hörbaren Bereich befindet, weitaus mehr Gewichtung bekommen.


Fazit:
Um ehrlich zu sein: allein bei dieser Gräueltat eines Covers war hier ein wirklich guter Longplayer fast außerhalb der Möglichkeiten. Ob dieses Album nun tatsächlich notwendig war, erfordert weitere Diskussionen, die große Blamage bleibt uns glücklicherweise erspart. Dafür, dass aus dieser Ecke trotzdem keine Offenbarungen mehr zu erwarten sind, ist "The Movement" nichtsdestotrotz ein Beleg. Aber da die makellose weiße Weste von D.I.T.C. sowieso schon lange gewaschen gehört, darf man sich bei diesem leicht überdurchschnittlichen Werk ruhig sagen: "Wieso nicht?"

Gesamtwertung: 5.6 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Samstag, 29. November 2008

Evidence - The Layover EP

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 21. November 2008 (D) / 25. November 2008 (USA)
Label: Decon Records / Taylor Made Records

Tracklist:
01. The Layover
02. For Whom The Bell Tolls - (feat. Phonte, Blu & Will.I.Am)
03. So Fresh (Step Brothers)
04. Solitary Confinement - (feat. Krondon)
05. Don't Hate - (feat. Defari)
06. My Favorite Part of Traveling (Interlude)
07. The Far Left - (feat. The Alchemist & Fashawn)
08. Rain Or Shine
09. To Be Determined - (feat. Elzhi & Aloe Blacc)
10. The Cold Weather



Wer kennt sie nicht: unplanmäßige Aufenthalte in Flughäfen mit offener Obergrenze. Nachdem Evidence, rappendes und produzierendes Mitglied der Dilated Peoples, mit seinem 2007er Debütalbum schon ordentlich Lob einfahren konnte, widmet er als Überbrückung zum nächsten Soloalbum "Cats & Dogs" die hier in der Kritik stehenden EP ebendiesem Syndrom. Ort der Handlung ist LAX, represäntativ für jeden Flughafen der Welt. Label ist Decon Records, ansonsten finden wir die üblichen Verdächtigen.

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Khrysis steuert zwei Beats bei, Alchemist drei, Sid Roams und Babu jeweils einen und Evidence selbst zwei. Damit sind wir bei neun Tracks, plus ein Interlude, und fertig ist die EP, die mit 35 Minuten jedoch fast schon im Kurzspielzeittrend mancher Alben der letzten Zeit liegt. Zuerst zum negativsten Aspekt der Scheibe: Sid Roams fahren mit ihrem Beitrag den brotlosesten Beitrag auf, der trotzdem immer noch hörbar ist. Doch irgendwie will dieser "Prodigy-Sound" zu niemand anderem mehr als dem einsitzenden Mobbler passen. Macht allerdings nichts, denn alle anderen beteiligten fügen der EP um so passendere Beats bei. Sogar der stark stagnierende Khrysis zaubert mit "The Layover" und "For Whom The Bell Tolls" zwei respektable Kopfnicker aus dem Hut. Wenn man nun noch das Inlay durchblättert, muss man wirklich zugeben, dass diese EP ihrem Thema gerecht wird. Astreine Musik für zwischendurch. Die gelingt sowohl mit Hilfe des Meisters Babu im smooth-relaxten "Rain Or Shine" als auch bei den Alchemist-Produktionen, unter denen vor allem "So Fresh (Step Brothers)" als Vorstellung des neu gegründeten Duos hervorsticht. Auch die Eigenkreationen von Evidence müssen sich hier nicht verstecken: als Mix zwischen dem Babu- und Alchemist-Sound zwar nicht innovativ, doch trotzdem auf ähnlichem Nievau passen das Sample-dominierte "Don't Hate" sowie das abschließende "The Cold Weather" sehr gut ins Bild. Über all dies legt der Mr. Slow Flow in solider Form seine altbekannten Rhymes und streut mit diversen Gästen wie DeFari, Fashawn oder Blu die nötige Abwechslung ein. Extrem amüsant wird es im "My Favorite Part Of Traveling" Interlude, das sich der zuvorkommenden Info-Damen annimt. Auf der zusätzlichen DVD findet man schließlich noch Videos zu vier der Tracks dieser EP und zwei der "Weatherman LP".


Fazit:
Kurz und bündig: hier weht durch und durch der Evidence-Sound, den man schon auf "The Weatherman" serviert bekommen hat. Die Komprimierung auf EP-Größe minimiert die Zahl der Durchschnittstracks auf einen der Rest ist durchwegs gelungen. Es kommt während dem Hören zudem das Feeling eines richtigen Albums auf, welches durch die gelungenen, skit-artigen Überleitungen zwischen den Tracks noch verstärkt wird. Jeder, der eine grobe und positive Vorstellung von dem hat, was ihn hier erwartet, der sollte auch zuschlagen: dieser "Layover" lohnt sich!

Gesamtwertung: 7.0 / 10

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Panacea - A Mind On A Ship Through TIme

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 28. Oktober 2008
Label: Tasteful Licks Records

Tracklist:
01. Introlude
02. Voyagers
03. Mudgreen - (feat. Andrea "Anya" Stewart & Mista Maliq)
04. L.A.VA
05. Speak-O-Vision
06. Vandalism
07. Orange Penicilin - (feat. Wes Felton & Melvin Lindsey)
08. Sirens
09. Lunar Illusion
10. Chrono Trigger
11. Treasure Hunt
12. Mustard Seed Celebration
13. A Mind On A Ship Through Time



Panacea, die Traumtänzer des HipHop, sind zurück. K-Murdock an den Drehern und Raw Poetic am Mikrofon haben sich inzwischen von Rawkus verabschiedet und ein neues Zuhause bei Tasteful Licks gefunden. Das Design des Albums wird immer noch von K-Murdocks Cousin Stephen Knox alias Pointblank (als Rapper auch auf "The Scenic Route" gefeatured) übernommen, was uns ein weiteres unglaublich atmosphärisches Cover beschert. Da besteht doch die ernsthafte Hoffnung, dass auch seitens der Musik der eigene Weg weiter beschritten wird.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Also dann, packt eure Taschen und steigt ein - denn einen Flug wie diesen hier wird es so schnell nicht wieder geben. Schon der Startpunkt ist ungewöhnlich, halten die beiden Jungs doch für Washington, D.C. die Flagge hoch. Was K-Murdock seitens der Instrumentals praktiziert, ist ein exaktes Spiegelbild des Covers: man mag es harmlos schimpfen, doch wer auch immer ein offenes Ohr für harmonische Klänge und leicht zurückgelehnten und hochgradig atmosphärischen HipHop hat, der ist hier auf dem richtigen Schiff. Wer "The Scenic Route" kennt, der weiß grob, was ihn erwartet - allerdings wirkt der Sound hier ausgereifter, konstanter und besser. Die große Stärke bei diesem Silberling ist der rote Faden, der dieses Album leitet und dafür sorgt, dass vom ersten bis zum letzten Track alles aus einem Guss ist. Dabei den charakteristischen und eigenen Sound von K-Murdock zu beschreiben, fällt schwer. Allein die Sample-Arbeit geht von Scritti Politti über ATCQ zu Sean Paul bis zum Alan Parsons Project. Raw Poetics Anteil am Album macht es sich in einem ähnlichen Rahmen bequem: ohne in irgendeiner Weise unangenehm ins Hochtrabende abzudriften, schwebt er auf seiner eigenen Wolke aus Rhymes, die dem zweiten Teil seines Künstlernamens gerecht werden. Erwähnenswert wäre "Orange Penicillin", das Kyle Murdocks verstorbenem Onkel Melvin Lindsey gewidmet ist und einen Gastvers von Labelkollege Wes Felton beinhaltet. Im Sinne der Gesamtstimmung des Albums fällt es jedoch schwer, jegliche "Brecher" auszumachen. Auch besondere Highlights tun sich nicht wirklich hervor. Das Album will als Ganzes gehört werden, was der Hörer sicherlich auch nicht bereuen wird.


Fazit:
Wieso also ist "A Mind On A Ship Through Time" empfehlenswert? Vielleicht, weil Panacea es geschafft haben, weiterhin in ihrer kleinen Nische zu verweilen und sich trotzdem im Vergleich zum vorigen Album zu verbessern. Der malerische Pfad von 2007 mündet zu ebendiesem Schiff hier und bietet eine albumlange Reise, die einen weit weg vom aktuellen Geschehen im Rap-Game führt. Wer Panacea kennt und schätzt oder vor allem wer sie nicht kennt, der sollte sich dieses Album besorgen - denn hier hat man es schlicht und einfach mit guter Musik zu tun.

Gesamtwertung: 8.0 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Donnerstag, 27. November 2008

Krohme - The Battle For 2012

WRITTEN FOR HipHop-Jam



Release-Date: 31. Oktober 2008
Label: Godsendant Music

Tracklist:
01. The Swan Song - (feat. Atari Blitzkrieg)
02. Dark Water - (feat. Karniege, Atari Blitzkrieg & Little Indian)
03. Knock 'Em Out (War Torn Soldiers Edition) - (feat. Earatik Statik & Sean Price)
04. 1 Time 4 Ya Mind - (feat. Dezert Eez)
05. Ride or Die - (feat. Challace & Ron Artest)
06. The Immortals - (feat. Sabac Red, Breez Evahflowin, Atari Blitzkrieg, Chavito, Clap Cognac & Chaotic)
07. Kill Humanati (Sweets To The Sweet Edition) - (feat. Breez Evahflowin)
08. Omega Men or How I Learned to Hate This World
09. Time (The Battle for 2012) - (feat. Block McCloud & War Bixby)
10. Circle Of Lies (Eye Of Providence Edition) - (feat. Chuck D & The Impossebullz)
11. Seyelintz Or Veyelintz - (feat. Atari Blitzkrieg & LMNO)
12. The Living Soul - (feat. Broady Champs)
13. Signs Of A Prophecy Emerging As The Truth - (feat. Virtuoso & RAVAGE The MeccaGodzilla)



Wer dachte, Krohmes unendlich erscheinende Liste an geplanten Alben bleibe für immer fiktiv, der hat sich getäuscht. Parallel zu "South Of Heaven" schießt der Mann aus Alexandria gleich noch ein weiteres Album hinterher, welches er auch schon seit einiger Zeit angekündigt hat. Wer also gerade aus der "South Of Heaven"-Vorstellung kommt, kann sich gleich auf die nächste Injektion an Krohme-Krachern, gespickt mit einer Vielzahl an Underground-Spittern, freuen. Und wem das noch nicht reicht, der muss nur wenige Tage warten, bis das nächste Album, "The Satanic Candidate", erhältlich ist.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Wie auch schon bei "South Of Heaven" empfängt einen "The Battle For 2012" mit Weltuntergangsstimmung im Cover, was bei dem hier gegebenen Titel auch mehr als verständlich ist. Ja, nicht nur Regisseure verwenden dieses Datum, in dem u.a. der Maya-Kalender endet und das der Welt einmal mehr die Apokalypse (oder wahlweise das jüngste Gericht) bringen soll. Im Falle dieses Album heißt 2012, dass vor allem Krohme seitens seiner Produktionen ordentlich auf die Kacke hauen darf. Begonnen wird die Show allerdings mit dem sehr ruhigen "Swan Song", in dem Atari nur lyrisch ein Endzeitszenario inszeniert. Dann jedoch geht es ab: Karniege brennt im Streichermonster "Dark Water" das erste Feuerwerk ab, gegen das die zaghafte Stimme von Atari auf diesem Track mehr als nur blass wirkt. Macht aber nichts, es geht ja gleich weiter. Das bombastische "Kock 'Em Out" bläst sein Original vom "Master P" Mixtape hinfort. Mehr davon? Die Unsterblichen sind schon zur Stelle und decken Krohmes erneut imposantes Instrumental mit energiegeladenen Raps ein. Ein schmerzhafter Aussetzer schleicht sich leider auch ein, nämlich in "Seyelintz Or Veyelintz", das zu nervtötendem Krach verkommt, dem Ataris Wortfluss inklusive Hook den Todesstoß versetzt. Auch mit Tracks wie "Omega Men Or How I Learned To Hate This World" findet sich noch solides Zweitmaterial, was bei guter Gesinnung jedoch mit zugedrücktem Auge akzeptiert werden kann. Denn die gegenüberstehenden Hochkaräter liegen schwer in der Waagschale, zumal es sich "Kill Humanati" im großartigen Remix dort ebenfalls noch gemütlich macht.


Fazit:
Allein mit der Zahl der die Originals übertreffenden Neueinkleidungen wird "The Battle For 2012" interessant. Als Gesamtwerk ist es sicherlich nicht mit einem vollen Album wie "South Of Heaven" zu vergleichen, bietet für sich genommen jedoch trotzdem eine Dreiviertelstunde geschlossenen Hörspaß, dominiert vom kantigen Stil Krohmes. Und solange beim hohen Output eine Qualität wie hier verbleibt, darf man sich ruhig auf die nächsten Projekte von Krohme und Godsendant freuen.

Gesamtwertung: 7.0 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Krohme - The Beasts Released Vol. 1: South Of Heaven

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 31. Oktober 2008
Label: Godsendant Music

Tracklist:
The Calm:
01. Ab Initio
02. Think Twice - (feat. Rapper Big Pooh, Atari Blitzkrieg, Motion Man & Breez Evahflowin)
03. Gotta Love Me - (feat. Trife Da God & Cappadonna)
04. Catch Me On Broadway - (feat. Shyheim & Dom Pachino)
05. The Judgment - (feat. Lord Jamar & Atari Blitzkrieg)

The Release:
06. The Beasts Released
07. Goon Opera - (feat. Kool G Rap, Chino XL, C-Rayz Walz, Sean Price & Hell Razah)
08. Eye Can't Sleep - (feat. Planetary & King Syze)
09. Grizzly - (feat. Punchline, Chaundon, Torae, W. Gleamz, Smigg Dirtee & Drift)
10. Stand Up - (feat. Rampage, Chavito & Rack-Lo)
11. Set Me Free - (feat. Phil The Agony, Krondon, Clap Cognac & Chico)

The Aftermath:
12. Avoid The Static - (feat. Craig G, Beretta 9, Atari Blitzkrieg, Reef the Lost Cauze & Block McCloud)
13. Hallowed Be Thy Name - (feat. Hell Razah, 4-IZE & Psycho Les)
14. Dominion - (feat. Verbal Kent, C-Rayz Walz & Copywrite)
15. Blood Rites (Warrior's Theme) - (feat. Twin Gambino & Sabac Red)
16. Ad Finem

Spiritual Gifts:
17. Awaiting The Hour - (feat. Killah Priest & Ill Bill)
18. Goon Opera (A Righteous Salvation Remix) - (feat. Kool G Rap, Chino XL, C-Rayz Walz, Sean Price & Hell Razah)
19. Retrospective Reflections



Wer erinnert sich an Krohme? Noch vor einem Jahr, 2007, war dieser Mann ein Nobody, der gerade ein eigenes Label gegründet, ein (Street-)Album in der Tasche und eine Vision vor Augen hatte. Ankündigungen bezüglich großer Pläne wurden getätigt. Wer hätte es gedacht: 2008 ist Godsendant auf dem besten Weg, sich als Indie-Label zu etablieren und hat ein gesundes Roster an Underground-Artists, beispielsweise mit Ex-Czars-ler Tommy Gunn, vorzuweisen. Nachdem Krohme mit seinem Nummer-Eins-Schützling Atari Blitzkrieg die erste Hälfte des Jahres mit EPs überbrückte, wird nun das lange angekündigte erste "richtige" Album von ihm selbst veröffentlicht: "South Of Heaven".

Waren bei "All Praises Due" noch vereinzelt ein paar namenhafte Features zugegen, bietet sich hier ein Kontrast, wie er größer nicht sein könnte. "SOH" ist trotz regelmäßigem Selbsteinsatz von Krohme eher ein Producer-Album und dank des Namens, den sich Krohme inzwischen gemacht hat, geben sich hier die Underground-Riesen die Klinke in die Hand: aus der Killarmy- und Wu-Tang-Ecke, aus der AOTP-Clique, aus der Queensbridge, von Psycho-Logical, von Gravel Records aus Chicago, von der Justus League, von Strong Arm Steady aus LA und so weiter und so weiter. Was hier zusammenfindet ist sogar in der Liga der gästereichen Produzentenalben extra-large.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Was befähigt Krohme also, ein solches Album zusammenzuschustern, ohne dass es an seiner eigenen Masse zerbricht? Ganz klar, hier haben wir es mit einem Producer zu tun, der seine eigene Schiene fährt. Ein klein wenig abstrakt, ein klein wenig trocken, ausgefallene Samples und immer eine eigene Note. Hier wird zwar nicht so sehr abgehoben wie auf einigen Atari-EPs, doch trotzdem geht diese Scheibe über die typischen BoomBap-Instrumentals hinaus. Unter den Besonderheiten sei zuerst "Avoid The Static" erwähnt, das mit einem Wahnsinns-Sample-Einstieg gleich eine Atmosphäre kreiert, die ihresgleichen sucht. Dass im Anschluss Craig G, Beretta 9, Atari, Reef The Lost Cauze, Block McCloud und Krohme selbst ihre Raps herunterrattern, führt gleich zum nächsten Punkt. Die Kollaborationen, die hier zustande kommen, sind einerseites einmalig und andererseits äußerst interessant: da wäre das Gipfeltreffen in dem von einem genialen Interlude eingeleiteten und saulässigen "Goon Opera", das leider beat-mäßig etwas schwächelnde "Dominion", das Verbal Kent auf C-Rayz Walz und Copywrite treffen lässt, oder aber "Blood Rites" in dem Reibeisen Gambino dem Gastgeber und Sabac Red entgegentritt. Neben "Dominion" muss der Hörer lediglich bei "Grizzly" Abstriche machen, da hier auch die Weichstimmen von Punch, Chaundon und Torae leicht verloren wirken.


Fazit:
Der Rest des Albums ergießt sich konstant gut. Auch die drei Bonus-Cuts sind hörenswert, wobei vor allem das schon auf "Death Metal" vertretene "Awaiting The Hour" knallhart, knochen- und genickbrechend als Metal-Rap-Bastard alles in Stücke haut und auf seinem Fusionsgebiet nach Konkurrenz sucht. Sofern man, entgegen der Tatsache, dass Krohme selbst zum Mic greift, dieses Album als Producer-Album auffasst, darf sich der Godsendant-Begründer für eines der besten Releases dieser Zunft der letzten Zeit auf die Schulter klopfen. "The Beasts Released Vol. 1: South Of Heaven" fehlt zwar noch ein wenig Ausgereiftheit zu Höchstnoten, ist seine Gästeliste aber trotzdem wert.

Gesamtwertung: 7.8 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Mittwoch, 26. November 2008

Sadat X - Generation X

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 4. November 2008
Label: Affluent Records

Tracklist:
01. Now - (feat. Twan)
02. This Is Your Life
03. Jungle - (feat. Twanie Ranks)
04. Never
05. Think Different
06. X-Plain
07. He Walks With Me (Skit)
08. X Is The Word
09. Walk Upright
10. Hey Baby
11. The Okeedoke
12. Morning Food - (feat. Twanie Ranks)
13. Live
14. Make It Happen
15. Heart To Heart - (feat. Thirstin Howl III & Twanie Ranks)
16. It's A Demo
17. New York
18. Sweat



No Introduction needed - dass Sadat X mit einem neuen Album in den Startlöchern steht, sollte Information genug sein. Kaum ein Rapper im Game hat solch eine markante Stimme wie der Herr mit dem gepitchten Stimmorgan. Dazu kommt noch die Bandgeschichte mit Brand Nubian und eine Solokarriere und fertig ist das Rap-Urgestein. Da die beiden Alben von 2005 bzw. 2006 nur verhaltenen Beifall ernteten, wird 2008 umgesattelt und nur auf einen einzigen Producer gesetzt: Will Tell, seines Zeichens Mitglied der Brooklyn Academy.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Die erste positive Nachricht: der Altmeister hat wenig von seiner Kraft am Mic verloren; wenn Sadat loslegt, dann hört man zu. Das Cover erscheint schon auf den ersten Blick vertraut und wenn man es nicht vom Original von Marvin Gaye kennt, dann zumindest von einer der Rap-Kopien, beispielsweise von Camp Lo. Der Eindruck, den das Cover, unabhängig von erwähntem Original-Cover, vermittelt, dient allerdings perfekt als Einstieg ins Album. Denn Will Tell beginnt die Partie mit "Now" erstaunlich fresh und funky. Sadats "Everybody report to the dance floor"-Aufruf sollte selbsterklärend sein. Im weiteren Verlauf zeigt Will Tell eine erstaunliche Vielfalt, was seine Beats betrifft. Ruhige, soul-beeinflusste Nummern wechseln mit traditionellem als auch kreativ gestaltetem Boom Bap, sowie karibischen Einflüssen, die vornehmlich durch Twanie Ranks ins Album getragen werden. Ganz schräg wird es, wenn Will Tell sich schamlos an Yael Naims "New Soul" bedient, um daraus "Think Different" zusammenzuschrauben, das zwar ein klein wenig gewöhnungsbedürftig ist, dann jedoch dank Xs großartiger Performance zum Ohrwurm avanciert. Auch sonst lässt das Gespann William Tell / Sadat X durchscheinen, was mit der Generation X gemeint ist, wie zum Beispiel in "It's A Demo", welches sich am gleichnamigen Track von Kool G Rap & Polo bedient. Wenn Sadat dann auf der Suche nach Weed in eine Schönheit stolpert und sich in "Hey Baby" eine lebhafte Konversation anbahnt, ist das zwar ebenfalls nicht neu, doch trotzdem äußerst unterhaltsam. Auch der Rest des Eintopfs schmeckt gut, was von durchschnittlichen Tracks bis zum sehr gelungenen "Make It Happen" reicht.


Fazit:
Nach mehrmaligem Durchhören muss doch festgestellt werden, dass Sadat X hier gar kein schlechtes Album gelungen ist. Dies hat er neben seinen eigenen Fähigkeiten vor allem der Zusammenstellung des Sounds zu verdanken, der sich vom typischen BoomBap-Album genug abhebt, um nicht langweilig zu werden, aber auch keine unnötigen und unpassenden Experimente eingeht - abgesehen von Twanie Ranks, der jedoch gut ins Album passt. Will Tell erlaubt sich bei der Ausführung seines Handwerks ebenfalls keine erwähnenswerten Schnitzer, was "Generation X" zusammengefasst zu einem soliden Release im durchwachsenen Jahr 2008 macht.

Gesamtwertung: 6.7 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Flobots - Fight With Tools

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 24. Oktober 2008 (D) / 20. Mai 2008 (USA)
Label: Universal Republic

Tracklist:
01. There's A War Going On For Your Mind
02. Mayday!!!
03. Same Thing
04. Stand Up
05. Fight With Tools
06. Handlebars
07. Never Had It
08. Combat
09. The Rhythm Method
10. Anne Braden
11. We Are Winning
12. Rise



Crossover gibt es ja mittlerweile in ansehnlichem Maße. Mit den Flobots kommt noch eine weitere Gruppe hinzu. Jonny 5, Kenny O., Andy Rok, Brer Rabbit, Mackenzie Roberts und Jesse Walker sind die sechsköpfige Truppe aus Denver, die hier ihr offizielles Debütalbum "Fight With Tools" vorstellt. Mit Universal Republic steht ein starkes Label im Hintergrund. Das soll jedoch nicht sofort heißen, dass hier brav die 0815-Checkpunkte abgeklappert werden - die Flobots haben, im Gegensatz zu vielen anderen, etwas zu sagen.

Denn wenn an diesem Album etwas sicher ist, dann die Tatsache, dass die Inhalte sich um Tiefe bemühen und dies meist auch erreichen. Und kritisiert wird viel, hauptsächlich jedoch die eigene Gesellschaft und deren Trägheit. Kleine Eigendefinition gefällig? Jonny 5 ist so nett:

WRITTEN FOR HipHop-Jam

"Somewhere between prayer and revolution / Between Jesus and Huey P. Newton / That's where you find Jonny 5 shoot shooting / Water guns at the audience while you're scooting"

Der Inhalt stimmt also, dank der Lyrics im Inlay kann man auch gleich mitlesen und sich das ein oder andere Mal Gedanken machen. Wenden wir uns also nun dem Sound zu. Dazu sei zuerst kurz die Besetzung der Truppe erwähnt: Jonny 5 und Brer Rabbit stehen am Mic, Andy Rok hält die Gitarre in der Hand, Jesse Walker den Bass, Kenny O. sitzt an den Drums und Mackenzie spielt eine Viola - ja richtig, eine Viola, die auch sehr prägend im Sound des Albums ist. Dazu kommen noch weitere Instrumente, die auf diversen Tracks zu Gast sind. Wer nun denkt, dass mit einer solch authentischen Besetzung gar nichts mehr schief gehen kann, der hat sich tief und gewaltig geschnitten. Denn um mal Tacheles zu reden: wer echten HipHop mag, der wird hier äußerste Probleme bekommen. Abgesehen davon, dass die beiden MCs technisch nur im Mittelmaß schwimmen, ist es vor allem der sehr aufgezwungen wirkende Crossover-Charakter bzw. dessen Rock-Teil, welcher jedem Track obligatorisch aufgesetzt wird und der dem Album die Suppe versalzt. Hier Beispiele anzuführen, ist äußerst sinnlos, da fast jeder Track bei der Fusion aller musikalischen Elemente zerbricht. Oder aber zu purer Anstrengung wird, da einige Stücke leicht überladen wurden, allen voran "Mayday!!!" und "Rise". Einzige Ausnahme stellt "Stand Up" dar, in dem Mackenzie mit ihrer Viola endlich die Oberhand gewährt wird. Leider ist es nur diese Ausnahme, die zeigt, dass hier definitiv Potential vorhanden ist.


Fazit:
Es ist erstaunlich, dass bei Kritikern ein Crossover-Album wie "Fight With Tools" die hohen Wertungen und Lobeshymnen über die genre-übergreifenden Sound und tiefsinnige Texte schon im Voraus gepachtet hat. Der Teil mit den Texten mag zutreffen, doch es scheint noch schwerer zu sein, ein ordentliches Crossover-Album abzufertigen als ein HipHop-Album (was ja heutzutage sowieso nur noch vereinzelt gelingt). Vielleicht hat ein HipHop-Hörer wie ich auch nur unüberwindbare Scheuklappen auf, doch was man diesem Sound abgewinnen soll, bleibt mir ein Rätsel.

Gesamtwertung: 4.0 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Donnerstag, 20. November 2008

Decay - The Unlikely Hero

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 23. September 2008
Label: Molemen Records

Tracklist:
01. Fanfare
02. Push
03. Unlikely Heroi
04. That's War - (feat. Selfish)
05. Don't Ever Say
06. Wise
07. Pills
08. Shaking Dice Interlude
09. The Chase
10. Get Loose - (feat. Astonish)
11. Sunsplash
12. Easy (The Llama Way) - (feat. Selfish, Tone Liv & Butta Verses)
13. Oh Lordy
14. Cloud



Molemen, die nächste. Wenn es eine Produktionsgröße gibt, die durch konstante Leistung zu überzeugen weiß, dann ist diese Größe jenes dreiköpfige Gespann aus Chicago. Der Name umfasst bekanntermaßen jedoch ein ganzes Kollektiv, deren bekanntestes rappendes Gesicht auf den Namen Vakill hört. Bei den weiteren Emcees wird man dann auch einen gewissen Decay vorfinden, um den es hier ja vornehmlich geht. Denn mit "The Unlikely Hero" legt der Herr sein Molemen-Debüt vor und wird dabei natürlich versuchen, sich aus dem Hintergrund in die erste Reihe der Eigenständigkeit vorzukämpfen.

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Doch mal ganz ehrlich: Decay hat eine unwahrscheinlich gewöhnliche Stimme, einen normalen Flow und meist auch keine herausstechenden Themen, von denen er auf seinem Album berichtet. Was hier weitaus mehr interessiert sind die Beats, die fast komplett von PNS, Panik und Memo stammen. Als Rapper hätte man also auch jeden x-beliebigen anderen halbwegs Fähigen hernehmen können, doch genau da erscheint Decay passend, da seine Raps locker gut genug für die Produktionen sind, jedoch nicht zu gut um die Aufmerksamkeit zu sehr von ihnen abzulenken. Und so dämlich dies klingen mag, genau so ist es. Die Musik ist konstant im gemächlichen Bereich gehalten und ist trotzdem durch die Bank weg so stark produziert, dass Decay selbst nicht mehr viel falsch machen kann. "Don't Ever Say" beispielsweise erklimpert sich seinen Weg zur guten Laune, "Wise" markiert einen von vielen Kopfnickern und schon der Opener "Fanfare" macht sich den nötigen Platz, den dieses Album braucht. Die Molemen begeistern mit Liebe zum Detail. So passiert hier ein keiner Stelle etwas aufsehenerregendes und doch können schon kurze Snacks wie das "Shaking Dice" Interlude eine enorme Ausschüttung von Glückshormonen beim Hörer auslösen. Liebevolle Sample-Arbeit, der so markante Einsatz von Streichern und der dezente Einsatz von Drums schaffen eine ganze Palette von kleinen Juwelen: "The Chase", "Get Loose" und "Easy (The Llama Way)" machen dabei am meisten Spaß.


Fazit:
Auch wenn es vielleicht bedenklich sein mag, dass Decay auf seinem eigenen Album nicht im Rampenlicht steht, ist es schwer vorstellbar, dass sich beim Hören der Scheibe irgendjemand ernsthafte Gedanken über diesen Umstand macht. Genau genommen brauchen Produzenten wie die Molemen ebensolche Rapper wie Decay, um Alben wie "The Unlikely Hero" entstehen zu lassen. Gewinnen tun daran alle: Memo, PNS und Panik stärken ihren sowieso schon großen Ruf und Decay bleibt als positive Assoziation im Hirn hängen. Schlecht rappt der Herr ja nichtmal - nur eben "zu normal". Diese soliden Raps, gepaart mit hervorragenden Beats, ergeben eine gute Wertung, die die gegebenen Kapazitäten auch größtenteils ausreizt und nicht nur für Molemen-Liebhaber lohnenswert ist. Für höhere Wertungen sollte man auf das hoffentlich in naher Zukunft droppende Vakill Album hoffen.

Gesamtwertung: 6.9 / 10

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The Primeridian - Da Mornin' Afta

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Release-Date: 7. Oktober 2008
Label: All Natural Inc.

Tracklist:
01. Mornin Afta Intro - (feat. Adia Sanaa, Tyenza, Nichole & Dominique)
02. Change The Meridian (Hard Rock) - (feat. No Mercy)
03. High Noon Stank
04. Bucktown (City Of Wind) - (feat. Naledge)
05. Hang On (Nicolay Remix)
06. takeyouthere - (feat. Yaw, Iomos Marad & Imani)
07. Count Tac Acts a Fool (Interlude) - (feat. Countacula)
08. Melodic Healing - (feat. Yaw)
09. Whistle While You Work
10. Let's Go
11. Mario Speaks (Interlude) - (feat. Howmanysyllablesmario)
12. Trust - (feat. Ka-Di)
13. Shoutro - (feat. Uneqka, Mreld & Mal Caffeine)



Das Hause All Natural Inc. präsentiert seine neuestes Release: The Primeridian sind zurück, mit ihrem zweiten Album über das Qualitätslabel aus Chicago. Doch ein markantes Äußeres ist nicht das einzige, was sich im Vergleich zu "Da All Nighta" geändert hat: See-Me On und Tree haben sich Race als drittes Mitglied ins Boot geholt und zudem die komplette Produktion für "Da Mornin' Afta" in die Hände von Europäern gelegt, unter denen Nicolay als der bekannteste zu erwähnen ist.

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Auffassen sollte man das Album dabei jedoch eher halb als Compilation, da an keiner Stelle besonderer Wert auf die feste Konstellation als Gruppe gelegt wird - was im Klartext heißt, dass nicht auf jedem Track jedes der drei Mitglieder zu hören ist - und da eine Vielzahl an verschiedensten geladenen Künstlern ihre Einflüsse im Gepäck hat. Gemeinsamer Nenner ist dabei ein softer Sound, der irgendwie (trotz europäischer Producer) doch zur City Of Wind und der Fahrtrichtung von All Natural passt. Unter den 13 Tracks findet man ein Intro, ein Outro und zwei Interludes, die jedoch alle musikalisch angereichert sind. Das mag auf dem Papier nach verdammt wenig aussehen, erstreckt sich dann aber doch über 42 Minuten - was bei entsprechender Qualität ja genau richtig sein kann. Mit Iomos Marad ist nur ein einziger Label-Kollege mit von der Partie, was etwas schade ist; da hätte man eher Naledge von den Kidz In The Hall streichen können. Ansonsten ist das Album in seinem Rahmen relativ facettenreich und reicht von staubigem HipHop-Purismus in "Bucktown (City Of Wind)" bis zu federweichem HipHop-Soul zum Abschalten in "Melodic Healing" oder dem an abstrakten Ostküsten-Sound erinnernden "Change The Meridian". All dies wird gut gemeistert und wirft auch einen Höhepunkt ab, nämlich den zweiten Beitrag von Nicolay, "Let's Go", in dem der Meister aus den Niederlanden einem schlichten Kopfnickergrundgerüst eine herrlich smoothe Seele einhaucht, die mit jedem Hören besser klingt.


Fazit:
The Primeridian gelingt mit "Da Mornin Afta" die Gradwanderung: trotz der vielen Gäste ist das Gesamtprodukt ein kompaktes Album. Dass dabei doch keine sehr hohe Wertung herausspringt, liegt letztendlich daran, dass die einzelnen Tracks zwar alle gut, doch fast nie herausragend sind - fast alle voneinander verschieden, doch als einzelne Produkte nicht wirklich besonders. Mit den 70% und der Tatsache, dass sie ein Album geschaffen haben, wie man es heutzutage fast nicht mehr findet, können See-Me On, Tree und Race schlussendlich trotzdem zufrieden sein. Vielleicht vermögen sie es ja beim nächsten Album, die letzten Makel auszumerzen.

Gesamtwertung: 6.8 / 10

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Mittwoch, 19. November 2008

The Mighty Underdogs - Droppin' Science Fiction

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Release-Date: 14. Oktober 2008
Label: Definitive Jux Records

Tracklist:
01. Monster
02. Hands in the Air
03. So Sad - (feat. Julian Marley & Damian Marley)
04. Gun Fight - (feat. MF Doom)
05. ILL Vacation - (feat. Lyrics Born)
06. Science Fiction
07. Laughing at You - (feat. Casual)
08. Escape - (feat. Mr. Lif & Akrobatik)
09. Doglude
10. Folks
11. UFC Remix - (feat. DJ Shadow)
12. Want You Back
13. Aye
14. WarWalk - (feat. Chali 2na, Raashan Ahmad, Tash & Zion)
15. Victorious



Nachdem sich Headnodic, Lateef und Gift Of Gab zu "The Mighty Underdogs" zusammengeschlossen haben und sich zu Beginn des Jahres mit der "Prelude" EP vorstellten, folgt nun endlich das Debütalbum "Droppin' Science Fiction". Als Label findet sich für das Super-Trio aus der Bay Area El-Ps Def Jux. Auf dem kompletten Album soll nun da weitergemacht werden, wo die EP aufgehört hat: der nicht ganz so alltäglichen Reise durch die musikalischen Sphären dieser drei Underdogs.

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Anfangen kann man wohl bestens mit "Gunfight", das als einziger Track schon auf "The Prelude" zu hören war; und mit seinem genialen Beat im Western-Anstrich mit passenden Lyrics und höchstamüsantem Video ist diese Doppelverwendung auch gerechtfertigt. Denn so sehr der Rest des Albums von Headnodic einen eigenen, frischen Sound verpasst bekommt, dieses Stück mit einem bombenstarken Doom bleibt der Exot und Höhepunkt der Platte. Das direkt folgende "ILL Vacation" swingt sich ebenfalls in die Reihe der sehr starken Tracks und unterhält zudem mit amüsanten Lyrics. Wo schon die Highlights abgehandelt werden, sei noch der einrumpelnde Opener "Monster" genannt, der Gift Of Gab steht wie maßgeschneidert, und natürlich das inoffizielle Highlight der Scheibe, das "Doglude", das als eines der witzigsten Interludes aller Zeiten in die Bücher eingehen sollte, wird hier doch mit Hundegebell "musiziert". Im Gegensatz dazu sollte man das den Klassiker von Ed O.G. und den Bulldogs pervertierende "Laughing At You" schnellstens wieder vergessen. Leider entwachsen auch dem breiten Rest keine Genialitäten mehr, sondern nur solide Stücke. Im schwer gelungenen Bereich können sich jedoch noch "Hands In The Air", "So Sad" und "Science Fiction" platzieren, während die zweite Hälfte des Albums relativ schwach aus der Wäsche guckt und zumindest am Einzug ins Langzeitgedächtnis des Hörers vorbeirauscht.


Fazit:
Rap braucht Alben wie "Droppin' Science Fiction", keine Frage. Dass man solche Alben im alternativen Flügel des Bay verdichtet antreffen kann, wird hiermit wieder einmal gezeigt. Die guten Vorsätze alleine schaffen jedoch noch keinen bahnbrechenden Underground-Classic. Je nach dem, wo man seine Erwartungen ansetzt, macht das allerdings gar nichts. Natürlich wäre hier noch weitaus mehr drin gewesen, doch die Mighty Underdogs machen auch so über fast das gesamte Album hinweg Spaß und lockern sämtliche tristen Gemüter. Fazit: nicht nur für Blackalicious oder Crown City Rockers-Fans empfehlenswert.

Gesamtwertung: 6.8 / 10

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Incise - Nobody's Story

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Release-Date: 9. September 2008
Label: Goon Trax (Japan)

Tracklist:
01. Intro
02. In Love With Two Women - (feat. The 49ers)
03. Move Rhymes - (feat. The 49ers)
04. Scorpion Tail - (feat. Need Not Worry)
05. Tock - (feat. The Stereotypes)
06. Nothing To Do
07. So Beautiful - (feat. Poems)
08. Quite Like It - (feat. Muneshine)
09. Intermission
10. Magic - (feat. Nieve)
11. Your Soul - (feat.. Skyrise (Don Cerino & Shaunise))
12. True Greatness - (feat. Tunji (of Inverse))
13. Tock-Remix- - (feat. The Stereotypes)
14. Strife - (feat. Hydroponikz & Anika)
15. Outro
16. Scorpion Tail (Inherit Remix) - (feat. Need Not Worry)



Erinnert sich noch jemand an Prince Ali? Nicht den aus Berkeley, sondern den aus Toronto, der mit der "I Miss 94"-EP in der Online-Szene so viel Lob einfahren konnte. Das Geheimnis hinter dieser EP waren die wunderbaren und völlig zeitlosen Produktionen. Diese gingen alle auf die Kappe von einem gewissen DJ Incise, der zu diesem Zeitpunkt einen Bekanntheitsgrad nahe Null genoss. Daran hat sich bis zum heutigen Tag leider nicht allzu viel geändert. Dies hindert Incise jedoch nicht daran, sein erstes Album, "Nobody's Story", zu veröffentlichen.

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Da das Album über das japanische Label Goon Trax erscheint, besteht das erste Hindernis in der Anschaffung dieses Werks. Leider ist Prince Ali hier kein einziges Mal vertreten, dafür jedoch eine ganze Palette Nonames, unter denen Nieve oder Poems schon als Größen hervorstechen - was mehr als bezeichnend sein sollte. Nun jedoch zur Musik: die ist immer noch so, wie sie sein soll - smooth und soulig. Das Schöne an diesem Album ist, dass von der ersten bis zur letzten Sekunde der Wind genau so weht, wie man ihn gerne hätte. Und das, ohne langweilig zu werden. Okay, die Atmosphäre macht keine großen Sätze, hier wird durchgehend gechillt und dabei gute Laune aus den Boxen geblasen, doch das will auch gekonnt sein. Fast noch mehr als die Bomben-Instrumentals überraschen vielleicht die Wortakrobaten, die hier durchgehend solide bis sehr gute Leistungen abliefern und keinerzeit ein Bedürfnis nach bekannten Größen aufkommen lassen. Vor allem in "Scorpion Tail", das auch sonst noch hervorzustechen weiß, überzeugt Need Not Worry mit gekonntem Story-Telling. Mit Intro und Outro sind zudem vier Instrumentals am Start, die das Geschehen einrahmen. Hier Kritik anzubringen, fällt äußerst schwer - sei es nun Poems mit einem dichten Streicher-Gewebe oder Muneshine mit "Quite Like It", welches sehr an die Prince Ali-Ep erinnert, sei es "Strife", das nur mit Gitarre auskommt oder das jazzige "True Greatness" mit Tunji aus LA: hier wird ungezwungener und eigenständiger Boom-Bap von Weltklasse betrieben.


Fazit:
Wann gab es zum letzten Mal ein Album, das von vorne bis hinten wirklich keinen einzigen langweiligen Track aufzuweisen hatte? Wann konnte Neo-Boom Bap zuletzt so überzeugen und zudem noch so kreativ klingen? Wer Incise nach der "I Miss 94"-EP schon großes Talent zusprach, der sollte dieses Album keinesfalls verpassen. Wer einfach nur auf der Suche nach dem wohl relaxtesten Album des bisherigen Jahres 2008 ist, oder wer einfach nur mal wieder reinen und kantenlosen HipHop, wie ihn die Ostküste wohl nicht mehr zustande bringt, hören will, der sollte sich die Umstände machen und sich "Nobody's Story" besorgen.

Gesamtwertung: 7.9 / 10

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Sonntag, 16. November 2008

Atari Blitzkrieg - Electric Kool-Aid Acid Test EP

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Release-Date: 7. Oktober 2008
Label: Godsendant Music

Tracklist:
01. No Kool-Aid Intro
02. Electric Kool-Aid Acid Test - (feat. John Lennon)
03. Basic
04. Zombii
05. Godisonline - (feat. Chris Paul Overall & Krohme)
06. Them! - (feat. Krohme)
07. The Lion Rests
08. Red Lyt Sho
09. Hikikomori
10. Suicide Club Chapter 1



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Atari Blitzkrieg scheint die Welt der EPs für sich lieb gewonnen zu haben. Sein Solodebüt lässt immer noch auf sich warten, doch die Extended Player werden verfeuert wie nichts. "lessthanthree" mit Krohme, "A Hand-Made Soul", "The Apex Of Excitement", "Apologies For None" und noch ausstehend "Fantastic Saturday Celebrity Hour" und "Kick, Punch, Fight, Rhyme". Zwischendrin gibt es als eine von vielen "Electric Kool-Aid Acid Test", komplett produziert von Krohme. Wo "A Hand-Made Soul" sehr soulig und abgerundet daherkommt, bietet uns diese EP das krasse Gegenteil: "EKAAT" sieht einen Krohme, der auf abstrakten Pfaden wandelt. Auchw enn hier ein Vergleich mit El-P vielleicht unangebracht sein mag, so drängt er sich in den Glanzmomenten dieses Mini-Albums durchaus auf. Schwerverdauliche Musik, die ihre Zeit braucht, um Einem ins Ohr zu gehen, dann aber hängen bleibt. Doch wir wollen nicht zu große Töne spucken: "EKAAT" ist vielmehr der Prototyp eines Styles, den Krohme noch voll entwickeln muss. Hier geht noch einiges schief. Dass Atari selbst mit seiner Stimme Geschmackssache nach dem Motto "love it or hate it" ist, sollte ebenfalls nochmals erwähnt werden. Die guten Tracks wären das in Magenhöhe rumorende "Them!", das mit John Lennon-Sample versetzte "Electric Kool Aid Acid Test", das an Gameboy-Musik à la Tetris erinnernde "Basic" oder "Suicide Club Chapter 1". Sofern man dabei Ataris Flow entzerren und über lange Strecken den Lyrics folgen kann, bekommt man auch auf dieser Ebene Gehirnnahrung, die jedoch nicht immer so anspruchsvoll ist, wie sie gerne wäre. Einen Abgrund kann man zwischen den erwähnten gelungenen Tracks und gewissen anderen finden: allen voran "Red Lyt Sho", dem man mit lästigem Beat und nicht anhörbarer Hook absolut nichts Positives abgewinnen kann. Ähnliches gilt auch für "Zombii". Im Endeffekt ist "Electric Kool-Aid Acid Test" also eine weitere, durchaus interessante Seite von Atari Blitzkrieg, die Potential hat, an der allerdings noch gefeilt werden muss.


Gesamtwertung: 5.8 / 10

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DJ Babu - Duck Season Vol. 3

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Release-Date: 28. Oktober 2008
Label: Nature Sounds / Groove Attack

Tracklist:
01. DS3 Intro - (feat. Dilated Peoples)
02. Dearly Departed - (feat. M.O.P.)
03. Fan Mail - (feat. Little Brother, Joe Scudda, & D-Brock)
04. The Unexpected - (feat. MF Doom & Sean Price)
05. Frozen - (feat. Guilty Simpson)
06. East West Connection - (feat. A.G.)
07. My Opinion - (feat. Bishop Lamont)
08. 2 Feet - (feat. Kardinal Offishall & Rakaa Iriscience)
09. Black & Brown Army - (feat. Chace Infinite & Sick Jacken)
10. Graveyardshiftin - (feat. Cali Agents & Roc Marciano)
11. For Whatever It's Worth - (feat. Evidence)
12. It's A New Day - (feat. M.E.D.)
13. O.G. - (feat. Strong Arm Steady)
14. Guns Gon' Blow - (feat. Termanology)
15. That Ain't Gangsta - (feat. Likwit Junkies)
16. Meant To Be - (feat. Roc C & Oh No)
17. SBX2LAX2OX - (feat. Wildchild & Percee P)
18. Ahead Of My Time - (feat. Niko)



Im Line-Up der bedeutendsten DJs der amerikanischen Szene darf einer nicht fehlen: Babu. Doch nicht nur das, auch dem durchschnittlichen Rap-Hörer sollte der Mann ein Begriff sein - sei es nun von den Beat Junkies oder den Dilated Peoples. Im Jahre 2008 schließlich tut Babu sich mit Nature Sounds zusammen, um aus dem dritten Teil der "Duck Season"-Jagd ein offizielles Album zu machen, das ganz im Stil der so beliebten Producer-Alben eine gesunde Anzahl an Gästen auffährt.

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Doch neben einigen, im Bezug zu Babu ungewohnten Namen ist ein großer Teil der hier vertretenen Namen aus der weiteren Familie - Dilated Peoples oder weitere Westcoast-Kollegen, vornehmlich von Stones Throw. Unnötig zu erwähnen, dass Babu jeden Track selbst produziert. Besondere Erwartungen durfte man wohl vor allem in die nicht alltäglichen Zusammenarbeiten legen, unter denen gleich zu Beginn "Dearly Departed" Vollgas gibt, wobei Fame und Danze alias M.O.P. vor allem von dem passenden Sound profitieren, den ihnen Babu auf den Leib schneidert. Eine Kollabo zwischen MF Doom und Sean Price ist ebenfalls etwas Neues; und auch hier passt sich Babu den Umständen an und variiert seinen Beat leicht ins Doom-alike Milieu, während auch Ruck mit dem richtigen Fuß aufgestanden zu sein scheint. Auch Bronx-Abgeordneter A.G. bekommt ein Glanzstück eines Beats ab, was der D.I.T.C.-ler natürlich zu schätzen weiß. Die Zusammentreffen mit Bishop Lamont und Kardinal Offishall laufen dagegen allerdings eher kühl ab. Das macht jedoch nichts, denn die altbewährten Zugpferde sind ja auch noch mit von der Partie: Evidences "Forever It's Worth" unterstützt den Mr Slow Flow aufs kräftigste, während dem Dreieck Los Angeles, South Bronx, Oxnard ein richtiges Juwel entspringt, in dem sich die ausgesprochene Harmonie zwischen Wildchild und dem Rhyme Inspector zeigt. Den absoluten Höhepunkt bekommen wir allerdings vom allgegenwärtigen Termanology eingeschenkt, der diesmal den Jackpot knackt und einen Bomben-Beat abbekommt. In "Guns Gon' Blow" setzt sich Babu an das Klavier im imaginären Saloon um die Ecke und sorgt für einen Ohrwurm erster Güteklasse. Dem Rest des Albums entspringen, in Tracks wie "Fan Mail" mit einem obligatorischen Auftritt einer Justus League-Delegation, zwar keine wirklichen Highlights mehr, allerdings wird das Niveau konstant auf einem guten und respektablen Level gehalten.


Fazit:
Mit "Duck Season Vol. 3" untermauert Babu seine Stellung nicht nur im DJ-, sondern auch im Producer-Business. In der Fülle an Producer-Alben, die im Herbst 2008 veröffentlicht wurden, ist ihm außerdem ein Top-Platz sicher. Das liegt daran, dass "Duck Season Vol. 3" im Gegensatz zu vielen anderen Artgenossen aus einem Guss ist und somit die Bezeichnung "Album" auch verdient hat. Mit dieser Platte zeigt sich, dass Producer-Alben durchaus ihre Berechtigung haben - es sollte dann jedoch auch ein fähiger Schmied an der Schmiede stehen - wie zum Beispiel DJ Babu.

Gesamtwertung: 7.3 / 10

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Samstag, 15. November 2008

Ill Bill - The Hour Of Reprisal

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Release-Date: 16. September 2008
Label: Uncle Howie Records / Fat Beats Records

Tracklist:
01. Babylon - (feat. Howard Jones)
02. Doomsday Was Written In An Alien Bible
03. Trust Nobody
04. A Bullet Never Lies - (feat. Vinnie Paz)
05. White Nigger
06. My Uncle
07. Riya - (feat. HR & Darryl Jenifer)
08. War Is My Destiny - (feat. Immortal Technique & Max Cavalera)
09. Society Is Brainwashed
10. This Is Who I Am
11. Too Young - (feat. HERO & Slaine)
12. Pain Gang - (feat. B-Real & Everlast)
13. U.B.S. (The Unauthorized Biography of Slayer)
14. Coka Moshiach - (feat. Raekwon)
15. The Most Dangerous Weapon Alive
16. Soap
17. I'm A Goon
18. Only Time Will Tell - (feat. Necro, Tech N9ne & Everlast)



Ganze vier Jahre hat sich Ill Bill mit seinem offiziellen zweiten Album Zeit gelassen. Mit dem Street-Album "Black Metal", einer Großzahl an Feature-Auftritten in aller Herren Alben und seiner unermüdlichen Arbeit als Producer hat er jedoch dafür gesorgt, dass sein Name nahezu allgegenwärtig bleibt. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an "The Hour Of Reprisal", in dem der voluminöse William Braunstein 17 neue Tracks auf die Welt loslässt. Als Label findet sich letztendlich Fat Beats.

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Da nicht nur durch Gastproduktionen eine Annäherung an den Sound der zuletzt leicht schwächelnden Army Of The Pharaohs-Clique zu beobachten war, waren gewisse Zweifel durchaus berechtigt. Doch es gibt nunmal einen Unterschied zwischen einem AOTP-Vasallen und dem Ober-Goon himself. So gönnt sich Bill gute 50% an Beats von anderen Producern, während er den Rest, teilweise zusammen mit dem dänischen Sicknature (dieses Duo hat sich ja schon des Öfteren bewährt), selbst übernommen wird. Und wer Ill Bill wollte, der bekommt ihn mit diesem Album auch. Von vorne bis hinten zeigt sich das Album (größtenteils) immun gegen aktuelle Einflüsse. Natürlich ist der Premo-Beitrag in "Society Is Brainwashed" ein Beat im vom Meister gewohnten Style, bekommt durch Bill jedoch eine eigene Note aufgesetzt. Die restlichen Instrumentals pendeln zwischen BoomBap-Grundaufbau, glücklicherweise nie Überhand gewinnenden Metal-Einflüssen und gut auf Ill Bill zugeschnittenen Styles der Gastproducer, wie beispielsweise von Bruder Necro oder DJ Muggs. Mit seinem kräftigen Stimmorgan wettert Ill Bill dabei mit Leichtigkeit jeglicher Art von Beat entgegen und bleibt somit Herr im Ring. Auch die Gäste sind nicht zu zahlreich gewählt und passen im besten Fall - nämlich beim Auftritt vom Wu-Tang-Koch Raekwon - wie die Faust aufs Auge. So sehr man den Sinn der Texte in der Vorab-Single "White Nigger" in Frage stellen kann bzw. muss, auch dieser Song findet seinen Weg in die Gehörgänge. Noch hervorzuheben sind erstens das düstere "Doomsday Was Written In An Alien Bible", das allein schon aufgrund seines Titels hörenswert ist, und zweitens das monumentale "War Is My Destiny", in dem Soulfly-Frontmann Max Cavalera gegen den Bund aus Ill Bill und dem höllisch wütenden Immortal Technique anschreit, während eine Streicher- und Chor-Armada nicht weniger als die Apokalypse vertont.


Fazit:
Schlussendlich kann man Ill Bill zugute halten, dass auf "The Hour Of Reprisal" fast immer der richtige Ton getroffen wird - und das in einer für Uncle Howie-Verhältnisse respektablen Variationsspanne. Die Zahl der mittelmäßigen bis langweiligen Tracks hält sich im absolut vertretbaren Bereich und auch sonst fällt einem resümierend nicht viel Negatives auf. Im schwachen Herbst 2008 hat sich dieses Album definitiv eine Erwähnung verdient und sollte nicht nur die Uncle Howie-Fans zufrieden stellen. Die letzte Weisheit sei nun allerdings dem Protagonisten selbst überlassen: "You can't kill Bill, that was a movie!!".

Gesamtwertung: 7.0 / 10

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Diamond D - The Huge Hefner Chronicles

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Release-Date: 7. Oktober 2008
Label: Babygrande Records

Tracklist:
01. Intro - (feat. Fat Joe)
02. Can't Be Me
03. D-I-A-M-O-N-D
04. Don't Beg
05. Baby - (feat. Jawz Of Life)
06. Good Tyme - (feat. Blake Carrington)
07. I Getz It In
08. Get Up
09. It'll Be Alright - (feat. Novel)
10. When Ur Hot Ur Hot - (feat. Sadat X & Stacy Epps)
11. I Wanna Leave - (feat. Crawfish)
12. Bad / Good



Die Ostküste und speziell New York hat schon unzählige Geschichten von Künstlern geschrieben, die ganz oben schwammen, um dann unbeachtet zu versinken. Dieses Schicksal musste wohl selten ein ganzes Kollektiv so schwer ertragen wie die Jungs von D.I.T.C.. Gelten die inzwischen über ein Dutzend Jahre alten Releases alle als sehr gute bis classic-angehauchte Werke, so ist heutzutage das krasse Gegenteil zu beobachten: Big L tot, Fat Joe mental tot, der Rest versunken oder in musikalischer Minderwertigkeit strampelnd. Auch Diamond D, ein Paradebeispiel für eine Halblegende, scheint es so zu ergehen. Da auch er der Ansicht ist, der Welt noch ein Album hinterlassen zu müssen, hüpft er in den Riesen-Pool namens Babygrande und veröffentlicht "The Huge Hefner Chronicles".

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Primär drängt sich die Frage auf, was einem das nicht unpassender gestaltbare "Money-Cars-Hoes"-Cover sagen will - denn primär wird dieses Cover allerhöchstens jene HipHop-Heads, die sich eventuell zu einem Kauf erbarmen könnten, verschrecken. Vielleicht besitzt Diamond D ja auch so viel Anstand, seine Fans mit dem Cover vorzuwarnen - denn "The Huge Hefner Chronicles" ist beileibe nichts, was man gehört haben muss. Die 35 Minuten sind einzuteilen in wenige Versuche, richtigen HipHop auf die Beine zu stellen und äußerst softe Nummern mit Soul-Einflüssen. Überraschenderweise findet man gerade in der zweiten Kategorie die wenigen guten Songs der Platte. Das gekonnt smoothe "Baby" versprüht so viel Atmosphäre wie sonst kein Track des Albums. In ähnliche Richtung steuern die Illmind-Produktion "Don't Beg", ebenso wie "I'll Be Alright". Im Positiven darf noch "Bad / Good" erwähnt werden, das als relaxte Ausstiegsnummer eine sehr gute Figur macht. Der Rest allerdings ist, was bei einer solch kurzen Spielzeit mehr als fatal ist, Füllmaterial. Sei es nun das anstrengend klimpernde "D-I-A-M-O-N-D", das nach Abklatsch stinkende "I Getz It In" oder das unhörbare "Good Tymes", mit diesen Songs wird äußerst anschaulich vorgeführt, wo die Probleme der Ostküste liegen.


Fazit:
Herauszufinden. wo genau die Wurzeln des riesigen Problembaums liegen, an dem Kerle wie Diamond D baumeln, würde wohl den hiesigen Rahmen sprengen. Tatsache ist, dass anstelle von Alben, die einen Sound praktizierten, bei dem nicht mehr viel falsch gemacht werden konnte, heutzutage ein Überschuss an halbgarem, orientierungslosem Mittelmaß vorherrscht, für dessen weitläufige Beseitigung kein Lösungsansatz in Sicht ist. So gesehen ist Diamond D und sind D.I.T.C. also nicht allein. Dass ihnen hiermit der musikalische Niedergang in Form von absolutem Innovationsstillstand auf inakzeptablem Niveau bevorsteht (oder schon vonstatten geht), sollte den Diamond Ds dieser Rap-Welt jedoch schleunigst bewusst werden. Und dafür gerät "The Huge Hefner Chronicles" in seiner Bedeutungslosigkeit sogar noch relativ hörbar.

Gesamtwertung: 5.2 / 10

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Dienstag, 11. November 2008

Big Shug - Otherside Of The Game

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Release-Date: 4. November 2008
Label: Traffic Entertainment

Tracklist:
01. Intro
02. Soundcheck
03. When I Strike
04. What it Means - (feat. Billy Danze of M.O.P. & Frankie Wainwright)
05. Like A Muhfucka
06. Murdapan
07. 123 Bang - (feat. Bumpy Knuckles & Hectic)
08. Bring It Back
09. My Boston - (feat. Termanology & Singapore Kane)
10. Better
11. Lonely Heart
12. The Meaning Of Hardcore
13. Protection
14. Militant Soldiers II - (feat. Blaq Poet & Singapore Kane)
15. Keep Calling Me
16. Young Death



Big Shug ist (schon wieder) zurück. Innerhalb von 3 Jahren kommt nun das dritte Album des Schwergewichtes aus Boston. Bekannt geworden durch die Gang Starr Foundation, ist es kein Wunder dass sich auf "Otherside Of The Game" Namen wie Freddie Foxxx, Blaq Poet, Billy D oder die Lokalkollegen Termanology und Singapore Kane finden. Auch bei der Produktion setzt Shug weiterhin auf die altbekannten Namen. Somit blüht einem mit diesem Album die nahtlose Fortsetzung an "Street Champ".

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Und das heißt im Klartext: "Auf-die-Fresse"-Punchlines mit unverbesserlichem und altbewährtem Street-Sound. Beachtenswerte vier Beiträge gibt es diesmal von DJ Premier zu vermelden, während MoSS zugunsten von anderen Beatbastlern kürzer tritt. Auch wenn beim Betrachten das dahingeschissenen Covers wenig Motivation aufkommt, klinkt man sich also ein und startet mit zwei Premo-Tracks, die eine so felsenfeste Grundierung legen, dass man keinen Zweifel daran hegt, dass Mr. Premier auch noch in 50 Jahren genau dieselben Beats zimmern wird. Darüber rumpelt im "Soundcheck" noch ein Big Shug als wäre es 1998. Big Shug's Delivery ist weder anmutig, schnell, noch technisch hochwertig. Doch wenn dieser Herr einmal zuschlägt, dann gründlich - Shug ist wie Freddie Foxxx, nur ohne die Comedy-reifen Rhymes - und tortzdem nimmt man ihn beim Wort. Dazu bedarf es natürlich noch des richtigen Sounds - der hier gegeben ist und das Äquivalent zu Shuggys Raps darstellt. Im Endeffekt ist man immer unterhalten, meist mehr und manchmal weniger gut. Während man bei "Bring It Back" mit Schlagstock-Drums traktiert wird und keine andere Wahl als Kopfnicken hat, schleichen sich mit Tracks wie "Murdapan" einige wenige Langweiler ein. Der einzige Abschuss auf dem Album ist "123 Bang", dessen Hook sich glatt zur Dämlichtkeit des Jahres bewerben könnte und bei dem auch ein herrlicher Part von Bumpy nichts mehr rettet.


Fazit:
In einer Zeit, in der immer mehr Künstler mit dem Kopf voraus in ein Planschbecken aus abstruser Experimentierfreude oder euphorischer "Bring Real HipHop Back"-Slogans springen, ist es sicherlich nicht falsch, wenn Artists wie Shug unverändert bei dem verweilen, wofür sie geschätzt werden - und somit gar nichts zurückzubringen haben. Dieses Album ist weder eine Offenbarung noch ist es innovativ oder in sonstiger Weise "neu". Doch das hat sicher niemand von Big Shug erwartet. Was man erwarten konnte, war genau das, was "Otherside Of The Game" auch bietet - schnörkellosen Street-Sound ohne jegliche Verwässerungen, von denen dieses Album gänzlich verschont bleibt und was es letztendlich auch über den Sumpf der vielen anderen Alben hebt.

Gesamtwertung: 6.8 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Ruste Juxx - Indestructible

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 28. Oktober 2008
Label: Duck Down Records

Tracklist:
01. Wipe Off Ya Smile - (feat. Blaze)
02. System On Blast - (feat. Reek)
03. Get Up - (feat. Lil' Vic)
04. Machine Gun Skunk - (feat. Jahdan)
05. Grave Digga
06. Morge Truck
07. Let Me In
08. Pimpin Ya Wife
09. To All My Enemies
10. Duck Down!
11. Homicide Niggaz - (feat. Reek)
12. Love Is Worth Waiting For
13. Blaze Freestyle Interlude
14. Blaze My Fire - (feat. L.A.W.)
15. Optimistic




Der Name Ruste Juxx sollte jedem Ostküsten-Fan, wohl meist eher unbewusst als bewusst, schon mal unter Augen oder Ohren gekommen sein. Zur Erinnerung: wir sprechen hier vom wohl bekanntesten Kerl aus dem Duck Down Lager nach den großen Acht, der mit anderen Acts wie den Representativz ein bis jetzt relativ unbeachtetes Rap-Leben führte, dabei jedoch alles andere als ein Neuling ist. Das eigene Soloalbum "Indestructible" wurde schon lange angekündigt und kommt nun auch endlich in die Läden - natürlich über Duck Down.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Wenn nicht schon auf dem zweiten Heltah Skeltah Album, dann sollten spätestens die Auftritte in "Spliff-N-Wessun" und "Slap Boxing" von "Monkey Barz" ein schlagendes Argument dafür sein, dass dieses Album eine Veröffentlichungsberechtigung hat. Extrem schwach ist dabei allerdings das Cover, das im besten "Jedi Mind Tricks Presents"-Style die Sean P-Keule zu Werbezwecken schwingt. Unverzeihlich die Tatsache, dass Ruck gleich noch auf dem Cover den Mastermind im Hintergrund spielt. Dabei ist er auf dem Album kein einziges Mal zu hören. Denn musikalisch setzt Ruste auf Eigenständigkeit. Paradox? Ja, allerdings. Was hat "Indestructible" denn nun zu bieten? Das fragt man sich nach dem ersten Durchhören immer noch. Schon der Beginn wirft man dem Hörer ohne großes Intro einen mittelmäßigen Black Milk-Beat vor die Füße, während Ruste dem ganzen noch eine unangenehme Hook mit Gunshot-Nachahmungen aufsetzt. Der zweite BM-Beat "Duck Down!" verläuft da weitaus erfreulicher und liefert den knüppelharten Untersatz, der Juxx am besten steht. Auch PF Cuttin kommt nach dem soliden "System On Blast" erst mit seinem zweiten Beitrag richtig in Fahrt: "Get Up" stellt den einzigen wirklichen Höhepunkt der Scheibe dar und kann durch kompromisslose Furztrockenheit begeistern, auf die sogar die halbe Portion in Form von Lil' Vic ins Bild passt. Bis auf "Homicide Niggas" verläuft der Rest des Albums dann allerdings im Sand, und zwar so unspektakulär, dass hier weitere Ausführungen vollkommen überflüssig sind.


Fazit:
Da Rustes Battle-Raps bei weitem nicht die Autorität eines Rock oder die witzigen Abgedrehtheiten eines Ruck aufweisen, wird in dieser Hinsicht nicht viel herausgeholt - Vic Flair flowt fröhlich vor sich hin, mehr aber auch nicht. Die Beats stecken meist irgendwo im antikreativen Ostküstenmotivationsloch und verbauen aufkommende Hochgefühle beim Hörer. Da Juxx selbst noch ein glückliches Händchen beim Verschandeln von Hooks beweist, gerät "Indestructible" absolut nicht zu dem Album, das man sich vielleicht gewünscht hat, sondern versinkt mit einem einzigen Highlight sang- und klanglos im weiten Meer der durchschnittlichen Releases der Jetztzeit.

Gesamtwertung: 5.2 / 10

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