Mittwoch, 31. Oktober 2007

Sicknature - Honey I'm Home


Tracklist:
1. Intro
2. As Sick As It Gets
3. Shootin' The Breeze
4. Bring Back The Raw Hiphop feat. Q-Unique & Ill Bill
5. Zoom In feat. Invocator
6. Really Really
7. Never Say Never At All feat. Slaine
8. Cycle feat. Dialek
9. They Don't Know feat. Punchline & HAPH
10. The Brain Wash feat. Capione
11. Expression Of Words feat. A-Quil
12. Room Of The Past

Release: 9. Oktober 2007
Label: Not On Label



Sicknature stammt aus Dänemark und wirft mit "Honey I'm Home" sein erstes Album auf den Markt, auf dem er sowohl alle Tracks produziert, als auch selbst das Mic in die Hand nimmt. Hip Hop-Heads dürfte der Mann höchstens von diversen Produktionen mit Ill Bill, beispielsweise auf dessen Black Metal Album, oder dem Army Of The Pharaohs Sophomore Release, bekannt sein. Doch sein geringer Bekanntheitsgrad sollte nicht abschreckend wirken, steht dieses Album doch unter dem Motto: Bring back the raw Hip Hop.

Im kurzen Intro wird auch genau dieses Motto gepredigt. "With the world being nearly as sick as is gets, reflectin its illness to people in it; it can be hard to know who is truthful and who is just shootin' the breeze. Some use the sickness to stand out, and instead of following the system, they bring back the raw Hip Hop". Und so beginnt Sicknature dann auch sein Album. Pompös schiebt sich das massige "As sick as it gets" dem Hörer entgegen. Sicknature mag zwar kein herausragender Rapper sein, doch er erweist sich seinen Produktionen als mindestens würdig, kann er doch auf ein größeres Reim-Talent als so mancher US-Rapper stolz sein.
Gemäß einer Treppe steigert sich das Album jetzt erst mal, "Shootin' the breeze" kann dank dem Charme, den das Sample verbreitet, sofort begeistern. Das entspricht voll und ganz dem angekündigten guten HipHop. Doch für das, was Sicknature dann aus seiner Wunderkiste, zieht, sollte man sich fest in seinen Sitz schnallen. Der tragende Song des Albums, "Bring back the raw Hip Hop" ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Monstrum. Dramatische Streicher entfachen einen Sturm aus Schallwellen, der smätliche Gehörgänge, die in seinen Einzugsbereich kommen, niedermäht. Und dazu lädt sich Sicknature zwei der feinsten Underground-Spitter aus dem Rotten Apple ein. Arsonist Q-Unique und Ill Bill. Und vor allem ersterer haut einen phänomenalen Part hin. "My identity is decorated with Rock Steady credentials, Zulu infinity lessons, droppin' heavy essentials / I was born and raised on the pioneers, while the Old School for some doesn't stretch for five years / Truly the last of a dying breed, the Messiah of Hip Hop, comin' to save those who cry in need / Hip Hop needs me, like I need a gun in my waist, like George Bush needs to get punshed in his face". Bombastisches Stück.
Leider bekommt man anschließend zu spüren, dass Sicknature zu viel mit Ill Bill abhängt, "Zoom" ist ein schwerverdaulicher Metal-Track, dem Hip Hop Fans wohl nicht viel abgewinnen können. Glücklicherweise bleibt dieser Track aber allein auf diesem Album, der Rest belässt es bei richtigem Rap. Da wäre zum Beispiel das durchschnittliche "Really really", das man sich als Verschmerzung des vorangegangenen Tracks sehr gut anhören kann. Sofern Sicknature dann jedoch namenhafte Gäste featured, steigert sich auch seine Musik. Auf "Never say never at all" gibt es Slaine, sowohl bekannt aus dem Boston-Trio Special Teamz als auch aus Ill Bill's La Coka Nostra-Truppe, zu hören. Der solide Beat wird im Refrain mit Fanfaren und Streichern wieder sehr gekonnt in Sicknature's "Raw Hip Hop"-Ecke gelenkt.
Nächste Nummer ist nichts übermäßiges, doch solider Boom Bap ist "Cycle" allemal. Weitaus besser ist dann ein mit Voice-Sample versehenes "They don't know", bei dem auch wieder bekannter Besuch in Person von Punchline und Half Dead (von den Ranjahz) zugegen ist. Richtig melodische Kost bekommt man auf "The brain wash", in dem sich zu schweren Drums weibliche Chor-Gesänge mit einer Geigen-Melodie vereinen, zu der es neben Sicknature noch den ebenfalls Kopenhagen-stämmigen Capione zu hören gibt, welcher eine gute Figur macht.
Für "Expressions of words" packt Sicknature sein Piano aus, während A-Quil auf die schwermütige Stimmung philosophiert. "Let's take a break from the club music, and concentrate on the world our words influenced". Der letzte Track schließlich hört sich, sofern man das bei seinen wenigen Erzeugnissen behaupten kann, sehr typisch nach Sicknature an (Eine gewissen Ähnlichkeit zu "Soldiers of fortune" vom Black Metal Album ist nicht zu leugnen). Doch das ist nicht negativ zu sehen, "Room of the past" bildet einen gelungenen Abschluss.


Fazit:
Ein Über-Track, 2-3 Kracher, und bis auf einen Aussetzer ein solider Grundbau, das ist die Bilanz von Sicknature's Debut. Sicherlich kein "underrated classic", doch eine sehr starke Vorstellung, die er der Rap-Welt mit "Honey I'm Home" bietet. macht ganz eindeutig Hunger auf mehr.

Gesamtwertung: 7.3 / 10

Pop Da Brown Hornet - The Undaground Emperor


Tracklist:
01 Undaground Emperor / Intro feat Taneese
02 Follow Me Up feat Down Low Recka
03 One Shot Deal feat No Smiles & Trife Da God
04 Endangered Species feat Smoke
05 Wantz & Needs
06 I'm Soooo
07 Follow Me Up [Marley Marl Remix] feat Rubbabandz
08 Hold Ground feat DeLouie
09 Sun Neva Chill
10 No More Mr. Nice Guy feat Smoke
11 Stand Up feat Chauncey Hannibal
12 Black on Black Crime

Release: 12. September 2000
Label:
MCA



Pop Da Brown Hornet gehört zum erweiterten Umkreis des Wu-Tang Clans, und da er Ghostface's Cousin ist, ist das auch verständlich. Außerdem gehört er zur Staten Island Rap-Formation GP Wu. Er war der erste dieser Gruppe, der, im Jahr 2000, ein Solo-Album veröffentlichte, nämlich "The Undaground Emperor".

Auf einem recht verhaltenen Intro gibt Pop seinen Einstieg, bei dem sich sofort seine angenehme Stimme und sein sauberer Flow bemerkbar machen. "Duck 4 cover , deep from the under, it's the Undaground Empereror, rugged style inventa" wird er von Taneese vorgestellt. Was dieses Album auszeichnet, ist, dass es ganz und gar nicht im typischen Wu-Style gehalten ist. Pop sieht sich selbst auch nicht als direkter Affiliate des Clans, und so packt er auch unvermuteten Sound auf dieses Album. Nicht unbedingt Party-Tracks, doch straight nach vorne abgehende Kopfnicker sind hier ebenso zu finden wie R&B-angehauchtes Material und, natürlich, ein paar ordentliche Street-Banger.
Track #2, "Follow me up", gehört definitiv in Kategorie 1. Der synthiemäßig orgelnde Beat von RNS ist ein voller Erfolg, mit diesem Kracher ist man Pop schon mals sehr gut gesinnt. "Let me tell ya somethin, don't fall for the foolery / Hip hop ain't live like it used it be, one step from the eulogy / The future looks promisin though, got team reunited / And god rising, GP's set to blow", so GP Wu-Partner Down Low Recka in seinem Part.
Das Album macht gleich mit der nächsten Granate weiter. Das Instrumental hört sich ähnlich wie das des Tracks zuvor an, doch das Tempo wird rausgenommen um einen Track der Kategorie Street-Banger zu schaffen, für den Phat Ron verantwortlich ist. Dazu stehen mit Pop 2 Member von T.M.F., nämlich Trife Da God und No Smiles, am Mic. Diese beiden können dank ihrer markanten Stimmen beide einen bleibenden Eindruck hinterlassen, was den "One shot deal" noch hörenswerter macht."You got one shot; one shot, one at a time man, don't be floodin the mic".
Für den nächsten Track packt Pop eine gehörige Portion Selbstbewusstsein aus. "Look up the word MC / And see a picture of me / Loungin wit a blunt in my mouth / Callin shots in your house / layin up in your couch / Gettin served like a king / Black Caesar wit the pinkie ring". Der Beat dazu zeigt sich entspannt, jedoch auch etwas eintönig. Doch es folgt schon der nächste Kracher, auf "Wantz & needs" stellt Pop zu einem feinen Beat immer wieder die Frage: "What you want?", um darauf zahllose Antworten zu erwidern. "Tell me is it love or lust?".
Bester Track des Albums ist ganz ohne Zweifel "I'm sooo...", eine Bombe vor dem Herrn. RNS schustert einen temporeichen Beat-Stiefel, der andere Producer neidisch machen sollte. "I'm Pop Da Brown Bomber, who the fuck are you? / Nobody worth acknowledgin, that's why you stay anonymous / I stay in the spotlight, they declare I'm marvelous / Who am I to disagree, please them sexually / Love them mentally, he was meant to be". Solche Rhymes kann sich Pop erlauben, denn erst ist der "Brother number one from out the 5th Borough, baby".
Der "Follow me up Remix" mit einem Beat von Marley Marl kommt leider in keinster Weise an das Original heran, und das R&B-geschwängerte "Hold ground" ist für den durchschnittlichen HipHop-Fan auch nur Mittelmaß. Doch mit "Sun neva chill" gibt es anschließend einen soliden East-Coast-Track, auf den das ruhige und jazzy "No more Mr. Nice Guy" folgt. Blackstreet-Sänger Chauncey Hannibal gibt eine schmalzige Hook für "Stand up" zum besten, was dem ansonsten sehr gelungenen Track einen etwas bitteren Beigeschmack mitgibt. Doch glücklicherweise ist der letzte Track nochmal EastCoast pur, raw durch und durch. Im ersten Verse von "Black on black crime" werden die sozialen Missstände angeprangert: "I'm not sure no more, constant war / What's it all for? everybody out here poor / Niggas cuttin throat, got crack heads sellin soap / Little shorties down the block, pushin dope and coke / Try and make it out the ghetto, where you gon run to?", während in Verse 2 Pop's einleitender Gedanke näher ausgeführt wird: "If I had one wish, every black man would be rich". So hat ein guter Ausstieg zu klingen.


Fazit:
Etwas schade, dass das Album in der zweiten Hälfte erhablich absackt. Letztendlich bleibt aber immer noch ein recht abwechslungsreiches Albums, das man nicht alle Tage findet, bei dem Pop Da Brown Hornet sein Reimtalent unter Beweis stellt, und das auch sonst nicht nur für Eastcoast Fans zu empfehlen ist.

Gesamtwerrtung: 7.6 / 10

Dienstag, 30. Oktober 2007

Dev Rocka - The Night Shift


Tracklist:
01. Intro Ft. Kawshen
02. Us Against The World Ft. Mr. Eon & Charon Don
03. Relax Ft. Maylay Sparks
04. Slum Hustler Ft. State Store
05. Sky High Ft. Chief Kamachi
06. Say What? Ft. Charon Don
07. Dutches & Phillies Ft. NY Rhyme Exchange & Reef The Lost Cauze
08. Curtains Ft. Planet Asia & Reef The Lost Cauze
09. Hood S*%t Ft. Broady Boy Ace
10. Rap Circus Ft. Kawshen, Krumbsnatcha, Broady Boy Ace
11. Observers Ft. Charon Don & Killah Priest
12. Ain't No Holding Back Ft. Granz
13. Vocab & Knowledge Ft. Drac, Mic Wrecka, Madman, Broady Boy Ace
14. In The End Ft. Reef The Lost Cauze
15. Captivating Instrumental

Release: 25. September 2007
Label: Good Hands



Dev Rocka ist ein Producer aus Philadelphia, und bis zu dieser Platte ein recht unbeschriebenes Blatt. "The Night Shift" ist eines von vielen Producer-Alben aus dem Jahre 2007, und doch ist es etwas anders als der Rest. Es ist nämlich sicherlich das Album, das am wenigsten Beachtung finden wird. Und das, trotz Auftritten von gestandenen Größen wie Killah Priest, Krumbsnatcha, Chief Kamachi, Reef The Lost Cauze, Planet Asia oder Mr. Eon.

Was den Sound betrifft, so gibt es hier nichts als feinste Ostküste. Nicht zu aggressiv, sondern astreiner Straßen-Flavour, trist und trostlos und trotzdem äußerst hörenswert. Dies ist auch kein Album, das man 10 Jahre älter schätzt als es ist. Tracks wie "Sky high", bei dem Chief Kamachi in gewohnt düsterer Weise seine Raps ablässt, klingen durchaus zeitgemäß, und haben trotzdem diesen Belag, für den die Fans die Ostküste lieben bzw. geliebt haben. Dev Rocka bringt verschiedenste Instrumente, verschiedenste Samples zum Einsatz, und stimmt sie auf seine Gäste ab. So startet der Opener "Us against the world" beispielsweise in ähnlich düsteren Gefilden wie das schon genannte "Sky high", wohingegen "Relax" dem Hörer einfach nur schöne Sample-Klänge auf einen lockeren Beat verkauft, was mindestens genauso gut klingt; zusammengefasst: einfach relaxed.
Abstrakte Sound-Gebile wie in "Rap circus" treffen auf melodische Stücke wie das "Captivating" Instrumental ganz zum Ende des Albums. Zwischendurch dürfen natürlich die klar strukturierten Bretter nicht fehlen, wozu "Say what?", bei dem Charon Don einen seiner drei guten Auftritte auf dem Album hinlegt, das Hörner-getriebene "Dutches & phillies", in dem Reef bärenstark den Hörer überrolt oder der Represent-Track "Hood shit", gehören.
Doch seine besten Momente hat das Album bei den ernsten Nummern. "Curtains" kann mit Planet Asia sogar einen Gast von der Westküste aufweisen, der zusammen mit Reef The Lost Cauze seine Rhymes auf einen Beat spittet, der sich wie ein trüber Novembertag anhört. Simple Piano-Line und eine Horde von Scratches, Cuts & Samples. Noch stärker ertönt zum Ende hin Reef's "In the end" mit seinen unsäglich schwermütigen Streichern.
Ganz klar der beste Track des Album is das von dramatischen Streichern geführte "Observers", das mit Killah Priest und Charon Don zwei ausgezeichnete Rapper abgekriegt hat, und ebenso den besten Beat des Albums. "Homey left with the best get with it, before it's too late / I can either lose faith or choose to wait / Cause the new debate is who will choose your fate / And poor people don't make the desicion, poor people just hate to be livin'" (Charon Don).
Letztendlich wären noch 2 Tracks zu erwähnen, sowohl "Ain't no holding back" als auch "Vocab & knowledge" überzeugen mit ihren recht minimalistischen Beats, und vor allem letzterer Track kann mit einer wunderbar ironischen Message im Refrain aufwarten: "In case you hadn't noticed / Somehow it's uncool to sound like you know what you're talking about / It's like, it's aight to, stay swayin' / Idon'tknow, yahmean, whatareyousayin?".

Fazit:
Wenn rapreviews zu diesem Album sagt: "[The Night Shift] is destined to be regarded as an underrated classic in ten years.", dann kann man dem nur zustimmen. Denn dieses Album hat bis jetzt und wird auch nicht viel Beachtung finden, obwohl es sicherlich zu den besten Producer-Alben dieses Jahr zu zählen ist. Eigentlich ein Muss für jeden, dem guter East-Coast-HipHop zusagt.

Gesamtwertung: 8.5 / 10

Gang Starr - Moment Of Truth


Tracklist:
1. You Know My Steez
2. Robbin Hood Theory
3. Work
4. Royalty feat. K-Ci & JoJo
5. Above The Clouds feat. Inspectah Deck
6. JFK 2 Lax
7. It'z A Set Up feat. Hannibal Stax
8. Moment Of Truth
9. B.I. Vs. Friendship feat. M.O.P.
10. The Millitia feat. Big Shug & Freddie Foxxx
11. The Rep Grows Bigga
12. What I'm Here 4
13. She Knows What She Wantz
14. New York Straight Talk
15. My Advice 2 You
16. Make ´Em Pay feat. Krumbsnatcha
17. The Mall feat. G. Dep & Shiggy Sha
18. Betrayal feat Scarface
19. Next Time
20. In Memory Of...

Release: 31. März 1998
Label: Virgin Records



"Moment Of Truth" ist das fünfte Album des Duos Gang Starr. Dass DJ Premier und Guru eines der besten und das beständigste 1MC/1DJ-Gespann sind, müssen sie nicht mehr beweisen. Doch sie haben durchaus das Bedürfnis, der Welt einmal mehr zu zeigen, wie so ein Gespann zu funktionieren hat. Und so kommt 1998 dieses Werk auf dem Markt.

Die zu Beginn des Albums gesprochen Worte ersetzen jedes noch so lange Intro: "...The rhyme style is elevated / The style of beats is elevated / But it's still Guru and Premier". Und wie sie das sind. Was Primo einem da gleich zu Beginn in "You know my steez" vorsetzt, ist nahe an der Perfektion. So und nicht anders ist ein Kopfnicker definiert. Und wenn zu einem der besten Producer der HipHop-Geschichte noch einer der besten Flower kommt, bedarf es nicht mehr vieler Worte, sondern nur lauschender Ohren. Nicht umsonst sind erstaunlich viele Stellen dieses Songs später als Samples verwendet worden. "Cause MC's have used up extended warranties / While real MC's and DJ's are a minority". Auch der Einstieg in Verse 2 ist vom feinsten: "The beat is sinister, Primo makes you relax / I'm like the minister, when I be lacin' the wax".
"Robbin Hood theory" verfügt nur über einen durchschnittlichen Beat, dafür aber über gewohnt starke Raps von Guru. "If I wasn't kickin rhymes I'd be kickin down doors / Creatin social change and defendin the poor / The God's always been militant, and ready for war". Der Track ist jedoch zwischen den Granaten, von denen er eingeschlossen ist, leicht zu vergessen. Denn Track #3 ist das kurze und bombige "Work". Primo setzt einen seiner berühmten Piano-Loops perfekt in Szene, um die Hörer schlichtweg umzublasen. "Ayo I'm gonna be on ti-top that's all my eyes can see / Victory is mine, yeah, surprisingly / I've been laying, waiting for your next mistake / I put in work and watch my status escalate", so der Chorus, der nur noch von Lines wie "Yo I scoped it out, I took your weak dream and choked it out / Your bitch don't really got no ass, she just poked it out" übetroffen wird.
Der nächste Höhepunkt des Album schließt sich gleich an, für "Royalty" wird sehr viel Soul ausgepackt, was einerseits an dem gefühlvollen Beats Primo's liegt und andererseits an der traumhaften Hook von K-Ci & JoJo. "A lot of ladies out there, be lookin lovely / But they don't got no control of the their life, inside they're ugly", um nur eine von viele Weisheiten dieses Meisterwerks zu zitieren. Die Überleitung zum nächsten Track gibt ein Interlude am Ende des Tracks, in dem DJ Premier ein paar Worte zur Situation im Rapgame verliert. "Yo, everybody's callin' me; my lawyer, everybody on this: "Yo, did you scratch such and suchs' name or this that n the third on the record for a hook?" Y'all keep calling me on that shit man; And y'all is supposed to be hip-hoppers and all that n' let the industry control the rules of tha hip-hop world, that we made?"
"And on that note, let's get back to the program!". Und das Programm hat einiges zu bieten. "Above the clouds" ist ein weiteres Unikat eines genialen Primo-Beats. Mindestens ebenso genial ist der Gast-Auftritt des Rebel INS. Wie auf den frühren Wu-Tang Releases legt er hier einen Part hin, der es in sich hat. "Yeah; I leave scientists mentally scarred, triple extra large / Wild like Rock stars who smash guitars / Poison bars from the Gods bust holes in your mirage / Catch a charge, shake 'em down like the riot squad / And they deserve ruin like ancient Rome / I span the universe and return to Earth to claim my throne / The maker, owner, plus soul controller / Ayatollah rest in the sky, the cloud's my sofa".
Darauf folgt ein unauffälligerer, ruhiger Song, namens "JFK 2 LAX", wobei man die lyrische Brisanz jedoch nicht vergessen sollte. "The next thing you know, they got me on the radio / A rapper arrested, suckers showin me on video / Of course I know, that I'm a role model / But yo this Rap life is real life, sometimes it's full throttle". Der Beat zu "It'z a set up" rollt souverän heran, neben Guru steht hier noch Hannibal Stax mit am Mic. Es folgt ein, wie schon bei "Royalty", äußerst gefühlvoller Song, der Titelsong "Moment of truth" kann mit einem vollkommenen Beat Primo's aufwarten. Guru's Stimme hat selten so gut zu Primo gepasst wie hier. "Yo, I got one lyric pointed at your head for start / Another one, is pointed at your weak ass heart / Now if I pull the trigger, on these fully loaded lines / You're gonna wish I woulda pulled a black nine, I mack dimes".
Für "B.I. Vs. friendship" wird von Primo ein, den Schreihälsen Lil Fame und Billy Danze gerechtwerdender, Beat aufgefahren, auf dem klargestellt wird: "It's like, a friendship, and a business partnership. And, we have to always be concious of the difference between em. Because you know, some things can happen, that'll ruin one or the other", so Guru zu Beginn des Tracks. Das ganze auf Primo's charakteristische Drums lässt sich nur als Hörgenuss beschreiben.
Doch der eigentlich Kracher kommt erst im Anschluss. "The militia". Nie war ein Primo-Beat besser, nie waren die Scratches so exakt und passend gesetzt wie zu Beginn dieses Monster-Tracks, dem nur die Drums eines DJ Premier den richtigen Nachdruck verleihen können. Das einzige, was es heir auszusetzen gibt, ist, dass Guru's Stimme, vergleichen mit Shug's tiefen Battle-Rhymes oder Freddie Foxxx's gebellten Raps, viel zu friedlich klingt. Trotzdem ganz klar bester Track des Albums. "If heads only knew how I felt about the Rap game / They'd relocate, and change their fuckin name", so Shug's klare Ansage.
Für "The rep grows bigga" cuttet sich Primo den Chorus ganz mit Samples zusammen, während er im Beat sein Piano auf fantastische Art und Weise in den Rhythmus mit einbaut. Guru spricht derweil mit einer imaginären Person, die, stellvertretend für jede beliebige Mainstream-HipHop-Figur , einen Rapper darstellt, dem der Fame zu Kopf gestiegen ist. Großartig, in welche Wortspiele Guru das heute immer noch sehr relevante Thema flechtet. "Your fame has gotten larger than your life / You've got a harem of bitches and killer niggaz that's hype / They got your back, but you so fly you don't need em / You shit what you're eatin so you don't peep the proceedings".
Die nächste Bombe eines Beats wartet in "What I'm here 4". Unerreichbar, wie Primo das Piano in seine Beats einbaut. "A lot of shit has happened, since I started rappin / There's been enough beef, and enough gat clappin"; Guru kann auch hier wieder einprägsame Weisheiten droppen. "Peace to the young ladies, who wanna bone me much / And peace to my nigga Premier, with the golden touch / I never fall off point, like DeNiro in Casino". Den meisten anderen Rappern würde man diese Aussage als Übertreibung durchgehen lassen, doch Guru kann man getrost glauben, wenn er Behauptungen wie diese aufstellt.
Mit "She knowz what she wantz" wird wieder ein ruhiger Track geboten, sowohl die Atmosphäre des Beats als auch Guru's Rap haben etwas unheimlich entspannendes. Die Chorus-Line, "She knowz what she wantz, and just how to get it", sagt mehr als genug über das Thema dieses Tracks aus. Anschließend gibt es wieder einen astreinen Kopfnicker, "New York straight talk", dem das entspannte "My advice 2 you" folgt. Einen nahezu melancholischen Track gibt es mit "Make 'em pay", für das Premier eine wunderbare Atmosphäre kreiert, zu der ein Krumbsnatcha jedoch fast schon zu gefühllos rappt. Trotzdem ein weiteres Meisterstück.
Nun nehmen Gang Starr, G. Dep und Shiggy Sha den Hörer mit auf einen Shopping-Trip in "The mall", auf einen starken Beat gibt es Rhymes wie: "At the mall, I'm baggin up much more than gear / Victoria, be whisperin mad Secrets in my ear / She wanted me to knock her in the back of Foot Locker / I chuckled as she kicked more game than soccer". Das Album wirft jetzt noch einen weiteren relaxten Track ein, zusammen mit Scarface wird in "Betrayal" eben über den Titel, Verrat, gerappt. Die zweite Hälfte des Albums mag zwar alles in allem weniger richtige Kracher aufweisen, doch macht es einfach Spaß, die Harmonie dieses Duos zu hören. Wie zum Beispiel in "Next time". Dass der Beat einwandfrei ist versteht sich von selbst, und auch Guru zeigt sich immer noch in Bestform. "You thought you brought your best lines but they couldn't touch mine / I rocked you in your knot hope you have better luck next time", so der Chorus. Abschließend gibt es noch einen RIP-Track, zwischen Guru's Raps zählt Primo diverse Namen auf, während immer wieder ein "Rest in peace"-Sample eingespielt wird. Perfekter Abschluss.


Fazit:
Man möchte meinen, bei 20 Tracks verstecken sich mindestens 5 Interludes. Doch nein, Gang Starr ziehen hier 20 volle Tracks lang ihr Ding durch, und auch wenn das manchem Hörer zu lang sein mag, kann man hier keine schlechten Nummern finden. Zu diesem Zeitpunkt war Premier wohl auf seinem Zenit, denn auch wenn er auch knappe 10 Jahre später noch immer für einen Banger zu haben ist, war damals sein Sound der Sound der Zeit, was auch diesen Klassiker erklärt.

Gesamtwertung: 9.4 / 10

Hell Razah & Blue Sky Black Death - Razah's Ladder


Tracklist:
01 Elevation
02 Razah’s Ladder
03 The Cube
04 Halos (Feat. Crooked I)
05 Most Merciful
06 Audiobiography (Feat. Shabazz the Disciple)
07 Pray Together
08 Poor Righteous Dreams
09 Better Than Jewelry
10 Project Prophecy (Feat. Ill Bill & Sabac Red)
11 Painted Jezebels
12 Written in Blood (Feat. Prodigal Sunn)
13 Stairway to Heaven
14 Sun of Man

Release: 23. Oktober 2007
Label: Babygrande



Nachdem Hell Razah im Februar dieses Jahres sein erstes offizielles Debut-Album veröffentlichte, macht er seine Ankündigung, das man von ihm noch einiges erwarten kann, wahr. Denn prompt folgt ein halbes Jahr später ein neues Album. Dafür schnappt er sich das relativ neue Produzenten-Team Blue Sky Black Death, bestehend aus Kingston und Young God. Für die zwei ist ein Kollabo-Album mit einem Wu-Tang Affiliate nichts neues, schon 2006 produzierten sie im Alleingang das erste offizielle Album von Westcoast-Killabee Warcloud alias Holocaust.

Thematisch fasst dieses Album, wie auch schon Renaissance Child, religiöse Themen auf. Im Intro wird eine Bibelstelle zitiert, die den Titel erklärt. "And you see, in the 28th chapter, our father Jacob is having a dream. And in this dream, he sees a ladder, that's set up on the earth, and on top of it reaches into the heaven.". Dementsprechend erklärt sich auch das Album-Cover. Erster Track ist das dann folgende "Razah's ladder". Ein entspannter, wenn auch nach vorne losgehender Beat sammelt die ersten Sympathie-Punkte, und dazu passen Chron Smith's Raps ganz ohne Zweifel.
Ein nicht besonders starker, doch äußerst eindringlicher Beat kann "The cube" dazu verhelfen, ein ebenso starker Track wie das soul-haltige "Halos" mit Crooked I zu werden. Bei beiden Tracks vermisst man das gewisse Etwas, doch für ein paar besonnene Minuten sind sie die richtige Wahl. Ein viel zu kurzes, aber verdammt starkes, "Most merciful", gibt es im Anschluss. Hier zeigen Blue Sky Black Death ihr ganzes Können, der sich langsam steigernde und eine gehörige Portion Blues-Feeling transportierende Beat gehört zu den besten des Albums.
Gleiches gilt für das traumhafte "Audiobiography", bei dem sich überlagernde Samples und ein eine Horde Streicher den sehr gefühlvollen Beat tragen, während Hell Razah mit SOM-Kollege Shabazz The Disciple die eigene Biographie Revue passieren lassen. "Me and 7th did "Livin in hell", pressed it up independent / Not knowin if a record would sell / Rae and Ghost made "Heaven & hell", when we was hearin' it / Meanwhile we thinkin' it was all coincidence", und weiter: "Not to notice we was snake-bitten / Sunz Of Man did this track with the RZA, "As it was written" / And then Nas came out with "It was written" / Same time "Verbal intercourse" started hittin'". Wunderbare Anspielungen auf diverse Tracks aus der Zeit um 95, 96.
"Pray together" startet mit viel Soul, und auch die dann einsetzenden Drums und das Voice-Sample tragen dazu bei, aus diesem Stück einen unauffälligen, wenn auch lupenreinen Song zu machen. Abwechslungsreich ist das Album sicherlich nicht, doch liefert es das was es kann konstant und ohne Aussetzer. Razah's sample-versetzte "Poor righteous dreams" sind dabei ebenso hörenswert wie der trockene Kopfnicker "Better than jewelry".
Kingston und Young God bedienen sich auch weiter kräftig verschiedener Samples, "Project prophecy" lädt mit klaren Snares und Ex-Non Phixion MCs Ill Bill und Sabac Red ebenso zum Zuhören ein wie das solide "Painted jezebels". Ein erwähnenswertes Stück, das sich von den vorigen leicht abhebt, ist das mit Soul-Sample ausgestattete, leicht mystisch klingende "Written in blood", bei dem vor allem Prodigal Sunn einen ausgezeichneten Verse hinlegt, der den Protagonisten sogar leicht in den Schatten stellt.
Letzter Track ist das wieder mit Voice-Sample bestückte "Stairway to heaven", bei dem Razah Rubies auf ein weiteres Mal seinen beeindruckenden Flow hören lässt. "Sunz Of Man" wird wieder vom Sprecher des Intros übernommen, und zitiert über einen zurückhaltenden und wundervoll souligen Beat weitere Bibelstellen, welche die Bedeutung der "Ladder" erklären.

Fazit:
Ein kompaktes, wenn auch etwas eintöniges Werk. Auch wenn man dieses Album, sofern man gerade Lust auf etwas ernstes und gehaltvolles verspürt, bedenkenlos und ohne zu skippen durchlaufen lassen kann, fehlen zu einem wirklich bemerkenswerten Album die Hochkaräter. Doch da es auf der Welt sowieso nicht genug Musik wie diese gibt, kann der Sound durchaus gerechtfertigt werden. Trotzdem: Nicht zu verlgiechen mit Renaissance Child.

Gesamtwertung: 7.9 / 10

9th Prince - Prince Of The City


Tracklist:
01 Intro
02 Whatever We Want
03 Serving Justice
04 The Writer (Snippet)
05 Unite To Fight Ft Shogun Assason
06 Black Jesus Ft U-God
07 Militant Ft Beretta 9 & U-God
08 Burn Bridges Ft The RZA
09 The Bottom Line
10 Banned From The Radio
11 Full Moon Ft Killa Sin
12 Cold Wind
13 War Face Ft Raekwon & Hoffa
14 Honeycomb
15 Murder Venue Ft Islord & Killa Sin
16 Nonchalantly
17 Valentine Day Massacre
18 Bronze Nazareth Interlude
19 Sniper Challengers Ft Islord
20 Prince Of New York (Snippet)
21 Last Poet
22 Roll With The Rush Ft Trife Da God
23 Foolish Ways
24 What's Goin' On Ft The RZA & Blue Raspberry
25 Lady Sings The Blues Ft Islord
26 Nuttin Ft Christbearer
27 Which Way You Going Ft Beretta 9
28 Feel It Ft Islord

Release: 11. September 2007
Label: Armyourself Ent. / P.A.P.E.R. Enterprise / ILLegit Recordz



9th Prince, Bruder des Wu-Tang Masterminds RZA, und auch einer der Köpfe von Wu-Tang-Ableger Killarmy, droppt mit "Prince Of The City" ein neues Mixtape. Obwohl er momentan hinter schwedischen Gardinen einsitzt, wird diesem Mixtape noch ein Street Album namens "Prince Of New York" folgen. Doch hier liefert 9th erstmal einen Mix aus seinen besten Raps und exklusivem neuen Material.

Das Album fängt an wie eines der großartigen Wu-Alben, das Intro wünscht man sich auch auf ein richtiges Album. Nachdem dann 2 von 9th Prince's Parts aus Killarmy-Klassikern zum Besten gegeben werden gibts mit dem Snippet zu "The writer" erstmals Neues. Und was da zum Ohr dringt, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: göttlich. So sollte 9th in Zukunft klingen, so sollte auch der Wu-Tang Clan klingen. Dirty, raw & grimey, und gleichzeitig harmonisch.
Nach weiteren Tracks von Killarmy Alben wie "Dirty Weaponry", 9th Prince's erstem Solo, Granddaddy Flow, oder auch ein paar Bars über Ghostface's Klassiker "Black Jesus" gelangt man irgendwann zu 2 neuen Exclusives, "The bottom line" und "Banned from the radio", und was man da hört ist weiterhin ausgezeichnet.
Der Prince von New York bringt desweiteren seinen Part aus Cilvaringz "Valentine Day Massacre" und noch mehr Rhymes von Killarmy-Alben. Doch dazwischen stecken Tracks wie "Cold wind", oder "Sniper challangers" mit Islord, und diese lassen keinen Zweifel daran, dass man allen Grund hat sich auf "Prince Of New York" zu freuen.
Das bestärken auch die weiteren Tracks wie beispielsweise "Woll with the rush" mit TMF-Member Trife Da God.


Fazit:
Gelungenes Mixtape. Wem 9th Prince gar nichts sagt, kann sich hier einen äußerst guten Eindruck über seine genialen Leistungen zu Killarmy-Zeiten einerseits, Feature-Appearances bis zum heutigen Tage, und Exclusives des noch kommenden Street Albums, verschaffen. Und für all jene die sich als Killarmy-Fans bezeichnen, sind vor allem die neuen Tracks interessant, und vor allem vielversprechend.

Danger Doom - The Mouse & The Mask


Tracklist:
01 El Chupa Nibre
02 Sofa King
03 The Mask feat Ghostface
04 Perfect Hair
05 Benzi Box feat Cee-Lo
06 Old School feat Talib Kweli
07 A.T.H.F.
08 Basket Case
09 No Names (Black Debbie)
10 Crosshairs
11 Mince Meat
12 Vats of Urine
13 Space Hos
14 Bada Bing

Release: 11. Oktober 2005
Label: Epitaph Records



Nachdem MF Doom plus Madlib Madvillain ergibt, was ergibt dann MF Doom plus Danger Mouse? Genau, Danger Doom. Sicherlich eine interessante Kombination, die sich hier gefunden hat. So kann man sich auf "The Mouse & The Mask" auch auf ausgefallene Beats und feine Raps freuen.

Der Opener, "El chupa nibre", weist einen ausgefeilten Beat auf, auf dem gleich mal bewiesen wird, wie gut Doom zu DM's Beats passt. Auf dem ganzen Album wird der Kontrast zwischen Doom's monotonen, sauber dahinfließenden Raps und den erfrischenden, sehr abwechslungsreichen Beats, den Ton angeben. Comedy-reif sind die Telefonanrufe der Master Shake-Figur am Ende mancher Tracks sowie die Auftritte weiterer Figuren aus dem Channel Network Roster. "As seen on the televsision" sagt schon das Back-Cover.
Doch bei diesen ganzen Ideen und Beeinflussungen kommt der Hip Hop keinesfalls zu kurz. Egal ob es des lockere "Sofa king" ist oder das Trompeten-geschwängerte "The mask", bei welchem Ghostface einen wunderbaren Gastauftritt hinlegt, hier stimmt die Chemie. Und vor allem stimmt diese eben mit Ghostface, nicht umsonst wurde beschlossen, ein bis heute noch nicht veröffentlichtes Collabo-Album miteinander aufzunehmen. "As I stroll the globe and terrorize the planet / With a Bill Clinton mask and them Playskool hens / Me and Doom, always be the best on the landing / Superheroes for life until our souls vanish", so Ghost. Am Ende gibt es eine Rap-Einlage von einer weiteren TV-Figur, Brak aus Space Ghost Coast To Coast.
Nach dem relaxten, recht kurzen "Perfect hair", folgt der beste Track des Albums, "Benzie box". Als Feature ist Cee-Lo am Start, der mal wieder beweist, dass sehr Hook-tauglich ist. Dazu gibt es auf eine eingängige Piano-Line starke Raps von Doom. Und auch aus diesem Feature wird noch mehr als man zu diesem Zeitpunkt ahnt, denn ein Jahr später haben DangerMouse und Cee-Lo als Gnarls Barkley ihr Album in den Läden stehen. Der nächste Banger folgt sogleich, und er hat Talib Kweli im Gepäck. Über einen fabelhaften Beat-Teppich kicken die zwei ihre Rhymes, die sich hauptsächlich im Konzept des Albums halten. "On born days, I used to blow out the candles; and every Saturday / Watch cartoons 'til noon and then I'd switch to Ralph McDaniels". So kommen Cartonns und HipHop zusammen. Doch vor allem die Chorus-Line begeistert auf "Old school". "It's just that I'm Old School like that / Roll that Rap over Soul loops like that".
"A.T.H.F." ist wie schon anzunehmen, der Aqua Teen Hunger Force gewidmet, über einen der schwächsten Beats des Albums stellt Doom nacheinander Carl Brutananadilewski, Meatwad, Frylock und Master Shake vor. "Basket case" hat einen Beat, der wie kein anderer auf dem Album zu Doom passt, dementsprechend ist der Song auch ein weiterer Hörgenuss. Anschließend gibt es ein ruhiges und bedachtes "No names", das wie der Großteil des Albums ohne Refrain auskommt. "New York'n, a hell of a finer town / Choose your words wisely from the Boogie Down to Chinatown / Or be found with a hole in your designer gown / In the role of public opinion it earned a minor frown" ist nur eine von Doom's Lines, bei denen er eins mit dem Flow wird.
Einer der gefühlvollsten Beats wartet bei "Crosshairs", die sehr komplexe Steigerung mit verschiedenen Instrumenten, die das Thema spielen, ist ein wahres Meisterwerk. Die nächste Beat-Delikatesse wartet schon und nennt sich "Mince meat", bei der Doom in gewohnt perfekter Harmonie mit dem Rhythmus steht. "Vats of urine" startet skit-artig: "[Ignignokt]: Behold y'all, the digital vats of urine / [Err]: Drink up, bitches! Taste our liquid gold". Danger Mouse bastelt erneut einen Traum von einem Beat, die alte Trompete, die die Melodie spielt, passt perfekt ins Bild.
Gegen Ende gibts es nochmals einen fantastischen Track; "Space ho's" ist großes Kino, sowohl der geniale Beats als auch Doom's Raps. "Tomorrow it's Father Guido Sarducci / Father MC, and Charo "Coochie Coochie" / With her new best seller, "Who You Call a Hoochie?" / A proud sponsor of the snoochie boochie noochies". Das ist Kunst. Allerletzter Track dieser Hörspektakels ist "Bada bing", ein solider, wenn auch nicht mit dem Rest vergleichbarer Ausstieg.


Fazit:
Sehr abwechslungsreiche und durch die Bank vortreffliche Beats eines Danger Mouse treffen auf ein gelungen umgesetztes Konzept und Doom's Reimkünste. Was soll das anderes ergeben als ein einwandfreies Album?

Gesamtwertung: 8.7 / 10

Masta Ace - A Long Hot Summer


Tracklist:
01 The Count
02 Big City
03 Good Ol Love
04 Fats Belvedere
05 Da Grind feat Apocalypse
06 H.O.O.D.
07 The Stoop
08 Beautiful
09 F.A.Y. feat Strick
10 Fats Crib
11 Soda & Soap feat Jean Grae
12 Do It Man feat Big Noyd
13 Bklyn Masala feat Leschea
14 The Proposition
15 Travelocity feat Punch & Words
16 The Ways
17 Wutuwankno feat Edo. G
18 The After Party
19 Oh My God feat Rahzel & The Beatnuts
20 Cellmate
21 Revelations
22 Out Takes (Bonus)

Release: 5. September 2004
Label: Yosumi / M3 Macmil Music



Nachdem Masta Ace mit "Disposable Arts" im Jahre 2001 schon einen Neuzeit-Klassiker veröffentlichte, der im Konzept-Album-Stil eine Story erzählte, folgt nun, 2004, "A Long Hot Summer", das die Geschichte vor DA erzählt. Mit dabei sind Gleichgesinnte wie Jean Grae, Wordsworth oder Edo. G mit von der Partie.

Den Anfang macht ein Skit, in dem MA zusammen mit Fats Belvedere, zweiter Hauptfigur in der Skit-Story, in einem Motel sitzt, während Fats Geld zählt und Ace ihn durch ständiges Reden in den Wahnsinn treibt. "JESUS Christ, would you shut the fuck up? You gonna make me lose count again!". Erster richtiger Track ist "Big city", welcher natürlich dem Big Apple gewidmet ist. Schon hier wird man von Ace's klarem Flow, seinen einfach und doch bezaubernden Rhymes und dem starken Beat voll in den Bann dieses Albums gezogen. "Let me introduce you to some cats who won't shoot you / Everyday they're spinnin' their pen it's so crucial".
Doch was Ace anschließend auspackt, scheint nicht mehr menschlich zu sein. "Good ol' love" darf sich ohne Bedenken zu den besten Songs, die je ihren Weg aus irgendeinem Lautsprecher gefunden haben, zählen. 9th Wonder übertrifft sich hier selbst, dieser Beat ist ganz ohne Zweifel das Beste, was er je von sich gegeben hat (und allein das ist eine große Ehrung). Die härtere Version mit diesem Sample auf Mobb Deep's Hell On Earth hat zwar auch etwas, doch besser als hier wurde dieses Sample nie eingesetzt. Die Atmosphäre die dieser Track erzeugt ist so einmalig, dass es schwer ist, sie in Worte zu fassen. Irgendwo da, wo sich Schönheit, Soul und Melancholie treffen muss sie liegen. Hier ist alles perfekt, von den Backing Vocals von Leschea, die zusammen mit Mr Lee G im Duo eine traumvolle Hook singt, bis zu Ace's Rhymes. Diese drehen sich über die inzwischen verloren gegangene Liebe im HipHop, zur Musik und auch generell. "Hey yo, the world gon' show me some love, listen / And I'm not talkin' 'bout the fakes hugs and kissin' / Fifteen years, a lot of love is missin' / I done already showed I'm not above the dissin'".
Nach einem weiteren Skit, in dem Fats Ace für seine Motivation und Leidenschaft Respekt zollt, gibt es "Da grind". Khrysis schafft hierfür eine sehr entspannte Atmosphäre, die Ace und Apocalypse mit ihren Raps entsprechend veredeln. "I really feel I'm blessed cause I was born with a talent to rhyme / But the stress got me this close to quitting sometimes", so Apocalypse's Einstieg in seinen Part. Die nächste Nummer dreht sich, wie schon dem Titel zu entnehmen, um die "H.O.O.D.". "They got one in every spot on the planet / And if you wasn't raised there you prolly can not stand it". In dieser und ähnlicher Weise beschreibt Ace mit seiner sofort sympathiegewinnenden Stimme seine "Heimat". Dass der Beat ein weiteres Edelstück ist muss gar nicht erwähnt werden.
Im nächsten Skit bezeugt Fats seine Missbilligung gegenüber Ace, der lieber seine Rhymes schreibt als mit ihm loszuziehen. Doch man sollte Ace dafür danken, füllen diese Rhymes doch den nächsten Track, der wieder göttlich ist. "Beautiful", so der kurze Titel. Der Beat stammt von einem so gut wie vollkommen unbekannten Producer (Koolade), doch der zeigt, dass er sein Handwerk versteht. Denn dieser Beat kann fast mit "Good ol love" mithalten, was neben Ace's Raps und Wordsworth's Backing vocals im Chorus größtenteils an der gefühlvollen Produktion liegt.
"F.A.Y.", Kürzel für Fuck all y'all, hat verständlicherweise ein paar Messages bereit, die in vorzüglicherweise von Ace und späterem eMC-Kollegen Stricklin vorgetragen werden. "I hate my neighbors, they always askin' for late night favors / Hate indie labels, especially hate majors / I don't give a fuck no more, fuck this tour / Fuck these shows and these groupies, they all hoes / Hate these rude people stayin' all in my face / And hate the fact that Visa always callin' my place", so ein frustrierter Ace. "Strick told me I should quit player hating, but fuck that I'm not a quitter". Auch Strick liefert einen köstlichen Beitrag: "Yo Strick, you about to blow! - Stop tellin me that / Cause at the end of the day I'm still just a nobody / Cause nobody knows me, no record label chose me". Prinzipiell müsste man die kompletten Lyrics zitieren, denn diese FAY-Einstellung hat für den Hörer durchgehend lustige Lines zu bieten.
Mit "Soda and soap" folgt das nächste Meisterwerk, auf DJ Spinna's hinreißenden Beat droppt Ace ein paar Weisheiten über das Rap-Game und auch das andere Geschlecht, das ganze verpackt in makellosem Story-Telling. "Around 12 o'clock she came out to dance / Had all the guys pushing just to have a chance / To spend a little money trying to see the rest / She was blessed, in an orange crushed velvet dress /But I stayed by the bar cause I already know how it go / I already saw the show / See I went to a club like this in Toronto / And came back from Canada dry with no dough / And ever since then I see and see clear / You never find love in this atmosphere".
"Do it man" ist von dem zu dieser Zeit noch recht unbekannten Marco Polo, einwandfrei, produziert, und ist als erster Track, wenigstens halbwegs, in die Gangsta-Schiene zu stecken. Einen nicht geringen Teil dazu trägt Noyd bei: "I'm from the streets and I'm a G and I know nothing else / Like when there's beef I grap a Tec from the fucking shelve / Stuff it in my jeans step on the scene, ruin your health". Ace formuliert seinen Part etwas anders: "It's like walking through Vietnam / Sorrounded by Americans and dressed like the Vietcong".
Ein Meisterwerk an Story-Telling darf sich der nächste Song nennen, "Brooklyn masala" ist zudem auch noch eine ausgezeichnete Love-Story. "We caught a cab, back to the lab / Stopped kissin long enough to pay the tab / She said "I think we got a nice future" / That night learned all about the Kama Sutra", um der Story ihr Ende vorweg zu nehmen. Auch wenn "Travelocity" von seinem Beat her nicht mit dem Rest mithalten kann, ist es textlich doch höchst unterhaltend, Punch, Words und Ace von diversen, über den ganzen Globus verteilten, Liebschaften berichten zu hören. Das Konzept ist zwar nicht neu, doch die Rhymes machen einiges her. "Cristol-Ann, met her in Bristol man / Had a show with Shauwny-T and Mr. Jam / Listen fam, she had a big rack of lamb / And they caused mad problems like math exams / Ask my man, her tits caused traffic jams".
Textlich tiefsinnger geht es mit "The ways" weiter. Ace äußerst sich verbittert über die Situation im Rap-Game. "Listen, a life in Rap's like a knife in the back" ... "So before you get played out and lose your fame / First you got to learn the ways of the music game". Nach diesem Schlag gegen jegliche Labels und A&Rs holt sich Ace Unterstützung aus Boston, um dem Hörer mit "Wutuwanko" einen weiteren Diamanten anzubieten. Drug Infinite lässt einen simplen Piano Loop über die bedächtigen Drums laufen, und kreiert trotz des Geringen Aufwands eine sehr feine Stimmung, die Ace nutzt, um ein paar Worte loszuwerden. "And nah, I wasn't dissing Ghost / Before you try to spread beef, you should listen close / I gotta watch what I'm yelling fella / 'Cause some fans dumb like Hellen Keller".
Der nächste Track bringt die interessante Kombination aus Ace, den Beatnuts und Roots-Member Rahzel, hervor. "Oh my god" verfügt über einen markanten Beat, einen ebenso eingängigen Refrain, und eine gehörige Portion gute Raps. Anschließend zeigt sich in "Cellmate", dass Ace bereits im Knast sitzt, und seine Geschichte seinem Mitinhaftieren erzählt. Es wird angedeutet, dass Fats "mad time" bekommen hat, und das Gefängnis wohl so schnell nicht verlassen wird, und außerdem deutet Ace an, was er nach seiner Entlassung tun wird. Doch die Geschichte spielt sich in Disposable Arts ab. Letzter Song ist das ruhige und nachdenkliche "Revelations". "At times I don't know who I be / And when I look in the mirror its like I don't know who I see / Am I even moving at all? / Cause I swear I can't tell if my life is improving at all", so Ace's Einstieg. Auch der Beat passt sich diesen Inhalten perfekt an. Das Ende des Albums ist "Out takes", auf den Beat von "Good ol love" gibt es zum Teil herrliche Verpsrecher in den Skits.


Fazit:
Alles an diesem Album schreit nach Klassiker. Dass Masta Ace mit einem Konzept-Album sehr gut harmoniert, zeigte er schon auf "Disposable Arts". Doch "A Long Hot Summer" ist die Perfektion dieser Art von Alben, von denen Ace am besten 10 Stück gemacht hätte. Doch leider kündigte einer der authentischsten Rapper 2004 seinen Ausstieg aus dem Rap-Game an. Zumindest für Solo-Alben. Denn schon 2007 steht er wieder mit seiner Gruppe eMC im Studio und tourt durch Europa. Dieser Mann hat einfach eine Passion für HipHop. "A Long Hot Summer" ist das beste Album der Neuzeit, und muss sich auch vor keinem Klassiker der goldenen Neunziger verstecken.

Gesamtwertung: 10 / 10

Montag, 29. Oktober 2007

Juelz Santana - What The Game's Been Missing!


Tracklist:
01. Intro
02. Rumble Young Man Rumble
03. Oh Yes
04. Shottas feat. Cam’ron & Sizzla
05. Clockwork
06. Kill ‘Em feat Cam’ron
07. This Is Me
08. Make It Work For You feat. Lil Wayne & Young Jeezy
09. Whatever You Wanna Call It feat. Hell Rell
10. Gangsta Sh*t
11. Lil’ Boy Fresh
12. Good Times
13. Freaky
14. Murda Murda feat. Cam’ron
15. Gone
16. Kid Is Back
17. Changes feat. Razah
18. I Am Crack
19. There It Go (The Whistle Song)
20. Violence feat. Bezel
21. Daddy
22. Mic Check


Release: 22. November 2005
Label: Diplomats / Def Jam



"What The Game's Been Missing!". Das soll Juelz Santana besitzen und der Welt auf gleichnamigem Album auch bringen. Angesichts der Tatsache, dass anschließend jeder Möchtegern-Teenie-Gangster neben 50 Cent und der G-Unit auch Juelz Santana und die Diplomats (wobei nicht alle zu wissen scheinen, wer der eigentliche Kopf der Truppe ist) kennt, spricht für sich; in der einen oder anderen Weise.

Neben den Heatmakerz, die erstuanlicherweise nur 4 Beats beisteuern, gibt eine ganze Palette an Producern ihren Senf dazu. Das tut dem Album nicht unbedingt gut, da einige dieser Beatbastler kein besonderes Gespür für gute Beats aufweisen. Nachdem ein 5-jähriger Racker im Gespräch mit "Uncle Juju" die Sympathien der Hörer sichert, legt das Album einen erstaunlich guten Start hin. Sowohl das nach vorne preschende "Rumble, young man, rumble", welches dank seines eingänigen Refrains sehr schnell hängen bleibt, so wie auch "Oh yes", das durch und durch die Heatmakerz-Signatur trägt, machen vor, wie Dipset zu klingen hat.
Doch so erfreulich geht es nicht auf dem ganzen Album zu. Dank Razah bekommt "Shottas" etwas Jamaica-Flair, und reiht sich noch in den guten Start ein, um dann mit "Clockwork" von einem sehr monoton-langweilenden Track gefolgt zu werden. Das laufende Uhrwerk im Beat ist in etwa so kreativ wie das aussagekräftige, auf 0815-Beat laufende, "Kill 'em". "It's like everything im doin' is gangsta / My whole movement is gangsta / I manuever with gangstas / I put the T-R-U into gangsta / I'm a nuisance to gangstas / I be shootin' at gangtas". Message angekommen.
Punkten kann das Album mit besonnenen Tracks wie dem ausgezeichneten EastCoast-Track "This is me" (einem der besten des Albums), dem sample-getragenen "Lil boy fresh", dem für Albumverhältnisse sehr gehaltvollen "Good times" oder der Heatmakerz-Komposition "Daddy". Die Glanzmomente des Albums liegen jedoch bei den strikt noch vorne losgehenden Tracks, wozu das gefährlich stampfende "Murda murda", der Party-Track und die Single-Auskopplung "There it go" oder der beste Track des Albums, "Mic check", gehören. "I'mma tell you dudes just like I tell my women: Don't watch me, watch TV!" ist wohl einer von Juelz' bekanntesten Sätze.
Neben einem guten Pack (gutem) Mittelmaß hat das Album jedoch auch ein paar originale Missetaten vorzuweisen. Selten schlechte Gast-Lines liefern Young Jeezy oder Verbalfolterknecht Lil Weezy auf dem einfallslosen "Make it work" ab, während sich Juelz Santana auf "Freaky" ganz alleine mit Ruhm bekleckert. "Rock the boat, don't sink the ship" gehört mit allem anderem auf diesem Malheur zu den geistreichsten Lines des Jahres. Noch weitaus schlimmer kommt es mit "Kid is back", dessen Titel schon Böses ahnen lässt. Doch man macht sich keine Vorstellung, wie nervig die Kinder-Hook zusammen mit Juelz' hoher Rap-Philosophie sein kann. "I'm back and I'm back and I'm back and I'm back in effect / I'm back and I'm back and I'm back as a matter of fact" würde man sonst nur Mike Jones unterstellen.


Fazit:
Juelz Santana ist sicherlich nicht, was das Rap-Game vermisst hat. Genau genommen ist er nur ein weiterer Infizierter, der den Südstaaten-Pop-Mix-Virus an der Ostküste verbreitet. Doch er beweist auch, dass dieser Sound nicht immer schlecht sein muss, denn neben den doch relativ wenigen Aussetzern überwiegen die guten bis manchmal sehr guten Tracks. Solides Werk.

Gesamtwerk: 5.7 / 10

Ruff Ryders - Ryde Or Die Vol. 2


Tracklist:
1. WWIII feat. Snoop Dogg, Yung Wun, Scarface & Jadakiss
2. 2 Tears in a Bucket feat. Sheek Louch & Method Man & Redman
3. Got It All feat. Eve & Jadakiss
4. Ryde or Die Boyz feat. Yung Wun, Larsiny & Cassidy
5. It's a Holiday (Skit)
6. Holiday feat. Styles P
7. Weed, Hoes, Dough feat. Drag-On
8. Fuck Da' Haters (Skit)
9. Fright Night feat Swizz Beatz & Busta Rhymes
10. My Name Is Kiss feat. Jadakiss
11. Twisted Heat feat. Twista & Drag-On
12. Go Head feat. The LOX
13. I'm a H-O-E (Skit)
14. Stomp feat. Yung Wun & Trick Daddy
15. The Great feat. DMX
16. It's Going Down feat. Parlé

Release: 4. Juli 2000
Label: Interscope



Nach Teil 1 der Ryde Or Die-Compilations folgt ein Jahr später Teil 2. Und auch dieser Teil verheißt Großes. So finden sich hier Features von größtem Kaliber. Snoop Dogg, Method Man, Redman, Scarface, Busta Rhymes, Twista oder Trick Daddy tragen neben dem Ruff Ryders-Roster ihren Teil zum Ganzen bei.

Die eigenen Reihen wurden durch einen jungen MC aus Atlanta erweitert, Yung Wun passt jedoch mit seinen aggressiven Raps perfekt auf diese Scheibe. Denn Teil 2 der RR-Compilations ist lauter und pompöser als sein Vorgänger. Dafür geht man mit dem Sound einen Kompromiss ein, welcher leicht in die Richtung führt, die später der so verurteilte Mainstream-Sound sein wird. Doch zu diesem Zeitpunkt stört das niemanden, denn diese Scheibe führt vor, wie dieser Sound zu klingen hat. "State ya name, gangsta! - Scarface. Who you representin'? - My motherfuckin' self. You gon' hold it down? - God damn right. 'Nuff said then, nigga". Vor allem das Schwergewicht aus Houston zerlegt den ersten Track nach allen Regeln der Kunst. Doch auch der smoothe Auftritt von Snoop oder der sich ins Gedächtnis des Hörers schreiende Yung Wun haben viel Schönes. Its "World war III".
Das nächste All-Star Line-Up lässt nicht lange auf sich warten, Sheek Louch trifft in "2 tears in a bucket" auf die Berufs-Raucher Meth & Red. Einmal mehr ein traumhafter Beat von Swizz Beatz, ein krachender Refrain im RR-Style, und feinste Rap-Unterhaltung der 3 Protagonisten. Wie schon in Ryde Or Die Vol. 1 gehört Track #3 dem weiblichen Teil der Truppe, Eve, welche hier noch von Jadakiss Gesellschaft bekommt. Äußerst erfreulich dass sich ihr Auftauchen auf "Got it all" beschränkt, bei dem sie einen guten Eindruck hinterlässt.
Schreihals Yung Wun bekommt zusammen mit Larsiny und Cassidy den nächsten Auftritt, die Produktion liefert der Beat-Schmied Mahogany. Und die "Ryde or die boyz" servieren beste Kost, sofern man nicht zuviel Wert auf tiefsinnige Inhalte legt. Doch ebensolche Tracks markieren den späteren Untergang der Ruff Ryders, der dann eintritt, sobald sie es nicht mehr schafften, ihren Sound authentisch zu vertreten und mit Beat-Brettern wie diesem zu versehen. Nach einem recht überflüssigen Skit darf dann Styles P zum ersten mal ran, und zwar gleich auf einem Solo-Track. Der Beat ist 100% Swizz Beatz, und auch wenn Jadakiss' winziger Auftritt in der Hook etwas nervig ist, überzeugt "Holiday" größtenteils.
Nächster Solo-Track geht an Drag-On, der von Hausproduzent Teflon einen erstaunlich guten Untersatz bekommt, zu dem er die wichtigen Sachen des Lebens auf den Punkt bringt. "Weed, hoes, dough". Was denn sonst. "Double R is hard, the rest of y'all is R&B-Singers". Für "Friday night" wird Busta Rhymes eingeladen, während Swizz Beatz für den, zugegebenermaßen, etwas langweiligen Beat sorgt. Doch Busta Rhymes' energiegeladener Chorus sowie sein Rap-Part retten dieses Stück und machen daraus hörenswertes Material.
Jadakiss trägt noch einen aussagekräftigen Titel, "My name is kiss", bei, der dank P. Killer's Beat jedoch genauso überzeugen kann wie "Twisted heat". Hierfür zeigt Twista was er kann, auf den temporeichen Beat legt er ein paar phänomenale Zungebrecher-Lines hin. Auch Drag-On macht bei seinem Versuch, dagegen nicht unterzugehen, eine ganz gute Figur. Die entspannteste Nummer des Albums ist LOX' "Go head", bei dem vor allem der starke Refrain hängen bleibt. Es folgt ein mehr oder minder lustiger Skit, nachdem es wieder in Yung Wun-Manier mit pumpendem Beat und dreckigen Raps weitergeht. Der ausgezeichnete Refrain und ein perfekt passender Partner in Person von Trick Daddy veredeln "Stomp" noch.
Auch wenn die große Identifikationsfigur der Ruff Ryders nur einen Auftritt auf dem Album hat, ist dies ein voller Track, an dem es nicht das Geringste auszusetzen gibt. Der Titel, "The great", ist für X voll gerechtfertigt. Leider wird danach noch eine überflüssige Untat begangen, man schenkt dem R&B-Flöter Parlé einen vollen Track, der nach all dem doch recht harten HipHop unpassender nicht sein könnte. Doch für HipHop Fans hört das Album einfach nach 15 Tracks auf.


Fazit:
Auch auf "Ryde Or Die Vol. 2" wird bester Sound geboten. Neben den fast durchgehend starken Produktionen sind auch die Gäste mitverantwortlich, dass die Platte nicht langweilig wird.

Gesamtwertung: 7.7 / 10


Mobb Deep - The Infamous


Tracklist:
1. The Start Of Your Ending (41st Side)
2. [The Infamous Prelude]
3. Survival Of The Fittest
4. Eye For An Eye (Your Beef Is Mines) feat Nas & Raekwon
5. [Just Step Prelude]
6. Give Up The Goods (Just Step) feat Big Noyd
7. Temperature's Rising feat Crystal Johnson
8. Up North Trip
9. Trife Life
10. Q.U.-Hectic
11. Right Back At You feat Ghostface, Raekwon & Big Noyd
12. [The Grave Prelude]
13. Cradle To The Grave
14. Drink Away The Pain (Situations) feat Q-Tip
15. Shook Ones Pt. II
16. Party Over feat Big Noyd

Release: 25. April 1995
Label: RCA / Loud Records



1995 war ein goldenes Jahr für HipHop. Eine der bedeutendsten Veröffentlichungen des Jahres kommt aus der Queensbrigde, und zwar von Mobb Deep. Nach ihrem unbeachteten Debut "Juvenile Hell" gehen sie mit "The Infamous" in die Geschichtsbücher ein.

Die Frage, wieso dieses Album so bedeutend ist, und ob der Klassiker-Status gerechtfertigt ist, wird von der Musik selbst beantwortet. Mobb Deep treiben den rauen New York-Sound in die Perfektion, definieren ihn neu auf ihren Namen und schaffen nebenbei noch die Sparte des sogenannten Reality Rap. Dieser beschäftigt sich zwar thematisch mit nichts Neuem, Everyday struggle, das harte Leben im Big Apple. Doch trotzdem muss es einen Grund geben, dass Prodigy mit seinen Lyrics aus dieser Zeit der meistgesampeltste Rapper ist, und dieser Grund liegt in P's eiskalter Abgebrühtheit, kombiniert mit dem ebenso kompromisslosen Sound Havoc's.
Das Intro, "The start of your ending (41st side)", markiert schon den ersten Klassiker-Track. Der Beat, bei dem Havoc sogar recht melodiöse Einflüsse zulässt, ist nicht weniger als ein Meisterwerk, auf das sowohl Hav als auch P zu Höchstform auflaufen. Doch die Lines die später immer wieder zitiert werden, stammen nunmal von Prodigy. "You better off buckin' yourself, you need to stop frontin'". Das "Infamous prelude" wird von Prodigy benutzt, um ein paar Worte loszuwerden. "N believe me, I know very well I can get shot, stabbed, fucked up, too, whatever. I ain't super nigga, I'm a little skinny mothafucka, it's all about who gets who first though".
An die Tatsache, dass hier Schlag auf Schlag, eine Genialität von einem Song die nächste jagt, muss man sich schnell gewöhnen. Der wohl zweitbekannteste Song des Album, "Survival of the fittest", sticht unter dem Rest des Albums noch heraus. Erstaunlich, wie minimalistische Snares und dazu ein noch minimalistischeres Piano so einen perfekten Beat erzeugen können. Passend dazu liefert Prodigy eine seiner besten Lines überhaupt als Einstieg in seinen mörderisch guten Part: "There's a war goin on outside, no man is safe from / You could run but you can't hide forever / from these streets that we done took / You walkin' witcha head down scared to look / You shook, cause ain't no such things as halfway crooks". Göttlich.
"Eye for an eye (Your beef is mines)" wäre nur mit seinem Beat keine Bereicherung für das Album. Doch dank genialer Rhymes von Mobb Deep, dem Chef und Nasty Nas, rettet sich der Track auf das Niveau des Albums. Nach einem weiteren Prelude, geht es auf allerhöchstem Niveau weiter. Der Beat zu "Give up the goods (Just step)" stammt von The Abstract alias Q-Tip, und wird, wie auch Havoc's Produktionen, von Snare-Drums beherrscht. Und auch hier herrscht die absolute Vollkommenheit. Prodigy schien damals wohl von Eingebungen zu einmaligen Rhymes überzuquellen. "Now who the fuck you think is livin' to this day? / I'm tryin' to tell these young niggas crime don't pay / They looked at me and said "Queen's niggas don't play / Do your thing, I'll do mine kid stay outta my way"".
Der einzig weibliche Beitrag findet sich auf "Temperature's rising", und zwar von Crystal Johnson, die dem Stück seinen Refrain gibt. Thematisch dreht sich der Song um Verrat im Geschäft, Kooperation mit der staatlichen Gewalt wird aufs schärfste abgelehnt. Der dreckige Sound gepaart mit der soulvollen weiblichen Stimme im Chorus funktioniert dabei ausgesprochen gut. Sobald die Temperatur wieder gemäßigt ist, beginnt "Up north trip", über dessen Beat man gar nicht erst zu reden braucht; reiner Hörgenuss. Havoc und Prodigy sind so gütig, dem Hörer mitzuteilen, wie er es vermeidet, "one false move" zu begehen und den "Up north trip" anzutreten.
Im nächsten Track gibt es zu hören, wie das "Trife life" aussieht, das Hav und P jeden Tag leben, wobei Prodigy von einem Trip "on unknown ground" nach Brooklyn berichtet, während Havoc klarstellt, was einem Unwissenden passieren kann, wenn er sich zur falschen Zeit auf der 41st Side befindet. Egal wie abgedroschen die grundsätzlichen Themen heutzutage auch klingen mögen, der Erzähl-Stil auf diesen Diamant eines Beats kann heute nur noch selten bis gar nicht gefunden werden. Der Sound verändert sich auf "Q.U. hectic" nicht nennenswert, und auch "Right back at you" kann mit dem Wu-Tang Duo Rae und Ghost voll überzeugen. "Fuck where you at kid, it's where you're from / Cause where I'm from, niggaz pack nothin' but the big guns".
In "Cradle to the grave" sind die Drums auffallend weit in den Hintergrund gerückt, was dem Song eine deutlich ruhigere Stimmung verleiht. Gefolgt wird dieser Track von edem letzten Beitrag Q-Tip's, und in "Drink away the pain (Situations)" stehrt er sogar mit am Mic. Der Song an sich gehört zu den softeren des Albums, was jedoch in keinster Weise negativ auffällt.
Damit wäre das Album bei seinem vorletzten Track, und gleichzeitig bei einem der besten Rap-Songs aller Zeiten. Schon das eiskalte Intro zu dem nur die Drums zu hören sind, ist Kult: "To all the killas and a hundred dollar billas / For real niggas, who ain't got no feelings". Als ob das nicht genug wäre, setzt dann der verheerend böse Beat ein. Ein Meisterwerk an Minimalismus, das doch maximale Wirkung erzielt. Dazu liefert Prodigy einen Verse, bei dem es sich nicht lohnt, einzelne Zeilen zu zitieren, da er an sich, mit jeder Zeile, schon ein Höhepunkt ist. "I got you stuck off the realness / We be the infamous / You heard of us / Official Queensbridge murderers", so der Anfang. Dieser Track ist der Grund für QB's Image als der Ort, an dem der rohe Sound der trostlosen Straßen New Yorks in der höchsten Form praktiziert wird. Denn genau das ist "Shook ones pt. II". Mit ihrem Kollegen Big Nod begehen Mobb Deep abschließend noch einen weiteren makellosen Track, der sich passend "Party over" nennt.


Fazit:
Mobb Deep katapultieren sich direkt in die erste Reihe der Träger der EastCoast-Flagge. Allein schon wegen "Shook ones pt. II" ist dieses Album hörenswert. Doch mit allen, durch die Bank weg starken Songs bleibt nur noch zu sagen: Classic.

Gesamtwertung: 9.9 / 10

Sonntag, 28. Oktober 2007

C-Rayz Walz & Parallel Thought - Chorus Rhyme


Tracklist:
01. Intro
02. Chorus I
03. Chorus II
04. Chorus III (Feat Trinity)
05. Chorus IV
06. Chorus V (Feat Vast Aire)
07. Chorus VI Legacy
08. Leo Chorus
09. Vomit Chorus (Feat MF Doom)
10. Chorus Collection (Feat Levi, Hykoo, Messiah-J, iCON The Mic King, Kwote Scriptures, MC Caness, Wordsworth, Karniege, Double AB, Dusted Dons, Tame One, Glock Rockwell, R.A. The Rugged Man, Stahhr The Femcee, L.I.F.E. Long, Sha-Dula, Marq Spekt, Thirstin Howl III, Klu Sheisty, Sean Price, Swave Sevah, Poison Pen, Chan, MC Unknown, Kosher Dill, Block McCloud, Many Styles, Omega Moon & Immortal Technique)
11. DJ Chorus (Feat DJ Ruffneck, Turntable Anhilists & DJ JS-1)

Release: 27. Juli 2007
Label: Urchin Studios



C-Rayz Walz schlägt im Jahr 2007 gleich mehrfach zu. So begann sein Output-Schwall mit Teil 1 einer Trilogie, "The Dropping". Fast ein halbes Jahr später kommt zusammen mit Producer Sharkey ein Nebenprojekt namens Monster Maker auf den Markt, zeitgleich mit Teil 2 der Trilogie, welcher sich "Chorus Rhyme" nennt. Hierfür tut sich C-Rayz Walz mit dem Gespann Parallel Thought zusammen, die sich für die komplette Produktion auf dem Album verantwortlich zeigen.

Parallel Thought zeigen sich der Atmosphäre dieses Albums äußerst zuträglich, können ihre harmonischen, oft mit Samples unterlegten Beats doch einen gelungenen Bogen zwischen Street-Sound und Soul-Einflüssen schaffen. Schon das Intro, welches im Übrigen als einziges nicht den Term "Chorus" im Titel trägt, besticht mit einem großen Aufgebot an Inrtumenten, die ein Soul-Sample an die perfekte Stelle rücken. Nach diesem Intrumental folgt "Chorus I", bei dem trockene Snare-Drums auf eine Gitarre stoßen, was einen astreinen Beat abliefert, den C-Rayz Walz mit seinen Raps beehrt. Denn egal wie einem seine früheren Alben gefallen haben, man kann dem Mann sein unglaubliches Rap-Talent und seine köstlichen Lines nicht absprechen.
In ähnlichem Gewand schließt sich "Chorus II" an. Es fällt auf, dass Drum und Knowledge bei den Beat sehr häufig auf Saiten- bzw. Zupfinstrumente zurückgreifen, was jedoch immer im Endergebnis einen starken Beat liefert, so wie auch bei "Chrous III" mit Vordul Mega und 4th Pyramid, welche zusammen mit C-Rayz Walz Trinity bilden. Besonders glänzen kann C-Rayz Walz jedoch alleine, wenn er besonders gute und markante Beats wie auf "Chorus IV" geliefert bekommt. Doch auch zusammen mit Vast Aire, auf dem streicher-lastigen "Chorus V", oder dem temporeichen, nach vorne preschenden "Chorus VI" (welches im Übrigen über einen großartigen Chorus verfügt) ist C-Rayz Walz absolut souverän.
Auf "Leo chorus" stich ein traumhaftes Voice-Sample hervor, was diesen an sich schon eleganten Beat zu einem der besten Stücke des Albums macht. Darauf lässt C-Rayz Walz eine ganze Reihe von durchdachten, genialen Rhymes, ab. "I'm not a human being, I'm a human doing", "My verse is pregnant, with so much contraction, I'mma give birth to a segment" oder auch "They cut off your mind when you work with your hands / When you work with your mind, they cut off your hands". Auch wenn der etwas monotone "Vomit chorus" wohl sicher so gewollt ist, ist er doch minimal schlechter als der sich auf einer riesigen Sound-Wiese austollende Rest des Albums. Nichtsdestotrotz ist Doom's Auftritt, in etwa so monoton wie der Beat, große Klasse.
Damit wär das Album bei seinem einmaligsten Track. "Chorus collection" beinhaltet Rhymes von sagenhaften 30 MCs und dauert 15 Minuten. Nennenswerte Gäste wären Immortal Technique (allerletzter Rhyme), Sean Price, R.A. The Rugged Man oder Wordsworth. Ausgesprochen gewagtes Experiment, doch dieses Stück wird wohl in die HipHop-Geschichtsbücher eingehen. Für einen solchen Track bedarf es eines wirklich starken Beats, der die Rhymes auch die ganze Zeit trägt. Und das schafft dieser Beat, in dem abwechselnd simple Drums, schmetternde Fanfaren und dann ein Piano den Ton angeben. Eine einzigartige Zusammenkunft von den unterschiedlichsten Rappern, um dem Mainstream eine Bombe vor die Füße zu legen, die ganz ohne Chorus auskommt; C-Rayz selbst bringt es mit seiner Umschreibung des Chorus auf den Punkt: "It's what you need to catch fish with / The Candyman's weapon of choice, Peter Pan's arch nemesis / Just don't let me connect one to your cheek / Cause if I do, you'll tongue kiss your teeth for a week". Auch wenn man bei 5 Minuten gedanklich abschweifen mag um dann bei 7 Minuten zu bemerken, dass immernoch von den verschiedensten Talenten gespittet wird, ist es gerade diese Vielfalt an Styles, die den Track seine volle Spielzeit trägt und auch nicht langweilig werden lässt. Ein wahrer Dinosaurier.
Abschließend gibt es für die Turntablists einen "DJ chorus", der mit Scratches von 3 Gästen gesegnet ist und wie schon der Rest des Albums sehr fein geraten ist.


Fazit:
Auch wenn hinter Walz' Aussagen keine großen Zusammenhänge bestehen, ist es doch eine Freude, diesem Mann bei seiner Leidenschaft zuzuhören. Vor allem auf diesem, verschiedenste Sound-Gefilde, durchfliegenden Beat-Teppich. "Chorus Rhyme" als Album kann auf ganzer Länge überzeugen, und bleibt auch definitiv im Gedächtnis hängen. Das setzt Hoffnungen in Part 3 der Trilogie.

Gesamtwertung: 8.2 / 10

Smif-N-Wessun - Reloaded



Tracklist:
01 Reloaded
02 The Truth
03 My Timbz Do Work feat Heltah Skeltah
04 Gunn Rap
05 Tools of the Trade
06 Sick Em Son
07 War
08 Warrior'z Heart (Gangbang) feat Dead Prez
09 Here I Stand (The Streets Been Good To Me)
10 City of Godz feat Buckshot
11 U Undastand Me feat Starang & Tony Touch
12 Get Back feat The Boot Camp Click
13 A Hustlers Prayer
14 PNC Boyz
15 We Came Up (Crystal Stair) feat Talib Kweli

Release: 13. September 2005
Label:
Duck Down



Mit Smif-N-Wessun schließt Duck Down seinen Rundumschlag ab, "Reloaded" ist Part 3 der Triple Threat-Reihe und bedeutet auch für Tek und Steele ein Comeback. Nach ihrem Namenswechsel zu Cocoa Brovaz releasen sie jetzt wieder unter ihrem originalen Namen. Die Fans dürfen sich unter anderem auf Produktionen der Beatminerz und Justus-League Beatbastler Khrysis freuen.

Das Album geht gleich zu Beginn in die Vollen, mit dem Titeltrack "Reloaded" wird dem Hörer erstmal kraftvoll ein Beat vor die Nase geknallt. Auf die Melodie des Klassikers spittet Steele mit seiner gewohnt tiefen Stimme seine schlagkräftigen Rhymes. "Mr Smif and Mr Wessun, where you been at lately? - On the grind, gettin mine, you know these streets is crazy". Mit einem erstklassigen Banger macht das Album dann auch gleich weiter, Tek und Steele bringen dem Hörer "The truth", wobei X-Ecutioner Roc Raida beim Beat die dumpfen Drums mit seinen kunstvollen Scratches mischt. "This is fo' the Smif-N-Wessun lovers / Who know us as Cocoa Brovaz". Bei diesem Sound werden auch die Non-Believers zu lovers.
Auf die coolste Art und Weise geht es weiter. "I got somethin for that ass, stop stuntin' on my cash / Get a slug up in yo head, or a boot up in yo ass / Say what, say what, nigga my timbz do work", so der Chorus auf "My timbz do work". Erfreulich auch dass es das zweite Duo der Boot Camp Clik zu hören gibt, Ruck und Rock alias Heltah Skeltah. Auf den eher verhaltenen und doch mit Nachdruck wirkenden Beat kann man sich komplett dem Vierergespann hingeben. "Say what, say what, nigga my timbz do work / You can ask Jesus Christ, I take my timbz to church". Kann unweigerlich nur von Sean Püü kommen.
Feucht-fröhlich trudelt der nächste Track ein, der gleich mal eine weitere Bombe eines Beats sein Eigen nennen darf. Der erste Beitrag von Khrysis ist ein ausgeklügeltes Kunstwerk. Dazu noch ein astreiner Refrain und "Gunna rap" ist perfekt. "Nigga, this ain't no comeback, we never left where we live at". Der erste Beat der Beatminerz ist ebenfalls ein starkes Stück, neben dem durchgehend summenden Sample sind es vor allem die Beatminerz-typischen, stampfenden Drums, die hier den Ton angeben und "Toolz of the trade" zu einem weiteren Hochkaräter machen. Hier ist es Tek, der die einprägsamste Line zu bieten hat: "One bitch, her ass was plump / Nickname China shotgun, nigga used to love how she pumped".
Damit wäre das Album bei Khrysis' zweitem Beitrag, "Sick 'em son", das neben den vorangegangen Tracks zwar etwas blass wirkt, jedoch auch seine Reize hat, schließlich hat Khrysis hier alles andere als einen zweitklassigen Beat an den Mann gebracht. Doch er geht eindeutig unter gegenüber dem nächsten Monster. "War" ist der Anthem des Albums, und wird die ersten 20 Sekunden von einem Beat eingeleitet, der sich in seiner ganzen Rohheit auch ausgezeichnet auf voller Länge gemacht hätte. Doch der Rhythmus, der anschließend von böse einschlagenden Drums angegeben, und durch Streicher veredelt wird, ist mindestens genauso gut. So grimey kennt man den BCC-Sound. "I been patiently waiting, for the appropriate moment / to expose what I'm holdin' / The realest shit ever quoted / When we came it was noticed, by the people was voted / The best doer to do it, the Source Magazine wrote it / It was good for a moment, then the industry hated / Said we too hard for the radio, DJs wouldn't play it / But they couldn't deny it, cause the neighborhood loved us / Smif-N-Wessun's the truth, do what we do for the public". So hört sich ein klassischer, grimmiger Part von Steele an. Und bei dem Titel "War" darf natürlich ein Sample von Prodigy aus "Survival of the fittest" nicht fehlen.
Trotz der Combo aus SNW und Dead Prez wird "Warrior'z heart" oft als einer der schlechteren Tracks des Albums gerügt. Und leider kann man dem nichts entgegenhalten, denn so solide dieses Stück auch ist, wird es doch recht schnell langweilig. Sehr ungewohnte Klänge schlagen der Hörerschaft auf "Here I stand" entgegen, das gepitchte Sample wirkt zuerst äußerst aufdringlich, doch sobald man sich daran gewöhnt hat, und den etwas vom Normalsound des Albums ausscherenden Track akzeptiert, ist er durchaus vertretbar, genauer gesagt sogar richtig gut.
Anders bei "City of godz", bei dem die dumpfen Drums unpassend wirken, der Beat zu überdreht und hektisch und bei dem auch Buckshot den unangenehmen Beigeschmack nicht verhindern kann. Eindeutig zuviel des Guten, was Coptic hier in seinem Beat auftischt. Da freut es doch das HipHop Herz, wenn es großartigen Beatminerz-Sound in Form von "U understand me" zu hören bekommt. Der lockere Beat zusammen mit Tony Touch vermittelt eindeutig einen Hauch Mittelamerika. Und Steele's Einstiegs-Line hat fast schon Klassiker-Status verdient: "Qué pasa? Who's that, steppin' in la casa? The general, do it for la raza".
Ein BCC-Posse-Track is fast schon Pflicht, was "Get back" auch seine Existenzberechtigung gibt. Doch beat-mäßig macht der Song nicht viel her, einzig die Raps sind hier hörenswert. Anschließend spannt das Album die zwei unscheinbarsten Tracks hintereinander ein, die jedoch beide bei genauerer Hörbetrachtung sehr gut sind. "A hustler's prayer" besticht mit seinem gut eingebauten Sample und den dominirenden Snares, wohingegen "PNC boyz" mit einem komplexen Sound-Gebilde von Coptic die Köpfe zum Nicken bringt. Doch wartet ein absoluter Höhepunkt nochmal zum Schluss. "We came up" hat den wohl besten Beatminerz-Beat des Albums, und zusammen mit Talib Kweli wird Rap vom Feinsten zelebriert, wobei sich vor allem Tek mit seinen Raps hervortut.


Fazit:
Manchen Fans mag das Album nicht gefallen, weil es zu wenig der alte Sound ist. Doch das letzte Album vor diesem ist 7 Jahre älter, und unter diesem Aspekt kann man nur sagen dass sich auch Smif-N-Wessun, ebenso wie der Rest der Boot Camp Clik, gut weiterentwickelt haben. Und verglichen mit dem 2 Jahre später an den Start gehenden "The Album" wird hier noch bester Street-Sound geboten. Auch wenn es durchaus der schlechteste Teil der 2005er Trilogie ist.

Gesamtwertung: 8.5 / 10

Samstag, 27. Oktober 2007

NYGz - Welcome 2 G-Dom


Tracklist:
1. Itz On feat. Rave
2. Ya Dayz R #'d
3. 3 Man Weave
feat. Reef, Hustle & Mic Ock
4. Laundry Kings
feat. St. Laz
5. Sufferin'
feat. Rave & Fizzy Womack
6. Get 2 Tha Point
7. G'z & Hustla'z
feat. Rave
8. Welcome 2 G-Dom
feat. Rave
9. What Kinda Life
feat. Raw
10. Giantz Ta Thiz
11. Bow Down
feat. Blaq Poet & Rave
12. Broken Dreams
feat. Imani Montana & Versatile
13. Raps 4 U
feat. Boy Bucka & Harlem Fatz
14. Bullseye
feat. Troy Sluggs, Royal Flush & J.U.I.C.E.
15. Black Buddafly
feat. Rave & Aisha
16. Strength

Release: 09. Oktober 2007
Label: Year Round Records



Panchi und Shabeeno, die NYGz, wurden von DJ Premier entdeckt, tauchten auf seinen Mixtapes auf, doch haben bis heute noch kein eigenes Album vorzuweisen. Genau genommen ist "Welcome 2 G-Dom" auch nur ein Street-Album, und es beinhaltet ältere sowie neue Tracks. Doch das ist bei dem Sound, den sie praktizieren, sowieso egal.

Denn wer dieses Album einwirft, für den heißt es: Anschnallen, und ab ins Primo-Land. Und wem das nicht gefällt, der sollte unbedingt die Finger von diesem Werk lassen. Wer sich aber immer noch bedenkenlos Primo's charakteristische Beats anhören kann, bzw. auch Ähnliches (denn hier ist eine ganze Palette von Producern beteiligt), der kann zugreifen. So fängt schon der Opener bärenstark an, wuchtige Drums unterstützen die beiden MCs (bzw. 3, da hier, wie auf dem halben Album auch, Rave mit am Start ist). Der Titel spricht Bände: "It'z on".
Einer der besten Tracks folgt sofort, nennt sich "Your day's R #'d", und hat wie schon Track 1 alles, was man sich als Primo-Fan wünscht. Das Album macht mit genau diesem Sound weiter, mal besser, mal schlechter. So wird "3 man weave" zum Posse-Track, auf dem gänzlich unbekannte Namen wie Mic Ock vertreten sind, "Laundry kings" hingegen lebt von seinem eingängigen Piano-Loop. Auf "Sufferin'" ist prominenter Besuch, M.O.P.'s Lil Fame, vertreten, während auf "Get 2 tha point" die Primo-triefenden Drums mit einer E-Gitarre für die Melodie kombiniert werden, was als Endergebnis äußerst gut ankommt.
Das Album variiert zwar nicht groß, kann aber trotzdem durchgehend guten Sound aufweisen. Egal ob es das markante "Gz and hustlaz", das relaxte "Welcome 2 G-Dom" oder das von Trompeten getriebene "What kinda life" ist, dank der trefflichen Beats und der ansehnlichen Raps von Panchi und Shabeeno ist jeder Track als gelungen zu bezeichnen. Es folgen mit "Giantz ta thiz" und "Bow down" (ausgerechnet hier findet sich eine starke Appearance von Blaq Poet) 2 mittelmäßige Songs, die durch das sample-getragene "Broken dreams" wieder vergessen gemacht werden. Generell kann sich das Album zum Ende hin nochmal steigern, das sehr gefühlvolle "Raps 4 U" (Beat findet sich u.a. auch auf Killah Priest's Offering) ist zwar nicht die Neuerfindung der Welt, doch kommt auch hier sehr gut an. Mit weitaus bekannteren Features als beispielsweise einem Boy Bucka, nämlich mit Royal Flush und JUICE, wird "Bullseye" serviert.
Dann begibt sich das Album mit "Black buddahfly" in elektronische Sound-Gefilde, thematisch wird hier auf seriöse Weise der (afro-amerikanischen) Frau Respekt gezollt. Zum Abschluss muss noch ein ganz guter Represent-Track namens "Strength" ran.


Fazit:
Man muss sagen: dafür, dass hier nicht viel Neues gebracht wird, dass der Sound sogar für Fans manchmal schon totgehört ist, haben die NYGz das Beste aus diesem Album gemacht.

Gesamtwertung: 7.5 / 10