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Freitag, 27. November 2009

Saigon - Warning Shots 2

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 29. September 2009
Label: Amalgam Digital / E1 Entertainment

Tracklist:
01. Nothing Comes Easy
02. That's Not What's Up (Feat. G Martin Soul)
03. Fatherhood (Rayne Dior)
04. All Around The World (Feat. G Martin Soul)
05. For Some Pussy
06. Cookies & Milk (Feat. Young Boombaya & A.P.)
07. Be On Time
08. G Optified (Tommy Tee's Theme Sampler)
09. Fuckk Me, Fuck You (Feat. Quan & Ransom)
10. Rusty Gunz (Feat. Lil Fame)
11. Aye Aye Aye Nigga
12. Copping Pleas
13. Who Can Get Busy (Feat. Grand Puba)
14. For Some Pussy (Remix) (Feat. OJ Da Juiceman)
15. Gotta Believe It
16. Saiiiiii Outro



Es scheint, als hinge inzwischen selbst Saigon das Warten auf sein eigenes offizielles Debüt "The Greatest Story Never Told" zum Halse heraus. Nachdem er sich mit Statik Selektah für das selbsterklärende "All In A Day's Work" verbrüderte, folgt nun die Fortsetzung seines 2004 veröffentlichten Street-Albums slash Mixtapes "Warning Shots". Vor fünf Jahren brachte ihm dieses Werk viel Lob und den Hörern die Zuversicht, dass ein Album wohl bald folgen würde. Doch bis zum heutigen Tag hat es Sai sehr gut geschafft, sich durch besagte Street-Tapes, einige Scharmützel und Gastauftritte über Wasser zu halten.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Diesmal ist zwar kein Alchemist mit von der Partie, doch im Bestreben, den relativen Erfolg des Vorgängers fortzuführen, haben sich zusätzlich zum ähnlichen Cover-Design Mentor Just Blaze sowie Scram Jones, Oddisee, Buckwild und eine ganze Reihe an weniger und nicht bekannten Beatschraubern eingefunden. Wie schon beim Vorgänger ist auch hier der Mixtape-Charakter prägnant, was im Klartext bedeutet: kein roter Faden. Doch wer würde sich an diesem Umstand stören, wenn dafür eine Anhäufung starken Materials geboten würde, die einen in die Vollen gehenden Saigon sähe. Das einleitende "Nothing Comes Easy" lässt dem auch noch alle Chancen offen: Ein etwas lasches, aber immer noch feines Piano-Arrangement dient als Unterlage für Saigon's teils clevere Zeilen. Auch in einigen weiteren Anspielstationen verfolgt er ähnliche Ambitionen, welche natürlich die wünschenswerte Seite des Yardfathers zeigen. Richtige Brecher sollte man jedoch gar nicht erst vermuten. Doch auch Songs wie das an Tochter Rayne Dior adressierte "Fatherhood" können, wenn auch auf instrumentaler Ebene nur halbwegs spannend, den Unterhaltungswert aufrechterhalten. Der Illusion, dass Sai durchgehend von nennenswerten Themen zu berichten hätte, sollte man sich deswegen allerdings nicht hingeben: Ein bisschen Rap-Game-Philosophie, ein wenig Street-Talk und ein viel zu großer Haufen nervtötender Mist. Gemeint ist der unverständlich überproportionierte Anteil, der der animalischen Jagd nach dem weiblichen Geschlecht und allem Folgenden eingeräumt wird: "For Some Pussy" ist nicht nur instrumental miserabel unterlegt, sondern leidet auch an einer Auto-Tune-Hook, die nur aufgrund ihrer Dämlichkeit im Kopf bleibt. Berichtet Saigon hier noch, zu was ihn die Jagd nach Schmuckkästchen getrieben hat, geht es in "Cookies & Milk" ans Eingemachte. Doch auch anderswo sind die Aussetzer zu finden: Vor allem Tommy Tee läuft vollkommen neben der Spur: "Be On Time" und "G Optified" sind mülltonnenreif. Die Suche nach gutem Material verläuft mühsam: "Fuck Me, Fuck You" bietet solides Piano-Geklimper, "Rusty Gunz" ein erfreuliches Oddisee-Instrumental. Altmeister Buckwild's "Aye Aye Aye Nigga" wird erst durch die Hook so richtig versemmelt. Ein Remix mit einem gewissen OJ Da Juiceman sei gar nicht erst in die Relevanz einer Erwähnung erhoben, Grand Puba's Hook für das mäßige "Who Can Get Busy" im leicht karibischen Style hat der Nubian nicht nötig. Um dem Mixtape wenigstens den Ansatz eines versöhnlichen Abschlusses zu setzen, wird mit "Gotta Believe It" ein gelungener Auto-Tune-Track serviert und im "Saiiiiii Outro" mit guter Unterstützung von Scram Jones abgeschlossen.


Fazit:
"Warning Shots 2" ist ein Mixtape. Es sich komplett anzuhören, ist mühsam und resultiert zwangsläufig in konstantem Skippen. Denn die Quote der genießbaren Stücke rangiert um die 50%, was selbst bei einem Mixtape unverzeihlich ist. Zudem fehlt die Loge der sehr guten Tracks (vor fünf jahren noch angeführt von "Yes") gänzlich. Damit bleiben noch Saigon's Skills am Mic, die beizeiten zugunsten von primitivem Proletengelaber in den Schrank gesperrt werden, aber auch sonst nicht jeden Song retten. Wer tatsächlich noch auf "The Greatest Story Never Told" wartet und dabei etwas von Saigon zum Zeitvertreib hören will, der sollte auf die anderen beiden eingangs erwähnten Scheiben zurückgreifen, nicht aber auf "Warning Shots 2".

Gesamtwertung: 4.0 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Sonntag, 2. August 2009

Chubb Rock & Wordsmith - Bridging The Gap

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 28. Juli 2009
Label: E1 Music

Tracklist:
01. Back In
02. Hiphop Luv (Remix)
03. Bridging The Gap
04. Ol Skool Flava
05. Old 2 The New
06. Live From The Go-Go
07. Clay Davis
08. The Steppers Studio
09. Jealously Ting
10. Soul Baby Blues
11. Chocolate City Part 1
12. Chocolate City Part 2
13. Soulmates (Feat. Kima Collins)



"Einzigartiges Konzept" heftet sich dieses Album stolz auf die Brust. Dahinter steckt ein Kollaboalbum, bei dem der legendäre Chubb Rock auf das bisher weitesgehend unbeschriebene Blatt Wordsmith trifft. Zu Chubb muss eigentlich nicht viel gesagt werden, der schwergewichtige Veteran ist ein fester Teil der 90er. Seit der Jahrtausendwende beschränkte er sich allerdings auf wenige Feature-Auftritte, was dieses Album zur kleinen Überraschung macht. Wordsmith hingegen stammt aus Baltimore, gehört dem Nu Revolution Camp an und mag dem ein oder anderen von seinen HipHopDX-Mixtapes bekannt sein. Während Chubb sich aus dem Nahezuruhestand zurückmeldet, ist "Bridging The Gap" für Wordsmith der erste große Wurf.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Chubb selbst stellte dieses Album sogar in eine Reihe mit "Paid In Full" und "3 Feet High And Risind" - und selbst wenn nur ein Zehntel dieser großen Töne wahr wäre, dann hätte man es hier mit einem beachtlichen Album zu tun. Doch es kommt alles ganz anders. Nach den Antworten suchen muss man bei den Produktionen, die in die Hände von einer Reihe an Namen gelegt wurden, die zumeist auch in der Bibliothek eines geschulten Rap-Hörers keinen Eintrag besitzen. Hauptverantwortlich ist Strada, der acht Beats schustert und ganz nebenbei auch zur Nu Revolution gehört. Den Rest teilen sich Capish, Rednaz Beats, DJ D.L. Swift und Daren Joseph. Was der Albumtitel und das angebliche Konzept in Bezug auf die beiden Protagonisten bedeuten sollen, ist offensichtlich: Zwei Generationen, Old- und New-School, treffen aufeinander und schlagen eine Brücke. Über den Produktionen schlägt sich das große Fragezeichen schon im Voraus auf, ohne bis zum Ende der Scheibe beantwortet zu werden. Hier wird nichts überbrückt, hier wird in schmierig seichten, nostalgischen Gewässern gerührt. Die logische Folge ist, dass kein einziger Beat als wirklich gelungen zu werten ist, da Strada wirksamer als jedes Hypnotikum wirkt. Doch selbst davon lässt sich der Chubbster mit seiner potenten Teddybärenstimme seine Auftritte nicht vermiesen - denn seine Raps sind das beste, was es auf dem Album zu hören gibt. Weniger lässt sich das über die Inhalte sagen, denn hier beschränkt man sich in erster Linie darauf, vergangenen Tagen Respekt zu zollen, das eigene Generationen-Konzept zu rühmen oder Weibergeschichten zu erzählen. Die ersten fünf Tracks quäken mit der Sturheit eines Bergesels von dem, was sich in den fünf Titeln schon mehr als erübrigt hat. "Had to re-enter the game cause the genre got sickly", so Chubb in "Old 2 The New", während in selbigem Song dämliche Beat-Umbrüche den Hörer more sickly machen. Das smoothe "Ol Skool Flava" hat dagegen noch ein wenig Charme. "Sheeeeeet"-Rufe à la "Clay Davis" kommen erst auf dem öden Beat von D.L. Swift so richtig negativ zur Geltung, die Suche nach den "Soulmates" verläuft für den Hörer höchstgradig unspektakulär. Doch nun zum nächsten großen Problem der Platte, das unmöglich nur meiner subjektiven Wahrnehmung entspringen kann: Wordsmith hat zwar durchaus Skills, doch seine Stimme macht es unerträglich, ihm zu lauschen. Der Jungspund klingt, als würde er jeden Morgen ein Pfund Kreide verschlingen, nur um die größte Milchbubenstimme der Rap-Hemisphäre zu erlangen. Da können mir auch sich gegen Gewalt aussprechende Botschaften gestohlen bleiben. Und wenn der Chubbster dann in "Chocolate City Part 1" (der zweite Teil gehört Words) bis auf die Hook alleine rappt, setzt's beim Beat aus. Immerhin ist nach 13 Tracks und einer Dreiviertelstunde Schluss.


Fazit:
Die Idee ist - wenn auch nicht albumfüllend - sicher interessant, die Umsetzung dagegen lausig. Da macht es keinen Unterschied, ob Chubb Rock seinen Partner als Padawan bezeichnet, als Team harmonieren die beiden nicht sonderlich. Das liegt natürlich in erster Linie an Wordsmith, dessen Stimme nach einiger Zeit so unangenehm wird wie Fingernägel auf der Schultafel. Dazu kommt das größte Manko, das dieses Album ins endgültige Dilemma reitet: die Produktionen, die so enttäuschend stumpf und weichgespült sind, dass sie beim Erklingen von Chubb's Stimme augenblicklich zu Nichtigkeiten degradiert werden. Als Hintergrundmusik taugt die Scheibe natürlich einwandfrei, doch bringt man es einmal auf den Punkt: schlechte Beats, ein (zumindest für mich) stimmlich nicht zu ertragender Wordsmith, inhaltliche Leere - da kann man "Bridging The Gap" mit ranickischer Bestimmtheit ablehnen.

Gesamtwertung: 4.0 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Sonntag, 17. Mai 2009

Prodigy - Ultimate P

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 15. Mai 2009
Label: Module / Ascetic Music

Tracklist:
Disc 1:
01. Intro
02. Bidadidat (Feat. Mobb Deep)
03. People Talkin (Dissin' Jay-Z)
04. Hood Rich
05. So Ill
06. Dissin' 1 Interlude
07. Know The Game (Frankie Cutlass Remix) (Feat. Mobb Deep & M.O.P.)
08. Okay Dunn
09. Mobb Run The Rap Game
10. Power Rap Freestyle
11. Heads Off (Feat. E Money Bags)
12. The Code Part 2 (Feat. Mobb Deep & Tragedy Khadafi)
13. Sold My Soul (Feat. Twin Gambino)
14. Three Stacks (Feat. Twin Gambino)
15. Interlude
16. Project Niggas (Feat. Mobb Deep & Young Buck)
17. Walk With A Shotgun (Feat. Illa Ghee)
18. Interlude

Disc 2:
01. The Gold (Feat. Mobb Deep)
02. Straight Murda (Feat. 50 Cent)
03. Sleep When I'm Dead
04. Somebody Be Dead (Feat. Mobb Deep)
05. Murda Murda (Feat. Tony Yayo)
06. Got Got
07. Interview 2 Interlude
08. That Go (Feat. Keak Da Sneak)
09. I Betcha (Feat. Kokane)
10. We Don't Love Them (Feat. Mobb Deep)
11. Interlude
12. Dissin' 2 Interlude
13. It's Ya Birthday (Feat. Mobb Deep & Twin Gambino)
14. Serial Killer (Feat. 50 Cent & 40 Glocc)
15. U All Right? (Feat. Mobb Deep)
16. Freeway (Feat. Mobb Deep)



Ein neues Prodigy Album? Nein, schließlich sitzt die Mobb Deep Legende für die nächste Zeit hinter Gittern. Wofür sich Module und Ascetic hier die Rechte gesichert haben: nicht mehr als eine Ansammlung an mehr oder weniger unveröffentlichtem Material und B-Ware. Um das Ganze etwas attraktiver einzukleiden, wird der Titel "Ultimate P" aus der Taufe gehoben: "The ultimate Prodigy / Mobb Deep project covering Prodigy and Mobb Deep history, with previously unreleased tracks, from the Golden Age to G-Unit signature and jail...". Laut Ankündigung also alles, was man neben den offiziellen Alben braucht - man darf gespannt sein, wie viel bzw. wenig der großspurigen Ankündigungen wahr ist.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Dass in Zeiten, in denen Prodigy auf seinem Cover mit Pinkstich posiert, auch der Pressetext flunkert, überrascht nicht im Geringsten. "Ultimate P" ist die alte Leier - Freestyles, Remixes und ein wenig unveröffentlichtes Material. Die ineinandergeblendeten Übergänge geben der Doppel-CD von Anfang an Mixtape-Charakter, die teilweise sehr kurzen Tracks erledigen den Rest. Häufigster Gast ist Havoc, da ein beachtlicher Satz an Mobb Deep-Tracks ins Aufgebot gestreut wurde. So zum Beispiel gleich "Bidadidat", das zusammen mit "Okay Dunn" von Clinton Sparks' 2005er Album entnommen wurde - und schon damals sämtliche Mobb-Fans kalt ließ. Ansonsten hält sich der Anteil der bereits auf den ersten Blick bekannten Songs in Grenzen. Zudem wird das Album eingerahmt von einigen Interludes, in denen Prodigy ein paar der Sprüche, die es auch schon in seinen Blogs zu lesen gab, vom Stapel lässt: Zu viele Garbage-Rapper seien momentan unterwegs, er könne auf der Stelle 100 davon aufzählen und er selbst gehöre selbstverständlicherweise zur privilegierten Selektion, die ihren Platz im Game verdient hat. Ein wenig unglücklich ist die Qualität, die auf dieser Scheibe unter P's Aussagen steht. Lag es nun daran, dass die Rechte für andere Songs nich erkämpft werden konnten, oder an der Tatsache, dass die Tracklist nicht von Mobb Deep-Fans zusammengestellt wurde: für eine "ultimative" Zusammenstellung an Schubladenmaterial von Mobb Deep bzw. Prodigy ist "Ultimate P" eher kläglich. Da schlummern Diamanten von weitaus höherem Karat in den Archiven - man erinnere sich nur einmal daran, was es auf "The Dunn Language" zu hören gab. Denn auch wenn man sie bereits kennt - inoffizielle Klassiker wie "Back At You" hätte ich persönlich bei einem solchen LP-Titel durchaus erwartet. Doch die Zahl der wirklich zu Recht vertretenen Songs ist nicht groß, aus den 90ern ist es ganz offensichtlich nur ein Song: Der "Power Rap Freestyle" (vom QB Finest Album) klingt als einziger nach dem Prodigy, wie man ihn aus seiner Blütezeit kennt - und ist auch deshalb bei den besten Songs einzuordnen. J-Love's "Mobb Misses" lassen bei "We Don't Love Them Hoes" (schon bei jenem Mixtape einer der schlechteren Tracks) grüßen und mit "Freeway" wird eiskalt der Freestyle über Freeway's "Flipside" von "Infamous Allegiance" ins Feld geführt. Es finden sich noch eine ganze Reihe an weiteren fremden Beats - doch Klassiker von "The Chronic" und "Doggystyle" ("Mobb Run The Rap Game", "Serial Killer") braucht man nicht mit Neuinterpretation von Mr. P. Während aus den Sessions mit Sid Roams Restmaterial verwendet wird, ist "Three Stacks" eiskalt vom Album "H.N.I.C. Pt. 2" selbst. Dass es "Sleep When I'm Dead" hingegen nicht geschafft hat, ist kein Wunder. "Sold My Soul" klingt plastisch unattraktiv nach Sid Roams, stammt aber aus Havoc's Hand. Von den Gastauftritten sollte man sich auch nicht viel erwarten: "The Code Part II" unterscheidet sich nur im (schlechteren) Beat vom Original, Gambino kämpft mit den Sid Roams-Sounds, die G-Unit sollte eigentlich gar nicht erwähnt werden und Vögel wie Keak Da Sneak sind hier - ohne über sie zu urteilen - auf dem falschen Album. Wie das seinerzeit (1996 / 1997) bombenstarke "Know The Game" mit neuem Beat verunstaltet wurde, grenzt an Vergewaltigung. Lediglich "Heads Off" mit E Money Bags (ebenfalls zu finden auf dem Kay Slay Tribut-Mixtape) gehört hierher. Amüsanterweise findet sich gerade in den "Interludes brauchbares Material, das sich mit DJ Clue's "The Gold" bei den stärksten Momenten der Kollektion einreiht. Dort darf auch Alchemist's "Somebody Be Dead" nicht fehlen. Damit hat man jedoch alle nennenswerten Punkte abgeklappert. Der Jay-Z Diss ist ein schlechter Witz ("I got more money and I got more power" - eiskaltes Leugnen der Realität?!), und auch sonst scheint P teilweise nicht mehr ganz sauber zu sein:

"Mobb Deep is better than God, better than Jesus
More popular than Allah in the hood, in the street it's
Only us that these niggas are listenin to
Our book is a new bible
"


Fazit:
Nüchtern betrachtet ist "Ultimate P" nicht übermäßig schlecht (mit einigen Ausnahmen). Doch der Deutschlehrer würde diese Scheibe als Themaverfehlung abwatschen. Für Mobb Deep-Fans ist sie uninteressant, da die Fans die lohnenswerten Songs bereits kennen, für Neueinsteiger oder diejenigen, die nur mit den offiziellen Alben vertraut sind, wird hier einfach kein repräsentatives Gesamtbild abgegeben. Unter einem anderen Namen, unter anderer Sicht auf sich selbst würden diese Kritikpunkte entfallen. Doch was ein "Ultimate P" sein will, das muss mehr bieten. Hier hat man eine Ansammlung, die vor allem das Second-Hand-Material der qualitativ ärmeren neuen Zeiten abdeckt, in seiner eigentlichen Funktion jedoch versagt und auch ganz unter Ausblendung all dieser Umstände etwas magere Kost ist.

Gesamtwertung: 4.0 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Mittwoch, 29. April 2009

Rapper Big Pooh - The Delightful Bars (North American Pie Version)

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 05. Mai 2009
Label: Hall Of Justus

Tracklist:
01. North American Pie Intro
02. The Comeback
03. Its A Go (Feat. Torae)
04. Nothing Less (Feat. Ab Soul, Jay Rock & K Dot)
05. C.O.D.
06. Move (Feat. Darien Brockington)
07. Something Like Stars (Feat. Big Treal)
08. Step Up
09. Reality Check (Feat. Big Dho, D. Black & Mykestro)
10. Problems (Feat. Jozeemo)
11. AMO A SU PAPI DE LA BARRA (Skit)
12. Roll Call (Feat. Jozeemo, Chaundon & Joe Scudda)
13. The Life (Feat. Mushinah)
14. Rearview Mirror
15. EMPANADA NORTE AMERICANA OUTRO



Sie ist definitiv sympathisch: Die wohlgerundete eine Hälfte von Little Brother namens (Rapper) Big Pooh, die weiter daran arbeitet, sich auch als Solo-Künstler einen Namen zu machen. Das Debüt "Sleepers" bekam und bekommt auch heute noch keine übermäßige Beachtung, was dem Zweitling "Dirty Pretty Things" nicht passieren soll. Um sich im Gespräch zu halten, war ein Mixtape geplant. Weniger geplant war, dass aus den entsprechenden Sessions ein Street-Album in vierfacher Ausführung hervorgeht: Neben der hier vorliegenden Standard-Version wären da noch die Versionen mit kandiertem Apfel à la iTunes, belgischer Schokolade und japanischem Daifuku. "The Delightful Bars" ist der treffliche Titel, der in dieser Version den "American Pie", natürlich veröffentlicht über das eigene Hall Of Justus-Label, serviert.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Auch wenn mit sämtlichen Covern gleich delightfully daneben gegriffen wurde, tut das "Intro" mit verführerischer Stimme sein Bestes, um dem Hörer den bevorstehenden Naschgang schmackhaft zu machen. Doch darauf alleine verlässt sich Pooh selbstverständlich nicht. Im Gepäck hat er eine Wagenladung an Gästen, die sowohl bzgl. der Beats als auch der Raps für gute Unterhaltung sorgen sollen. Für Little Brother Fans bedeutet dies allerdings schon die erste Enttäuschung: Kein Phonte und nur ein Beat von 9th Wonder haben es hier aufs Album geschafft. Von der HoJ hingegen schleppt Pooh dann doch den ein oder anderen Emcee aus der zweiten Reihe mit sich: Joe Scudda und Jozeemo sind nur zwei davon. Trotzdem besteht mit der Viezahl an verschiedenen und vielfältigen Producern, unter denen Jake One aus Seattle und Young RJ aus Detroit als handfestes Beispiel dienen, durchaus Hoffnung, dass es Big Pooh gelingt, aus dem Klammergriff des langweiligen HoJ-Sounds auszubrechen. Doch Fehlanzeige. Schnell - viel zu schnell - wird dem Hörer bewusst, dass er sich hier wie immer mit halbgaren Representern, harmlosen Sounds und zu oft durchgekauten Themen von der Stange herumzuschlagen hat. Mit "Come on media - don't bootleg my album" bzw. "Come on consumer - go buy my album" hat man hier außerdem einen ernsthaften Anwärter für das nervtötendste bzw. dämlichste Promo-Gequatsche der letzten Jahre. Relaxed ist die Scheibe trotzdem - was sie aber auch jegliche Spannung kostet. Dass Khrysis derzeit in einer nicht enden wollenden Krise steckt, offenbart sich hier erneut: Wo "The Comeback" viel zu berechenbar einläuft, gewinnt "Reality Check" gerade noch ein müdes Lächeln. Lediglich "The Life" baut (natürlich weiterhin voll im klanglich begrenzten Rahmen des Albums) mit dem Gesang Mushinah's ein wenig Atmosphäre auf. Weitaus erschreckender ist jedoch, dass auch die externen Produzenten keine Akzente im Album setzen können: Young RJ lässt den Detroit-Flavor in "Nothing Less" nur ganz bedingt aufleben und Jake One bleibt in "Something Like Stars" erschreckend blass. Seitens der Raps passiert nicht viel mehr: Ausgelutschte Hooks, Gäste, die das Album nicht bereichern und ein Big Pooh, dem unter all diesen Umständen das Publikum flöten geht. Nachdem ihn auch Illmind im Stich lässt, scheint alles verloren - doch es sind glücklicherweise gerade die unbekannteren Namen, die diese Scheibe vor wirklich schlechten Noten retten (teilweise - beileibe nicht durchgehend): Dae One bastelt mit "It's A Go" genießbare Musik, und auch sonst hieven sich einige Stücke (z.B. "Step Up") in ebendiesen, akzeptablen Bereich. Ironischerweise ist es gerade 9th Wonder, der im abschließenden "Rearview Mirror" seine altbewährte Sample-Kunst auffährt und diesem Album einen angenehmen Abtritt verschafft.


Fazit:
Es ist Definitionssache, ob die standardisierten "Patzer" der Produzenten wirklich als solche bezeichnet werden sollten. "08/15-Leistung" beschreibt es auch ganz gut und lässt außerdem erkennen, dass das, was hier geleistet wurde, gemessen am eigenen Status (und beispielsweise bei Jake One auch an dem, was er 2008 noch mit seinem Debütalbum veröffentlichte) zu wenig ist. Für das wenig beachtete Mixtape, als welches "The Delightful Bars" eigentlich geplant war, wäre dieses Material akzeptabel - als zu hoch gehyptes Street-Album in Vierfachausführung ist es (unter der Annahme, dass die hier nicht vertretenen restlichen Tracks ähnlich gut sind) seinen Preis nicht wert. Unter solchen Umständen muss man Big Pooh als Solo-Künstler nicht weiter beachten und sollte sich entweder Phonte und Nicolay zuwenden - oder mal wieder "The Listening" in den Player einwerfen. Für die hier vergebenen 50% sollte sich Pooh bei seinem früheren LB-Kollegen 9th Wonder bedanken.

Gesamtwertung: 4.9 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Sonntag, 5. April 2009

Jim Jones - Pray IV Reign

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 24. März 2009
Label: Diplomat Records (E1 Music) / Columbia Records

Tracklist:
01. Intro (Feat. Starr)
02. Pulling Me Back (Feat. Chink Santana)
03. Let It Out
04. How To Be A Boss (Feat. Ludacris & NOE)
05. Medicine (Feat. NOE & Chink Santana)
06. Frienemies
07. Precious (Feat. Ryan Leslie)
08. Blow The Bank (Feat. Oshy & Starr)
09. This Is For My Bitches (Feat. Oshy)
10. Girlfriend (Feat. Juelz Santana & Oshy)
11. This Is The Life (Feat. Starr)
12. My My My (Feat. Rowanna)
13. Pop Off (Feat. NOE & Mel Matrix)
14. Pop Champagne (Feat. Juelz Santana & Ron Browz)
15. Rain (Feat. Rell, NOE & Starr)
16. Na Na Nana Na Na (Feat. NOE & Brittney Taylor)



Wer hätte es sich um 2003 träumen lassen, dass die Harlem-Quatschbrüder Jim Jones, Juelz Santana und Cam'ron einmal dort stehen würden, wo sie jetzt sind: Die Diplomats gibt es nicht mehr (wofür auch, wenn Jim Jones eine eigene Gruppe, die Byrdgang, am Start hat), Mentor Cam'ron wurde überrundet und Jim Jones steht vor seinem ersten Major-Label-Debüt. "Pray IV Reign" heißt das neue Werk und das inzwischen vierte Album, das auf die Unterstützung von Columbia Records bauen kann. Um der Bootleg-Gemeinde zuvorzukommen, präsentiert Jones das Album auf seiner Myspace-Seite, wo es (derzeit noch) für jeden anhörbar ist.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Zu Beginn muss man Jimmy diesmal gratulieren, bei seiner Cover-Wahl voll ins Schwarze getroffen zu haben. Die Abwendung von Fotos seiner (fragwürdig anschaulichen) Person selbst hin zu einem Foto von Thi Chien war für mich ein ausschlaggebender Grund, überhaupt in das Album reinzuhören. So blauäugig, infolge auch einen kompletten Wechsel der musikalischen Orientierung zu erwarten, sollte man jedoch nicht sein. Allerdings und immerhin stellt man schnell fest, dass nicht das ganze Album im Stil von "Pop Champagne" gehalten ist. Diese erste Single des Albums ist geprägt von Ron Brownz'schem Autotune und unterstreicht auf grauenvollste Art und Weise, dass der Gesang des EtherBoy's trotz des kaschierenden Effekts so unangenehm klingt, dass man sich fragen muss, was dieser Schund auf einem professionellen Album zu suchen hat. Paradox, dass ein für die LP eher unrepräsentativer Song als Club-taugliche Single herhalten muss. Denn egal, wie sehr man den Rest des Albums nun schätzt, er ist Autotune-frei. Und wo nervtötendes "We gettin money like Na Na Nana Na Na"-Gefasel noch auf ähnlichem Niveau dümpelt, da begeht das Album seinen Einstieg im "Intro" dank gekonnt relaxter Produktion von No I.D. äußerst vielversprechend. Nichtsdestotrotz dreht sich Jimmy's Welt hauptsächlich um die grünen Scheine und die Dinge, die sich damit kaufen lassen. Der einzige Track, der an ältere Dipset-Zeiten erinnert, ist das aufschneiderische "How To Be A Boss" mit Ludacris und einem klotzigen Streicher-Instrumental. Produziert wurde es ausgerechnet von Ron Browz, der lustigerweise mit diesem und seinem dritten Beitrag zu den besseren Momenten des Albums beiträgt. "Rain" ist ebenfalls von Browz und kann als seltener, ernst gehaltener Moment des Albums punkten. Hier passt sogar die Hook, gesungen von Rell. Der oft vertretene NOE (zur Orientierung: Jenes Mitglied der Byrdgang, das wie Jay-Z klingt) sticht seinen Chef regelmäßig aus - was bei Jim Jones natürlich auch keine allzu große Herausforderung darstellt. Während Juelz Santana zwei blasse Auftritte hinlegt, bleibt vom Rest der Byrdgang nicht viel in Erinnerung. Generell bietet das Album seitens der Raps keine wirklich erwähnenswerten Momente - doch wer erwartet das bei einem Jim Jones schon? "Frienemies" kocht seine Thematik (gerichtet an Cam und Max B) nicht halb so warm auf, wie der Titel glauben macht und "Pussy is my Medicine" entpuppt sich als Totalausfall - da kann noch so oft die Vorstellung einer Welt, in der sich alle Frauen willig anbieten, proklamiert werden. Zwischen einem plumpen "Pop Off", dem Beat-lich unbedeutenden Tribut an Stack Bundles ("My My My") und einer ganzen Reihe an ebenfalls austauschbar aufgebauten Songs findet sich noch ein Anspieltipp: Supa Dave West schustert für "Let It Out" ein starkes Instrumental, von dem Jones auf den besten vier Minuten des Albums zehrt.


Fazit:
Alle, die mit diesem Album einen Totalabsturz erwartet haben, werden enttäuscht sein. Jim Jones wird zwar in diesem Leben kein wirklich guter Rapper mehr, das muss er jedoch auch nicht, um eine Hand voll guter Tracks zustande zu bringen. Nüchtern betrachtet ist dieses Album auch nicht mehr. Je nachdem, wo man seine Erwartungen angesetzt hat, kann man durch dieses Resultat schon positiv überrascht sein. Letztendlich bleibt das Cover immer noch der schönste Teil des Albums, der Rest ist meistens nichts Halbes und nichts Ganzes. Auf seiner Myspace-Seite kann man vorbeischaun, kaufen muss bzw. sollte man "Pray IV Reign" nicht.

Gesamtwertung: 4.2 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Freitag, 6. März 2009

Braille & Symbolyc One - Cloud Nineteen

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 03. März 2009
Label: HipHop Is Music

Tracklist:
01. Sky Dive (Intro)
02. It's Nineteen (Feat. Ragen Fykes & Rob Swift)
03. For Life
04. Broken Heart (Feat. Strange Fruit Project, Ragen Fykes & Thesis)
05. That's My Word (Feat. Theory Hazit & Rob Swift)
06. Fill It In (Feat. DJ Idull)
07. Skepticold
08. Heart of God
09. Found Her
10. From The Pulpit
11. Megaphone Phonics (Feat. Vursatyl & Rob Swift)
12. Work That Way
13. HardRock (Feat. Lightheaded & Rob Swift)
14. Stay Together (Feat. Ragen Fykes)
15. Parachutes And Ladders (Outro)
16. Frankenstein (Bonus)



HipHop Is Music. Das ist das Motto, unter dem der aus Portland stammende Braille arbeitet. Kein Wunder, dass auch das eigene Label diesen Namen trägt. 2008 gab es "IV" für den Hörer, ein Schaulaufen von anerkannten Producer-Größen. Einer davon (verantwortlich für "Blessed Man") war Symbolyc One, seines Zeichens Kopf der Rucksackträger des Strange Fruit Project aus Texas. Anscheinend haben sich die Zwei blendend verstanden, denn schnell hat man den Beschluss gefasst, ein ganzes Album zusammen aufzunehmen. Das Erzeugnis nennt sich "Cloud Nineteen" und steht dem Hörer im Frühjahr 2009 ins Haus.

WRITTEN FOR Rap4Fame

"Blessed Man" war seinerzeit ganz gelungen. Doch schon vor dem ersten Ton muss man bei diesem Album die schwer berechtigte Befürchtung aussprechen, dass man es hier mit stapelweise Langeweile zu tun hat - immerhin ist Braille, was auch schon auf "The IV" ein großes Problem war, nicht der potenteste Rapper und dümpelt mit seinen immergleichen Raps in einem brav-überschaubaren Intervall, während S1 auf einem Pfad wandelt, der dem der immergleichen Justus-League gefährlich nahe liegt. Natürlich war dies die böse zugespitzte Version und Zusammenfassung der jüngsten Erzeugnisse dieser zwei Künstler, doch leider ist es auch die zutreffendste für dieses Werk. Bezeichnend dafür sind Gastauftritte von Künstlern, die weder negativ noch positiv ins Gewicht fallen. Braille selbst tritt immer noch als naiver Prediger auf, der die Großartigkeit seiner Musik und eine heile Welt propagiert. "I'm not selling my soul, boy, neither should you / Good music is from the heart, so I'm keepin' it true" - gegen solche Phrasen ist selbstverständlich nichts einzuwenden, nur wie Braille in dieser Sphäre blauäugig durch sein ganzes Album stolpert, ist schwer erträglich. "Found Her", das über seine Liebe des Lebens berichtet, bringt zwar ein wenig Abwechslung, dümpelt jedoch ähnlich kraftlos vor sich hin wie der Rest der Scheibe. Erwartungsgemäß findet sich eine kleine Zahl an guten Tracks, denen "For Life" mit gelungener Kombination aus Pitch-Voice und Drum-Gerüst vorsteht. Im Allgemeinen wirft dieser immergleiche Sound allerdings ein starkes Verlangen nach der Skip-Taste auf. Flache Hooks ("Skepticold") wechseln sich mit wolkigen, lahmen Nummern und flotteren Instrumentals, die aufgrund ihrer Vorhersehbarkeit und der penetrante Stimme Braille's trotzdem reizlos bleiben, ab. Die oft zum Tragen kommenden Vocals von Ragen Fykes fallen in die oben erwähnte Sparte von Features, da sie keine Akzente setzen können - ja, nicht einmal sonderlich auffallen. Dass Braille und S1 die Falschen sind, um einen Track "Frankenstein" zu taufen, ergibt nicht erst der letzte Track. Die anwesenden DJs, nämlich Rob Swift und DJ Idull, tun das Ihre, um mit ihren Cuts dem Album einen viel zu herkömmlichen Charakter aufzusetzen. Ab und zu fühlt man sich an irgendwo schon gehörte Songs erinnert und zu anderen Zeitpunkten schweift die Aufmerksamkeit ab. Raps von der Kanzel ("From The Pulpit") sind in etwa so fesselnd wie die tatsächlichen Ansprachen des lokalen Pfarrers mit Holzfällerrhetorik. "Fill It In" versucht sich, wie auch einige andere Tracks des Longplayers, an starker Drum-Lastigkeit, erfährt dadurch aber trotzdem keinen Aufschwung. "More mounts to travel, still kickin' up gravel / There's still more battles to fight and more topics to tackle" - das darf nach Konsum von sowohl "That's My Word" als auch dem großen Rest infrage gestellt werden.


Fazit:
So vorhersehbar, wie sich der Sound dieses Albums angebahnt hat, schlägt er dann auch ein. Im Jahr 2009 ist "Cloud Nineteen" schlichtweg die Irrelevanz eines Albums. Braille rappt sich mit optimistisch-kindlicher Einstellung durch den lähmend altbackenen Sound. Dass ihm dabei der ein oder andere gute Track gelingt, fällt in die absehbare Streuung um den Mittelwert. Bringt man Letzteren auf den Punkt, so landet man bei Hintergrundmusik, was dieses Album in der Tat auch ist. Somit wird der Kette an Releases aus dem HipHop Is Music- als auch dem SFP-Camp ein weiteres mittelmäßiges Glied hinzugefügt, das logischerweise und eigentlich zu einer baldigen Umstrukturierung der Konzepte beider Künstler führen müsste. Damit rechnen sollte man so schnell allerdings nicht.

Gesamtwertung: 4.2 / 10

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Freitag, 27. Februar 2009

Joe Budden - Padded Room

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Release Date: 24. Februar 2009
Label: Amalgam Digital

Tracklist:
01. Now I Lay
02. The Future (Feat. The Game & Dominic)
03. If I Gotta Go
04. Don't Make Me
05. Blood On The Wall
06. In My Sleep
07. Exxxes
08. I Couldn't Help It
09. Adrenaline (Feat. CZ)
10. Happy Holidays (Feat. Emanny)
11. Do Tell
12. Angel In My Life
13. Pray For Me



Dass auch nach der Veröffentlichung des ersten Albums nicht alle Hürden überwunden sind, beweist uns Joe Budden in eindrucksvoller Weise: sechs geschlagene Jahre sind inzwischen vergangen, seit "Pump It Up" in aller Leute Münder (und Ohren) war. Überbrückt wurde diese Zeit mehr schlecht als recht mit einer Vielzahl an Mixtapes. Nun hat es Budden endlich geschafft: Nach ewigen Streitereien mit dem alten Label Def Jam, dem Wechsel zu Amalgam Digital, über das 2008 zur Überbrückung "Mood Muzik 3: The Album" und "Halfway House" erschien, gibt es endlich "Padded Room", das zweite offizielle Album des Emcees aus New Jersey.

Mit ellenlangen Lobpreisungen über Joe's Grind wird extra hervorgehoben, dass der Hype um den 28-jährigen noch nicht abgeflaut ist. Um aber ganz ehrlich zu sein: In der engeren Szene hielt sich die Beigeisterung für "Jump Off" Joe seit jeher in Grenzen. Ein leicht unsauberer, gelispelt klingender Flow und Snack-Rap für zwischendurch, der durch die Hit-Single "Pump It Up" natürlich noch extrem unterstrichen wurde. Wer sich das Debütalbum noch ein wenig öfter zu Gemüte geführt hat, dem werden einige lustige Tracks ("Porno Star") und auch sogar einige nachdenkliche Songs in Erinnerung geblieben sein. Genau da setzt "Padded Room" an: Die unabstreitbaren Mühen und Rückschläge, die Budden einstecken musste, scheinen sich im Sound niederzuschlagen - zumindest teilweise. In jedem Fall fällt auf, dass sich die Club-Tracks und Representer rar gemacht haben. Die produzierenden Jungspunde aus Portugal, Blastah Beatz, sind mit fünf Beats auf dem Album vertreten und steuern auch den Opener bei, der mit gutem Tempo in die Manege einrollt: "Now I Lay me down to sleep / I pray the lord..." und so weiter - diese abgedroschenen Phrasen machen die Hook leider doppelt anstrengend. Mit einem kleinen Exkurs lässt sich die Ecke der wirklichen Street-Tracks abhaken: Dass MoSS nach altbewährtem Muster solche Nummern zimmert, ist weithin bekannt und offenbart sich einmal mehr in "Blood On The Wall", einem Diss an den einsitzenden Prodigy:

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"Never mind me, worry bout your medicaid
Shit is so unfair - nigga, beats carried your ass most of your career
Wanna blog?, here's a reason: how the fuck it's "Murda Muzik"?
Anybody ever dissed this nigga still breathin'
Jay-Z, Saigon, Nas already peeled him
2 Pac, he ain't alive, but you ain't killed him
"

Durchaus amüsant; und man würde es ihm auch abkaufen, würde sich nicht gute zehn Minuten früher ein Track wie "The Future" finden: Ebenjener (und ebenfalls immer noch lebendiger) Game, der 2003 als G-Unit-Emporkömmling noch "Buddens" grölte, macht sich zusammen mit dem Gastgeber auf einem Weichspüler-Cub-Track, dessen Hook selten austauschbar und widerwärtig daherkommt, zum Idioten. Noch mehr Blödsinn erlaubt sich Budden mit "Adrenaline", einem vollkommen überflüssigen Song mit Rock-Instrumental. Und wenn nicht so übertrieben daneben gegriffen wird, dann schadet sich das Album mit Nobody-Produktionen: Pure Ironie ist "I Couldn't Help It", dessen Sample einem nicht zuletzt (und zudem besser verwertet) schon in "Diamond" von einem gewissen Prodigy untergekommen ist. Wie auch bei "I Couldn't Help It" findet man Joe Budden viel zu oft und tief in Gedanken versunken. Mit "In My Sleep" gelingt das mehr, mit "Exxxes" weniger gut, was der schwankenden Leistung der Producer zuzuschreiben ist. Nachdem man das Ausschussprodukt "Happy Holidays" passiert hat, landet man beim erneut sehr persönlichen "Angel In My Life", in dem sich der sehr ernste Joe einmal mehr der Welt erklärt. In "Pray For Me" findet sich der wohl interessanteste Track, da der zu Beginn des Songs gestorbene Joe hier vor das Himmelstor tritt und mit Gott über den Eintritt verhandelt - und alle seine Taten vorträgt und aufgewogen bekommt:

"- (You're real close to heaven, few get to step in
Now tell me what you done, to deserve to be let in)
- Look, I'm far from a Christian, not big on religion
But ain't done too much wrong, my entire time living
Never killed, never tried to, though I been lied to
Was once suicidal, never read the bible
I've always been a care-taker, tried to nurse people
At times it backfired, hurt people, hurt people
Plus I never used your name in vain,
But you should know everything I'm being asked to explain
- (I know you stole from your mother's purse)
- You can't count that, that was way back when
- (It's still a sin)
- But I was ten
"


Fazit:
Unter'm Strich muss ich selbst zugeben, dass ich die Scheibe schlechter erwartet hätte. Das heißt beileibe nicht, dass "Padded Room" ein gutes Album ist, doch Ansätze lassen sich finden. Dass Joe Budden sehr viel persönliche Zeilen einbringt, ist ihm einerseits hoch anzurechnen, andererseits fällt auf, dass er sich bei der Vielzahl solcher Tracks das ein oder andere Mal wiederholt. Blastah Beatz zu verpflichten war sicher kein Fehler, andere Produzenten wie The Klasixs, Fyu-chur oder Dub B jedoch hätte man sich getrost in die Haare schmieren können, da sie mit ihrem farblosen Alltags-Sound dieses Album zum Mittelmaß verdammen. Das heißt: Kein wirkliches Highlight, einige gute Ansätze und vieles, was man schnell vergessen hat. Immerhin zeigt Joe Budden selbst, dass er ein respektabler Rapper ist.

Gesamtwertung: 4.9 / 10

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Mittwoch, 17. Dezember 2008

Savage Messiah / Daddy Grace - Street Religion, Vol. 1

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 2006
Label: Creative Juices Music

Tracklist:
01. Know What It Is
02. Stories We Own
03. I Can't
04. This That Shit
05. Wreck
06. Peace (Ooh La La)
07. Just A Thought
08. Egyptian Musk Scented
09. News Flash
10. Sav Speaks
11. Watch Where You Steppin'
12. Street Religion Pt. 1
13. Music, Bitches And Drugs



Als einer der Künstler des Aufgebots von Creative Juices präsentiert uns Savage Messiah hier sein Mixtape "Street Religion Vol. 1", wozu er in die Person des auf dem Cover zu bewundernden Daddy Grace schlüpft. Ohne jegliche Gastauftritte gibt es hier 13 Tracks, eine halbe Stunde, in denen Savage Messiah seine Raps vorträgt. Doch trotz des schönen Covers sollte man sich keinen falschen Illusionen hingeben: hier hat man es mit einem stinknormalen Mixtape zu tun, das im schlichtesten CD-R Format erscheint. Es sollten auch keinesfalls Vergleiche mit andern Creative Juices-Werken gezogen werden, da hier, wie schon erwähnt, niemand der anderen Heads des Kollektivs beteiligt war (wobei das bei den spärlichen Infos schwer zu sagen ist). Die Beats, die sich Daddy Grace aussucht, umfassen eine gesunde Spanne und garantieren trotzdem einen einheitlichen Ostküsten-Sound. Gleich zu Beginn wird man in "Know What It Is" das Instrumental von Big Noyds "Louder" wiedererkennen, später dann schleicht sich beispielsweise Jae Millz' "Who" ein, das nicht zuletzt von einem der And1-Mixtapes bekannt sein dürfte. Was also zu bewerten bleibt, ist die Leistung am Mic. Und wer Savage Messiah nicht kennt, dem sei gesagt, dass der Mann über eine helle und nicht übermäßig einprägsame Stimme verfügt, diese jedoch gut einzusetzen weiß und einen Flow auspackt, an dem es nichts zu bemängeln gibt. Das ist dann auch schon das, was man aus diesem Mixtape mitnimmt: Savage Messiah ist ein fähiger Rapper. "Street Religion" selbst ist als seltenes Sammlerstück eventuell anschaffenswert, fällt auch an keiner Stelle negativ auf, doch grenzwertet mit seinem Notwendigkeitsgrad unbeirrbar gegen Null. Da sei Unbewanderten lieber gleich zu den anderen Releases von Creative Juices geraten.

Gesamtwertung: 4.7 / 10

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Mittwoch, 26. November 2008

Flobots - Fight With Tools

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 24. Oktober 2008 (D) / 20. Mai 2008 (USA)
Label: Universal Republic

Tracklist:
01. There's A War Going On For Your Mind
02. Mayday!!!
03. Same Thing
04. Stand Up
05. Fight With Tools
06. Handlebars
07. Never Had It
08. Combat
09. The Rhythm Method
10. Anne Braden
11. We Are Winning
12. Rise



Crossover gibt es ja mittlerweile in ansehnlichem Maße. Mit den Flobots kommt noch eine weitere Gruppe hinzu. Jonny 5, Kenny O., Andy Rok, Brer Rabbit, Mackenzie Roberts und Jesse Walker sind die sechsköpfige Truppe aus Denver, die hier ihr offizielles Debütalbum "Fight With Tools" vorstellt. Mit Universal Republic steht ein starkes Label im Hintergrund. Das soll jedoch nicht sofort heißen, dass hier brav die 0815-Checkpunkte abgeklappert werden - die Flobots haben, im Gegensatz zu vielen anderen, etwas zu sagen.

Denn wenn an diesem Album etwas sicher ist, dann die Tatsache, dass die Inhalte sich um Tiefe bemühen und dies meist auch erreichen. Und kritisiert wird viel, hauptsächlich jedoch die eigene Gesellschaft und deren Trägheit. Kleine Eigendefinition gefällig? Jonny 5 ist so nett:

WRITTEN FOR HipHop-Jam

"Somewhere between prayer and revolution / Between Jesus and Huey P. Newton / That's where you find Jonny 5 shoot shooting / Water guns at the audience while you're scooting"

Der Inhalt stimmt also, dank der Lyrics im Inlay kann man auch gleich mitlesen und sich das ein oder andere Mal Gedanken machen. Wenden wir uns also nun dem Sound zu. Dazu sei zuerst kurz die Besetzung der Truppe erwähnt: Jonny 5 und Brer Rabbit stehen am Mic, Andy Rok hält die Gitarre in der Hand, Jesse Walker den Bass, Kenny O. sitzt an den Drums und Mackenzie spielt eine Viola - ja richtig, eine Viola, die auch sehr prägend im Sound des Albums ist. Dazu kommen noch weitere Instrumente, die auf diversen Tracks zu Gast sind. Wer nun denkt, dass mit einer solch authentischen Besetzung gar nichts mehr schief gehen kann, der hat sich tief und gewaltig geschnitten. Denn um mal Tacheles zu reden: wer echten HipHop mag, der wird hier äußerste Probleme bekommen. Abgesehen davon, dass die beiden MCs technisch nur im Mittelmaß schwimmen, ist es vor allem der sehr aufgezwungen wirkende Crossover-Charakter bzw. dessen Rock-Teil, welcher jedem Track obligatorisch aufgesetzt wird und der dem Album die Suppe versalzt. Hier Beispiele anzuführen, ist äußerst sinnlos, da fast jeder Track bei der Fusion aller musikalischen Elemente zerbricht. Oder aber zu purer Anstrengung wird, da einige Stücke leicht überladen wurden, allen voran "Mayday!!!" und "Rise". Einzige Ausnahme stellt "Stand Up" dar, in dem Mackenzie mit ihrer Viola endlich die Oberhand gewährt wird. Leider ist es nur diese Ausnahme, die zeigt, dass hier definitiv Potential vorhanden ist.


Fazit:
Es ist erstaunlich, dass bei Kritikern ein Crossover-Album wie "Fight With Tools" die hohen Wertungen und Lobeshymnen über die genre-übergreifenden Sound und tiefsinnige Texte schon im Voraus gepachtet hat. Der Teil mit den Texten mag zutreffen, doch es scheint noch schwerer zu sein, ein ordentliches Crossover-Album abzufertigen als ein HipHop-Album (was ja heutzutage sowieso nur noch vereinzelt gelingt). Vielleicht hat ein HipHop-Hörer wie ich auch nur unüberwindbare Scheuklappen auf, doch was man diesem Sound abgewinnen soll, bleibt mir ein Rätsel.

Gesamtwertung: 4.0 / 10

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Mittwoch, 5. November 2008

Blak Twang - Speaking From Xperience

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Release-Date: 29. September 2008
Label: Abstract Urban

Tracklist:
01. Genesis Intro
02. We Gonna Win
03. Legends
04. Nah I Ain't Done
05. Raplife
06. Riot Cops
07. Hey People
08. So Hard
09. Postcodes
10. Rolling Stone
11. Made Me Strong
12. Help Dem Lord
13. There 4 You
14. Champagne Lifestyle
15. Nu N'uh
16. For The Summa
17. Click N Roll
18. Can't Truss Dem
19. www.rottencity.com
20. Tale Of 2 Cityz
21. How Long
22. 19 Longtime
23. 96
24. Outro



Kleiner Ausflug auf die Insel: Blak Twang gehört dort zur etablierten Szene bzw. zu den Namen, die im ersten Atemzug genannt werden - und hat dementsprechend auch schon einige Alben auf dem Buckel. Da sollte es nicht groß verwundern, wenn der neue Longplayer, der Ende September über Abstract Urban in die Läden kam, den Titel "Speaking From Xperience" trägt.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Dass Erfahrung einem noch kein gutes Album beschert, sollte jedoch auch klar sein. Und auch wenn für mich als sonst strikter US-Hörer die Gewöhnung an den britischen Akzent schon die erste Barriere darstellt, soll dieser Aspekt wertungslos unbeachtet bleiben. Ansonsten verfügt Blak Twang über einen soliden Flow, der jedoch in keinster Weise besonders zu nennen wäre. Dies trifft auch auf die Themenwahl zu. Was nun den Sound betrifft, so muss man Twang ein erstaunlich breites Spektrum zugestehen. Kommt man nun zur Wertung dieses Spektrums, sieht die Sache nicht mehr so rosig aus. Anfangen kann man wohl bei der wichtigsten und dominierenden Sektion, welche geprägt ist von karibischem Flair. Dass solche Winde im HipHop schon immer in sehr wackligen Bauten resultierten, wird hier nur auf ein Neues untermauert. Zumindest teilweise. Während einige Tracks sehr beliebig wirken, können sich andere, allen voran "Help Dem Lord" gut festsetzen. Sobald die Beats dagegen in einen gesichtlosen US-Abklatsch abdriften, versinkt das Album in Langeweile. Extrem negativ fällt hier "Click N Roll" auf. Auch das gebutterte "For The Summa" vermisst jegliche Art von Einzigartigkeit und gerät stinklangweilig.


Fazit:
Zusammen mit der zu großen Zahl an teils völlig überflüssigen Skits landet man bei 24 Tracks, was mehr als nur zu viel ist. Was Blak Twang hier unterm Strich Hörenswertes zu bieten hat, hätte auf einer EP zusammengefasst werden können. Der Rest macht es sich im Mittelfeld und manchmal weiter unten bequem. Im Klartext: als Hintergrundmusik hörbar, ab und zu ein Skip vonnöten, wenig bis nichts, was hängen bleibt, zu lange Spielzeit. Nicht der Rede wert.

Gesamtwertung: 4.2 / 10

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Donnerstag, 23. Oktober 2008

DJ Revolution - King Of The Decks

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Release-Date: 16. September 2008
Label: Duck Down Records / Groove Attack

Tracklist:
01. Intro - (feat. Jazzy Jeff)
02. King Of The Decks - (feat. Sean Price & Tash)
03. The DJ - (feat. KRS-One)
04. Do Your Thing - (feat. Guilty Simpson & Royce Da 5'9)
05. LA D.J. - (feat. Tony G)
06. Funky Piano - (feat. Bishop Lamont, Crooked I & Styliztik Jones)
07. The Big Top - (feat. Special Teamz)
08. Start The Revolution - (feat. Boot Clamp Clik)
09. Scratch Nerds
10. Invaders From The Planet Sqratch - (feat. DJ QBert)
11. EY - (feat. Joell Ortiz & Termanology)
12. Casualties Of Tour - (feat. Rakaa Iriscience)
13. Damage - (feat. Blaq Poet & Bumpy Knuckles)
14. Willie Lynch - (feat. Styliztik Jones & KBimean)
15. The Biggest Up - (feat. DJ Premier)
16. Blow Da Spot - (feat. Strong Arm Steady)
17. School - (feat. Planet Asia)
18. Spit Ridiculous - (feat. DeFari)
19. Pro's & Con's - (feat. Evidence)
20. Calling HAUL
21. Man Or Machine - (feat. KBimean)
22. The Set Up - (feat. Sway & King Tech)
23. The Re-Match - (feat. DJ Spinbad)
24. Raided R - (feat. DJ Raid)



Unter den zahlreichen DJs, die im HipHop-Game ihr Unwesen treiben, sollte der Name DJ Revolution den meisten ein Begriff sein. Hier aufzulisten, wo der Herr schon seine Finger im Spiel hatte, wäre sinnlos. Es sei einfach, für alle an denen es vorbeigezogen ist, gesagt, dass er derzeit beim House Duck Down unter Vertrag steht und mit "King Of The Decks" sein erstes Album für jenes Label veröffentlicht. Die Gästeliste ist, das versteht sich von selbst, der eines typischen Producer-Albums mehr als nur würdig.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Dass der Markt innerhalb der letzten Jahren mit eben solchen Alben gründlich übersättigt wurde, scheint DJ Revolution dabei nicht zu stören. Denn im Line-Up lungern auch hier die üblichen Verdächtigen. Allzweckwaffe KRS-One bekommt dabei mit einem Streicher-Monster den besten Beat ab, was zusammen mit seinen ausnahmsweise mal wieder ganz fresh klingenden Ausführungen über "The DJ" auch den besten Track der Scheibe ergibt. Und um nicht lange um den heißen Brei herumzureden: im großen Rest des Albums watscht DJ Revolution seine Hörer mit einfallsloser Langeweile ab. Neben dem obligatorischen Auftritt eines der BCC-Member, und zwar im Titeltrack, der auf ein typisches Cut & Scratch-Intro folgt und ganz nebenbei nicht der Rede wert ist, findet sich auf diesem Album noch ein kompletter Gruppen-Track: "Start The Revolution" hört sich zwar vom Titel her gut an, hat aber die Sorte von Beat, auf dem Buckshot als absolute Schlaftablette fungiert, auf der ein rumpelnder Rock vollkommen fehl am Platz wirkt und bei dem man bei den folgenden Tek und Steele schon geskippt hat. Diese Umschreibungen gelten auch für so ziemlich alle anderen Tracks, die berappt werden: Special Teamz liegen ganz weit vorne im High-Speed-Narkose-Rennen und werden nur noch von Evidence geschlagen, der einen Beat abbekommt, bei dem das Adjektiv "langweilig" schon purer Euphemismus ist. Auch dem Dilated Kollegen Rakaa ergeht es nicht besser - da kann "Casualties Of Tour" textlich noch so unterhaltsam sein. Selbst beim Gipfeltreff der gepflegt prolligen Battle-Raps wird kein "Damage" angerichtet. Als kleine Erweiterung zum 0815-Programm hat Revolution noch eine ganze Reihe Skits und Tracks, die seine Sonderstellung als DJ betonen, eingestreut. "Scratch Nerds" ist trotz seiner Dämlichkeit beim ersten Hören noch witzig, wird aber ebenso wie "The Biggest Up" nach einiger Zeit tödlichst nervig. Selbiges gilt für das Spinbad-Match, welches zudem noch durch ein Sway-Interlude eingeleitet wird.


Fazit:
"King Of The Decks" ist ein grauenhaft präziser Fall von plumper Langeweile auf hohem Niveau. Hier Kellerwertungen zu verteilen, ist zwar unangebracht, doch es ist mindestens genauso offensichtlich, dass diese Platte (beinahe) so überflüssig ist wie Vorträge von Oscar Lafontaine. Gerade ein einziger Track, der über den guten Durchschnitt hinauskommt - inakzeptabel. Revolution ist ein ausgezeichneter DJ, keine Frage; aber das garantiert nunmal kein gutes Album - und "King Of The Decks" ist das CD-fizierte Mittelmaß.

Gesamtwertung: 4.9 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Dienstag, 2. September 2008

Outlawz - We Want In: The Street LP

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 5. August
Label: Gold Dust Media / 1Nation Ent.

Tracklist:
01. We Want In - (feat. Stormey)
02. Everything Happenz 4 A Reason - (feat. Stormey)
03. Failure Ain't An Option
04. Us - (feat. Stormey)
05. Love Of Money - (feat. Stormey & Keion)
06. Thuggin Till I Die - (feat. C-Bo & Stormey)
07. I'm Mister
08. My Life- (feat. Stormey)
09. Do It Like That - (feat. J-Bo)
10. I Can't Lie - (feat. Stormey & Tha Pimptationz)
11. Take It Off - (feat. Keion)
12. It's My Turn - (feat. Maserati Rick & Nutt-So)



Dass man als Outlawz-Mitglied wenig zu lachen hat, sollte inzwischen kein Geheimnis mehr sein: immer (zurecht) in die zweite Reihe verwiesen zu werden ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Mit Gold Dust Media wird 2008 ein weiterer Versuch gestartet, die gewaltige Mauer der Vorurteile und kritischen Stimmen zu erklimmen: "We Want In" schafft schon mit dem Titel klare Verhältnisse. Dass Young Noble, E.D.I., Kastro und Stormey schon im Vornherein von Vielen ein Scheitern bescheinigt wird, scheint die Jungs nicht zu stören.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Unter dem dicken Albumtitel prangt auf dem Cover noch der Schriftzug "The Street LP". Und man muss nicht seit Jahrzehnten Rap hören, um zu wissen, dass solche widerwärtigen Untertitel sich wie Parasiten an der Qualität des jeweils befallenen Albums zu schaffen machen - Künstler entschuldigen dies meist mit einem Verweis auf ein noch folgendes "real album". Und wie verhält es sich hier? Die Tatsache, dass J-Bo von den Young Bloodz anscheinend das zweitwichtigste Feature der Platte darstellt, fasst das Dilemma der Outlawz schon recht gut zusammen. "Do It Like That" heißt der geistreiche Titel, auf dem J-Bo vertreten ist, und er tut sich durch besondere Austauschbarkeit hervor. Fast auf dem kompletten Album wird bei den Hooks mit erschreckender Sicherheit danebengelangt. So bekommen auch die besten Tracks des Albums leichte Kratzer. "Love Of Money" ergeht es mit einer soliden Hook etwas anders, weswegen sich hier auch der beste Track findet. Und auch das direkt folgende pianogeleitete "Thuggin Till I Die" fordert trotz todesdämlichem Titel als erstaunlich ruhiger Song zum entspannten Zurücklehnen auf - auch wenn die Hook wieder gegen die Wand gefahren wird. Der Rest ist hörbare Langeweile, die erst nach fortgeschrittener Spieldauer zum Skippen animiert, da hier einfach nichts passiert.


Fazit:
Die Outlawz mögen die optimale Truppe gewesen sein, um Pac den Rücken zu stärken - doch alleine beweisen sie hier auf ein Neues, warum sie heutzutage so unbeachtet sind - Austauschbarkeit und Langeweile mit zu wenigen Lichtblicken gibt es genug. Bevor man hier sein Geld investiert, sucht man sich lieber bessere Alben, denn von denen gibt es dieses Jahr viele. "We Want In" hinterlässt keinen einzigen bleibenden Eindruck. Nuff said.

Gesamtwertung: 4.0 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Montag, 19. Mai 2008

Randam Luck - Conspiracy Of Silence

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 29. April 2008
Label: Babygrande Records

Tracklist:
01. Conspiracy Of Silence Part I
02. Where Ya At?
03. 1,2 Hit 'Em
04. Raw - (Feat. Vinnie Paz)
05. Murda
06. Field Of Fire - (Feat. OuterSpace)
07. Verbal Holocaust - (Feat. Ill Bill)
08. Conspiracy Of Silence Part II
09. The Take Over
10. In The Streets
11. Move
12. Hood Scriptures - (Feat. Kool G Rap)
13. Prisoner
14. Lay You Down
15. Fight For Freedom - (Feat. Sabac Red)
16. Bloodlines



Die HipHop-Szene in San Diego wird bei einer Aufzählung von diesbezüglich bedeutsamen Regionen in den Staaten nicht gerade im ersten Atemzug genannt. Umso verwunderlicher, dass das, was hier vorliegt, kein relaxter Westcoast-Sound ist, sondern dass Randam Luck sich mit ihrem Sound eher der Ostküste zuordnen lassen. Bezeichnend dafür ist ihr Label, Babygrande Records, inklusive Features von Vinnie Paz und Ill Bill. Allem Anschein nach ist das, mit was der Hörer hier konfrontiert wird, neues Futter für die Liebhaber der härteren Schiene - der Vergleich zur Army Of The Pharaohs liegt nicht fern. Randam Luck sind jedoch nur zu viert, lassen mit einem Albumtitel wie "Conspiracy Of Silence" allerdings wenig zu Wünschen übrig.

Um nochmal kurz genauer auf die Aufstellung der Truppe einzugehen: Randola, Lucky, Stadi Majadi und J Buss. Die Sparte, in die Randam Luck ihr Album stecken, ist auf jeden Fall auch nicht falsch. Denn davon kann es nie genug geben. Das Problem ist, dass unlängst viele Gruppierungen bei dem nicht einfachen Versuch, sich seriös und erfolgreich durch diese, etwas härtere Schiene zu manövrieren, gescheitert sind. Geben wir also den Startschuss für einen weiteren Versuch. Das als Intro dienende "Conspiracy Of Silence Part I" fängt mit Streichern und Chor-Gesang im Hintergrund vielversprechend an. Die Hoffnung auf ein zynisch-kritisches Album mit krachenden Beats ist geweckt. Erstes Show & Prove am Mic folgt mit "Where Ya At?", das die verschiedenen Stimmen der Truppe darlegt. Rap-Phänomene sind es sicher nicht, die hier um die Wette spucken, als Team ergänzen sich die Stimmen jedoch sehr passabel.

Nur was sich ebenso schnell eröffnet: der komplette Song besteht, wie leider heutzutage viel zu viel, aus zusammenhanglosen Punchlines. Ausgetüftelte Verschwörungstheorien und fantasievolle Ausflüge durch die Vorstellungskraft der Protagonisten - Fehlanzeige. Doch das scheint in heutigen Tagen sowieso etwas viel verlangt, und solange die Beats stimmen und Randam Luck wenigstens das, was sie tun, gut tun, tun sie auch keinen stören. Doch dann nehmen wir nochmal einen kurzen Blick auf die Tracklist und erahnen schon, was uns hier erwartet. Wo der erste Track als Representer durchging, beginnt nun der bis zum Ende des Albums anhaltende Trip, in dem uns Randam Luck in zweitklassigen Vergleichen und Metaphern beschreiben, wie der imaginäre Feind zu quälen, verletzen und töten ist. Eins, zwei, schlag sie. Doch "1, 2 Hit 'Em" darf dank seiner starken Streicher im Beat voll auslaufen - ein bisschen Mitgrölen im Refrain ist ja auch nicht verboten.

Der sich manifestierende Eindruck, dass hier die Beats das Schiff schaukeln, verfestigt sich mit "Raw", das als einschlagendes Brett erstmal die lyrischen Mängel zum Schweigen bringt - sogar der hier auf ein neues zu Tage tretende geistige Verfall vom obersten Folterknecht Vinnie Paz lässt sich verschmerzen: "It ain't nothin' for me to bust a fuckin' shot at people / For me to run up on your spot and bust a glock at people / And my fam, they waitin' patiently to clap a round / My hands is strong enough to spin the earth and crack the ground / My crib like a gun stall, Vinnie keep the heaters / And fuckin' with me only gets you close to meeting Jesus". Nichtsdesotrotz und vor allem für einem Moslem hart an der Schmerzensgrenze.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Doch mit solchen Lines liegt Vinnie voll im normalen Bereich auf diesem Album. Astreines Qualitätsgefälle erwartet uns nun mit dem Einsetzen von "Murda", das sich im Chorus mit "It's fuckin' murda"'s und "Nigga, you ain't ready for us"'s lächerlich macht. Etwa ab diesem Punkt fangen die Beats an, etwas zu brachial zu Werke zu gehen. Im "Field Of Fire" lässt es sich dabei noch aushalten, und trotz der immergleichen aggressiven Stimmlage der vier Rapper, die bei "Verbal Holocaust" von einem souveränen Ill Bill überstrahlt werden, geht auch dieser, sich anschließende Song in Ordnung. Doch begeistern können diese Raps bei weitem nicht - die ihnen anhaftende Plumpheit beim Reimen werden die Jungs einfach nicht los.

"I'm a nightmare walking, psychopath talking / Stone-cold and cold-hearted, big-ball marksman", so die Raps aus einem weiteren gesichtlosen Stück namens "The Take Over". Ein lyrischer Tiefpunkt wartet dann "In The Streets": denn was da so vor sich geht, wurde ja nicht schon unzählige Male genauestens analysiert und hat deshalb in diesem unbeholfenen Song mit Award-verdächtiger, dämlicher Hook ohne Frage eine Existenzberechtigung. Mal sehen ob das noch getoppt werden kann... "Move!, Move! Cause we gonna turn the level up / Move! Move! Because you can't fuckin' handle us" ertönt "Move" und scheint allem Anschein nach den festen Plan gefasst zu haben, mit noch mehr aufgesetztem Gebrüll noch weniger Substanz zu vermitteln. Die hier ins Mittelmaß absinkenden Beats wirken wie eine Bestätigung der Skip-Taste, die hier innerhalb kurzer Zeit zweimal vonnöten ist. Erst bei "Hood Scriptures" kann man, trotz des ausgelutscht beschissenen Titels, wieder verweilen. Bläser legen die Grundlage für die Raps von Kool G Rap, die mindestens eine Liga über Randam Luck spielen. Ein Sample von Method Man für die Hook rundet die Sache ab.

Wenn in "Prisoner" endlich eine ruhige Nummer folgt, ist das, neben der Freude über Abwechslung, auch erheblich hörenswerter als gewissen andere Tracks der Platte. Dem vielversprechenden Titel "Lay You Down" zum Trotz findet man auch hier einen (zuerst) passablen Track, der dann jedoch mit der schwachsinnigsten aller Hooks negativ auftrumpft: "Y'all... y'all can't fuck with us / Cause we Randam Luck / And we gonna lay you down". Unüberbietbar. Genau deswegen ist "Fight For Freedom" auch ganz "normal" und fällt nicht besonders auf, beweist höchstens, dass man auch in einem solchen Sound-Gefilde sehr gut in einen unaufregenden Standard verfallen kann. Eine Versöhnung bietet "Bloodlines", das sehr solide gerät und wenigstens keinen vorzeitigen Abbruch des Albums erfordert.



Fazit:
Ein sehr anstrengendes Album. Da wo die Army Of The Pharaohs in etwa die gleichen Inhalte abhandeln, mag hier einfach keine Stimmung aufkommen. Das liegt einerseits an den Beats, die zwar meist solide sind, aber es nicht schaffen, eine ansprechende Atmosphäre aufzubauen, vielmehr jedoch liegt es an den vier MCs selbst, die einfach zu wenig Wiedererkennungswert besitzen, um ein komplettes Album hindurch Punchlines zu klopfen. Hier gibt es keinen Celph Titled, dem seine Persönlichkeit solche Dinge erlaubt. Inhaltlich bewegt man sich hier während des ganzen Albums in einem großen, leeren, weißen Raum, was als weiterer dicker Kritikpunkt angesehen werden darf. Am Stück ist das Album sowieso kaum hörbar: die atmosphärlose, sehr gezwungen wirkende Aggressivität verursacht beizeiten fast schon Bauchschmerzen. Letztendlich sorgen dann aber die Gäste und die Produktionen für eine akzeptable Anzahl an Lichtblicken.

Gesamtwertung: 4.9 / 10

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Mittwoch, 19. März 2008

Sheek Louch - Silverback Gorilla

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Release Date: 18. März 2008
Label: KOCH Records

Tracklist:
01. Lottery (Skit)
02. Think We Got A Problem - (Feat. Bun B & The Game)
03. Keep Pushin' - (Feat. Mike Smith)
04. Good Love
05. D-Block / Dipset - (Feat. Jim Jones, Styles P, Hell Rell & Jadakiss)
06. We At War
07. Scrap To This
08. Don't Be Them
09. Getting' Stronger - (Feat. Styles P & Jadakiss)
10. That's A Soldier
11. What What - (Feat. Bully)
12. We Comin' - (Feat. UNK)
13. Crowd (Skit)
14. We Spray Crowds
15. Rubber Grip - (Feat.Fat Joe & Styles P)
16. 2 Turntables & A Mic
17. Mic Check
18. Go Hoodlums



Wer erinnert sich nicht gerne an die Zeiten zurück, in denen die Ruff Ryders gerade mit ihrer ersten Compilation am Start waren und in denen es eine Gruppe aus damaligen Zweite-Reihe-MCs gab, die frisch von Puffy's Bad Boy Records ins RR-Camp gewechselt war? Ja, damals war noch alles in Ordnung. Zeitsprung. Es ist jetzt fast ein Jahrzehnt vergangen, die Ruff Ryders sind als schwerwiegende Größe nicht mehr vorhanden und The LOX haben ein paar (wenige) gesichtlose Niemande um sich geschart, um als D-Block ihr eigenes Ding durchzuziehen. Im Rennen um die Anzahl an veröffentlichten Alben zieht die wohl unscheinbarste Gestalt von den Dreien, nämlich Sheek Louch, im März 2008 mit Styles P gleich. Schon das dritte Album hält man mit "Silverback Gorilla" in den Händen (bzw. läd es auf seine Festplatte). Für Sheek anscheinend Grund genug, sich als Silberrücken unter sämtlichen Rap-Gorillas zu bezeichnen.

Ob der Titel auch als Anspielung auf die Gorilla-Unit zu verstehen ist, weiß wohl nur Sheek selbst, als Cover hätte man bei einem solchen Albumtitel allerdings mehr bringen können (da war ja das Cover zum gleichnamigen Mixtape schöner). Doch auch wenn hier oft schon der erste Indikator auf negativen Einfallsreichtum vorliegt, sollte man wie immer keine voreiligen Schlüsse ziehen. Und da die Zeiten, in denen ein DMX-Feature Pflicht war, schon lange vorbei sind, hilft man sich eben mit anderen Hochkarätern. Der erste Song, "Think We Got A Problem", rückt einem mit gescrewter Hook und Gästen aus LA und Houston, in Form von The Game und Bun B, zu Leibe. Schöner hätte man den Durchschnittswert aus sämtlichen hier einfließenden Komponenten nicht bilden können. Was dem oberflächlichen Rap-Fan, der im Vornherein schon das Game-Feature zu den Höhepunkten des Albums zählt, ganz gut bekommt, wirkt bei zweimaliger (genauer) Betrachtung doch mehr als lau und versagt im Test auf Langzeitspaß völlig.

Noch schöner wird es mit "Keep Pushin'", das, neben seinem Nullnummer-Namen, beginnt wie ein von DJ Khaled produzierter Rick Ross-Track (wobei für diesen Fall der Titel auch sehr trefflich wäre). Zudem erfreut es sich über eine dahingesülzte Hook von Mike Smith, den schon erwähnten Beat, der sich nur der Mainstream-Coast zuordnen lässt, und die höchstens soliden Raps von Sheek. Ja, da wird einem doch ganz anders, wenn man weiß, dass diese Scheibe ganze 18 Anspielstationen hat. Und ja, viele Tracks sind auf ihrer ergebnislosen Suche nach Einzigartigkeit eigentlich keine Erwähnung wert. Da wäre die etwas besser geratene Paino-Nummer "Good Love", die mit schönem Sample sogar zu den Lichtblicken des Albums gehört. Im nächsten Programmpunkt kopulieren "D-Block / Dipset" alias The LOX und Jimmy/Hell Rell in einem Synthie-Bett, das nach mehrmaliger Benutzung keinen angenehmen Schlaf mehr garantiert. Und es geht mit gnadenloser Mittelmäßigkeit weiter: "We At War" beschreibt den Kriegszustand im Ghetto, in dem man mit bösen Jungs, AIDS, Drogen usw. konfrontiert wird, sich aber nur im Chorus halbwegs wohl fühlt.

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Vinny Idol streicht das nächste Butterbrot, dessen Gratwanderung zwischen Kopfnicker, Gute-Laune-Song und Kitsch schon öfter auf D-Block Songs anzutreffen war und auch hier die Fans zufriedenstellen wird. "Don't Be Them" ruft zu Originalität auf, versäumt es jedoch, sich dafür einen aufrüttelnden Beat zu krallen und verdurstet somit auch irgendwo auf halber Strecke, was auch das nicht enden wollende Namedropping (wen man doch bitte nicht biten soll) nicht ändert. "Don't be Bush, please not him / But for real, lil homie, don't be them". Mit etwas mehr Kraft erklingt "Gettin Stronger" mit The LOX, dicht gefolgt von "That's A Soldier", der Schilderung über den Alptraum der Gesellschaft, Sheek's Soldier: rauhe Kindheit, gewaltbereit und kriminell. Man bewegt sich nun sogar konstant aufwärts, bis in den oberen Durchschnitt.

Wenn dann allerdings "What What" gerufen wird, erinnert das mehr als nur ein wenig an Herrn N.O.R.E., und schon bei dem war diese Angewohnheit äußerst nervtötend. Dies verhindert dann auch einen guten Track, trotz der soliden Produktion von Dame Grease. Dass "We Comin'" mit Oomp-Camp-Walk-It-Out-Trampel UNK nach hinten los geht, war zu befürchten. Der Schaden hält sich jedoch in Grenzen, mal abgesehen davon, dass eine solche Nummer hier absolut nichts verloren hat. Ein wundervoll überflüssiger Skit leitet "We Spray Crowds" ein, das dank eines sehr druckvollen Beats von Mr. Devine zu den besseren Tracks des Albums gehört.

Nachdem man sich durch ein sehr anstrengendes "Rubber Grip" gekämpft hat, das zu allem Überfluss nochmal auf eine gescrewte Hook setzt, ertönt etwas, das sich anhört, als hätte Swizz Beatz einen schlechten Tag erwischt. In Wirklichkeit steht hier jedoch Red Spyda hitner den Reglern, was jedoch nichts daran ändert, dass dieses Synthie-Gedudel schon seit eh und je zu den schlimmsten Angewohnheiten im D-Block- und auch Ruff Ryders-Umfeld zählt. Ganz überraschend kommt das schwermütige Piano in "Mic Check", in dem Sheek nachdenkliche Töne anschlägt, was aber keinesfalls mit Tiefsinnigkeit verwechselt werden sollte. Und nachdem man sich dann noch dem fast schon Club-tauglichen und sehr soliden "Go Hoodlums" unterzogen hat, wird man endlich entlassen.


Wenn man seine Konzentration auf etwas anderes richtet, mögen die Mängel dieses Albums gar nicht auffallen. Doch wenn man ihm wirklich seine volle Aufmerksamkeit schenkt, dann fängt der Anstrich von "Silverback Gorilla" schon nach kurzer Zeit an, abzubröckeln. Wieso? Weil Sheek zu wenig auf Originalität in irgend einer Weise setzt. Sogar der alte RR-Sound (womit nicht mal Genialitäten vom Kaliber "Recognize" gemeint sind), der nur noch äußerst rudimentär ab und an mal zu Tage kommt, hätte hier mehr angerichtet als diese Irrelevanz eines Albums. Dass Prodigy Sheek als einen der schlechtesten Rapper ever bezeichnet, ist zwar mehr als übertrieben, aber mit einem solchen Sound und dazu noch (meist) fehlenden lyrischen Abwechslungen lässt sich die Bedeutung dieses Albums für HipHop allgemein, oder auch für die Liste der besten Alben dieses Jahres, nur als Fliegenschiss bezeichnen. Dank nicht vorhandener großer Patzer zwar gut geeignet als Hintergrundbeschallung, mehr aber auch nicht. Das kann Sheek besser.

Gesamtwertung: 4.6 / 10

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Dienstag, 23. Oktober 2007

Swizz Beatz - One Man Band Man



Tracklist:
01 Product Man
02
It's Me Snitches
03
Big Munny
04
Bust Ya Gunz feat. Drag-On
05
You Know Your Boy Did That
06
The Funeral
07
Take a Picture
08
Top Down
09
Money In The Bank
10
Part Of The Plan
11
Snoop Skit
12
It's Me (Remix) feat Lil Wayne, R. Kelly & Jadakiss

Release: 21. August 2007
Label: Full Surface / Universal Motown



Swizz Beatz ist der Inbegriff des alten Ruff Ryders-Sounds. Somit ist er auch einer der bekanntesten Producer, und steht im Bekanntheitsgrad direkt neben der oberen Riege der Rap-Stars selbst. Nachdem er mit "G.H.E.T.T.O. Stories" im Jahre 2002 sein erstes Album veröffentlichte, musste er sich schon zu dieser Zeit anhören, dass seine Zeit vorbei sei. Trotzdem findet sich auf etlichen Releases der ein oder andere Beat von Swizz, wovon wiederum der ein oder andere ein richtiger Kracher war und ist. Bei seinem zweiten Album, "One Man Band Man", will sich Swizz auch als Rapper hervortun, verzichtet auf eine vielleicht zu erwartende riesige Feature-List. Auch das produzieren gibt er teils aus der Hand.

Einerseits ermöglichen verschiedene Producer natürlich eine größeres Spektrum an Variationen, doch bei den Leuten, die sie Swizz eingeladen hat, muss zum Teil schwer an seinem Geschmack gezweifelt werden. Bevor man diese Scheibe einwirft, sollte man jeden Betrachtungswinkel, der gute Raps erwartet, abschalten. Desweiteren sollte man keine außergewöhnlichen Beats erwarten, sondern viel mehr einen Quer-Schnitt durch den Mainstream-Sound.
Genau das bietet "Product man"; der Beat geht sogar in Ordnung, nur was Swizz hier seitens der Raps bietet, unterstreicht sehr deutlich, dass er eigentlich nur für Hooks zu gebrauchen ist. Doch man sollte ihm seine Chance geben, wenn er es schon mal drauf anlegt. "It's me bitches" hat einen äußerst gewöhnunsbedürftigen Beat, doch man hört die typischen Swizz-Elemente heraus, denn der Beat ist auch auf seinen Mist gewachsen. Nicht gerade eines seiner besten Stücke. "Big munny" geht von seinem Beat her voll in Ordnung, der etwas einfältige Refrain eignet sich als Party-Track auch recht gut.
Nun aber zum definitiven Höhepunkt des Albums. "Bust ya gunz" erinnert durch seinen Refrain an "Down bottom" von der erste RR-Compilation. Der Beat hier ist auch ein richtiges Brett, und mit Drag-On ist sogar jemand dabei, der rappen kann. Geht sehr gut ab das Stück.
Doch das wars dann auch erstmal, "You know your boy did that" hat zwar einen guten Beat, doch die Raps sind hier alles andere als hörenswert. Mit "The funeral" wird dann erfreulicherweise sogar noch ein richtig starkes Werk nachgelegt, auf den weitaus ruhigeren und non-party-Beat, hört sich sogar ein Swizz Beatz richtig gut an. Erstaunlich. Wie um zu beweisen, dass er es auch viel schlechter kann, folgt gleich "Take a picture", der schon vom Namen her Böses ahnen lässt. Hier wird doch tatsächlich die schöne Melodie eines Oldie-Klassikers durch den Fleischwolf gedreht, um es in "gepimpter" Version mit Camera-Snap-Geräuschen an Swizzy's unterdurchschnittliche Raps zu verfüttern.
"Top down"
ist dank eines passablen bis guten Beats wieder ertragbar, wohingegen "Money in the bank" sehr nach 0815 klingt. Einzig die gepitchte Stimme im Refrain ist etwas besonders, holt aber auch nicht viel für den Track raus. Bei "Part of the plan" versucht Swizz vollkommen vergeblich, einen etwas tiefgehenden Track zu liefern, auch das Coldplay-Sample wirkt Fehl am Platz. Nach einem überflüssigen Skit folgt der noch viel überflüssigere Remix von "It's me bitches", mit Lil Wayne, R. Kelly und Jadakiss. Einzig Jadakiss' Part auf den Beat von Wu-Tang's Klassiker "C.R.E.A.M." lässt hier Freude aufkommen, und zwar gerade deshalb, weil es von dem Album selbst ablenkt.


Fazit:
Dieses Album ist ü wie überflüssig. Wer es nicht gehört hat, hat nichts verpasst und kann sich zusätzlich glücklich schätzen, Zeit gespart zu haben. Trotz der paar Lichtblicke sollte man von einem Producer, der prägend für die Ruff Ryders-Bewegung, ihres Zeichens harter Street-HipHop, war, etwas anderes erwarten als die langweilige PopRap-Pampe, die es sowieso schon viel zu oft gibt. Zusätzlich beweist Swizz Beatz eindrucksvoll, dass er niemals wieder soviel selbst rappen sollte.

Gesamtwertung: 4.4 / 10