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Sonntag, 6. Dezember 2009

CunninLynguists - Strange Journey Volume Two

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 03. November 2009
Label: A Piece Of Strange Music

Tracklist:
01. Departure - Part 2
02. Imperial (Feat. Freddie Gibbs)
03. The WWKYA Tour (Remix) (By Eextended Famm)
04. Streets (Feat. Sean Price & Poison Pen)
05. Heart (Feat. Tunji)
06. To Be For Real
07. Tear Tracks (By Cashmere The Pro)
08. Still With Me (Remix) (Feat. Jermiside)
09. Close Your Eyes (Feat. Geologic, Grieves & Macklemore)
10. Pit Stop
11. The Park (Blue Sky Black Death Remix)
12. Nothing To Give (Live) (Feat. Club Dub)
13. Cocaine
14. Running Wild (Feat. E-40 & Evidence)
15. Everywhere (Feat. Witchdoctor)
16. Arrival (Outro)



Da sind sie wieder. Mit läppischen zwei Monaten Verspätung gegenüber des ursprünglich angegebenen Release-Dates schicken die CunninLynguists den zweiten Teil ihres "Strange Journey"-Zweiteiler-Projekts ins Rennen und erneut durch ganz Amerika. Auch diesmal hat man es mit einer bunten Ansammlung an Tracks zu tun, die meist von Kno produziert sind und - neben den meist auch vertretenen Natti und Deacon - die verschiedensten Persönlichkeiten ans Mic laden. Gaben beim ersten Teil noch andere Labels Schützenhilfe, so erscheint "Strange Journey Volume Two" ausschließlich über A Piece Of Strange Music.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Der Van aus dem ersten Teil ist schrottreif, doch in der Garage des mit in herrlichem Southern Slang kauenden Billy Joe hat man sich schnell ein neues Gefährt (siehe Cover) erkauft. Tourte der erste Teil vorwiegend durch die östliche Hälfte der Staaten, bildet der zweite auf dem Back-Cover die logische Ergänzung ab. Tatsächlich findet sich nun auch der eine oder andere Gast der Westküste ein (von einer konsequenten Umsetzung der angeblichen Routenplanung kann jedoch keine Rede sein). Was im Übrigen aus dem angekündigten Bronze Nazareth geworden ist, weiß der Geier. Doch vermissen wird man Bronze sowieso nicht: Mit "Imperial" gelingt den Lynguists ein Einstieg nach Maß. Vom ernsten Kopfnicker mit eingängiger Hook geht es direkt weiter zur Extended Famm: Kno's Remix zu "The WWKYA Tour" schlägt Burns' Original um Längen und bietet mit dem heiteren Voice-Sample den perfekten Untergrund für Tonedeff's sprudelnden Wortfluss. Doch deswegen sollten keine falschen Erwartungen an das Album gestellt werden: Die strikten Gute-Laune-Songs sind in der Unter-, wenn nicht sogar in der Einzahl. Für den Rest wählt Kno klagende Voice-Samples und kompakte Streicher-Szenarien, ohne dabei jedoch die kraftvollen Drums zu vergessen. Schließlich müssen Themen abgehandelt und entsprechend untermalt werden, die man auf CL-Platten fast schon Standard nennen kann: Cashmere The Pro rappt im nahezu pathetischen "Tear Tracks" von einer gewissen Ebony, die nicht von ihrem sie ausnutzenden und schlagenden Mann loskommt ("I know it's hard being alone, but his knuckles is harder"). Mehr davon bietet direkt im Anschluss "Still With Me" mit reichlich Herzschmerz über Vorstorbene - die "reifen" CunninLynguists halten das Steuer eisenfest in der Hand. Doch zu einem großen Thema wird der ewige Zwiespalt der Lynguists in dieser Hör-Session nicht, denn Abwechslung bringen die Gäste: Tief brummende Pianotasten und eine gesunde Drumline bilden das Rückgrat von "Streets", das zum Block der hervorragenden ersten drei Songs gehört. Mit doppelten Rüpel-Raps aus Brooklyn befindet man sich zudem in feinster Gesellschaft. Nach einem lustig gemeinten Interlude, "Pit Stop", in der Mitte des Albums (man erinnere sich an "White Guy Mind Tricks") dürfen mit Blue Sky Black Death die ersten Gastproduzenten ran - für einen sehr starken Remix zu "The Park", der mit den überflüssigen "KKKY" und "Georgia" Remixes gar nichts zu tun hat und mit vielschichtigem Instrumental das Können von Young God und Kingston unterstreicht. J-Zone steuert respektables Audio-Chaos ("Cocaine") bei und hebt sich damit klar von Kno's harmonischem Sound-Bild ab. Damit die Gefühlsschiene im Mittelteil nicht zu kurz kommt, flüchtet man in "Close Your Eyes" in die Welt der Träume, während das Ende des Albums von den Gästen E-40 bzw. Witchdoctor klare Stempel aufgedrückt bekommt. "Arrival" stellt mit dem Einfahren in eine Sackgasse dann das scheinbare Ende dar, doch weder an Asphalt noch an die Schwerkraft fühlen sich die CL gebunden...


Fazit:
Auch mit dem zweiten Teil ihrer sonderbaren Reise geben sich die CunninLynguists keine Blöße, sie erreichen sogar noch eine kleine Steigerung im Vergleich zum ersten Album. Das ist vorrangig den ersten drei Songs zuzuschreiben, die dem CL-Road-Trip spürbar Würze geben. Der Mittelteil ist saubere Handarbeit, hält jeodch wenige Überraschungen parat, während dank der Gäste gegen Ende wieder für mehr Abwechslung gesorgt ist. Damit darf das Projekt "Strange Journey" als abgeschlossen angesehen werden, denn ob ein eventueller dritter Teil als Reise zum Mond noch Sinn hätte, ist sehr fraglich. Das Konzept der losen Feature-Zusammenkunft war nett, aber ein neues, richtiges Album, das eventuell auch neue Wege beschreitet, wäre nun weitaus interessanter.

Gesamtwertung: 6.9 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Dynas - The Apartment

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 29. September 2009
Label: BBE Records

Tracklist:
01. Intro
02. Higher Definition
03. Challenges Of L.O.V.E. (Leaving Ones Virtues Exposed)
04. The Future (Feat. DJ Jazzy Jeff)
05. Illa's DVD (Skit)
06. Crown Royal
07. Totally Tanya
08. The Apartment
09. Family Jewels (Feat. Slick Rick)
10. Becky Vs. Illa (Skit)
11. It's My Turn
12. 90 Degrees (Feat. Wrekonize LMS & Rich Medina)
13. The Apartment 2
14. Brad & Becky (Skit)
15. Come Along (Feat. Tiye Phoenix)
16. Hey Sister (Feat. Tone Trezure)
17. Think it Over
18. Outro



Wie so viele Künstler, die nun ihr offizielles Debüt vorlegen, hat es auch bei Dynas seine Zeit gedauert. Bisher war der Emcee, der im Süden von Florida, geistig aber vielmehr im Big Apple beheimatet ist, eher unauffällig, kann aber schon auf einige Singles, einige Auftritte (u.a. bei DJ Spinna) und einen Ruf als exzellenter Live-Performer zurückblicken. Außerdem war er Teil der Rawkus 50-Flut und wurde schon damals als Talent gehandelt. Nun hat er die Möglichkeit, sich zu beweisen: BBE Records nimmt sich seiner an und releast "The Apartment".

WRITTEN FOR Rap4Fame

Dass Dynas einige Dinge durch den Kopf gehen, macht schon das Cover klar - dass er dabei in seinem Apartment sitzt, erklärt der Umstand, dass dieses Album in der Zeit entstand, als Dynas genau dort wohnte und dort sowohl Höhen als auch Tiefen erlebte. Das Album selbst jedoch beginnt damit, dass Dynas sein Apartment verlässt, um auf Tour zu gehen. In Obhut gibt er es dabei seinem Kumpel Illa, nicht etwa seiner lamentierenden Freundin. So wird der Auftakt zu einer Reise durch ein Album lockeren BoomBaps gegeben, bei dem als Label auch ohne weiteres High Water Music hätte stehen können. Denn wie einige Kollegen dort, so ist auch Dynas bemüht, das Image des jungen, dynamischen BoomBappers, der seinem Genre frische Luft einhaucht, zu bedienen. Wieso auch nicht? Eine gesunde Lineup bei den Produzenten kann er jedenfalls vorweisen: DJ Spinna, Illmind, Khrysis, Dilla und viele weitere sollen versichern, dass Dynas die "Future" gehört. Bei selbigem Track gibt sich eine andere Legende, nämlich Jazzy Jeff, die Ehre und schustert eine ansehnliche Drumline. Nochmals Jeff gibt es in "It's My Turn", das massives, aber durchgehend unterhaltsames Namedropping betreibt und dabei klarstellt, dass Dynas jetzt an der Reihe sei, sich der "Bitch" HipHop zu widmen: "She ain't never been a virgin but it's my turn". Die Instrumentals sind dabei nicht mehr als gelungener BoomBap (wie nicht anders zu erwarten), was aber gleichzeitig sehr gut hörbar ist und nur an wenigen Stellen schwächelt. Thematisch machen Liebe und Frauen allgemein einen nicht unwesentlichen Teil in Dynas' Apartment aus. Dreht sich "Challenges Of L.O.V.E." mit einem elegant-relaxten Instrumental von Illastrate noch um die Liebe zum HipHop, so berichtet "The Apartment" von einer Beziehung, in der Dynas mehr als einmal das Herz gebrochen wurde. Der Beat, den er dabei von Dilla abgreifen konnte, ist okay, aber keine Großtat. Exile's "The Apartment 2" findet Dynas mit neuer weiblicher Begleitung, wobei es diesmal vielmehr andersrum läuft. Zwischen den Songs reihen sich einige Skits ein, in denen sich Illa als falsche Wahl herausstellt: Seine DVD ist keinesfalls jugendfrei und die Nachbarin Becky, die sich wegen lauter Musik beschwert, wird in einer (bzw. zwei) lustigen Konversation unwirsch verbal geohrfeigt. Wenn sich dann auf der musikalischen Seite Rick The Ruler einfindet, gibt Spinna ein flottes Marschtempo vor und zusammen wird mit "Family Jewels" ein deftiges Highlight gesetzt. Cop-Ungerechtigkeiten gibt es in "90 Degrees", die Story von Tonya in "Totally Tonya", in beiden Fällen mit durchschnittlichen Instrumentals unterlegt. Ein unbedingter Anspieltipp hingegen ist "Crown Royal", wohl eines von S1's besten Erzeugnissen. Nach einem weiteren mittelmäßigen Song ("Hey Sister") erfolgt nach dem souligen "Think It Over" Dynas' Rückkehr, die einen riesigen Saustall (u.a. ein "unreines" Sofa) ans Tageslicht fördert.


Fazit:
Dynas serviert ein solides Debüt, mit dem er zwar nicht herausragt, das aber durch qualitative Konstanz überzeugt. Hier und da hätten es viellecht ein wenig mehr eigene Akzente sein dürfen, denn als eigene Persönlichkeit am Mic kann sich Dynas - natürlich vor allem bedingt durch eine wenig markante Stimme - nicht etablieren. Ein starker Spitter ist er allemal. So ist sein Apartment ein Ort, an dem es sich gut aushalten lässt, das eine nette kleine Geschichte erzählt, das aber keinen festen Platz im Langzeitgedächtnis sicher hat. Trotzdem ist "The Apartment" noch als gutes Album einzustufen.

Gesamtwertung 6.7 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Samstag, 6. Juni 2009

Cyne - Water For Mars

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 02. Mai 2009
Label: P-Vine Records

Tracklist:
01. This Year
02. Awakening
03. Pretty Apollo
04. I Never
05. Interlude 1
06. Electric Blue
07. Tide Of Life
08. Dazed & Confused
09. Fantasy Revenge
10. Interlude 2
11. Boombox Pimp
12. The Jux
13. Cise
14. Interlude 3
15. Nicers
16. The Raven
17. Beaten Boxes
18. Interlude 4
19. Your Voice
20. One Day...



Ja, es ist schon wieder ein neues Album. Nachdem Cyne sich nach ihren ersten beiden Alben reichlich Zeit ließen und dann im vergangenen Jahr gleich zwei Platten auf den Markt warfen, gibt es hier schon neues Material. Das weckt natürlich Freude und Hoffnungen bei den Fans der Nischen-Rapper aus Florida: Vor allem "Pretty Dark Things" aus dem letzten Jahr ging in eine Richtung, die sich zusehends von den Anfängen der Gruppe entfernte. Bleibt also abzuwarten, was auf "Water For Mars", dem neuen Album, passiert. Für Freunde von Silberlingen kommt ein zusätzliches Ärgernis hinzu: "Water For Mars" wird ausschließlich in Japan veröffentlicht.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Da sowohl Cise Star als auch Akin bisher immer voll auf der Höhe waren und mit einer ausgeklügelten Darbietung überzeugen konnten, liegt es mehr an Enoch und Speck, mit ihrer Produktion die Richtung dieses Albums vorzugeben. Da freut es natürlich gleich doppelt, wenn "This Year" mit dem warmen, souligen Sound loslegt, den man seit der ersten Hörbegegnung mit Cyne verbindet. Auch die bedacht und sicher gewählten Worte Akin's kennt man genau so, wie es sie hier zu hören gibt. Er und Cise finden auch hier wieder die richtige Mischung aus Kritik und eigenen, positiven Messages, auch auf diesem Album ergänzen sich die beiden perfekt. Cise setzt ab, Akin legt los - das Spiel funktioniert im federleichten, von Gitarrenklängen getragenen "Tide Of Life", wie man es gewohnt ist. Generell ist "Water For Mars" mehr die Scheibe, die an vielen Stellen an die ersten beiden Alben anknüpft und sich weniger als "Pretty Dark Things" neuen Ideen widmet. Bei der Einzigartigkeit, die Cyne eigen ist, ist das weniger eine schlechte Sache als eine Freude: Schon der Titel verrät, dass der Sound noch immer spacige Züge mit - wie sie ein Bekannter von mir nennt - Natur-Beats verknüpft. Ebenfalls eine Rückkehr zu früheren Zeiten sind Instrumental-Interludes, von denen vier an der Zahl eingestreut werden und die zuletzt auf "Evolution Fight" am Ende einiger Songs versteckt waren. Bei dem, was Enoch und Speck wie nebenbei aus dem Ärmel schütteln, darf man sich da natürlich nicht beschweren. Das Klavier, das im "Interlude 4" seine Melodie zum Besten gibt, gehört mitunter zum schönsten, was HipHop dieses Jahr bisher zu bieten hatte. Trotz der sehr vielen Dinge, die man Cyne zweifelsohne zugute halten kann, ist leider nicht alles perfekt. "Fantasy Revenge" und "Boombox Pimp" wären beide einwandfrei, wollen mit ihren Hooks jedoch nicht wirklich gefallen. Einen Aussetzer gibt auch zu vermelden: "Beaten Boxes" will sowohl beim etwas trockenen Drum-Salat als auch beim etwas übertriebenen Chorus nicht schmecken und erinnert dabei sehr an die schlechteren Momente von "Pretty Dark Things". Doch damit hat sich die Krittelei auch schon wieder - da sei lieber auf die überwiegenden, schönen Momente hingewiesen, allen voran der umwerfend starke Einstieg: "Pretty Apollo" sprüht nur so vor Energie, "Awakening" ist so elegant geformt wie die Sandverwehungen des Albumcovers. "I Never" wendet sich anderen Rappern und ihren Texten zu, ohne dabei zu sehr im typischen Szenen-Diss zu enden. Während "Cise" eines der typischen ernsteren Lieder ist, bringt "Dazed & Confused" Abwechslung ins Spiel oder sorgt "One Day..." für einen Ausstieg, bei dem Enoch und Speck kurz ins Rampenlicht treten und sich angebracht verabschieden.


Fazit:
Vielleicht ist neben den erwähnten Songs noch der ein oder andere mittelmäßige dabei. Auf jeden Fall kommt "Water For Mars" nicht den beiden ersten Werken gleich. Doch damit war gar nicht zu rechnen. So wie dieses Album aus dem Nichts geschossen ist, darf man sich mehr als nur freuen, einem neuen Werk dieser Qualität gegenüberzustehen. Denn "Water For Mars" ist eines, wenn nicht das beste Album des bisher so mageren Jahres 2009. Und doch ist es weit davon entfernt, ein wirkliches Spitzenalbum zu sein. Doch dafür waren Cyne eigentlich noch nie bekannt - die Alben haben ihren roten Faden, sie haben ihre Atmosphäre, doch sie glänzten bisher meist durch einzelne, geniale Songs. Ebenjene vermisst man auf "Water For Mars" ein wenig, was die vier Kronen leider verwehrt. Doch nur um das noch einmal zu unterstreichen: Dieses Album wird alle Cyne-Fans voll zufrieden stellen und es ist mindestens genauso gut wie die beiden 2008er Alben. Cyne bleibt weiterhin einer der Geheimtipps des US-Undergrounds.

Gesamtwertung: 7.0 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Donnerstag, 16. April 2009

CunninLynguists - Strange Journey Volume One

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 09. April 2009 (D) / 26. Mai 2009 (US)
Label: A Piece Of Strange Music / QN5 Music / Bad Taste Records

Tracklist:
01. Departure
02. Nothing But Strangeness (Feat. Looptroop Rockers & Hilltop Hoods)
03. Lynguistics (Live In Stockholm)
04. Move
05. Spark My Soul (By Inverse & Substantial)
06. Never Come Down (The Brownie Song)
07. Hypnotized (Feat. PackFM & Club Dub)
08. Dance For Me (Remix)
09. Die For You (By Mr. SOS)
10. White Guy Mind Tricks
11. Georgia (Remix) (Feat. Killer Mike & Khujo Goodie)
12. KKKY (Remix) (Feat. Skinny DeVille & Fishscales (Nappy Roots), Young Chu & Sheisty Khrist)
13. Don't Leave (When Winter Comes) (Feat. Slug of Atmosphere)
14. The Distance (By Tonedeff)
15. Broken Van (Thinking Of You) (Feat. Mac Lethal)
16. Billy Joe's Garage (To Be Continued)



Der Karrieresprung, den die CunninLynguists hier in Deutschland vollbracht haben, ist erstaunlich: Von einem unter vielen Underground-Acts zu gefeierten Helden, von denen jedes Erzeugnis gepriesen wird - es verhält sich ähnlich wie mit Atmosphere. Bei Kno, Deacon The Villain und Natti war es wohl hauptsächlich das intensive Touren, das kräftig zum jetzigen Status verhalf. Nach vier Alben, von denen "Dirty Acres" noch recht gut in Erinnerung ist, wird das Jahr 2009 dazu genutzt, zwei neue Scheiben auf den Markt zu werfen. Beladen mit einigen interessanten Kollaborationen erscheint "Strange Journey Volume One", dem der zweite Teil noch im September folgen soll.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Vielmehr als Mixtape und damit ähnlich der "Sloppy Seconds"-Reihe ist dieser Auswurf anzusehen. So gibt es nicht auf allen Tracks Mic-Auftritte der CL - "Spark My Soul" geht auf das Konto der QN5-Label-Kollegen Inverse und Substantial und ist lediglich von Kno produziert (und war darüber hinaus bereits auf der "So True" EP zu hören). Doch solche Dinge stören auf einem Tape wie diesem, das sich als Aufzeichnung der sonderbaren Reise der Lynguists auffasst, nicht im Geringsten. Schon gar nicht, wenn die Qualität der Musik stimmt. Eine interessante Frage ist natürlich, welche musikalische Schiene hier gefahren wird. Denn der Teil der Fans, der immer noch den munteren Tracks der ersten beiden Alben nachhängt, wird die Hoffnung nicht aufgeben, dass die CL zu ihren ursprünglichen Strukturen zurückkehren. Größtenteils ist die "Strange Journey" in dieser Hinsicht eine Enttäuschung. Da hilft auch keine eineinhalbminütige Live-Version von "Lynguistics" - die Atmosphäre, die von dem Trio live verbreitet wird, rettet sich nicht auf den Silberling. Das gemäßigt lustige "White Guy Mind Tricks" mit einem stereotypischen weißen Südstaaten-Officer läutet zwei Remixe von "Dirty Acres"-Tracks ein: "Georgia" bewegt sich mit zusätzlichen Rhymes von Khujo Goodie und Killer Mike im fragwürdig notwendigen Bereich, während "KKKY" mit vier neuen Gästen (u.a. von den Nappy Roots) durchaus frisch daherkommt. "Dance For Me" erhält einen frischen Anstrich, bleibt dabei jedoch hinter seinem Original. Viel interessanter als Remixe sind natürlich die bisher komplett unbekannten Tracks, die diese Scheibe bietet: Hier gab es vorab schon "Never Come Down (The Brownie Song)" zu hören, eine stimmige Nummer mit Voice-Sample in der Hook. "Nothing But Strangeness" bietet ein internationales Aufeinandertreffen: Die Hilltop Hoods aus Australien, die einigen Fans vielleicht als Vorgruppe bei CL-Shows bekannt sind, und die schwedischen Looptroop Rockers geben sich die Ehre und machen aus dem relaxten Gute-Laune-Song ein Highlight. Nicht weniger erwartet wurde "Don't Leave" mit Slug, das seine Qualität nicht zu verstecken braucht und sich in die Reihe der ernsten Tracks einreiht, die bisher auf jeder Veröffentlichung zu finden waren (wobei Slug somit natürlich bestens ins Bild passt). In dieselbe Kerbe schlägt "The Distance" mit gewohnt starken Raps von Tonedeff, während "Broken Van" mehr als Kopfnicker angelegt ist. Als bester Song der Scheibe ist das gefühlvolle "Die For You" von Ex-Mitglied Mr. SOS zu nennen - was Kno hier alles in seinen Beat steckt, macht beim Hören (trotz der melancholischen Atmosphäre) mächtig Spaß - und mit einem Wink Richtung Kanye landet SOS eine der besten Lines des Albums:

"The most I got from her was ass and bread
But trust was lost like Kanye's fashion sense
Accidents happen when you live with the weak
But it's not an accident when you make a conscience decision to cheat
"


Fazit:
Bezeichnend für die nicht abstreitbare Klasse der CunninLynguists ist die Tatsache, dass ihr Mixtape / Album qualitativ über einem großen Teil anderer derzeit veröffentlichter Alben liegt. Trotz einiger Tracks, die man sich hätte schenken können. Was das neue Material betrifft, so machen Kno, Deacon und Natti da weiter, wo sie bei "Dirty Acres" aufgehört haben und erweitern das Spektrum auch wieder ein wenig, was natürlich auch an der Bandbreite der geladenen Gäste liegt. Dabei geht der CL-eigene Sound jedoch nie verloren. Somit ist "Strange Journey Volume One" für CunninLynguists-Fans ein Muss und für alle anderen eine Anschaffung, die man nicht bereuen wird.

Gesamtwertung: 6.8 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Montag, 9. Februar 2009

CunninLynguists - Will Rap For Food

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 20. Oktober 2001
Label: FreshChest Records

Tracklist:
01. Will Rap For Food
02. Lynguistics
03. Mic Like A Memory (Feat. Kory Calico)
04. So Live!
05. Hey
06. Fukinwichu
07. Ain't No Way (Feat. Mr. SOS & Anetra)
08. Missing Children (Feat. Braille)
09. Midnight
10. Thugged Out Since Cub Scouts (Feat. Jugga The Bully & Mr. Raw)
11. Kno's Diggin'
12. Halfanimal
13. Family Ties (Feat. Cashmere The Professional)
14. Dirty South
15. Mindstate
16. Takin' The Loss (Feat. Jugga The Bully)
17. Not Guilty
18. 616 Rewind (Feat. Tonedeff, Sankofa, Kashal-Tee & Celph Titled)



Wer kennt sie nicht, die CunninLynguists. Ein lustiger Name und zwei abgebrannte Typen, die ihre Rap-Künste für eine Handvoll Wechselgeld anbieten - das können nur KNO und Deacon Da Villain sein, die für das Cover ihres Debütalbums posieren. Doch hier hat man es nicht etwa mit herkömmlichen Conscious-Rappern aus New York zu tun - die beiden stammen aus Kentucky bzw. Georgia und halten somit für den dreckigen Süden die Flagge in die Höhe. Da "Will Rap For Food" trotzdem kein Standard-South-Album ist, darf man sich der interessanten Voraussetzungen erfreuen, unter denen dieses Album entstand.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Dieses Duo in Produzent und Rapper einzuteilen, wäre nicht ganz korrekt, da KNO zwar fast alle Beats zum Album schustert, jedoch auch immer am Mic steht. Deacon ist übrigens auch des Produzierens mächtig, steht aber hier nur für einen Track hinter den Knöpfchen. Mit Gästen wie J. Bully, Celph Titled oder Tonedeff ist ein klarer Einfluss der Ostküste nicht von der Hand zu weisen, wobei man in diversen Pressetexten auch Vergleiche zu Outkast finden wird. Wen wundert es da, dass sich CL mit ihrem ersten Album einen Marken-Sound kreieren, der auch heute noch hochgelobt wird. Da sich dieser Sound aus mehreren Teilen zusammensetzt, fängt man am besten gleich mit ein paar Beispielen an. Die Skits, zu denen auch das "Will Rap For Food"-Intro zählt (die sonst allerdings am Ende einiger Tracks anzutreffen sind), setzen das ganze Album in einen Rahmen, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Hier wird die eigene Profession, und vor allem auch der ein oder andere Trend, mit einem Augenzwinkern bedacht. Mit kurzen Instrumental-Interludes wie auf "Hey", "Midnight", "Kno's Diggin'" oder "Dirty South" wird der von Kno betriebenen Kunst dann trotzdem besonderer Platz eingeräumt, der die restlichen Tracks gekonnt verbindet und sehr förderlich für den Gesamtcharakter der Scheibe ist - mit"Not Guilty" bekommt ein solches Instrumental sogar dreieinhalb Minuten Spielzeit. Die verbleibenden Tracks lassen sich ebenfalls sehr gut in zwei Kategorien einteilen, wobei beide relativ unterschiedlich und trotzdem dem typischen CL-Sound zugehörig sind. Die erste Partei eröffnet mit "Lynguistics": Wild tanzende Streicher, ein paar gut gesetzte Cuts und bestens aufgelegte Raps sind für den ersten Representer und diese sich selbst feiernde Hymne verantwortlich, die noch heute der Track ist, der, in Bezug auf die CunninLynguists, meist an erster Stelle genannt wird. "The music makes me high / Even though I stay away from Cannabis like Wyclef" - herrlich. Auch in "So Live" rollt die Maschinerie mit Vollgas und dem von Celph Titled produzierten Instrumental haftet sogar ein Hauch von Old School an. "Thugged Out Since Cub Scouts" denkt gar nicht erst daran, das Niveau absacken zu lassen, während man nie vergisst, dass der Wind von Süden weht. Für "Fukinwichu" tritt der Representer-Aspekt in den Hintergrund, um gute Laune aus allen Rohren zu blasen und die entspannteste Nummer des Albums aufzutischen. Vollgas gegeben wird dann wieder mit dem Streichergetriebenen "Ain't No Way" und dem genickbrechenden "Halfanimal". Kurz gesagt: Partei Eins prescht nach vorne und gibt den Fans bei jedem Live-Auftritt einen Grund, ins Schwitzen zu kommen. Die andere Hälfte der Tracks stellt das Gegenteil dar: Nachdenkliche und sehr persönliche Texte werden über teils äußerst melancholische Melodien preisgegeben. So handelt das selbsterklärende "Family Ties" von kaputten Vater-Sohn-Beziehungen, während in "Mic Like A Memory" über schlechte Zeiten sinniert wird, in denen man am besten nicht zur Flasche, sondern eben zum Mic greift. So, dann fehlt ja nur noch ein Track. "616 Rewind" gehört wieder zur Kategorie der Songs, die einfach nur Spaß machen. Mit einem atemberaubenden Auftritt von Tonedeff und den großartig direkten Lines von Celph Titled bekommt man hier noch einmal ein absolutes Highlight, das dieses Album abschließt.


Fazit:
Für jemanden wie mich, der in erster Linie Non-Gangsta Rap und somit wenig Südstaaten-Rap hört, gibt es von der dritten Küste wenig Pflichtprogramm. CunninLynguists sind jedoch genau das. Spaß an der Arbeit, Vielfalt und eine Frische, die man im Osten oftmals vergebens sucht. Das Schöne an "Will Rap For Food" ist dabei, dass fast jeder Rap-Hörer diesem Album etwas abgewinnen können wird. Da Tracks wie "Lynguistics" auf späteren Alben immer seltener wurden, ist dieses, das Debütalbum, als das beste Machwerk der Gruppe anzusehen. Mehr muss hier nicht gesagt werden.

Gesamtwertung: 8.6 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Sonntag, 18. Januar 2009

Cyne - Evolution Fight

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 29. August 2005 (D) / 05. September 2005 (US)
Label: City Centre Offices

Tracklist:
01. Plight About Now
02. Soapbox
03. Evolution Fight
04. Haze
05. Rousseau (Feat. Rico Suave)
06. Fuck America
07. Growing (Feat. Lula Dawit)
08. Rappin'
09. Automaton
10. Arrow Of God
11. Running Water
12. Up Above
13. Deferred
14. Moonlight



Im Jahr 2008 konnten Cyne mit ihrem Doppelschlag ihrem Bekanntheitsgrad einen erheblichen Schub nach oben versetzen. Davor waren sie mit einigen EPs und zwei Alben eher ein Geheimtipp. Doch bereits mit ihren früheren Releases konnte die große, in Gainesville, Florida hausende Alternative zum platten Miami-Sound nur Lob einfahren. Nachdem "Time Being" die Erzeugnisse der ersten Jahre zusammengefasst hat, ist "Evolution Fight" im Jahr 2005 der zweite Longplayer von Akin, Cise Star, Enoch und Speck, der den bereits auf die Beine gestellten eigenen Sound weiter manifestieren soll.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Was bei Cyne seit jeher einzigartig war, ist die Dynamik, die diesem Quartett innewohnt. Enoch und Speck sind die Dirigenten im Hintergrund, die den Sound des Albums zusammenstellen, während Akin und Cise Star am Mic ihren Teil beitragen. Cyne gehen dabei immer mit einer unbelasteten Leichtigkeit ans Werk, die einerseits das Markenzeichen ihres Sounds ist und die es andererseits auf ganzer Linie unnötig macht, hektische oder gar aggressive Töne anzuschlagen. Deshalb findet man solche Songs bei Cyne in der Regel nicht. Es läge auch nicht in der Natur der beiden Emcees, sich diesem Stil zu verschreiben: Cise Star nennt eine äußerst gewöhnliche und leicht helle Stimme sein Eigen, die seinen Raps immer einen leicht heiteren Ton verleiht. Als Ergänzung agiert Akin, dessen Stimme tiefer angesiedelt ist und der in seiner ergreifenden und bedächtigen Art entweder seinen Partner komplettiert oder aber einem Song eine ganz eigene, oft sehr schwermütige Note verleiht. Unter diesen Voraussetzungen machen sich Cyne also ans Werk, unsere "New Experience" zu kultivieren. Und eines muss man gleich zu Beginn eingestehen: "Plight About Now" ist der Prototyp eines Einstiegstracks, der leicht von den Percussions Femi Kako-Addies geprägt wird und mit den einsetzenden Trompetenklängen eine schön ansteigende Treppe zur Plattform, auf der dieses Album residiert, bietet. Mit den ersten Rhymes von Akin ist klar, wo der lyrische Schwerpunkt dieses Albums liegt. Cyne setzen sich vornehmlich mit den Missständen der eigenen Gesellschaft auseinander, wobei die Scheuklappen des Einzelnen aus einer unteren sozialen Schicht abgenommen werden und das große Ganze betrachtet wird. Dazu servieren Enoch und Speck Feel-Good-Music, wie man sie besser kaum findet. Was sehr paradox und unpassend klingt, funktioniert bestens - auf zwei Ebenen, denn man kann dieses Album genießen, egal ob man auf die Texte achtet oder nicht. Die Beats sind einzuteilen in sehr ruhige und introvertierte Nummern, die meist Akin minimal besser zu Gesicht stehen, und in die eigentlichen Highlights, die federleicht zusammengesetzten und trotzdem unheimlich kraftvoll wirkenden Kopfnicker, auf denen wiederum Cise Star ein wenig besser klingt. In die erste Sparte fallen zum Beispiel der Titeltrack "Evolution Fight" und "Rousseau", die beide sehr langsam gehalten sind und somit das Tempo aus dem Album herausnehmen. Auch "Rappin'" gehört mit gefühlvollem Klaviereinsatz zu dieser Klasse, ebenso wie das von Cise an seine Mutter gerichtete "Up Above". Durch die Einteilung der Instrumentals lässt sich ein sehr gut umgesetztes Wechselspiel zwischen den verschiedenen Songs beobachten, wie beispielsweise, wenn der schon erwähnte Titeltrack vom großartigen "Haze" abgelöst wird, das am trefflichsten als musikalischer Sonnenschein umschrieben werden kann. Nichts anderes gilt für "Soapbox", das mit gelooptem Voice-Sample bestückte "Automaton" oder das elegante "Moonlight" - die gute Laune, die Enoch und Speck hier heraufbeschwören, ist unbezahlbar. Nicht unerwähnt bleiben darf "Arrow Of God", das als Kombination der Essenzen dieses Albums und als bester Beitrag der zwei Produzenten auch das absolute Highlight der Scheibe markiert. Zudem gehören Akins Ausführungen über Fragen der Transzendenz und der Ewigkeit zum Besten, was die Platte auf lyrischer Ebene zu bieten hat:

"Celebrate life and death in the same vein
And those that are gone I mourn but it's from pain
Live and let die, some thoughts I been thinking bout
Not fascinated by death, but just hear me out
Live and let die, see you in the whirlwind
Grandmother, see you soon when my world end
[...]
See I ain't like y'all, I don't read much
Biblical words ain't shit, fuck Jesus
I just live now, perhaps regret later
Don't call me atheist, I do believe that God's greater
"

Natürlich ist auch auf diesem Album nicht alles perfekt. "Fuck America" kann mit seinem durchschnittlichen Beat die Erwartungen des Titels leider nicht erfüllen. Das war jedoch auch schon der einzige ernsthafte Kritikpunkt. Mit "Running Water" brechen Cyne dann aus ihrem gewöhnlichen Schema aus und erzeugen eine nahezu dissonante Atmosphäre, die jedoch trotzdem sehr gut funktioniert und für einen sehr markanten Anspielpunkt sorgt, von dem ich persönlich froh bin, dass er es auf's Album geschafft hat.

Mit "Evolution Fight" fügen Cyne ihrem ganz eigenen Sound-Universum ein weiteres Puzzle-Teil hinzu. Dass dabei größtenteils auf Hilfe verzichtet wurde, ist nur gutzuheißen, denn benötigt wird diese ganz sicherlich nicht. Erstaunlich ist es bei jedem Track aufs Neue, wie wunderbar die Produktionen mit den beiden Herren am Mic harmonieren. Und auch wenn dieses Album als Einheit nicht perfekt ist, so verdienen Cyne doch Respekt dafür, wie unbekümmert sie ihr eigenes Ding durchziehen. Dieses Album sollte für jeden Non-Gangsta-Sammler mehr als nur interessant sein.

Gesamtwertung: 8.1 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Dienstag, 2. September 2008

S1 - Music Box

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 22. Juli 2008
Label: Spilt Milk Records

Tracklist:
01. Intro / Music Box - (feat. Speech)
02. Mash - (feat. Rapper Big Pooh & Kay)
03. Everybody Clap - (feat. Lifesavas & Tanya Morgan)
04. Neva - (feat. Tone Trezure)
05. Next Leve - (feat. AEONZ)
06. Life Is A Movie - (feat. Rah Digga)
07. Chemistry - (feat. Yolanda Johnson)
08. Callin’ Me - (feat. Phonte)
09. Know Your Name - (feat. Mojoe, The Ill & HeadKrack)
10. Who Stole The Music - (feat. Knessecary, Bavu Blakes & Glenn Reynolds)
11. Be Sure - (feat. D.V. Alias Khryst)
12. Jimmy Swag Art 03:59 - (feat. Strange Fruit Project & Dawg Wonder)
13. Upper Echelon - (feat. Skyzoo, Supastition & Dow Jones)
14. Tire - (feat. Darien Brockington)



Es gibt gewisse Artists, die sind ganz einfach langweilig. Nachdem man einmal etwas von hinen gehört hat, kennt man alles - was ja nicht immer schlimm sein muss, es in diesem Fall aufgrund der belanglosen MusiK jedoch ist. Wieso ich dieses Thema anreiße? Es ist eine wunderbare Einleitung für den hier im Mittelpunkt stehenden Artist, dem das eben skizzierte Image praktisch auf der Stirn steht. S1, Symbolic One, alternativer HipHop-Artist aus Texas, der vielen als Mitglied der Gruppe Strange Fruit Project ein Begriff sein wird, lädt einige gleichgesinnte Nasen auf ein Teekränzchen im eigenen Garten ein, um der Welt als Erzeugnis "Music Box" zu hinterlassen.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Strange Fruit Project, ja das waren die Typen, die auf ihrem letzten Album den langweiligen Justus League Sound praktiziert haben. Wie trefflich, dass hier jeweils Big Pooh und Phonte einen der 14 Tracks besetzen. Zusammen mit dem Rest verspricht das Album einen bunten Mix aus relaxtem Sommer-HipHop mit Soul-Einlagen. Und so schlecht fängt das Album auch gar nicht an. "Mash" kann mit eigenem Charakter auftrumpfen, während das folgende "Everybody Clap" einen flotten Rhythmus vorlegt. Auch sonst geht das Konzept des chilligen Sommeralbums meist auf - denn die kurzweiligen, leicht im Magen liegenden Instrumentale sind eben genau das, was S1 gut kann. Wie so oft in letzter Zeit gewinnt "Hintergrundmusik" den Wettbewerb zur passenden Umschreibung des Audiomaterials. Der nervtötend langweilige Ausrutscher "Neva" kann dabei unter den Tisch gekehrt werden. Auch die Tatsache, dass D.V. Alias Khryst sich eigentlich besser für Hooks als für ganze Songs (weswegen der komplette Track wohl auch wie ein einziger Refrain klingt) eignet, stört nicht groß, genauso wenig, wie die Tatsache, dass Nichtpowerstimme Skyzoo mal wieder so rappt, als würde er nebenzu noch seelenruhig Tee schlürfen. Mit Rah Digga schleicht sich dann ein(e) verlässliche(r) Leistungsträger(in) ins Aufgebot, während sich auch Yolanda Johnson durch eine starke Gesangseinlage hervortun kann. Gegen Ende koppelt man den widerlich säuselnden Darien Brockington besser ab und belässt es bei den 13 schon gehörten Tracks - und die Geschichte hat sich.


Fazit:
Letztendlich ist doch alles so wie erwartet. Nichts besonderes, ganz gut, harmlos und luftig leicht. "Music Box" ist ein Softporno, wer das volle Programm will, der sollte wo anders suchen. Es wäre schön, wenn S1 in Zukunft auch in andere Richtungen arbeitet, da noch ein Soloalbum dieses Schlags tödlichst überflüssig wäre - schon die Notwendigkeit dieses Albums wäre eine Diskussionsrunde wert. Trotzdem werden Fans ihren Spaß dran haben, während man sich auch sonst (vielleicht) mit einigen wenigen Tracks anfreunden können wird. Knappe 3 Mics.

Gesamtwertung: 5.7 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Samstag, 30. August 2008

Cyne - Pretty Dark Things

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 29. Juli 2008 / 7. Oktober 2008
Label: Home-Tapes

Tracklist:
01. Just Say No
02. Runaway
03. Calor
04. Escape
05. Opera
06. Never Forget Pluto
07. Pianos on Fire
08. The Dance
09. Prototypes
10. Money Parade
11. Pretty Black Future
12. Excite Me
13. Radiant Cool Boy
14. Fuzzy Logic
15. Elephant Rome
16. Scattered



Willkommen zu Runde Zwei der Cyne Alben dieses Jahres. "Pretty Dark Things" kommt nur kurze Zeit nach "Starship Utopia". Trotzdem zeichnen die beiden Werke einige Unterschiede aus: so ist "Starship Utopia" eine Ansammlung der Tracks seit dem letzten Album und wurde zudem über das HipHopVinyl-Imprint Project Mooncircle veröffentlicht. "PDT" hingegen ist das schon seit Langem angekündigte und ewig verschobene Album, das über das neue Zuhause, Home-Tapes, auf die Welt losgelassen wird.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Was dabei hoffentlich gleich bleibt: der Sound. Denn Cyne gehören trotz gemäßigtem Output zu den Gruppen, die sich einen charakteristischen Sound erarbeitet haben - einen, der auch nicht in Gefahr schwebt, langweilig zu werden, denn dafür sind die Produktionen von Enoch und Speck viel zu variationsreich und ausgereift. Entsprechend groß die Vorfreude, die den bewanderten Fan hier packen sollte. Hier nun ein Snapshot von mir, bekennendem Cyne-Fan, nach dem ersten Durchhören: die Kinnlade ein Stockwerk tiefer und ein "Was-zum-Teufel?"-Ausdruck auf das Gesicht geschrieben. Ok, nach mehrmaligem Hören glätten sich die Wogen, doch was man hier vorgesetzt bekommt, setzt einem zunächst schwer zu. Man wird jedoch bald merken, dass die Trompete in "The Runaway" gut ins Bild passt oder dass die zum Beispiel im sehr langsamen "Never Forget Pluto" zur Sprache gebrachten Themen dem Standardprogramm von Cyne entsprechen. Gegen Ende findet man mit "Radiant Cool Boy" sogar ein kleines Highlight, das von Akins Stimme die ganz besondere schwermütige Stimmung aufgedrückt bekommt, über die im zweiten Verse als Gegensatz Cise Star hinwegschwebt. Was sich jedoch auch nach dem zehnten Durchlauf nicht ändert, ist der bittere Nachgeschmack bei dem mit typischem Füllercharakter ausgestatteten "Money Parade" oder dem hektischen "Excite Me", welches dann definitiv zu viel des Guten ist. Positiv fällt auf, dass auf Features verzichtet wird. Denn Kost wie "Prototypes" bedarf keiner weiteren Gewürze, in sämtlichen Sound-Lagen, die Enoch und Speck bereitstellen, teilen sich Akin und Cise Star die Goldmedaille - hier braucht man einfach keine Gäste.


Fazit:
"Pretty Dark Things" vermag sich erst dann wirklich zu entfalten, wenn man sich eingehend damit beschäftigt hat. Nichtsdestotrotz ist es das bisher schlechteste Werk der Jungs aus Florida, was vor allem daran liegt, dass man hier vvergebens auf die wirklich genialen Momente wartet, die früher bei Cyne Pflichtprogramm waren. Der Sound hat sich weiterentwickelt und birgt das Potential, wieder solche Juwelen hervorzubringen. Doch bis es soweit ist, muss man sich mit "Pretty Dark Things" und einer "nur guten" Leistung zufrieden geben.

Gesamtwertung: 6.8 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Montag, 18. August 2008

Nappy Roots - The Humdinger

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 5. August 2008
Label: Nappy Roots Entertainment Group

Tracklist:
01. Intro
02. Beads & Braids
03. On My Way To Ga
04. Pole Position - (feat. Slick & Rose)
05. Flex
06. Swerve and Lean
07. Good Day
08. Down 'N' Out - (feat. Anthony Hamilton)
09. Tinted Up - (feat. Groove Chambers)
10. Fresh
11. Kalifornia Dreamin' - (feat. Slick & Rose)
12. Who Got It????
13. No Static - (feat. Greg Nice)
14. Don't Stop - (feat. Groove Chambers)
15. Panic Room
16. Small Town



Heute geht es um ein ganz besonderes Phänomen des Südens: die Nappy Roots. Mit "Watermelon, Chicken & Gritz" gelingt der Truppe im Jahr 2002 ein Album, das fast als kleiner Classic bezeichnet werden kann, zumindest jedoch den "Country"-Sound definiert, den man seitdem mit den Jungs aus Kentucky bzw. Georgie in Verbindung bringt. Nach dem ebenfalls soliden Sophomore dauert es fünf solokarrierenlose Jahre, bis die verbleibenden Fünf, Big V, Fish Scales, Skinny DeVille, B. Stille und Ron Clutch, mit einem neuen Album in den Startlöchern stehen.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Eine Stärke der Crew, die auch hier wieder zutage tritt, ist die unheimliche Harmonie, die vorherrscht: keiner sticht besonders hervor, keiner zieht das Niveau hinab. Zur Frage aller Fragen, ob man dem eigenen Sound, zu dem sich auf "Wooden Leather" beispielsweise ja schon ein Lil Jon-Beat gesellte, treu bleibt, gibt schon der Beginn des Albums einen dicken Hinweis: der erste Song "Beads & Braids" schlägt gleich ein wie eine Bombe und eignet sich sowohl zum relaxten Kopfnicken als auch zum Vollaufdrehen auf vier Rädern.

"What y'all beein doing? / I though y'all broke up? What y'all gon' rap about? / Why they say South and leave Nappy Roots out? / Are y'all still country? What's it like in Kentucky? Why y'all niggas don't rap about money?"

So viele Fragen, die alle schon im ersten Song beantwortet werden. Doch leider ist hier der Niveauberg auch schon an seinem Gipfel angelangt, denn einen Track wie diesen findet man nicht mehr auf dem Album. Das folgende "On My Way To GA" ist zwar ebenfalls noch Erste-Country-Sahne, doch im weiteren Verlauf ist dem nicht immer so. Ein stinklangweilig-seichtes "Down & Out" mit Anthony Hamilton ist keinesfalls mit "Po Folks" zu vergleichen, den "Panic Room" kennt man leicht abgeändert schon von anderen Interpreten (wobei der Track nicht mal schlecht gerät) und "Flex" tut sich durch besondere Abwesenheit von Hörenswertigkeit hervor. Heißt das, man sollte nach den ersten drei Tracks abschalten? Keinesfalls. Denn der komplette noch unerwähnte Rest bewegt sich im schwer hörbaren Bereich, und auch wenn man die richtigen Highlights nicht finden wird, so kommt bei "No Static" mit Greg Nice-Hook oder dem abschließenden "Small Town" zweifelsohne gute Stimmung auf. Sogar die erste Single "Good Day" weiß trotz verkitschter Kinder-Hook noch zu gefallen.


Fazit:
Leider ist es nichts geworden mit dem von einigen erhofften und schon auf "Wooden Leather" nicht mehr ganz geknüpften Anschluss an das Debütalbum. Die Nappy Roots können und wollen sich den äußeren Einflüssen nicht verschließen, was man zu hören bekommt. Das Outcome ist dabei nicht schlecht, klingt nur zeitweise nach halber Sache. Es mag sehr naiv klingen, doch ein bisschen Orientierung am Debütalbum hätte "The Humdinger" gut getan. Veränderung und Weiterentwicklung ist nicht immer gut, vor allem nicht, wenn sich da, wo man schon steht, niemand sonst befindet. Wieso dann einen (glücklicherweise hier nicht allzu groß ausfallenden) Schritt richtung Rest machen?

Gesamtwertung: 6.4 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Sonntag, 1. Juni 2008

Cyne - Starship Utopia

WRITTEN FOR Rap4Fame



Release Date:
30. Mai 2008
Label: Project Mooncircle

Tracklist:
01. Kill The Music
02. Starship Utopia
03. Sex Tapes
04. Elemental
05. Six Shooter (Speck & Crum Remix)
06. Loopholes
07. Hurricane Song - (Feat. Seven Star, Stres & Soarse Spoken)
08. Divides
09. Floatin' - (Feat. Seven Star, Stres & Soarse Spoken)
10. Montana - (Feat. Deceptikon)
11. Catharsis



Ladies and Gentlemen, welcome to the latest edition - of what you been missing! Eine Schande, dass der Bekanntheitsgrad der nun im Mittelpunkt stehenden Truppe so unwahrscheinlich niedrig ist. Denn wohl jeder, der innerhalb der letzten Jahre mit Cyne in Berührung gekommen ist, wird uneingeschränkt zugeben, dass dieses Quartett so underrated wie nur irgend möglich ist und dass Cyne mit ihrem eigenen Style dauerhaft zu begeistern wissen. Seit ihrem letzten Album im Jahre 2005 war es still, bis dann "Pretty Dark Things" als Album für Februar 2008 angekündigt wurde. Doch auch dann herrschte wieder Funkstille um Cise Star, Akin, Speck & Enoch. Nächste News: es wird zwei Alben geben, von denen ersteres über Project Mooncircle releast wird und sich "Starship Utopia" nennt. Und diesmal lassen Cyne ihre Ankündigung allem Anschein nach wahr werden.

Cyne scheinen uns mit ihrer bloßen Existenz beweisen zu wollen, dass es in Florida nicht nur hustle'nde Rick Ross'es gibt. Und wer einmal in den Genuss eines Cyne-Albums gekommen ist, der erhofft sich hier nichts weiter als gefühlvolle und relaxte Schwerkaliber. Dafür trug bisher jeder Einzelne der 2MCs/2DJs-Kombo Sorge. Mit lockeren Piano-Klängen wird in "Kill The Music" der erste Zeigefinger erhoben: "Ayo, BET, MTV, they kill the music / Radio and wanna-be-thugs, who kill the music / RapCity, TRL, y'all kill the music / Pipe dream kids on the block, they kill the music". Nach dem schönen Einstieg folgt der erste Höhepunkt auch direkt im Anschluss: "Starship Utopia" erfreut sich als Titeltrack an einem wärmenden Soundteppich, der sich kurz und gut als "typisch Cyne" umschreiben lässt. "I'm on the humble, I'm searching through foreign jungles / Looking for the hatch of the starship Utopia / Did you get the email? God sent it on yesterday / Apocalypse is now, so I'm gettin out of town / See you later, I'll seek for Darth Vader / He mad as fuck, his customs took his saber".

Nach diesem galaktischen Ausflug holt uns Akin in "Sex Tapes" wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn er von dem Weg einer jungen Dame im Porno-Business berichtet. Auch hier stimmt die Mischung. Denn neben den Beats sind eine weitere Stärke von Cyne die Raps der beiden MCs, die die aufgebaute Atmosphäre ungemein unterstützen. Das fröhlich vor sich hin plätschernde "Elemental", das mit knappen zwei Minuten fast kein voller Track mehr ist, stellt dies (erneut) gut unter Beweis. "Six Shooter" gab es schon auf der kostenlosen EP, die Anfang des Jahres von Cyne zum Download angeboten wurde, zu hören. Hier findet sich der Remix, der sein mittelprächtiges Original auch um Einiges überbieten kann. Textlich sprechen sich die Emcees gegen sinnlose Gewalt aus, wobei die beste Line des Songs es bestens auf den Punkt bringt: "How you gonna use that college money if you dead, cousin?".

WRITTEN FOR Rap4Fame

Der für Cyne-Verhältnisse sehr aufwühlerische Track wird gefolgt vom nächsten Highlight, das sich mit einer ruhigen und ernsten Atmosphäre Gehör verschafft und von Auswegen aus dem Alltag berichtet. "I slap-box with devils and speak to gods / Asking them questions, like 'Do I need a job?' / Cause a nigga got stress, full time, 9 to 5 / I, whether the migraine, just to survive, / Got a chip on my shoulder for real / And you can tell when, this nigga smile with a smirk cause it's hell-sent". "Loopholes" geht, "Hurricane Song" kommt. Und ja, dieser Song ist der erste von zwei, die in der gleichen Form schon auf der Grey Matter EP zu hören waren. Doch seine Qualität erlaubt diese Doppelverwendung auch. Relaxed bis in die letzte Sekunde lädt der Song ein, die Gedanken schweifen zu lassen. Wenn "Divides" auch zu den unauffälligen Songs des Albums zu zählen ist, hat dieser Song, so wie jeder andere auch, etwas Besonderes.

Nun zum zweiten Song von "Grey Matter", der dort als Opener diente und auf den Namen "Floatin'" hört - eine elegante Hymne auf die Conscious-Truppe aus Florida, zu der neben Cyne noch die Gäste Seven Star, Stres und Soarse Spoken zählen. Hörner und Streicher - großes Kino: "We floatin', above the nonsense / We floatin', because of conscience / We floatin', vibin' in the zone / We showin' you love, because it's in our bones" heißt es im Refrain. Mit "Montana" reiht sich, ähnlich "Divides", noch ein ruhiger, unauffälliger Song ins Album ein, das sich leider auch nicht langfristig einprägen kann. Umso mehr tut das der letzte Track, "Catharsis", der mit schwermütiger Stimmung beginnt und dem würdige Lines aufgesetzt werden. Nach einem sehr kurzen Beatumbruch folgt ein Instrumental, welches mit einem Fade-Out das Album abschließt.



Fazit:
Nach (sehr kurzen) 30 Minuten hat der Spaß dann ein Ende, während der Hörer nun die Erkenntnis hat: das Vertrauen in Cyne ist und war berechtigt. Auch wenn hier nicht unbedingt ein Klassiker wie etwa "Arrow Of God" schlummert, so bietet uns "Starship Utopia" doch eine durchgehend starke Leistung mit einem roten Faden, der sich durch das ganze Album zieht und dem Hörer eine typische Cyne-Atmosphäre beschert. In diesem Sinne bleibt nur noch zu sagen, dass auch im Jahr 2008 die Anlaufstelle #1 für atmosphärischen und relaxten HipHop "Cyne" heißt. Jeder, dem das noch nicht bewusst ist, sollte dies dringendst nachholen, alle anderen dürfen sich schon mal auf "Pretty Dark Things" freuen, was ja in naher Zukunft folgen wird. Hier ergattert das Quartett fast viereinhalb Kronen, kann mit vier und der erbrachten Leistung aber vollauf zufrieden sein.

Gesamtwertung: 8.1 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Donnerstag, 29. November 2007

CunninLynguists - Dirty Acres


Tracklist:
1. Never feat. Big Rube
2. Valley of death
3. Dirty acres
4. Kentucky (Interlude)
5. K.K.K.Y.
6. Wonderful feat. Devin the Dude
7. Yellow lines feat. Phonte & Witchdoctor
8. The park (fresh air) feat. Chizuko Yoshihiro
9. Summer's gone
10. They call me (Interlude)
11. Gun feat. Sheisty Khrist
12. Dance for me
13. Georgia
14. Things I dream
15. Mexico feat. club Dub

Release: 27. November 2007
Label: QN5 / Bad Taste Records



Die CunninLynguists haben sich über die letzten Jahre zu einem der angesagtesten Underground-Acts aus den Staaten gemausert. Durch ihre ansprechende Musik und ihre Auftritte auf diversen Konzerten haben sich KNO und Deacon The Villain auch in Europa einen Namen gemacht. Nach 3 offiziellen Alben und einer Palette Mixtapes folgt 2007 der Nachfolger zu "A Piece Of Strange", und der nennt sich "Dirty Acres".

Eine grundlegende Neuerung ist zu vermelden, die auch schon aus dem Cover ersichtlich ist. Ein dritter Kopf ist mit von der Partie, und zwar Natti. Damit ist das Kentucky-Duo nun ein Trio, was aber am Konzept der Musik nicht viel ändert.
Allerdings klingt die Musik selbst nicht mehr so wie auf den ersten beiden Alben. Das bekommt man auch sofort zu hören. "Never" wird von Big Rube aus dem Pool der Dungeon Family gesprochen. "As long as we breathe, Hip Hip gon' breathe with us". Dazu steuert KNO ein schwermütiges Piano bei.

Und so wird fast jeder Song des Albums ausschlagen. Im kurzen "Valley of death" wird der Hörer auf diesen ihn erwartenden Sound eingestimmt, der irgendwo zwischen relaxed in manchmal sogar schwermütig anzusiedeln ist. Damit vermisst man zwar Kracher wie auf "Will Rap For Food", erhält dafür jedoch ein sehr geschlossenes Album. Um genau zu sein wäre es wohl schwer, Kentucky besser in einen Sound zu kleiden, als es KNO hier getan hat.
Das "Kentucky (Interlude)" beispielsweise weist mit seinen dreckigen Gitarren-Klängen trefflich auf die Herkunft der Jungs hin, und hat somit auch volle Existenzberechtigung.

Auch wenn dies ein QN5-Release ist, sucht man hier vergeblich nach einem Auftritt von Tonedeff. Stattdessen holt man sich beispielsweise Devin The Dude aus Houston, um in "Wonderful" dem anderen Geschlecht zu huldigen. "You lookin' jazzy, with a touch of nasty / But you walk right pass me, don't do me that way / I'm starin' at you at the club for 'bout an hour and a half / And you smellin' like you just took a shower and a bath". Doch es wäre nicht Devin, wenn er nicht sein Anliegen (un-)angebracht auf den Punkt bringen würde: "I don't wanna offend you, but I sure wanna put my thang in you".

Mit Witchdoctor (ebenfalls Dungeon Family) und Phonte von Little Brother gibt es das smoothe "Yellow lines", während danach zu einem Spaziergang in "The park" aufgefordert wird, bei dem der Beat eine solche Atmosphäre erstaunlich gut einfängt. "Fresh air, what a day, at the park".

Besonders stark ist die Platte, wenn KNO Samples oder ergreifende Vocals in seine Beats flechtet, wie im nahezu melancholischen "Summer's gone". Leider viel kurz, doch äußerst stimmungsvoll und genau die richtige Musik für trostlose Herbst- bis Wintertage. Alles in Allem ist dieses Album im Winter ebenso gut hörbar wie im Sommer, wobei es im Winter vermag, an schönes Wetter zu erinnern, bzw. jenes Wetter, welches die Lynguists auf ihren schmutzigen Äckern in Kentucky haben.

Dass "Gun" keine Glorifizierung von Gewalt ist, wird jedem offensichtlich sein, und es ist ebenso natürlich, dass es äußerst hörenswert ausfällt, wenn sich Deacon und Natti zu politischen Themen äußern.
Ein Manko dieses Album hat sich spätestens zu diesem Zeitpunkt herausgestellt. So gut und ohne bisherige Ausfälle das Album auch sein mag, wirkliche Banger, die das Album tragen, sucht man vergebens. Natürlich ist das nicht zwingend notwendig, doch wird sich wohl jeder CL-Fan ein ein paar vor Energie sprühende Kracher wünschen. Abgesehen davon gibt sich das Album jedoch keine Blöße.

Sei es nun das erneut unglaublich relaxte "Dance for me" oder großartig traurige "Georgia", die Songs fügen sich nahtlos aneinander und garantieren Non-Stop Hörspaß. Und vor allem gegen Ende werden mit "Things I dream", aufwartend mit langsamen Streichern, und dem locker-leichten "Mexico" nochmals feinste Musikware aufgetischt.


Fazit:
Die CunninLynguists legen mit "Dirty Acres" ein sehr lückenloses, schwachstellenfreies, geschlossenes Album vor. Der Sound hat sich weiterentwickelt, er ist ausgereifter und ernster. Wem diese Entwicklung zusagt, der wird das Album den ganzen kommenden Winter durchfeiern können. Und auch wem hier zu wenige trommelfellzermalmende Brecher am Start sind, der wird doch nicht leugnen können, dass er es mit einem guten Album zu tun hat. Letztendlich wird jeder, der nicht gerade zu voreingenommen vom Querschnitts-Hip-Pop ist, diesem Album etwas abgewinnen können.

Gesamtwertung: 8.3 / 10

Samstag, 24. November 2007

Nappy Roots - Watermelon, Chicken & Gritz


Tracklist:
1. Intro
2. Hustla
3. Set It Out
4. Country Boyz
5. Ballin On A Budget
6. Awnaw feat Jazze Pha
7. Headz Up
8. Slums feat DJ 'Voodo' Henry
9. Po' Folks feat Anthony Hamilton
10. Start It Over
11. Blowin Trees
12. Sholiz
13. Life's A Bitch
14. My Ride feat Ayesha Kirk
15. One Forty
16. Dime,Quarter,Nickel & Penny
17. Kentucky Mud
18. The Lounge
19. Ho Down feat Bar-Kays
20. Headz Up (Refried Remix)

Release: 26. Februar 2002
Label: Atlantic



Die Nappy Roots sind eine 6 Mann starke Truppe aus Kentucky, gegründet im Jahr 1995. Nachdem Big V, Skinny Deville, R. Prophet, Scales, Ron Clutch und B. Stille aufgrund ihrer Einzigartigkeit als Gruppe die Aufmerksamkeit diverser Labels auf sich ziehen konnten, kommt 2002 endlich das erste offizielle Major-Release in die Läden. "Watermelon, Chicken & Gritz" bietet facettenreichen Südstaaten-Rap gekleidet in dessen Country-Variante.

Denn die sechs sind zwar just some country boyz. Trotzdem gilt auch für sie ganz nach dem Motto des "Hustla": "I got to be that early bird / To grind an get what I deserve". Nachdem dieser Track gut in das Album eingestimmt hat, macht der nächste Track weiter, ein fantastischer Kopfnicker namens "Set it out", ein Party-Track mit Style. "Nappy Roots, get it up at a sold out show / Cut her to, give it up when ya tho' that dough / Don't be playin no games, what I told that hoe / Forget her name, but she gonna lemme cut that's all I know".

Das wirklich erstaunliche an den Nappy Roots ist, dass sie mit 6 Mann doch eine relativ große Formation bilden, die jedoch keine Schwachstellen aufweist. Astreine Flows, die keine Probleme damit haben entweder einen Gang zuzulegen oder in ernsteren Stücken langsam ihre Aussagen zu äußern, es ist immer ein Genuss den Jungs bei ihrer Leidenschaft zuzuhören. Eine gute stimmliche Mischung im Aufgebot kommt noch hinzu.
Und was den Sound betrifft, so zeigen sich die Nappy Roots ebenso variationsreich wie in allen Lagen absolut souverän. Die düstere Country-Hymne "Country boyz" stellt sich als bombenstarker Represent-Track direkt zwischen Party-Song und das relaxte "Ballin' on a budget", geschwängert von einem Kontrabass.

Mit Jazze Pha findet sich der einzige prominente Gast auf der Scheibe, der, Gott sei's gedankt, nur die Vocals und nicht die Produktion übernimmt, um die sich James 'Groove' Chambers kümmert. Ein Feeling, wie es Bubba Sparxxx und Timbaland nicht besser hingekriegt hätten, erhebt "Awnaw" zur Gute Laune-Hymne schlechthin. "My first song was like 48 bars with no hook / You hear me flippin through my pages out my favorite notebook / The microphone was in the closet, no headphones, we lost it" rappt ein gut aufgelegter Scales.

Auf dem Album geben sich nun die Feel Good-Tracks und die ernsten Nummern die Klinke in die Hand. Für erstere Songs gibt "Sholiz" ein treffliches Beispiel ab. Flotte Rhymes, die leicht verdaubar sind, eignen sich schlichtweg perfekt dafür, im Auto laut aufgedreht zu werden und verbreiten in bester Manier den von den Nappy Roots um die Nappy-Sparte erweiterten Country-Sound. "Whassup, my folks, sholiz?!"

Auf der anderen Seite finden sich die langsamen Nummern, die, wie in "Slums" auch etwas zu sagen haben. "Slum for a while now, country for a lifetime / Cool is what I choose to be, but that ain't what I used to be / Muddy waters couldn't drown a nigga, bloodhounds on the trail for real".
Eben hier reiht sich auch "Life's a bitch" ein, in dem in großartiger Art und Weise über das ungerechte Leben geklagt wird. "I'm tryna make ammends for all the sins that occured / The uncontrollable urge that emerged when I, snatched that lady's purse / And the, last week that I slurred, when I, cursed on every verse". Düstere Streicher und Vocals unterstreichen die unwirsche bis schwermütige Atmosphäre des Songs, die von Big V's wütenden Raps im Refrain perfekt aufgegriffen wird.

Wovon "Blowin' trees" handelt, muss gar nicht weiter erläutert werden, ein starker Beat gehört auch hier zur Standardausrüstung. Anthony Hamilton steuert zur Single "Po folks" den Chorus bei, um dem langsamsten Stück der Platte seine Würze zu geben.
Zwei streichergetragene Kopfnicker jagen sich mit "My ride" und "One forty", beide ebenso exzellent produziert wie gerappt. Da vor allem die Beats hier so einzigartig und gelungen sind, stören die wenig variierenden Themen nicht im Geringsten, was jedoch auch daran liegt, dass ein R. Prophet stimmlich so viel Charisma mit sich schleppt, dass man vorerst sowieso nicht auf die Texte achtet.

Dass die Nappy Roots all about the Benji's sind, bekennen sie in "Dime, quarter, nickel, penny", einem der besten Tracks des Albums. Anschließend taucht man in den blubbernden "Kentucky mud", das nach dem vorangegangenen Banger wieder zu den ruhigen Stücken zählt. Nach einem Party-Track, "Ho down", der nochmals köstliche Stimmung verbreitet, folgt noch ein überflüssiger Remix zu "Headz up", den man sich hätte sparen können.


Fazit:
"Watermelon, Chicken & Gritz" ist ein Unikat, das nicht mal mehr die Nappy Roots mit ihrem Nachfolger erreicht haben. Ihr Sound ist durch die Heimat Kentucky geprägt und bietet von sympathischen Gute-Laune Tracks zu Party-Banger und ernsten Nummern sehr viel mehr Abwechslung als die meisten Alben. Da den Nappy Roots jedoch alle diese Facetten bestens liegen, wirkt auch nichts auf dem Album unpassend. Alles in Allem eine Alternative aus dem Süden, die kein Kompromiss ist, und trotzdem überall Fans finden sollte.

Gesamtwertung: 9.1 / 10

Freitag, 9. November 2007

Little Brother - Getback


Tracklist:
01. Sirens (Feat. Carlitta Durand)
02. Can’t Win For Losing
03. Breakin My Heart (Feat. Lil’ Wayne)
04. Good Clothes
05. After the Party (Feat. Carlitta Durand)
06. ExtraHard
07. Step It Up (Feat. Dion)
08. Two Step Blues (Feat. Darien Brockington)
09. That Ain’t Love (Feat. Jozeemo)
10. Dreams
11. When Everything Is New

Release: 23. Oktober 2007
Label: ABB Records



Little Brother sind zurück. Jedoch nicht zu dritt, sondern zu zweit. 9th Wonder ist offiziell kein Mitglied mehr, Phonte und Big Pooh haben für ihr neuestes und drittes Album "Getback" bis auf einen Track auf ihn verzichtet. Dies soll den Junges aus North Carolina neue Frische bringen.

Der Titel "Getback" kann in direkte Verbindung mit dem Album-Cover gestellt werden, welches mehr als nur ein bisschen an EPMD's "Strictly Business" erinnert. Als Producer konnten Phonte und Pooh u.a. Illmind, Hi-Tek, Khrysis und Mr. Porter gewinnen. Diese Abwechslung tut dem Album ganz zweifelsohne gut. Auch wenn der Sound nicht total neu oder von grundauf anders ist, klingt er doch frischer als beispielsweise 9th Wonder auf seinem eigenen Album, "Dream Merchant, Vol. 2".
Illmind steuert gleich 4 Beats zum Album bei, und dass der Mann produzieren kann ist weithin bekannt. Die ersten beiden Track stammen von ihm, und sind beide durchgehend stark. "Sirens" ist der Opener, und kann mit einer weiblichen Hook von Carlitta Durand begeistern. Desweiteren sind es Phonte's Raps, die genau on point sind, die richtige Menge an Inhalten rüberbringen, und seinen Partner Pooh zu Beginn etwas überstrahlen. "They talk about us, not usin the word nigga / I wanna speak about a couple issues much bigger / Like most black folks live below the poverty line / And they wonder why the fuck we attracted to crime / Got niggaz shootin niggaz at the drop of a dime / Babies in the street die way before they time".
Die zweite, und noch bessere, Beatpraline von Illmind nennt sich "Can't win for losing", und kann mit der altbewährten Methode eines eingebauten Samples über mehrere Male Repeat faszinieren. Wieder ist es Phonte mit seinem ersten Verse, der mit seinen Lines im Gedächtnis hängen bleibt. "I used to do it for the fans / 'Til I realized that they'd never understand / what I was feelin as a man, fickle as Trav Bickle / They either hatin you or they they'll stand" ... "Then I said I do it for the props / 'Til I realized that the props always seem to stop / when niggaz can't keep you all to theyself / Take you home, put you in they little box".
Track 3 ist der einzige Beat von 9th Wonder, und der hat seinen Job auf jeden Fall gut macht. "Breakin' my heart" klingt fresh und entspannt, genau die Kombination, die man in letzter Zeit ab und an bei 9th vermisste. In anderer Weise ist dieser Track besonders, da hier ein kleiner krächzender Papagei namens Lil Wayne gefeatured wird. Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, einen Papagei mit diesem Namen zu strafen, wünschen sich die Menschen, die Little Brother hören, im Gegensatz zu denen, die Rick Ross, Chamillionaire und Konsorten hören, alles andere als einen kleinen Wayne auf einer von ihnen eingeworfenen CD. Doch der Schaden hält sich Gott sei Dank in Grenzen.
Für "Good clothes" fährt Illmind lockere Trompeten auf, während Phonte und Pooh ein paar Rhymes über Klamotten kicken, wie hier Pooh: "I used to go to my Mom, like I'm tryna be fresh / Told her, "Look at my closet, you know, your boy look a mess" / So we hopped in the car, headed straight to Sears / At the time I was bigger than the rest of my peers".
"After party" beginnt mit einem irrsinnig witzigen Intro. Phonte unterhält sich gegen Ende eines Abends mit einer Dame, die er dazu bewegen will, ihn nach Hause zu begleiten. Zu hören sind nur die Worte, die Phonte sagt, und dazwischen das, was sein Gewissen zur Situation zu sagen hat, wobei es nicht müde wird zu erwähnen: "I am your conscience". Während Phonte immer verzweifelter versucht, die Sache noch zu schaukeln, kommt sein Gewissen mit Sprüchen wie: "Maybe I should tell her what a famous rapper I am. Yeah, that'll get her on my side", und nachdem Phonte seiner inneren Stimme folgt: "She's never heard of me... Wow! What a surprise / I am your conscience!". Am Ende des Gesprächs fasst sein Gewissen die Situation abschließend zusammen: "You're not fucking tonight!". Darauf beginnt erst der relaxte Track, der, wie schon Track #1, mit einer schönen Hook von Carlitta Durand ausgestattet ist. Der Beat von Khrysis klingt sogar für seine Verhältnisse stark nach 9th Wonder, was jedoch nicht im Geringsten stört.
D-12's Mr Porter zeigt sich für "Extrahard" verantwortlich, das mit einem wunderbaren Soul-Sample Porter's typische Note trägt. Sehr vertraut klingt auch die Kombination aus Dion und Hi-Tek, die markante Stimme von Ersterem in Kombination mit Hi-Tek's Beat hätten ebenso auf ein Hi-Teknology Album gepasst. Auch wenn "Step it up" rundum gelungen ist, gehört es doch zu den schwächeren Tracks, vor allem wenn einem Dion's etwas zu lange andauernder Gesang nicht liegt. "She said we should go out on a date / I said that's cool you can come to my house / She said nigga please!, do better than that / Why the fuck I wanna come over and chill on your couch? / I laughed cause it seemed she had me all figured out / And my game ain't work like it did before". Wenigstens bringt Phonte wieder ein paar wunderbare Lines an den Mann.
Die "Two step Blues" beinhalten verständlicherweise auch ein Sample, eine großartig gesungene Hook von Darien Brockington und einen soliden Beat von Nottz. Weitaus gefühlvoller jedoch ist Illmind's letzter Beat, der zu "This ain't love". "The Lord says forgive, I will never forget / Shoulda picked up the phone when the times got ugly / I've been misconstrued, lied to and abused / But my fam still swear that they love me". Diese und ähnliche Lines prangern das an, was von LB unter dem Titelnamen definiert wird.
Zum Ende der kurzen Platte gibt es ein sehr starkes "Dreams", auf dem wieder gehaltvolle Lines zu hören sind. "I still go the crib and see my niggaz on the corner / Chillin with the pounds on they waist, gettin old / Gettin round in the face and when I hang with them / They ask me if "The Minstrel Show" means I'm ashamed of them". Sehr fein, wie Phonte seinen innerlichen Zwiespalt beschreibt.
Der Ausstieg, "When everything is new", klingt etwas anders als die restlichen Tracks, und reiht sich neben "Step it up" zum schwächeren Teil des Albums, lässt sich jedoch immer noch seine ganzen 6 Minuten anhören.


Fazit:
Die Trennung von 9th Wonder und die Zusammenarbeit mit anderen Producern haben LB auf jeden Fall voran gebracht. Sie schaffen es auch auf ihrem dritten Album, fresh, relaxed, und mit guter Musik ein rundes Album zu schaffen. Mehr braucht man gar nicht, 11 Tracks Hörspaß sind mehr als man von vielen anderen Alben dieses Jahres behaupten kann. Auf diese Weise kann man sich nur auf das vierte Album freuen.

Gesamtwertung: 7.9 / 10

Dienstag, 23. Oktober 2007

Paul Wall & Chamillionaire - Controversy Sells



Tracklist:
01 Intro
02 Clap
03 Still (N Love With My Money) feat 50/50 Twin
04 Here I Am
05 I Got Game
06 True feat Lil' Flip
07 Respect My Grind
08 Lawyer Fees
09 Can't Give U D World feat 50/50 Twin & Lew Hawk
10 What Would U Do feat Moetana
11 Back Up Plan feat Devin the Dude
12 She Gansta
13 House of Pain feat Yung Ro
14 True (Remix) feat 50/50 Twin & Lew Hawk
15 Outro

Release: 18. Januar 2005
Label:
Paid In Full



Nachdem die beiden Houstoner Paul Wall und Chamillionaire schon mit ihrer ersten Collabo "Get Ya Mind Correct" äußerst gut miteinander funktioniert haben, kommt 3 Jahre später der Nachfolger, "Controversy Sells", genau in der Zeit in der die beiden endlich langsam Früchte für ihre Arbeit tragen und beide auch Solo richtig durchstarten.

Dieses Album ist sicherlich anders als das später folgende Solo Album Chamillionaire's, welches ihn in die obere Riege der HipHop-Stars katapultierte. Gesang nur in den Hook, dafür mehr Raps. So legt das Album auch richtig stark mit "Clap" los, einem starken Beat und einer äußerst markanten Hook von Chamillionaire. Die trefflichen Raps des Color Changin' Click-Members, welcher hier den ganzen Track alleine rappt, sind viel tiefer und weniger gesungen, als man es später von ihm gewohnt sein wird.
Es folgt "Still ('N luv with my money)", der Nachfolger des Klassikers vom ersten Albums. Doch hier wirkt der Beat etwas zu lahm, was sich negativ auf den ganzen Track auswirkt. Nach dem langen Intro gibt es hier schon wieder über eine Minute Gelaber, in dem Aussagen, die für den durchschnittlichen Hörer alles andere als interessant sind, gemacht werden. Hätte man sich sparen können. Denn der nächste Track, "Here I am", der wieder von Cham alleine kommt, ist vollauf gelungen. Interessant: "Get on the mic and say somethin, to the major labels - Fuck them! / Haha, a wise man once said don't diss the majors cause you might need em' / But it's obvious by this intro, a nigga like me didn't believe 'em / Rudest, the way the labels perceeve him, but I ain't in this game to make friends" spricht der gleiche Typ, der ein Jahr später der Klingelton-König werden wird.
Zwischen soliden Tracks wie "I got game" versteckt sich natürlich auch der ein- oder andere Kracher. Einer davon rollt über eine jedem bekannte Melodie an, nennt sich "True", und bleibt dank Cham's Refrain und den starken Raps als einziger Track dieser Scheibe sofort hängen. Es folgt ein weiteres gelungenes Stück, das mit gutem Beat überzeugen kann, und auch Cham's Raps gehen auf "Respect my grind" voll in Ordnung. "Can't give U d world" hingegen hat einen fast schon kitschigen Beat, washalb auch Chamillionaire's Refrain hier etwas überzogen wirkt.
Doch das Album kämpft sich zum nächsten Höhepunkt, der sich da "What would you do" nennt, und auf dem nur Paul Wall zu hören ist. Doch der ist fast nur Nebendarsteller, was hier stundenlang begeistert ist der übermäßig relaxte Beat und der traumvolle Refrain von Monetana. "What do you do, when them haters after you? / Keep it real and keep it true, get that dirt up off of you / Still swang and bang screw, Swishahouse like what it dew / Don't let them see the sweat on you, just keep it real". Ein weiteres wertvolles Teil dieses Albums ist "Backup plan", bei dem Devin The Dude zusammen mit Chamillionaire eine gewohnt gute Leistung hinlegt.
Für "Sha gangsta" summt Chamillionaire die Melodie im Chorus mit, was durchaus gut klingt und neben typisch gutem Beat auch diesen Track sehr hörenswert macht. Es verbleibt noch ein solides "House of pain" und der Remix von "True" mit 50/50 Twin und Lew Hawk von der Color Changin Click anstatt des Lil Flippas.


Fazit:
Starkes Stück Houston. Dank der guten Beats, die teils recht variationsreich und somit nicht langweilig sind, kann sich dieses Stück hier mit Recht als würdiger Nachfolger des ersten Collabo-Albums bezeichnen.

Gesamtwertung: 7.3 / 10