Dienstag, 2. September 2008

Brooklyn Academy - Bored Of Education

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 2. September 2008
Label: Gold Dust Media

Tracklist:
01. One (Intro) - (feat. Jean Grae)
02. Raise Ya Hands - (feat. Jean Grae)
03. We Don't Play
04. Message To Brooklyn (Skit)
05. I'm From Brooklyn - (feat. Ill Bill)
06. That's Brooklyn - (feat. Will Tell)
07. The Growler
08. Weight Liftin'
09. Tear It Down
10. Blame It On The Alcohol (Skit) - (feat. War Bixby)
11. Splash - (feat. Killah Priest)
12. Black Out - (feat. Jean Grae)
13. Suicide
14. Close Your Eyes - (feat. Skam 2)
15. Back In Effect
16. What's The Buzz
17. Peanuts (Skit)
18. Nothin' You Can Do feat. Jean Grae)



Die Brooklyn Academy ist ein weiteres Kollektiv, das bis dato, immer in Verbindung mit einer Reihe wohlbekannter Namen, lose im Rap-Zirkus New Yorks herumgeflattert war. Doch 2008 kündigt die Crew, die jetzt auf drei Köpfe abgesteckt ist, ein Gruppenalbum an. Auf dem neuen Label Gold Dust finden Pumpkinhead, Block McCloud und Mr. Metapohr ein Zuhause, um "Bored Of Education" zu droppen, das, wie jüngst so viele Alben, als Rückkehr zum Raw HipHop des Ostens angekündigt wird.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Wenn man beispielsweise die bisherigen Releases des Kürbiskopfs kennt, dann darf man solche Töne durchaus für bare Münze nehmen. Beim Auflaufen der Spieler erkennt man an vierter Stelle ein (zumindest bei diesem Album) inoffizielles viertes Mitglied, nämlich Jean Grae. Aus dem näheren Dunstkreis finden sich außerdem Will Tell und War Bixby ein, während man bei den Produktionen ein typisches Bild für ein NY-Release vorfindet: da reiht sich Marco Polo neben Illmind, Sicknature und den Snowgoons ein. Hört man mal rein, kommt auch schnell die Ernüchterung. Hier hebt sich nichts vom alles verschlingenden Rest ab. Fast alle Akteure bringen eine Standardleistung. Das lässt sich über Illmind sagen, wobei das in seinem Fall zu dem immer noch sehr erträglichen Ergebnis "Raise Ya Hands", in welchem er seine Streicher wild tanzen lässt, führt. Die Snowgoons hingegen liefern das ab, was auf ihrem eigenen Album ein nicht erwähnenswerter Füller gewesen wäre. Das schon auf Ill Bills "Black Metal" zu hörende "This Is Brooklyn" schafft es auch nicht übers Mittelmaß hinaus. Und auch wenn sich in der Liste von Sicknatures bisherigen Erzeugnissen noch nicht allzu viel befindet, "Nothing You Can Do" klingt auch viel zu sehr nach seiner Note, als dass es über den Querschnitt eines in letzter Zeit zu oft gehörten AOTP-Beats hinauskäme. Das ist schade, denn in Sachen Skillz nehmen die hier Werkelnden Jungs den Holzfällern aus der Nachbar-Posse definitiv einige Mikrofonmeter ab. Doch das macht eben nur richtig Spaß, wenn auch der Sound stimmt. Dies geschieht in "The Growler", bei dem Marco Polo einmal mehr beweist, dass er konstant mehr aus dem Ärmel schütteln kann als einen 0815-Beat. Dieses eindeutige Highlight entschädigt als Kopfnicker mit Repeat-Qualitäten schon für Einiges. Kämpft man sich am langweiligen "Weight Liftin" vorbei, kommt man bald sogar zu einem weiteren großen Moment des Albums. Killah Priest gibt sich auf "Splash" die Ehre, das mit seiner Streicherbesetzung auch besser als jeder andere Song zum Priester passt. Während man auf dem Weg zum Ziel noch an einer soliden Black Milk-Produktion vorbeikommt, wäre nun auch schon alles Wichtige gesagt.


Fazit:
Eigentlich sollte man diesem Album Kellernoten allein dafür geben, dass es mal wieder genau solch eines ist, das bei zukünftigen Reviews herangezogen werden wird, um als Beispiel für ein berechenbares Album zu dienen, welches das Aufderstelletreten der Ostküste dokumentiert. Diesen Aspekt ausgeblendet, haben wir wieder eine Platte, die ihren Kopf noch über dem Durchschnitt zu halten vermag, allerdings hinter jeglichen gestellten Erwartungen zurückbleibt. Wer schon damit zufrieden ist, Pumpkinhead mal wieder in Aktion zu erleben und ihn mit seinen Kollegen die Tracks aufrollen zu sehen, und dafür bereit ist, bei den Produktionen Abstriche zu machen, der wird mit "Bored Of Education" glücklich werden. Allen anderen sei zu den beiden erwähnten Highlights geraten, wohingegen der Rest unaufgeregt solide im hörbaren Bereich dudelt.

Gesamtwertung: 5.8 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Buddha Monk - Unreleased Chambers

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 5. August 2008
Label: Chamber Musik

Tracklist:
01. We Roll In Brooklyn
02. Call Of The Gods - (feat. Da Manchuz)
03. Prepare for the Buddha Monk - (feat. Brooklyn Zu, Da Manchuz & Ol' Dirty Bastard)
04. Butterflies - (feat. Layza Life & Mazur)
05. Peep The Steez - (feat. Crave, Main Event, Che Logan & Popi)
06. Make This Money, Take This Money - (feat. Ol' Dirty Bastard, I Born, Shyheim, ShaCronz & 12 O'Clock)
07. Man's World
08. Live My Life
09. Story Of My Life
10. Play The Game - (feat. Ol' Dirty Bastard, Grime, Anesthesia & Moz Art)
11. Nothing To Live For But A Lot To Die From
12. You Dont Want it With Me
13. Who's There - (feat. Fung See U)
14. Clack Clack - (feat. Juice)
15. Picture That - (feat. Tai Chi Mastas & Da Manchuz)
16. Ghetto Man - (feat. Prodigal Sunn, Murdoc, 12 O'Clock & Shorty Shit Stain)
17. Kill A Man
18. Who Wanna Battle? - (feat. Drunken Dragon)
19. Zu Keep Gettin' Me High - (feat. Layza Life, Redz, Lil Vicious & Babyface Fensta)



Chambermusik-Aushängeschild Buddha Monk war dieses Jahr schon auf dem neuen Brooklyn Zu-Album "Chapter #9, Verse 32" zu hören, das jedoch auf einem anderen Label vertrieben wurde. Nun ist Chambermusik an der Reihe und veröffentlicht "Unreleased Chambers", das, wie aus dem Namen schon zu erahnen, kein neues Album ist. Doch anscheinend errechnet man sich mit diesem Album Gewinnchancen.

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Bei näherer Betrachtung entpuppt sich das Album größtenteils als Überblick über die Zu-Chronicles-Reihe. Anstatt jedoch nun lange über die Notwendigkeit der Sache zu sinnieren, soll lieber die Musik ein wneig näher betrachtet werden. Da wäre zum Beispiel "Prepare For The Buddha Monk" von Popa Wu's "Visions Of The Tenth" Chamber", das auch 2008 mit schlichter Fundierung und einer kühlen Brise Eastcoast noch hervorragend funktioniert. Ganz generell findet man hier (wie nicht anders zu erwarten) das, was man von dem schwergewichtigen MC auch gewohnt ist: schnörkelllosen NY-Sound, dem die Jahre wenig anhaben können. Als Gast findet sich die ganze Meute ein, die jetzt oder früher unter dem Schirmnamen United Kingdom zusammenzufassen ist/war: von I Born und La(y)za Life über die Manchuz bis zu den Zu Ninjaz und dem Brooklyn Zu. Auch 12 O'Clocks Bruder Prodigal Sunn schneit beim ursprünglich auf dem zweiten Teil der Chronicles zu findenden "Ghetto Man" vorbei. Wer jetzt noch Tracks findet, die er nicht zuordnen kann, der sollte mal einen Abgleich mit "Prophecy Reloaded" vornehmen, von wo sich weitere sechs Tracks hinzugesellen. Als da wären zum Beispiel das von Chambermusik extra mit Video ausgestattete "We Roll In Brooklyn", die wilde Streicher-Party in "Clack Clack", "Man's World" (James Brown lässt grüßen) oder der wohl softeste Track der Zusammenstellung, "Butterflies", der im Übrigen nicht zu den besten Momenten gehört. Von den fünften Chronicles kann man sich als einer von zwei Abgesandten vor allem über "Call Of The Gods" freuen, das mit seiner eigenwilligen Art sofort hängenbleibt.


Fazit:
Wenn alle Tracks auf "Unreleased Chambers" exklusiv und brandneu wären, käme an diesem Punkt das Lob an den unverändert guten Sound. So muss an dieser Stelle die Notwendigkeit dieser Platte kurz infrage gestellt werden. Denn von den alten Fans braucht dieses Werk sicherlich niemand, wohingegen es äußerst zweifelhaft erscheint, ob man hiermit übermäßig viele neue Fans auf den Geschmack bringen kann. Ansonsten hat man es hier fast mit einem Best-Of zu tun, es fehlt einzig eine Auswahl von "Prophecy" (das als erstes und bestes Album dann jedoch auch besonders schwer wiegt). Die Musik muss nicht groß kritisiert werden, über die wird jeder halbwegs mit der Materie "Wu-Umfeld" vertraute Hörer auch ohne diese Review Bescheid wissen. Falls es nun doch Leser geben sollte, die Buddha Monk höchstens vom Hörensagen kennen, jedoch bereit wären, in ihn ein wenig Zeit und Geld (bzw. einen Download) zu investieren: Zugreifen!

Gesamtwertung: 6.8 / 10

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S1 - Music Box

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 22. Juli 2008
Label: Spilt Milk Records

Tracklist:
01. Intro / Music Box - (feat. Speech)
02. Mash - (feat. Rapper Big Pooh & Kay)
03. Everybody Clap - (feat. Lifesavas & Tanya Morgan)
04. Neva - (feat. Tone Trezure)
05. Next Leve - (feat. AEONZ)
06. Life Is A Movie - (feat. Rah Digga)
07. Chemistry - (feat. Yolanda Johnson)
08. Callin’ Me - (feat. Phonte)
09. Know Your Name - (feat. Mojoe, The Ill & HeadKrack)
10. Who Stole The Music - (feat. Knessecary, Bavu Blakes & Glenn Reynolds)
11. Be Sure - (feat. D.V. Alias Khryst)
12. Jimmy Swag Art 03:59 - (feat. Strange Fruit Project & Dawg Wonder)
13. Upper Echelon - (feat. Skyzoo, Supastition & Dow Jones)
14. Tire - (feat. Darien Brockington)



Es gibt gewisse Artists, die sind ganz einfach langweilig. Nachdem man einmal etwas von hinen gehört hat, kennt man alles - was ja nicht immer schlimm sein muss, es in diesem Fall aufgrund der belanglosen MusiK jedoch ist. Wieso ich dieses Thema anreiße? Es ist eine wunderbare Einleitung für den hier im Mittelpunkt stehenden Artist, dem das eben skizzierte Image praktisch auf der Stirn steht. S1, Symbolic One, alternativer HipHop-Artist aus Texas, der vielen als Mitglied der Gruppe Strange Fruit Project ein Begriff sein wird, lädt einige gleichgesinnte Nasen auf ein Teekränzchen im eigenen Garten ein, um der Welt als Erzeugnis "Music Box" zu hinterlassen.

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Strange Fruit Project, ja das waren die Typen, die auf ihrem letzten Album den langweiligen Justus League Sound praktiziert haben. Wie trefflich, dass hier jeweils Big Pooh und Phonte einen der 14 Tracks besetzen. Zusammen mit dem Rest verspricht das Album einen bunten Mix aus relaxtem Sommer-HipHop mit Soul-Einlagen. Und so schlecht fängt das Album auch gar nicht an. "Mash" kann mit eigenem Charakter auftrumpfen, während das folgende "Everybody Clap" einen flotten Rhythmus vorlegt. Auch sonst geht das Konzept des chilligen Sommeralbums meist auf - denn die kurzweiligen, leicht im Magen liegenden Instrumentale sind eben genau das, was S1 gut kann. Wie so oft in letzter Zeit gewinnt "Hintergrundmusik" den Wettbewerb zur passenden Umschreibung des Audiomaterials. Der nervtötend langweilige Ausrutscher "Neva" kann dabei unter den Tisch gekehrt werden. Auch die Tatsache, dass D.V. Alias Khryst sich eigentlich besser für Hooks als für ganze Songs (weswegen der komplette Track wohl auch wie ein einziger Refrain klingt) eignet, stört nicht groß, genauso wenig, wie die Tatsache, dass Nichtpowerstimme Skyzoo mal wieder so rappt, als würde er nebenzu noch seelenruhig Tee schlürfen. Mit Rah Digga schleicht sich dann ein(e) verlässliche(r) Leistungsträger(in) ins Aufgebot, während sich auch Yolanda Johnson durch eine starke Gesangseinlage hervortun kann. Gegen Ende koppelt man den widerlich säuselnden Darien Brockington besser ab und belässt es bei den 13 schon gehörten Tracks - und die Geschichte hat sich.


Fazit:
Letztendlich ist doch alles so wie erwartet. Nichts besonderes, ganz gut, harmlos und luftig leicht. "Music Box" ist ein Softporno, wer das volle Programm will, der sollte wo anders suchen. Es wäre schön, wenn S1 in Zukunft auch in andere Richtungen arbeitet, da noch ein Soloalbum dieses Schlags tödlichst überflüssig wäre - schon die Notwendigkeit dieses Albums wäre eine Diskussionsrunde wert. Trotzdem werden Fans ihren Spaß dran haben, während man sich auch sonst (vielleicht) mit einigen wenigen Tracks anfreunden können wird. Knappe 3 Mics.

Gesamtwertung: 5.7 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

NASA & Karniege - From The Left

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 11. März 2008
Label: Uncommon Records

Tracklist:
01. From the Left (Intro)
02 .Mad Cow Milk
03. People's Anthem
04. Flu Shot
05. The Truth - (feat. Metro)
06. You Don't Know
07. Random Denial - (feat. Nathaniel Roberts)
08. Busy Boys - (feat. Access Immortal & MarQ Spekt)
09. Headache Med (Outro)
10. Drug Habitz (Bonus Track)
11. People's Anthem (Dig Dug Remix)



Die Zeiten, in denen sich ein Artist nach einem veröffentlichten Album erstmal ein Weilchen Zeit ließ, um ausgiebig an seinem nächsten Projekt zu arbeiten, sind vorbei. Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist Karniege. Bis jetzt nicht übermäßig bekannt, konnte der MC dieses Jahr kräftig zuschlagen: mit Vast Aire als Mighty Joseph und mit MarQ Spekt als Invizzibl Men. "From The Left" ist das dritte bzw. das als zweites erschienene Album dieses Jahres, wobei der Partner diesmal NASA aus dem DefJux-Dunstkreis ist und sich um die Produktion kümmert. Als Label findet sich Uncommon, das "From The Left" ausschließlich online veröffentlicht.

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Was steckt also neben dem sehr ansehnlichen Cover in diesem Paket? Nicht übermäßig viel. Im Versuch, gegen den Strom zu schwimmen, erscheint das Album als Versuchslabor für Nasas Spielereien. Da wäre beispielsweise "People's Anthem", das mit seinem schwerverdaulichen Gitarrengerüst als Sprung über den Genre-Tellerrand völlig missglückt, ähnlich wie, beispielsweise, die Metal-Rap-Bastarde, die vorzugsweise von weißen Rappern zur Welt gebracht werden. Ansonsten beschränkt man sich jedoch darauf, einem Fließband-Boom-Bap-Gerüst einen visionären Anstrich zu verleihen. Der Funk, laut Karniege ein Mix aus Psychedelia und LSD-Trip, soll regieren. Und so klingt das Album auch beizeiten. Was Karniege dabei wohl übersehen hat: dieser Funk klingt ganz und gar nicht berauschend. Das "Headache Med Outro" wirkt nicht fördernd im Kampf gegen Kopfschmerzen, sondern schürt diese viel mehr. Positiv tut sich dagegen "Mad Cow Milk" hervor, das neben seinem herrlichen Titel auch einen angemessen düsteren Beat verpasst bekommen hat. Und genau in solchen Gefilden fühlt sich Karnieges Stimme am wohlsten. Auch "Flu Shot" wird, dank trackdominierender Flöte, sicher nach Hause geschaukelt, ebenso wie der Dig Dug Remix zu "People's Anthem", der, weitaus besser als sein Original, in seiner Existenz als Remix vollauf berechtigt ist. Der unerwähnte Rest dingelt dann jedoch recht belanglos vor sich hin, wobei man bei 35 Minuten Gesamtlaufzeit sowieso schnell em Ende angekommen ist.


Fazit:
"From The Left" beweist einmal mehr, dass Karniege ein stimmlich einzigartiger Künstler ist, der auch im Alleingang unterhalten kann - wenn auch nicht so sehr wie mit Partner. Die Gastraps werden mit Access Immortal, MarQ Spekt und Metro im überschaubaren Bereich gehalten. Was NASA betrifft, so kann der zweite Hauptcharakter nicht sonderlich glänzen und sollte sich überlegen, seine Produktionen einmal zu überdenken. Hier, auf einem wenig beachteten Album, an das niemand Erwartungen gestellt hat, ist das allerdings harmlos. Unterm Strich bleibt ein passables Durchschnittswerk, das man absolut nicht gehört haben muss, das aber auch nicht total verkehrt ist.

Gesamtwertung: 5.2 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam