
Release-Date: 28. Oktober 2008
Label: Fat Beats Records
Tracklist:
01. Long Story Short
02. Bounce
03. Give the Drummer Sum
04. Without U - (feat. Colin Munroe)
05. Hold it Down
06. Losing Out - (feat. Royce Da 5'9)
07. Hell Yeah - (feat. Fat Ray)
08. Overdose
09. Reppin for U - (feat. AB)
10. The Matrix - (feat. Pharoahe Monch, Sean Price & DJ Premier)
11. Try
12. Tronic Summer
13. Bond 4 Life (Music) - (feat. Melanie Rutherford)
14. Elec (Outro)
Man erinnere sich zwei Jahre zurück. Dilla ist tot, der Detroit-Sound, der von, mit und um ihn praktiziert wurde, steht ziemlich schwach da. Als inoffizieller Nachfolger von Jay Dee wird ein gewisser Black Milk gehandelt, der mit B.R. Gunna bis dato ein Underground-Dasein gefristet hat. Zeitsprung ins Jahr 2008: Detroit schwimmt wieder oben mit, Black Milk ist einer der gefragtesten Producer der mittwestöstlichen Non-Gangster-Szene. Und neben den ganzen Projekten, die Black Milk am laufen hat, kommt dann schnell mal noch sein zweites offizielles Album - Tronic.
In gewisser Weise gut, doch in letzter Zeit des öfteren kritisiert ist der Fakt, dass Black Milk sich in seiner bisherigen Schaffenszeit schon einen sehr markanten Sound zugelegt hat, der mitunter an den Drums sofort erkennbar ist. Umso erfreulicher ist es da, den Anfang dieses Albums zu hören. "Long Story Short", dem nach genialer Klaviereinleitung die typischen BM-Drums aufgestempelt werden, zeigt sich so freundlich und markiert den ersten absoluten Brenner dieses Albums, wobei der Beat so dominierend ist, dass man die Tatsache, dass Milk selbst kein überragender Rapper ist, vollkommen vergisst. Man merkt, dass hier eine Weiterentwicklung im Sound angestrebt wird - das stellen Tracks wie "Hold It Down" oder "Bounce" auch unter Beweis. Die Songs, die man auch auf "Popular Demand" hätte antreffen können - Repräsentanten des "alten" Sounds also - sind äußerst rar und treten vor allem mit "Try" in locker-relaxter Form zutage. Mehr als nur interessant ist der Titanen-Clash in "The Matrix", in dem ein eigenwilliger Beat auf eine gewohnt zusammengecuttete Hook von Premo trifft, während seitens der Raps vor allem P-Monch eine großartige Show abliefert. Aussetzer gibt es bis auf einen keine. Besagter Track featured Fat Ray und ist schlichtweg, unter anderem aufgrund einer dämlichen Hook, unerträglich. Dieser Patzer wird ausgeglichen durch eine sonst durchwegs starke Show, in der als Anspieltipps noch "Overdose" und "Reppin' For U" genannt seien.
Fazit:
Black Milk untermauert mit "Tronic" den Hype, den er seit seinem Debütalbum aufbauen konnte. Das seitens der Producer-Künste ausschlagende Ungleichgewicht wirkt an keiner Stelle unangebracht. Die neuen Elemente, die Black Milk einbaut, lassen die Scheibe nicht langweilig werden und machen auch auf zukünftige Projekte Hunger, als da wäre das noch immer ausstehende Random Axe-Album mit Sean P und Guilty Simpson. Auch wenn es für "Tronic" zum Top-Album nicht ganz reicht, so wird doch ein mehr als nur solides Album vorgelegt, das dem Hörer eine ordentliche Portion Hörspaß verspricht.
Gesamtwertung: 7.3 / 10

Release-Date: 29. September 2008
Label: Abstract Urban
Tracklist:
01. Genesis Intro
02. We Gonna Win
03. Legends
04. Nah I Ain't Done
05. Raplife
06. Riot Cops
07. Hey People
08. So Hard
09. Postcodes
10. Rolling Stone
11. Made Me Strong
12. Help Dem Lord
13. There 4 You
14. Champagne Lifestyle
15. Nu N'uh
16. For The Summa
17. Click N Roll
18. Can't Truss Dem
19. www.rottencity.com
20. Tale Of 2 Cityz
21. How Long
22. 19 Longtime
23. 96
24. Outro
Kleiner Ausflug auf die Insel: Blak Twang gehört dort zur etablierten Szene bzw. zu den Namen, die im ersten Atemzug genannt werden - und hat dementsprechend auch schon einige Alben auf dem Buckel. Da sollte es nicht groß verwundern, wenn der neue Longplayer, der Ende September über Abstract Urban in die Läden kam, den Titel "Speaking From Xperience" trägt.
Dass Erfahrung einem noch kein gutes Album beschert, sollte jedoch auch klar sein. Und auch wenn für mich als sonst strikter US-Hörer die Gewöhnung an den britischen Akzent schon die erste Barriere darstellt, soll dieser Aspekt wertungslos unbeachtet bleiben. Ansonsten verfügt Blak Twang über einen soliden Flow, der jedoch in keinster Weise besonders zu nennen wäre. Dies trifft auch auf die Themenwahl zu. Was nun den Sound betrifft, so muss man Twang ein erstaunlich breites Spektrum zugestehen. Kommt man nun zur Wertung dieses Spektrums, sieht die Sache nicht mehr so rosig aus. Anfangen kann man wohl bei der wichtigsten und dominierenden Sektion, welche geprägt ist von karibischem Flair. Dass solche Winde im HipHop schon immer in sehr wackligen Bauten resultierten, wird hier nur auf ein Neues untermauert. Zumindest teilweise. Während einige Tracks sehr beliebig wirken, können sich andere, allen voran "Help Dem Lord" gut festsetzen. Sobald die Beats dagegen in einen gesichtlosen US-Abklatsch abdriften, versinkt das Album in Langeweile. Extrem negativ fällt hier "Click N Roll" auf. Auch das gebutterte "For The Summa" vermisst jegliche Art von Einzigartigkeit und gerät stinklangweilig.
Fazit:
Zusammen mit der zu großen Zahl an teils völlig überflüssigen Skits landet man bei 24 Tracks, was mehr als nur zu viel ist. Was Blak Twang hier unterm Strich Hörenswertes zu bieten hat, hätte auf einer EP zusammengefasst werden können. Der Rest macht es sich im Mittelfeld und manchmal weiter unten bequem. Im Klartext: als Hintergrundmusik hörbar, ab und zu ein Skip vonnöten, wenig bis nichts, was hängen bleibt, zu lange Spielzeit. Nicht der Rede wert.
Gesamtwertung: 4.2 / 10

Release-Date: 7. Oktober 2008
Label: Noyd Inc.
Tracklist:
01. Yes
02. Know What I'm Sayin'
03. Make Me - (feat. Chinky)
04. Up In New York
05. We Ridin'
06. Family
07. Gangsta Niggaz
08. Hunger Pains
09. Friends
10. Rags To Riches
11. Love It Or Not - (feat. Twin Gambino)
12. Is It Me - (feat. Lil Dap & Twin Gambino)
13. Wassup - (feat. Illa Ghee)
14. Burn It Down - (feat. Twin Gambino)
Big Noyd? Schon wieder? Ja, anscheinend muss der QB-Representer aus dem Mobb Deep-Camp die ihm nicht geschenkte Beachtung mit mehr und mehr Releases kompensieren. Nach dem schon sehr mittelprächtigen "Illustrious" kommt noch im gleichen Jahr "Street Kings", das mit dem Untertitel "Mix CD" slash "Street Album" - oder wie auch immer - behaftet ist und über das eigene Label das Licht der Welt erblickt.
Wirklich notwendig? Doch so sehr der Mensch dazu neigt, hier sollte man seine Vorurteile nicht die Überhand gewinnen lassen. Denn sofern man sich dazu entschließt, reinzuhören, wird man schnell verwundert feststellen, dass einem hier doch tatsächlich QB-Sound entgegenweht. Und zwar nicht der verkrüppelte neue, sondern der schnörkellose, der heutzutage fast ausgerottet ist und sich bei Felsen in der Brandung wie beispielsweise Cormega oder Tragedy Khadafi versteckt hält. "Make Me" beispielsweise ist eine traumhaft soulige Nummer, in der Chinky unter Beweis stellt, wieso sie früher so ausgezeichnet als Vocalist ins Infamous-Camp gepasst hat. Bevor jedoch weitere Lorbeeren verteilt werden, erstmal zu den negativ auffallenden Punkten: Noyd hat immer noch ein rekordverdächtiges Gespür dafür, (gesungene) Hooks auf grauenvolle Weise in den Sand zu setzen. "Family" weiß mit einem in frischer Weise an die 90er erinnernden Beat zu begeistern, wohingegen der Rapper Noyd einen Refrain unter aller Sau hinklatscht. Fast ebenso schlimm ist die als Representer gedachte "Gangsta Niggaz"-Hook, die mit ihrem bloßen Titel schon die Intellektskala sprengt. Ganz nebenbei wurde dieser Beat von Smiley The Ghetto Child und WC als Tag-Team schon in weitaus besserer Form veredelt. "Is It Me" ist unter einem anderen Titel von Lil Daps ebenfalls dieses Jahr erschienenem Album bekannt und zählt hier nur zum Mittelfeld. Denn da wären noch andere Tracks, wie die zwei verbleibenden mit Gambino bestückten, die im düsteren QB-Style die Bude niederbrennen.
Fazit:
Bewertet man "Street Kings" als Album, so muss es sich einige Mängel gefallen lassen und wandert in Big Noyds Schrank aus moderaten Releases. Andererseits ist der eingeschlagene Pfad seitens des Sounds eine Verbesserung, die für das nächste Album, welches dann hoffentlich auch die 40 Minuten Spieldauer überschreitet, hoffen lässt. Mit diesem Werk hat man auf jeden Fall einen feinen Snack für zwischendurch, der zeitweise zum besten gehört, was Big Noyd je solo zusammengebracht hat und seit "Episodes Of A Hustla" wieder einmal an den Sound erinnert, den man von der 41st Side so vermisst.
Gesamtwertung: 6.2 / 10

Release-Date: 30. September 2008
Label: Babygrande Records
Tracklist:
01. Laws Of Fire (Intro)
02. Hail Mary
03. Quick Draw - (feat. Doap Nixon & Lawrence Arnell)
04. What The Future Holds
05. Lost Battles - (feat. Reef The Lost Cauze)
06. Is It A Crime (Interlude)
07. American Me
08. Gods and Generals 2 - (feat. King Syze & Des Devious)
09. Living the Life
10. Anointing Of The Sick - (feat. Abdiel & Psycho Realm)
11. Mourning Sun (Interlude)
12. Nicko
13. The Killing Fields - (feat. Vinnie Paz & King Magnetic)
14. Love Don’t Pay
15. The Last Supper - (feat. Chief Kamachi & Celph Titled)
16. Our Father
Jedi Mind Tricks Presents, die 137ste. Bevor die beiden Meister im November selbst wieder in den Ring steigen, dürfen nach Lakaien wie Doap Nixon und King Syze auch Outerspace noch ein Album veröffentlichen. "God's Fury" ist dabei schon das dritte offizielle Album von Planetary und Crypt The Warchild und erinnert uns somit daran, wie lange die beiden schon im Windschatten von JMT unterwegs sind. Ob es ein klein wenig paradox ist, dass zwei "Gangster" in Baggy und mit Fitted in der Kirche posieren und dabei mit einem "Gottes Rage"-Slogan winken? Aber hallo. Wenn hier nicht alle Glocken läuten - da hat definitiv jemand den Vogel abgeschossen. Dass die Inhalte trotz dieser epischen Aufmachung nicht über halbherziges Verschwörungstheorienklopfen, pseudo-sozialkritische Schilderungen und 0815-Ghetto-Malerei, abgerundet durch ein paar als Niveau-Pusher gedachte Sample-Interludes, hinauskommen, war dabei im Vornherein schon klar. Stures Orientieren am Prototyp "Violent By Design". Was nun so vernichtend klingen mag, lässt sich fast auf jedes Album dieser Ecke projizieren. Trotzdem ging die Formel immer wieder auf und bescherte dem Hörer, trotz Qualitätseinbußen in der zweiten Reihe, das ein oder andere hörenswerte Album. Blenden wir also die kritische innere Stimme aus. Und siehe da, auch hier zimmern die Standard-Beatsmiths gewohnte Ware: Undefined glänzt mit "Quick Draw" und auch "Hail Mary" ist gut erträglich. Wirklich ärgerlich sind dagegen die noch verzeihbare Widmung an "Nicko" und das widerwärtige "The Last Supper", bei dem sich die Frage aufdrängt, an welche Zielgruppe diese immer öfter auftauchenden Metal-Beats gerichtet sind. Verschwendung von starken Raps der Gäste Celph Titled und Kamachi. Fazit: Viel mehr bleibt dann auch nicht mehr zu sagen, denn etwas, was "God's Fury" von anderen AOTP-Releases abhebt, existiert nicht. Da dieser Umstand vorprogrammiert war und da wohl niemand viel mehr erwartet hat, stört das allerdings nicht groß, denn der Großteil des Albums lässt sich problemlos anhören. Dass Crypt und Planetary beide keine herausragenden Rapper sind, kommt noch hinzu und lässt mich zu dem Schluss kommen, dass die beiden im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein gutes Werk abgeliefert haben. Dass dieser Rahmen leicht beschränkt ist, oder dass Alben wie dieses keine langfristige Zukunft haben, sollten sich die beiden Jungs allerdings mal durch den Kopf gehen lassen.
Gesamtwertung: 6.1 / 10