Samstag, 30. August 2008

Bumpy Knuckles - Crazy Like A Foxxx

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 29. Juli 2008
Label: Fat Beats Records

Tracklist:
CD1: Jailhouse Version
01. Can't Break Away
02. Crazy Like A Foxxx
03. Interlude
04. So Tough (Video Mix)
05. Daddy Boot Knock
06. Project Mice
07. Jailhouse Rock
08. Killa - (feat. 2 Pac)
09. Meet Some Skins
10. Interlude
11. Shotty In The Back
12. Interlude
13. Funk In Yo Brain
14. Step - (feat. Chuck D)
15. Do What You Gotta Do
16. Pressure On The Brain
17. Rev. Glock (Skit)
18. Rev. Glock
19. Crazy Like A Foxxx (Alternate Mix)
20. Amen

CD2: D.I.T.C. Version
01. Intro
02. Call Of The Wild
03. Can't Break Away
04. Click Click
05. 8 Bars To Catch A Body
06. Project Mice
07. Rev. Glock
08. Crazy Like A Foxxx
09. Man Destroys Man
10. Pressure On The Brain
11. Who Is The Middle Man
12. Cook A Niggaz Ass - (feat. Kool G Rap)



Mal ganz ehrlich: wer wünscht sich nicht, von einem der Veteranen würde noch ein komplettes Album aus der goldenen Ära auftauchen, frei von den Ermüdungserscheinungen der heutigen Zeit und vollgepackt mit dem vielgerühmten Sound, den es wohl nie wieder geben wird. Bei Freddie Foxxx alias Bumpy Knuckles katapultiert sich dieses Album zwar nicht aus dem Nichts in die Existenz, doch dass der Welt "Crazy Like A Foxxx", urspürunglich aus dem Jahre 1994, noch zu Ohren kommen würde, war nicht mehr sehr wahrscheinlich. Fat Beats fasst sich jedoch ein Herz und releast das Werk als Doppel-CD, wobei die zweite Scheibe eine Demo-Version mit Beats aus der D.I.T.C.-Schmiede ist.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Das Schöne an der Scheibe: es bedarf keiner Zweifel, ob denn hier eine hörenswerte Schiene gefahren wird. Denn was hier draufsteht, ist auch drin. Freddie fröhnt in seinen Raps zwar noch nicht dem Image des arroganten Halbgotts, dessen Punchlines man niemand anderem außer ihm abkauft, kann jedoch mit seinem herrlich rauen Style und einer starken Übersetzung des Alltags in seine Lines mehr als genug überzeugen. Die Story des bösen Weißen, der die drei "Project Mice" gegeneinander ausspielt ("The moral of story is: we're all black mice / Killin' our own to better the white rat's life") oder die Geschichte des alles andere als heiligen "Rev. Glock" sind die herausragenden Beispiele. Auch das großartige "Killer" muss hier Erwähnung finden, da es neben einem Pac-Feature zudem einen zeitlos guten Beat sein Eigen nennt. Noch besser ist das die erste CD am Ende krönende "Amen", das mit seiner Kombination aus bittertrockenen Drums, tragenden Streichern und Bumpys düsterer Rumpelstimme keinen kleinsten Wunsch mehr offen lässt. Die D.I.T.C.-Version muss sich keinen Qualitätsabfall vorwerfen lassen, was bei Beats von Buckwild, Lord Finesse und Showbiz aus dieser Zeit auch fast unmöglich ist. Kritikpunkte bleiben da wenig - einzig, dass das Album 14 Jahre zu spät veröffentlicht wurde. Denn auch bei den Gästen findet sich kein Ansatz zur Kritik: neben dem schon erwähnten 2 Pac zeugen Chuck D und Kool G Rap von einer knappen und erlesenen Auswahl.


Fazit:
Alle Nostalgiker unter den Ostküsten-Fans, alle, die den goldenen HipHop der 90er feiern und sich heutzutage an den glanzlosen Aufgüssen festklammern, sollten hier, ohne mit der Wimper zu zucken, zuschlagen. Mehr muss hier eigentlich nicht gesagt werden, denn wer hier nicht weiß, woran er ist, der sollte in der Rap-Grundschule das Alphabet nochmal gründlich wiederholen. Auch wenn das Album nicht zu den ganz Großen gehört - stellt man es neben andere Releases des Jahres 2008, dann sind weniger als 4 Mics schlicht und einfach unangebracht.


Gesamtwertung: 8.0 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Kong - Shackles Off

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 24. Juni 2008
Label: Classified Recordings

Tracklist:
01. Intro
02. Pure Poetry (Intro Part 2) - (feat. Kandee & Ikon)
03. Babylon - (feat Megalon, Spiega, & 5th Element)
04. Broken Safety - (feat. Spiega & Ikon)
05. Weasal - (feat. Spiega)
06. It's Official - (feat. MF Grimm, Dub-L, Gabarah, Spiega, Ikon & Monsta X)
07. Shackles Off - (feat. Nhguav Rotkiv & Spiega)
08. Who
09. Lifted - (feat. Gabarah & Monsta X)
10. Brown Eyes (Skit)
11. Endless Nights - (feat. Gabarah, Monsta X & Ikon)
12. What Had Happened Was
13. Ultimate Sacrifice
14. Slumz (Skit)
15. WAR - (feat. 5th Element & Spiega)
16. Hated - (feat. Gabarah, Monsta X & RAVAGE)
17. Black Blood - (feat. 5th Element)
18. Red Tears - (feat. Spiega & Delilah)



Die Monsta Island Czars waren eines der vielversprechendsten Kollektive, die je ihren Weg aus den Tiefen New Yorks auf einen Silberling gefunden hatten. Umso trauriger ist die Entwicklung, die die nun so zerrissenen Czars durchmachen mussten. Dass nach Kwite Def / Kamackeris 2007 nun auch Kong endlich ein Soloalbum auf die Reihe bringt, haben wohl viele nicht mehr für möglich gehalten. Doch dank Classified Recordings gibt es seit Mitte 2008 "Shackles Off".

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Schon das Cover zu JunClassics "2 Much Ain't Enuff" war keine Augenweide, doch was einem bei "Shackles Off" vorgesetzt wird, ist stümpferhafte Photoshop-Stöpselei von Weltrang. Wen das jedoch nicht abschreckt, der kann sich der Musik widmen, die offensichtlich starken Wert darauf legt, im alten M.I.C.-Gewand aufzutreten - obwohl Mastermind X-Ray kein einziges Mal an den Reglern dreht. Das übernehmen Jungspunde wie RAVAGE, der hier natürlich unter Monsteralias MeccaGodZilla aufläuft. Auch Tommy Gunn hört man, wohl zum letzten Mal, als Megalon. Nicht verwunderlich, doch trotzdem höchst erfreulich ist die Tatsache, dass Cousin und langjähriger Partner Spiega mit sieben Auftritten fast als zweiter Protagonist anzusehen ist. Und dass sich die ungeschliffene Stimme von Kong mit dem düsteren Strom, den Spiegas Raps über den Hörer ergießen, ausgezeichnet ergänzen, muss gar nicht erst erwähnt werden. Was nun den Sound betrifft, so hat sich dennoch einiges geändert. So sehr sich die Produzenten auch bemühen, die Abwesenheit von X-Ray schmerzt beizeiten. "Lifted" beispielsweise hat wenig mit dem alten Sound zu tun und leiert auch sonst recht uninspiriert vor sich hin. Doch nun zum größten Manko des Albums, für das Kong ganz und gar selbst verantwortlich ist: die Gäste, die er sich für seine Hooks einlädt. Frau Ikon, Herr 5th Element und Frau Delilah decken zusammen acht Tracks ab und sind mit ihren Vocals absolutes Gift für den sonst angestrebten Sound der Platte: der Gesang von Ikon ist nur auf "Pure Poetry" wirklich angebracht, ganz im Gegensatz zum auch noch von ihr produzierten "Endless Nights", das sich als totaler Blackout erweist. Auch die leicht karibisch klingenden Töne von 5th Element wollen einfach nichts ins Bild passen.


Fazit:
Abgesehen davon ist das Album jedoch durchaus gelungen. Die Produktionen sind zwar selten wirklich herausstehend, doch meistens schön ruff. Außerdem erfahren wir, dass Doom immer noch genichtst wird. Die Raps gehen alle in Ordnung, vor allem Spiega hinterlässt auf diesem Album bzw. auf Tracks wie dem düster dröhnenden "Weasal" einen noch bleibenderen Eindruck als Kong selbst. Die Ära der Czars als Gruppe ist vorbei, doch nach Kwite Def beweist auch Kong, dass man deshalb bei den heute erscheinenden Solos nicht weghören sollte.

Gesamtwertung: 6.9 /10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Cyne - Pretty Dark Things

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 29. Juli 2008 / 7. Oktober 2008
Label: Home-Tapes

Tracklist:
01. Just Say No
02. Runaway
03. Calor
04. Escape
05. Opera
06. Never Forget Pluto
07. Pianos on Fire
08. The Dance
09. Prototypes
10. Money Parade
11. Pretty Black Future
12. Excite Me
13. Radiant Cool Boy
14. Fuzzy Logic
15. Elephant Rome
16. Scattered



Willkommen zu Runde Zwei der Cyne Alben dieses Jahres. "Pretty Dark Things" kommt nur kurze Zeit nach "Starship Utopia". Trotzdem zeichnen die beiden Werke einige Unterschiede aus: so ist "Starship Utopia" eine Ansammlung der Tracks seit dem letzten Album und wurde zudem über das HipHopVinyl-Imprint Project Mooncircle veröffentlicht. "PDT" hingegen ist das schon seit Langem angekündigte und ewig verschobene Album, das über das neue Zuhause, Home-Tapes, auf die Welt losgelassen wird.

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Was dabei hoffentlich gleich bleibt: der Sound. Denn Cyne gehören trotz gemäßigtem Output zu den Gruppen, die sich einen charakteristischen Sound erarbeitet haben - einen, der auch nicht in Gefahr schwebt, langweilig zu werden, denn dafür sind die Produktionen von Enoch und Speck viel zu variationsreich und ausgereift. Entsprechend groß die Vorfreude, die den bewanderten Fan hier packen sollte. Hier nun ein Snapshot von mir, bekennendem Cyne-Fan, nach dem ersten Durchhören: die Kinnlade ein Stockwerk tiefer und ein "Was-zum-Teufel?"-Ausdruck auf das Gesicht geschrieben. Ok, nach mehrmaligem Hören glätten sich die Wogen, doch was man hier vorgesetzt bekommt, setzt einem zunächst schwer zu. Man wird jedoch bald merken, dass die Trompete in "The Runaway" gut ins Bild passt oder dass die zum Beispiel im sehr langsamen "Never Forget Pluto" zur Sprache gebrachten Themen dem Standardprogramm von Cyne entsprechen. Gegen Ende findet man mit "Radiant Cool Boy" sogar ein kleines Highlight, das von Akins Stimme die ganz besondere schwermütige Stimmung aufgedrückt bekommt, über die im zweiten Verse als Gegensatz Cise Star hinwegschwebt. Was sich jedoch auch nach dem zehnten Durchlauf nicht ändert, ist der bittere Nachgeschmack bei dem mit typischem Füllercharakter ausgestatteten "Money Parade" oder dem hektischen "Excite Me", welches dann definitiv zu viel des Guten ist. Positiv fällt auf, dass auf Features verzichtet wird. Denn Kost wie "Prototypes" bedarf keiner weiteren Gewürze, in sämtlichen Sound-Lagen, die Enoch und Speck bereitstellen, teilen sich Akin und Cise Star die Goldmedaille - hier braucht man einfach keine Gäste.


Fazit:
"Pretty Dark Things" vermag sich erst dann wirklich zu entfalten, wenn man sich eingehend damit beschäftigt hat. Nichtsdestotrotz ist es das bisher schlechteste Werk der Jungs aus Florida, was vor allem daran liegt, dass man hier vvergebens auf die wirklich genialen Momente wartet, die früher bei Cyne Pflichtprogramm waren. Der Sound hat sich weiterentwickelt und birgt das Potential, wieder solche Juwelen hervorzubringen. Doch bis es soweit ist, muss man sich mit "Pretty Dark Things" und einer "nur guten" Leistung zufrieden geben.

Gesamtwertung: 6.8 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Montag, 18. August 2008

Nappy Roots - The Humdinger

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 5. August 2008
Label: Nappy Roots Entertainment Group

Tracklist:
01. Intro
02. Beads & Braids
03. On My Way To Ga
04. Pole Position - (feat. Slick & Rose)
05. Flex
06. Swerve and Lean
07. Good Day
08. Down 'N' Out - (feat. Anthony Hamilton)
09. Tinted Up - (feat. Groove Chambers)
10. Fresh
11. Kalifornia Dreamin' - (feat. Slick & Rose)
12. Who Got It????
13. No Static - (feat. Greg Nice)
14. Don't Stop - (feat. Groove Chambers)
15. Panic Room
16. Small Town



Heute geht es um ein ganz besonderes Phänomen des Südens: die Nappy Roots. Mit "Watermelon, Chicken & Gritz" gelingt der Truppe im Jahr 2002 ein Album, das fast als kleiner Classic bezeichnet werden kann, zumindest jedoch den "Country"-Sound definiert, den man seitdem mit den Jungs aus Kentucky bzw. Georgie in Verbindung bringt. Nach dem ebenfalls soliden Sophomore dauert es fünf solokarrierenlose Jahre, bis die verbleibenden Fünf, Big V, Fish Scales, Skinny DeVille, B. Stille und Ron Clutch, mit einem neuen Album in den Startlöchern stehen.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Eine Stärke der Crew, die auch hier wieder zutage tritt, ist die unheimliche Harmonie, die vorherrscht: keiner sticht besonders hervor, keiner zieht das Niveau hinab. Zur Frage aller Fragen, ob man dem eigenen Sound, zu dem sich auf "Wooden Leather" beispielsweise ja schon ein Lil Jon-Beat gesellte, treu bleibt, gibt schon der Beginn des Albums einen dicken Hinweis: der erste Song "Beads & Braids" schlägt gleich ein wie eine Bombe und eignet sich sowohl zum relaxten Kopfnicken als auch zum Vollaufdrehen auf vier Rädern.

"What y'all beein doing? / I though y'all broke up? What y'all gon' rap about? / Why they say South and leave Nappy Roots out? / Are y'all still country? What's it like in Kentucky? Why y'all niggas don't rap about money?"

So viele Fragen, die alle schon im ersten Song beantwortet werden. Doch leider ist hier der Niveauberg auch schon an seinem Gipfel angelangt, denn einen Track wie diesen findet man nicht mehr auf dem Album. Das folgende "On My Way To GA" ist zwar ebenfalls noch Erste-Country-Sahne, doch im weiteren Verlauf ist dem nicht immer so. Ein stinklangweilig-seichtes "Down & Out" mit Anthony Hamilton ist keinesfalls mit "Po Folks" zu vergleichen, den "Panic Room" kennt man leicht abgeändert schon von anderen Interpreten (wobei der Track nicht mal schlecht gerät) und "Flex" tut sich durch besondere Abwesenheit von Hörenswertigkeit hervor. Heißt das, man sollte nach den ersten drei Tracks abschalten? Keinesfalls. Denn der komplette noch unerwähnte Rest bewegt sich im schwer hörbaren Bereich, und auch wenn man die richtigen Highlights nicht finden wird, so kommt bei "No Static" mit Greg Nice-Hook oder dem abschließenden "Small Town" zweifelsohne gute Stimmung auf. Sogar die erste Single "Good Day" weiß trotz verkitschter Kinder-Hook noch zu gefallen.


Fazit:
Leider ist es nichts geworden mit dem von einigen erhofften und schon auf "Wooden Leather" nicht mehr ganz geknüpften Anschluss an das Debütalbum. Die Nappy Roots können und wollen sich den äußeren Einflüssen nicht verschließen, was man zu hören bekommt. Das Outcome ist dabei nicht schlecht, klingt nur zeitweise nach halber Sache. Es mag sehr naiv klingen, doch ein bisschen Orientierung am Debütalbum hätte "The Humdinger" gut getan. Veränderung und Weiterentwicklung ist nicht immer gut, vor allem nicht, wenn sich da, wo man schon steht, niemand sonst befindet. Wieso dann einen (glücklicherweise hier nicht allzu groß ausfallenden) Schritt richtung Rest machen?

Gesamtwertung: 6.4 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam