Donnerstag, 1. Oktober 2009

Junclassic - Imaginary Enemies

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 22. September 2009
Label: Classified Recordings

Tracklist:
01. Intro
02. Beginning (Feat. Monsta X)
03. Arrival
04. BabyLove
05. Most Famous
06. Geez
07. Habits
08. Bouquet Of Flowers (Remix)
09. ZeeZee's Groove (Feat. Lejon Lewis)
10. One And Onlee
11. Dope Song (Remix)
12. Vice Grips
13. I Can't Die/You
14. Bionic 6 (Feat. RAVAGE The MeccaGodZilla)
15. Say Goodbye (Feat. Monsta X)
16. 4 Corners (Feat. Monsta X, Reece Q & Green)



Der Weg, den Junclassic inzwischen hinter sich gebracht hat, verdient Respekt. Aus dem Trümmerfeld der dahinsiechenden Monsta Island Czars heraus, hat er sich bis zum heutigen Tag beständig nach oben gekämpft, sein eigenes Label Classified Recordings gegründet und es sogar geschafft, u.a. einige der Czars um sich zu scharen. Releasetechnisch war bisher, entgegen vieler anderer Künstler, seit dem (schwachen) Debüt eine konstante Steigerung zu beobachten, bis er sich mit dem letzten Album und der Free EP in einer sehr guten Ausgangssituation positionierte. Der nächste Schritt ist nun ein Album mit DJ Husky, das ehemals als EP angekündigt worden war, nun aber auf volle 16 Tracks ausgeweitet wurde.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Von einer großen Zahl an Produzenten hält Junclassic also immer noch nicht viel: War es beim Debüt noch er selbst, dann L8sho und auf "Late Nights And Early Mournings" das Gespann aus J Slikk und Cynergy, so schustert hier der New Yorker Husky alle Beats. Schon relativ früh lässt sich sagen, dass die Scheibe bzgl. ihres Sounds da anknüpft, wo die Free EP aufhörte. Hier wird man nicht auf die sperrigen Gebilde L8sho's treffen, Husky lässt BoomBap regieren, hat jedoch auch ein Auge darauf, dass nie Langeweile einzieht. Teils ausgefallene Samples werden auf die dumpfen Drumlines geschraubt. Der wohl größte Pluspunkt findet sich in der Harmonie zwischen Husky und Junclassic. Schließlich geht Jun mit einem der eigenwilligsten Flows an den Start, der zusammen mit der Stimme durchwegs verschroben klingt. Und genau an dieser Stelle, wo auch ein L8sho teilweise versagte, stützt Husky die langsamen Reimketten, indem er mit dem Audioäquivalent aufwartet. Mit einem Sample aus "Hustle & Flow" beginnt die Scheibe und baut eine bescheidene, aber eigene Atmosphäre auf. Junclassic hat es zwar immer noch nicht zum Spitzen-Emcee gebracht, aber auch hier sind Verbesserungen bemerkbar, wodurch es kein Problem mehr darstellt, sich den Herrn bei geringer Zahl an Gästen auf Albumlänge anzutun. Inzwischen ist die tief-langsam walzende Stimme sogar ein positives Markenzeichen. Inhaltlich stehen keine Quantensprünge auf dem Programm, sondern schlichtweg die Welt eines normalen Kerls in seinem Dasein als waschechter Underground-Emcee, der jedoch auch einige Messages vorzubringen hat. So ist "Dope Song" als die grüne Interpretation von "dope" aufzufassen, während Jun das Thema mit lustigen Lines umreißt, nur um darauf eine Rede zu sampeln, die die Gefahr von Marihuana als Einstiegsdroge unterstreicht. "BabyLove" dagegen geht mit softer Piano-Line an die eigene Lady und deren Qualitäten. In "ZeeZee's Groove" unterhält sich Jun mit der Tochter des verstorbenen Bruders ("You got a good heart, you smart and you sweet too / But people like to take advantage of the nice people"), wogegen "I Can't Die", begleitet von einer melancholischen Piano-Line, direkt jenen Bruder zur Sprache bringt. Eine mehr als einprägsame Piano-Line bildet ebenfalls das Herzstück von "Bouquet Of Love" und sorgt für eines der Highlights, zu dem Jun's Raps gerade füllend genug klingen. Sogar das etwas merkwürdige "6 Bionic", das in RAVAGE den richtigen Gast findet, prägt sich mit seinen Samples schnell ein. Den Abschluss bildet "4 Corners", in das für jeden der vier Emcees ein Beat-Umbruch eingebaut wird.


Fazit:
Die Steigerung geht weiter. Man hätte es nicht geglaubt, man mag Junclassic nach "2 Much Ain't Enuff" schon abgeschrieben haben. Doch spätestens jetzt hat er bewiesen, dass er als Solokünstler etwas taugt. Dieses Album ist ebenso wenig für das Rampenlicht gedacht wie das für Jun selbst gilt - aber wer guten NY-Underground-Rap mit eigener Note sucht, der sollte hier definitiv sein Glück versuchen. Einerseits, weil Husky alle BoomBap-Liebhaber bedient, andererseits, weil trotzdem genug Bewegung in den Instrumentals als auch in den langsamen Raps des Queens-Rappers liegt. "Imaginary Enemies" ist hauptsächlich deshalb interessant, weil es etwas Eigenes ist und zudem den viel kritisierten Junclassic in der bisher effektivsten Weise in Szene setzt.

Gesamtwertung: 6.7 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Godilla - Jaguar Paw

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 11. August 2009
Label: Heaven's Basement LLC

Tracklist:
01. Intro
02. The Difference
03. You Or Me
04. PA All Day
05. Countdown
06. Spanglish (Feat. Gab Gatcha & Scheme)
07. Bullhorns (Feat. King Magnetic)
08. Line 'Em Up
09. Bangelic (Feat. Mr. Voodoo)
10. Lion's Den (Feat. Adlib & UG)
11. Running Turtles
12. Aim
13. Art Of Grind
14. Paxil (Feat. Edo. G & Ali Armz)
15. Jaguar Paw
16. Outro (Feat. June Marx)
17. The Getback



Der ein oder andere mag sich bereits gefragt haben, wer denn Godilla (was sich God-Illa, nicht Go-Dilla, spricht) sei, als er auf "Black Snow" der Snowgoons zwischen Main Flow, El Da Sensei und J. Sands rappte. Man hat es hier mit einem bisher größtenteils unbekannten Emcee aus Pennsylvania zu tun, der 2006 mit Reign Supreme als Suprilla bereits ein (nicht minder unbekanntes) Album veröffentlichte, laut eigenen Angaben aber schon seit Mitte der Neunziger mitmischt. Ein namenhaftes Label hat sich für Godilla wohl noch nicht gefunden, doch da er genügend Musik beisammen hat, wird "Jaguar Paw" digital (mehr oder weniger selbst) veröffentlicht.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Ein Blick auf die Features und man will, in Erwartung eines weiteren AOTP-Snowgoons-soundalike-Albums, die Flinte ins Korn werfen. Selbstetikettierter "Raw BoomBap" mit Battletracks und Verwünschungen gegen die ganze, weich gewordene Szene drängt sich sofort auf. Und was soll man an dieser Stelle wohl groß erwidern? Schuldig. Genau das ist "Jaguar Paw", eines unter vielen Alben einer Sparte, deren Popularität es gar nicht so schlecht gehen kann. Bei solchen Startbedingungen ist man jedenfalls versucht, das Album als langweiliges Aufnehmen und Auskotzen mit minimaler eigener Note abzutun. Aber Godilla tut erstaunlicherweise sein Bestes, dieser Reaktion vorzubeugen. Selbstverständlich dürfen all jene, die alles sonstige, was so aus besagter Ecke (als solche seien AOTP und Co. kollektivierenderweise definiert) veröffentlicht wird, als unkreativ abtun, hier abschalten - doch das ändert nichts daran, dass man es hier eigentlich mit einer positiven Überraschung zu tun hat. Das liegt wohl weniger an Godilla selbst - als Emcee macht er einen soliden, wenn auch vollkommen unauffälligen Eindruck - als an den Instrumentals, die neben zwei Beiträgen von den Snowgoons in die Hände von einigen Halbunbekannten aus demselben Metier gelegt werden: So war Haze Attacks an Remixen jür die Jedi Mind Tricks beteiligt, während beispielsweise Eyego/Direct für Reef The Lost Cauze produziert hat. Bei der Armyfatique hatte Godilla auch schon einen Auftritt und so revanchiert man sich hier mit "You Or Me", das aus harten Drums und einer dominierenden Bassline besteht. Eine schlicht-schöne Piano-Line in "PA All Day" überzeugt weitaus mehr, während Godilla weitere Fake-Rappers bloßstellt. Das Instrumental von Haze Attacks ist eines seiner drei Volltreffer: "Running Turtles" darf sich mit großartiger Drumline, inklusive 90s-Flair, ebenfalls dazuzählen. Auch wenn das Album-Cover nicht wirklich einen Bezug zur Musik hat, so unterstützt es die Atmosphäre, in der hier die Musik spielt. Zwar spielt sie sehr beschaulich, doch immerhin gut. Die Mühe, irgendwelche nennenswerten Themen zu behandeln, macht sich Godilla nicht, streut dafür ein wenig Street-Wisdom ein und lädt meist die richtigen Gäste: Edo. G, der trefflich als alter Veteran im wunderbar relaxten "Paxil" (erneut Haze Attacks) auftritt, oder aber der stimmgewaltige UG im streichergetriebenen "Lion's Den". Lediglich Magnetic zeigt sich um ein weiteres Mal als keine Bereicherung. Die beiden Snowgoons-Instrumentals fallen im restlichen Feld nicht weiter auf, was insgesamt einen homogenen Bildrahmen seitens der Beats zur Folge hat, in den Godilla bestens passt, was einmal mehr im Titeltrack "Jaguar Paw" (das durchaus eine eigene Note besitzt) zu Tage tritt.


Fazit:
Nein, nichts besonderes. Einfach nur gut verrichtetes Handwerk. Damit hat sich die Sache auch schon. Godilla ist kein großer Lyriker und auch sonst kein Emcee, der in irgendeiner Disziplin herausragend wäre. Doch das hält ihn nicht davon ab, mit seinem Debüt ein rundes Werk abzuliefern, mit dem er ein gutes Ohr für Beats beweist und auch die richtige Dosis an passenden Gästen beimischt. Zugegeben, "Jaguar Paw" ist kein überragend gutes Album, aber ein sympathisches, das sich selbst keine größenwahnsinnigen Ansprüche aufheftet. Das Fazit ist altbekannt, doch es passt an dieser Stelle gut: Mit dieser LP hat man nichts verpasst, verkehrt ist sie aber auch keinesfalls. Knapp gut.

Gesamtwertung: 6.5 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

Donnerstag, 24. September 2009

KiD CuDi - Man On The Moon: The End Of Day

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 15. September 2009
Label: Universal Motown / G.O.O.D. Music

Tracklist:
01. In My Dreams (Cudder Anthem)
02. Soundtrack 2 My Life
03. Simple As...
04. Solo Dolo (Nightmare)
05. Heart Of A Lion (KiD CuDi Theme Music)
06. My World (Feat. Billy Cravens)
07. Day 'N' Nite (Nightmare)
08. Sky Might Fall
09. Enter Galactic (Love Connection Part 1)
10. Alive (Nightmare) (Feat. Ratatat)
11. CuDi Zone
12. Make Her Say (Feat. Kanye West & Common)
13. Pursuit Of Happiness (Nightmare) (Feat. MGMT & Ratatat)
14. Hyyerr (Feat. Chip Tha Rapper)
15. Up Up & Away (The Wake & Bake Song)



CuDi überall: Dank eines House-Remix (von den Crookers) zu seiner "Day 'N' Nite"-Single gibt es schon seit geraumer Zeit von Europas größten Party-Metropolen bis zur Disse in der eigenen Region keinen Abend, ohne dass man diesem "neuen" Künstler über den Weg liefe. Doch damit nicht genug, denn wie einige Rap-Hörer slash Club-Gänger zu Beginn des ganzen Hypes erschreckt feststellen mussten, ist der Kerl ja (mehr oder weniger) der Sparte "HipHop" zuzuordnen - und genießt dort auch alles andere als einen schlechten Ruf. Vom Niemand über die Kreise von Kanye's G.O.O.D. Music in die Welt der Major-Labels hat er es inzwischen geschafft, um nun sein Debüt "Man On The Moon: The End Of Day" zu präsentieren.

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Bereits jetzt fast einstimmig hochgelobt, schon vor Release als grenzenüberschreitendes und vorwärts denkendes Album der Kategorie "Alternative HipHop" illustriert; für CuDi gilt es also durchaus, einige Erwartungen zu erfüllen. Seinem Album haftet das Prädikat eines Konzeptalbums an, zur Bekräftigung erfolgt eine Aufteilung in fünf betitelte Akte, ebenso wie das Nutzen eines gutväterlichen Charakters als Erzähler im Morgan Freeman-Stil, für den sich natürlich niemand besser eignet als Common ("This is the story of a young man who not only believed in himself, but his dreams too."), der "unseren Helden" mit seinen Worten in die Traumwelt, in der dieses Album spielt, schickt. Denn Akt eins, das "Ende des Tages", startet abends beim Einschlafen, während Akt fünf morgens endet. Dazwischen steht das, was CuDi mit seinem Album versucht, der Hörerschaft näherzubringen: eine abstrakte, vielseitige Welt, in der CuDi sich gleichfalls mit seinen tatsächlichen Problemen konfrontiert sieht als auch sonst ungekannte Freiheiten besitzt. Um diesem Gerüst einen musikalischen Mantel überzuziehen, bedarf es der Hilfe verschiedenster Produzenten wie auch Gäste - wobei die Gäste am Mic in dieser Traumnacht definitiv nur Nebenrollen spielen und entweder Hooks beisteuern oder sich schlichtweg unauffällig ins Geschehen fügen. Für die Instrumentals steht es außer Frage, dass die HipHop-Sphären CuDi's Träumen nicht genügen - der genreübergreifende Mix kann vereinfachenderweise als Pop erklärt werden, ohne sich dabei jedoch mit dem höchst negativen Beigeschmack dieses Wortes zu belegen. Im von Emile dominierten Anfang ergibt sich der Wandel vom stillen Intro über das starke "Soundtrack 2 My Life" (das sich aus Erinnerungen aus dem eigenen Leben aufbaut) ins Land der Albträume (zweiter Akt), das mit dem langsamen, aber eingängigen "Solo Dolo" winkt. CuDi's permanenter Wechsel zwischen Gesang und Rap beschert dem Song eine starke Hook; der Kompromiss aus beidem, mit dem die Verses gefüllt werden, wirkt beizeiten allerdings etwas unreif. Vor diesem Song steht nocht "Simple As...", ein drumlastiger (und somit simpler) (Rap-)Song, in dem CuDi es glänzend versteht, positiven Vibe zu verbreiten. Der Mix und die Zusammensetzung der Atmosphären und Themen erinnert von Zeit zu Zeit an einen gewissen Lupe Fiasco. Doch wo sich CuDi nicht mit dessen Rap-Skills messen kann, setzt er anderswo Akzente: Eine unerwartete Kollabo, "Alive" mit Ratatat, schickt den Mann auf dem Mond auf Frauenjagd. Die Single "Day 'N' Nite" im Original stellt sich als starke Frage des Geschmacks heraus und gibt mir persönlich, ohne den proletigen Touch des House-Remix, der zumindest unter übermäßigem Alkoholeinfluss noch seinen Reiz hatte, nicht viel. Auch sonst ist CuDi nicht vor einigen mittelmäßigen Songs gefeit - "Sky Might Fall" ist nicht schlecht, bleibt aber vollkommen blass. Mit Tracks wie "Enter Galactic" wäre all das zu vergeben, hätte sich nicht auch noch ein Totalausfall eingeschlichen: Groupie-Song "Make Her Say" mit Gaga-Sample hätte als totales No-Go so kurz vor Ende nicht sein müssen - denn danach erfolgt das langsame Erwachen, das nach "Pursuit Of Happiness" beginnt und schließlich im einwandfreien "Up Up & Away" von Sonnenstrahlen begrüßt wird.


Fazit:
KiD CuDi liefert im Großen und Ganzen genau das, was man von ihm erwartet. Poppiger Gesamtanstrich, Ausflüge nach und Einflüsse von hier und da machen dieses Debüt zu einem Unterfangen, das keinesfalls langweilig wird und dem man auch, selbst wenn man es versucht, von der HipHop-Perspektive aus nicht viel vorwerfen kann - CuDi ist eben nur ein Grenzposten dieses Genres. Die Verarbeitung seiner nächtlichen Selbstzweifel geben dem Album in seiner Ausführung zwar keinen hochgradig anspruchsvollen, aber einen gelungen Rahmen. Im Gegensatz zu einem Kanye West schmeckt CuDi auch keine fortwährende Arroganz in der Musik bei, womit sich "Man On The Moon" mit einem Wort gut beschreiben lässt: sympathisch. Zwar keinesfalls makellos - doch ohne "Make Her Say" wäre es ein gutes Album, das auch so hörenswert bleibt und Erwartungen für die Fortsetzung der Geschichte schürt.

Gesamtwertung: 6.2 / 10

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M.O.P. - Foundation

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Release Date: 15. September 2009
Label: E1 Music

Tracklist:
01. I'm A Brownsvillian
02. Blow The Horns
03. What I Wanna Be (Feat. Rell)
04. Foundation
05. Stop Pushin'
06. Crazy (Feat. Termanology)
07. Street Life (Feat. Demarco)
08. Forever & Always
09. Rude Bastard
10. Brooklyn
11. Bang Time (Feat. Styles P)
12. Sharks In The Water
13. Riding Through (Feat. Redman)
14. Salute A G



Man mag sie lieben oder hassen, doch sie sind ohne Zweifel eines der einzigartigsten Phänomene der ostküstlichen HipHop-Hemisphäre: M.O.P., Brooklyn's eigenes Hardcore-Proletenduo, das es mit "Ante Up" geschafft hat, sich weit, weit über HipHop-Kreise hinaus einen Namen zu machen. Was für Unbeteiligte wie ein One-Hit-Wonder aussieht (und dies bezogen auf Popularität wohl auch sein mag), war der einmalige Charterfolg einer Gruppe aus den Neunzigern, die nach einem erfolgreichen Start ins neue Jahrtausend vom Pech verfolgt wurde: Nur zu gut erinnert man sich an die ertraglosen Affären mit Roc-A-Fella und G-Unit, aus denen lediglich Street-Alben hervorgingen (z.B. "St. Marxmen" oder "Ghetto Warfare"). So bleibt "Warriorz" das letzte offizielle, inzwischen neun Jahre alte Album von Lil Fame und Billy Danze, für das sich mit "Foundation" nun endlich ein Nachfolger - veröffentlicht über E1 - findet.

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Untätigkeit kann man der Mash Out Posse ja keinesfalls vorwerfen: Mixtape-Auftritte und beständige Feature-Präsenz sorgten dafür, dass man die zwei Schreihälse nicht vergessen hat. Vor allem Lil Fame, der seine unter dem Alias Fizzy Womack laufende Produzentenkarriere weiter und weiter vorantrieb, gönnte sich wenige ruhige Minuten. Wen verwundert es da, dass diesmal die meisten Instrumentals von Fizzy selbst beigesteuert wurden, wo diesen Titel vor neun Jahren noch ein gewisser DJ Premier innehatte. Mit D.R. Period und Nottz sind auch weitere "Warriorz"-Bekannte vertreten. Ob die Musik selbst genau da anknüpft, ist die Frage, die man sich primär stellen darf. Und da geben M.O.P. eine klare Antwort: Man bleibt sich selbst treu. Ja, hier regiert der klassische Street-Sound so dominant wie auf wenigen anderen Scheiben dieses Jahres. Dass Danze und Fame an ihren Rhymes nicht viel verändern, dürfte klar sein: Die Regeln der Straße und konsequentes Benutzen von Schimpfwörtern werden, wie man es gewohnt ist, weitergeführt. Der allgemeine Ton ist trotzdem etwas ruhiger geworden - auch M.O.P. scheinen älter zu werden. Das will nicht heißen, dass Nottz in "I'm A Brownsvillian" nicht mit einem handfesten Representer eröffnen würde, lediglich der totale Abriss à la "Ante Up" wird hier nicht zelebriert. Hintergrundgebrüll und kraftvolle Zwischenrufe sind trotzdem ständig zugegen und umrahmen die solide Leistung am Mic. Der "Foundation"-Track dieser Scheibe kommt zwar nicht an jenen von "Warriorz" heran, sammelt aber trotzdem Pluspunkte. Sogar Statik Selektah schmiedet zwei für M.O.P. angebrachte Beats, von denen "Forever & Always" als erstklassiges Streicher-Brett durchgeht und "Crazy" mit einer eingängigen Hook aufwartet. Gast Termanology dagegen ist mit seiner Butterstimme hier in der vollkommen falschen Vorstellung. Auch sonst hätte es unter Umständen zu einem besseren Ergebnis geführt, anstatt der namenhaften Gäste alte Weggefährten wie Teflon oder Foxx ins Boot zu holen - denn wie Danze in "Blow The Horns" betont, ist man immer noch cool mit den eben Genannten. "Blow The Horns" ist darüber hinaus auch noch als stärkster Song des Albums hervorzuheben. Bei den schon angesprochenen Gästen hat ein Styles P beim mittelmäßigen "Bang Time" Pech, ebenso wie Redman in "Riding Through", auf dem er anschließend auch noch erzählt, was für harte Jungs Danze und Fame doch sind. Die besseren Songs finden sich fast durchgehend im vorderen Teil der Scheibe: Das als "some mo' nigga shit" angekündigte "Stop Pushin'" bietet 100% M.O.P.. Dann wäre da noch "Street Life", das sich mit Demarco eine Auto-Tune-Hook erlaubt, die keinesfalls schlecht ist, nur vielleicht zur falschen Zeit kommt. Premo's einziger Beitrag zum Album markiert den ruhigsten Song, der mit starkem Sample und gelungener Hook zu den Highlights der Scheibe gehört - mitunter auch deshalb, weil der Song die typischen Premier-Drums vermissen lässt (und man somit nicht nach zehn Sekunden weiß, wer hier produziert hat). Bevor das Album gegen Ende hin abflacht, gibt es mit "Brooklyn" noch einen Tributsong und mit "Rude Bastards" einen erneut ruhigen Song, dessen Beat von einem gewissen Kil beansprucht wird und der ein kleines Drama bzgl. falscher Credits durchlief.


Fazit:
Ein Start nach Maß, ein starker Mittelteil und eine leichte Flaute gegen Ende - ein mehr als akzeptables Resümee, mit dem die meisten wohl nicht einmal gerechnet hätten. Doch M.O.P. scheinen aus den Fehlern, die Mobb Deep bei G-Unit begingen, gelernt zu haben: Das eigene Fundament ist, wie hier eindeutig bewiesen wird, keinesfalls spröde und aufgeweicht. Damit hätten M.O.P. im Jahre 2009 auch kaum einen trefflicheren Titel wählen können, denn mit dem teils hervorragenden Street-Sound, den sie auf dieser Scheibe bieten, können sie als eine der wenigen Acts unmittelbar an ihr letztes Album anknüpfen und mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen. Dass man hier lyrisch nicht über Ghetto-Talk hinauskommt, war ja von vornherein klar. Dafür bietet "Foundation" eine ganze Reihe an dicken Tracks, die die M.O.P.-Fans schätzen werden.

Gesamtwertung: 6.7 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame