Release Date: 06. November 2007Label: Def Jam / Roc-A-Fella
Tracklist:
01. Intro
02. Pray
03. American Dreamin'
04. Hello Brooklyn 2.0 - (Feat. Lil Wayne)
05. No Hook
06. ROC Boys (And The Winner Is...)
07. Sweet
08. I Know
09. Party Life
10. Ignorant Shit - (Feat. Beanie Sigel)
11. Say Hello
12. Success - (Feat. Nas)
13. Fallin'
14. Blue Magic
15. American Gangster
Ein Album von Jay-Z gehört immer zu den meisterwarteten Momenten eines Rap-Jahres, ganz ungeachtet der Tatsache, dass er sich mit seinem letzten Album, "Kingdom Come", nicht gerade mit Ruhm bekleckerte. Die wenigen kritischen Stimmen verhöhnten sein misslungenes Comeback. Kaum ein Jahr vergeht, da schiebt der Jigga, zu dieser Zeit Def Jam-CEO, sein nächstes Album nach. "American Gangster" nennt sich das Stück und ist inspiriert und thematisch entnommen von dem gleichnamigen Film, der in etwa zur selben Zeit wie das Album erschien, und in dem Denzel Washington und Russell Crowe die Hauptrollen besetzen. Erwähnenswert, dass Diddy und das Duo LV & Sean C aus der Bad Boy Produzentenriege The Hitmen fast das halbe Album musikalisch betreuen, während der Rest an Leute wie JD oder die Neptunes geht.
Das Konzept des Album beruht, wie schon erwähnt, auf dem Inhalt des titelgebenden Films, das Leben von Frank Lucas, der es mit Drogenhandel bis nach ganz oben in die New Yorker Kriminellenszene schafft. Das Album nun Konzeptalbum zu nennen, wäre zwar zu viel des Guten, denn in einer Zeit, in der jeder zweite Song selbiges oder stark ähnliches Thema hat, muss man sich eher fragen, ob dieses Thema überhaupt ein ganzes Album füllen kann; aber immerhin verspricht ein solches Thema dem Album einen roten Faden. Und aufgrund der unbestreitbar guten Rap-Fähigkeiten eines Jay-Z sollte dieser auch auf Album Nummer zehn auf ganzer Länge zu unterhalten wissen.
Das Intro wird von der dunklen Stimme Idris Elba's gesprochen, welcher auch im Film eine Nebenrolle spielt. Mit entsprechender musikalischer Untermalung werden ein paar recht aussagelose Phrasen abgeklopft, die jedoch für die passende atmosphärische Einstimmung in dieses Album sorgen. Mit "Pray" folgt gleich die erste Erzählstunde von Onkel Jigga, der seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen mit allgemeinen drogengeschäftlichen Weisheiten verflechtet. "This is why I be so fresh, I'm trying to beat life / Because I can't cheat death". Sein hübsches Lebensmotto gibt er dabei auch gleich preis. In "American Dreamin'" krallen sich Diddy und LV & Sean C ein Marvin Gaye-Sample, um dem Song den Flair einzuhauchen, der der Zeit dieser Gangster-Geschichten entstammt, was auch erstaunlich gut gelingt. Dass die Träume von denen Jay-Z berichtet, von materiellem Reichtum handeln, muss nicht erwähnt werden, und dass die krumme Bahn der Weg zum Ziel ist, bedarf auch keiner Erläuterung.
Nun aber flott zum schlechtesten Track der Platte, der natürlich auch die schlechtesten Raps in petto hat. "Hello Brooklyn 2.0" hat rein garnichts mit künstlerischer Freiheit oder ähnlichem zu tun, das Sample in Kombination mit diesen wuchtigen Bass-Drums und den Claps ist schlichtweg unerträglich. Das Beste jedoch kommt von Zwergling Lil' Wayne, der es sich nicht nehmen lässt, dem Ganzen mit seinem Chorus den Todesstoß zu versetzen. Der Inhalt des ganzen, der nicht viel mehr als den Titelnamen zu bieten hat, rettet da auch nichts mehr. Der gesunde Verstand hat hier nach 5 Sekunden den Finger an der Skip-Taste.
Denn mit "No Hook" und langsamen und düsteren Streichern gibt es ja eine einwandfreie Alternative. Eingeleitet von einem Sample aus dem Film schafft es Jay-Z, mit seinem gewandten Wordplay einen weiteren Song zu füllen. "This is not for commercial usage / Please don't categorize this as music / Please don't compare me to other rappers / Compare me to trappers, I'm more Frank Lucas than Ludacris". Mit phänomenalem Aufgebot an Bläsern schicken die Hitmen-Abgesandten "ROC Boys (And The Winner Is...)" ins Rennen, das sich so charmant und auch markant schon beim ersten Hören festsetzt, dass die Tatsache, das Jay-Z hier nur sich selbst feiert, garnicht mehr ins Gewicht fällt und dieser Track, ebenfalls zweite Single-Auskopplung, problemlos an seinen Vorgängern vorbeizieht und sich zum besten Track dieses Albums aufschwingt. "You don't even gotta bring your purses out / We the dope boys of the year, drinks is on the house"; sogar diese Großspurigkeit, die sich zugegebenermaßen jemand wie Jigga auch leisten kann, wird verziehen.
"Sweet" reiht sich dann als guter, wenn auch etwas unauffälliger Track zu den bisherigen Songs, um dann Gesellschaft von der ersten Neptunes-Produktion, "I Know", zu bekommen, die auch ganz klar deren Handschrift trägt. Mit der nicht mehr als soliden Arbeit der Neptunes entfernt sich Jigga zusehends von der anfänglichen Atmosphäre des Albums, auch textlich befindet er sich nun bei Beziehungen zu Frauen, stark zusammengehalten von den dicken Geldbündeln in Jiggas Taschen. Nachdem sich Jigga mit den ersten Tracks wohl auch innerhalb dieses Albums zum Reichtum vorgearbeitet hat, bleibt er jetzt wohl bei anderen Themen, denn auch wenn "Party Life" mit souligem Sample und wieder trefflichen Sounds ausgestattet ist, so verrät schon der Titel, womit sich Jay-Z hier befasst. Das zweite, und diesmal erträgliche Feature, erwartet den Hörer auf "Ignorant Shit", wobei sich zu diesem Zeitpunkt Diddy und Sean C & LV vom Album verabschiedet haben, und für diesen Track an Just Blaze abgeben, der jedoch nahtlos fortführt, was schon begonnen wurde, und mit dem Isley Brothers Sample von "Between the Sheets" wieder soulvolle Stimmung aufkommen lässt. "Say Hello" freut sich über eine ähnliche Stimmung und große Streicher-Untermalung, während Jay-Z ausnahmsweise eine gehaltvolle Aussage tätigt: "And if Al Sharpton is speaking for me / Somebody get him the word and tell him I don't approve / Tell him I'll remove the curses, if you tell me our schools gon' be perfect / When Jena 6 don't exist Tell him that's when I'll stop saying bitch — BITCH".
Nachdem Jay-Z auf Nas' Album einen Gastauftritt bekam, scheint sich diese "Ein-Track-Feature-Präsenz" fortzusetzen, denn hier kommt nun Nas einmal zu Wort, und zwar auf "Success", in dem die beiden ganz unverblümt ihren Wohlstand breit treten. "I got watches I ain't seen in months / Apartment at the Trump I only slept in once / Niggas said Hova was over, such dummies / Even If I fell I'd land on a bunch of money". No I.D. zimmert einen sehr eigenwilligen und doch sehr starken Beat, der diesen Song zu einem der Höhepunkte der Platte macht. Und am Ende einer Gangster-Story kommt natürlich der Fall, hier mit "Fallin'"". Aus der Zusammenarbeit von JD und No I.D. entwächst ein weiterer großartiger Beat, der zwar nichts Neues verkauft, die Background Vocals jedoch im Zusammenspiel mit Jay-Z so gut zur Geltung bringt, dass auch hier von Highlight gesprochen werden darf. Für jene Vocals wird im Übrigen Bilal engagiert, der sich sehr bereichernd für den Song zeigt. "Now your tumbling, it's humbling, you're falling, you're mumbling / Under your breath like you knew this day was coming". Wie Jay-Z schon in "Success" sagte, kann ihm dergleichen natürlich nicht passieren.
Nun folgen noch zwei Bonus-Tracks, von denen der erste, "Blue Magic", erste Single und von den Neptunes produziert ist. Besser als ihr erster Beitrag, ist er doch im Vergleich zum großen Rest eher solide bis schwach. Den Namen verdankt dieser Song der Marke von Frank Lucas' "Produkt", das ihm im Film zu Reichtum verhilft. Der Ausstieg aus dem Album ist das Just Blaze-produzierte "American Gangster", für das diesmal Curtis Mayfield herhalten muss. Auch wenn Hova hier nicht viel Neues erzählt ein sehr starker Ausstieg. "I'm from the 80's / Home of the heroine / Era of the hustlers / The world is my custies".
Fazit:
Ist es nun also wirklich notwendig, dass Jay-Z ein ganzes Album mit diesem abgedroschenen Thema füllt, um neben dem Film auch seine eigene Vergangenheit mal wieder zu Worte zu bringen? Ja, ist es. Denn Jay-Z beweist, dass auch superreiche Mogule ein Album veröffentlichen können, das zum größten Teil nicht auf die Verkaufszahlen abgerichtet ist, sondern ein in sich mehr oder weniger geschlossenes Werk ist. Und ganz ungeachtet der fehlenden lyrischen Vielfältigkeit ist "American Gangster" einer enorme Steigerung zu Jay-Z's letztem Album. Man darf hoffen, dass Mr. Hova auch in Zukunft Musik wie diese fabriziert.
Das Konzept des Album beruht, wie schon erwähnt, auf dem Inhalt des titelgebenden Films, das Leben von Frank Lucas, der es mit Drogenhandel bis nach ganz oben in die New Yorker Kriminellenszene schafft. Das Album nun Konzeptalbum zu nennen, wäre zwar zu viel des Guten, denn in einer Zeit, in der jeder zweite Song selbiges oder stark ähnliches Thema hat, muss man sich eher fragen, ob dieses Thema überhaupt ein ganzes Album füllen kann; aber immerhin verspricht ein solches Thema dem Album einen roten Faden. Und aufgrund der unbestreitbar guten Rap-Fähigkeiten eines Jay-Z sollte dieser auch auf Album Nummer zehn auf ganzer Länge zu unterhalten wissen.
Das Intro wird von der dunklen Stimme Idris Elba's gesprochen, welcher auch im Film eine Nebenrolle spielt. Mit entsprechender musikalischer Untermalung werden ein paar recht aussagelose Phrasen abgeklopft, die jedoch für die passende atmosphärische Einstimmung in dieses Album sorgen. Mit "Pray" folgt gleich die erste Erzählstunde von Onkel Jigga, der seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen mit allgemeinen drogengeschäftlichen Weisheiten verflechtet. "This is why I be so fresh, I'm trying to beat life / Because I can't cheat death". Sein hübsches Lebensmotto gibt er dabei auch gleich preis. In "American Dreamin'" krallen sich Diddy und LV & Sean C ein Marvin Gaye-Sample, um dem Song den Flair einzuhauchen, der der Zeit dieser Gangster-Geschichten entstammt, was auch erstaunlich gut gelingt. Dass die Träume von denen Jay-Z berichtet, von materiellem Reichtum handeln, muss nicht erwähnt werden, und dass die krumme Bahn der Weg zum Ziel ist, bedarf auch keiner Erläuterung.
Nun aber flott zum schlechtesten Track der Platte, der natürlich auch die schlechtesten Raps in petto hat. "Hello Brooklyn 2.0" hat rein garnichts mit künstlerischer Freiheit oder ähnlichem zu tun, das Sample in Kombination mit diesen wuchtigen Bass-Drums und den Claps ist schlichtweg unerträglich. Das Beste jedoch kommt von Zwergling Lil' Wayne, der es sich nicht nehmen lässt, dem Ganzen mit seinem Chorus den Todesstoß zu versetzen. Der Inhalt des ganzen, der nicht viel mehr als den Titelnamen zu bieten hat, rettet da auch nichts mehr. Der gesunde Verstand hat hier nach 5 Sekunden den Finger an der Skip-Taste.
Denn mit "No Hook" und langsamen und düsteren Streichern gibt es ja eine einwandfreie Alternative. Eingeleitet von einem Sample aus dem Film schafft es Jay-Z, mit seinem gewandten Wordplay einen weiteren Song zu füllen. "This is not for commercial usage / Please don't categorize this as music / Please don't compare me to other rappers / Compare me to trappers, I'm more Frank Lucas than Ludacris". Mit phänomenalem Aufgebot an Bläsern schicken die Hitmen-Abgesandten "ROC Boys (And The Winner Is...)" ins Rennen, das sich so charmant und auch markant schon beim ersten Hören festsetzt, dass die Tatsache, das Jay-Z hier nur sich selbst feiert, garnicht mehr ins Gewicht fällt und dieser Track, ebenfalls zweite Single-Auskopplung, problemlos an seinen Vorgängern vorbeizieht und sich zum besten Track dieses Albums aufschwingt. "You don't even gotta bring your purses out / We the dope boys of the year, drinks is on the house"; sogar diese Großspurigkeit, die sich zugegebenermaßen jemand wie Jigga auch leisten kann, wird verziehen.
"Sweet" reiht sich dann als guter, wenn auch etwas unauffälliger Track zu den bisherigen Songs, um dann Gesellschaft von der ersten Neptunes-Produktion, "I Know", zu bekommen, die auch ganz klar deren Handschrift trägt. Mit der nicht mehr als soliden Arbeit der Neptunes entfernt sich Jigga zusehends von der anfänglichen Atmosphäre des Albums, auch textlich befindet er sich nun bei Beziehungen zu Frauen, stark zusammengehalten von den dicken Geldbündeln in Jiggas Taschen. Nachdem sich Jigga mit den ersten Tracks wohl auch innerhalb dieses Albums zum Reichtum vorgearbeitet hat, bleibt er jetzt wohl bei anderen Themen, denn auch wenn "Party Life" mit souligem Sample und wieder trefflichen Sounds ausgestattet ist, so verrät schon der Titel, womit sich Jay-Z hier befasst. Das zweite, und diesmal erträgliche Feature, erwartet den Hörer auf "Ignorant Shit", wobei sich zu diesem Zeitpunkt Diddy und Sean C & LV vom Album verabschiedet haben, und für diesen Track an Just Blaze abgeben, der jedoch nahtlos fortführt, was schon begonnen wurde, und mit dem Isley Brothers Sample von "Between the Sheets" wieder soulvolle Stimmung aufkommen lässt. "Say Hello" freut sich über eine ähnliche Stimmung und große Streicher-Untermalung, während Jay-Z ausnahmsweise eine gehaltvolle Aussage tätigt: "And if Al Sharpton is speaking for me / Somebody get him the word and tell him I don't approve / Tell him I'll remove the curses, if you tell me our schools gon' be perfect / When Jena 6 don't exist Tell him that's when I'll stop saying bitch — BITCH".
Nachdem Jay-Z auf Nas' Album einen Gastauftritt bekam, scheint sich diese "Ein-Track-Feature-Präsenz" fortzusetzen, denn hier kommt nun Nas einmal zu Wort, und zwar auf "Success", in dem die beiden ganz unverblümt ihren Wohlstand breit treten. "I got watches I ain't seen in months / Apartment at the Trump I only slept in once / Niggas said Hova was over, such dummies / Even If I fell I'd land on a bunch of money". No I.D. zimmert einen sehr eigenwilligen und doch sehr starken Beat, der diesen Song zu einem der Höhepunkte der Platte macht. Und am Ende einer Gangster-Story kommt natürlich der Fall, hier mit "Fallin'"". Aus der Zusammenarbeit von JD und No I.D. entwächst ein weiterer großartiger Beat, der zwar nichts Neues verkauft, die Background Vocals jedoch im Zusammenspiel mit Jay-Z so gut zur Geltung bringt, dass auch hier von Highlight gesprochen werden darf. Für jene Vocals wird im Übrigen Bilal engagiert, der sich sehr bereichernd für den Song zeigt. "Now your tumbling, it's humbling, you're falling, you're mumbling / Under your breath like you knew this day was coming". Wie Jay-Z schon in "Success" sagte, kann ihm dergleichen natürlich nicht passieren.
Nun folgen noch zwei Bonus-Tracks, von denen der erste, "Blue Magic", erste Single und von den Neptunes produziert ist. Besser als ihr erster Beitrag, ist er doch im Vergleich zum großen Rest eher solide bis schwach. Den Namen verdankt dieser Song der Marke von Frank Lucas' "Produkt", das ihm im Film zu Reichtum verhilft. Der Ausstieg aus dem Album ist das Just Blaze-produzierte "American Gangster", für das diesmal Curtis Mayfield herhalten muss. Auch wenn Hova hier nicht viel Neues erzählt ein sehr starker Ausstieg. "I'm from the 80's / Home of the heroine / Era of the hustlers / The world is my custies".
Fazit:
Ist es nun also wirklich notwendig, dass Jay-Z ein ganzes Album mit diesem abgedroschenen Thema füllt, um neben dem Film auch seine eigene Vergangenheit mal wieder zu Worte zu bringen? Ja, ist es. Denn Jay-Z beweist, dass auch superreiche Mogule ein Album veröffentlichen können, das zum größten Teil nicht auf die Verkaufszahlen abgerichtet ist, sondern ein in sich mehr oder weniger geschlossenes Werk ist. Und ganz ungeachtet der fehlenden lyrischen Vielfältigkeit ist "American Gangster" einer enorme Steigerung zu Jay-Z's letztem Album. Man darf hoffen, dass Mr. Hova auch in Zukunft Musik wie diese fabriziert.
Gesamtwertung: 7.0 / 10
WRITTEN FOR Rap4Fame
2 Kommentare:
zieh 7 ab dann stimmt die wertung
^^
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