Freitag, 18. Juli 2008

Brooklyn Zu - Chapter #9, Verse 32

WRITTEN FOR HipHop-Jam


Release-Date: 01. Juli 2008
Label: High Wire Music

Tracklist:
01. We Comin' For Ya
03. Do It For - (feat. Ol' Dirty Bastard)
04. Blood is Love
05. Cold World
06. Knock Knock - (feat. GZA)
07. Eat Ya Food - (feat. Killah Priest & Masta Killa)
08. Baby
09. Pass The Mic
10. Party With The Zu
11. Get Dirty Some Beers
12. Pour My Liquor
13. If I Had A Gun - (feat. Shavo & RZA)
14. Put Yo' People's On
15. Marvelous
16. Get That Cheese - (feat. Shyheim)
17. So Much 2 Say
18. Shut Ya Trap - (feat. Prodigal Sunn)
19. Dirty Outro



Im scheinbar unendlichen Geäst des Giant Sequoia-Baums, der da "Wu-Tang" heißt, finden sich, neben (weitbekannten) Ablegern wie beispielsweise den Sunz Of Man oder der Killarmy, auch solche Gruppen, die man ganz klar einem der Großen Neun zuordnen kann. Und wenn Ghostface's Verein die Theodore Unit ist, dann ist der Trupp um Ol' Dirty Bastard der Brooklyn Zu. Bestehend aus 12 O'Clock, Zu Keeper (Bruder bzw. Cousin von ODB), Shorty Shit Stain, Merdoc alias Murdock und dem wohl bekanntesten Verbliebenen, Buddha Monk darf sich der Zu eine schlagkräftige und fähige Einheit nennen, die durch unzählige Affiliations (Schlagwort United Kingdom) untrennlich mit dem Rest der Wu-Fam verwurzelt ist. Bis auf Buddha Monk sah es bis zum Jahr 2008 jedoch Release-mäßig recht mager aus. Mit "Chapter #9, Verse 32" legen die Jungs nun allerdings ein ganzes Album vor, welches, wie sollte es anders sein, ihrem verstorbenen Brother "Dirt Dog" gewidmet ist.

Die Trackliste sollte den durchschnittlichen Eastcoast-Hörer allemal neugierig machen: neben den üblichen zwielichtigen Gestalten, die u.a. vom Zu Ninjaz-Camp vorbeischauen, findet sich auch der höchste Adel, in Form von GZA, RZA, Masta Killa und Killah Priest, ein. Die Producer-Liste bietet uns eine ganze Palette an Namenlosen, unter denen höchstens RZA mit einem Beitrag, sowie eventuell DJ Woool (der schon für Killah Priest tätig war) herausstechen. Fängt man nun ganz vorne an, so lautet die erste Anspielstation "We Comin' For Ya", das als Paradebeispiel für alles Gute an diesem Album dienen kann: ein düsteres Sound-Gebilde, das roh und blutig den Zu-lern vorgeworfen wird, unter denen vor allem ein übel gelaunter Buddha Monk und ein sich wild gebärdender Shorty Shit Stain maximales verbales Verderben beschwören. Kurz gesagt - kompromissloser Eastcoast-, dreckiger-Seitengassen-Sound, wie man ihn heutzutage selten hört.

WRITTEN FOR HipHop-Jam

Dies setzt sich im ersten Drittel des Albums auch konsequent fort, mal mehr und mal weniger derbe - wobei der ODB-Tribut-Track "Do It For" mit ruhigen Streichern ebenso klasse ist wie die RZA-Produktion "Knock Knock", die uns polternd, unheilverkündend und mit einem schwer genialen Part von Altmeister GZA verdeutlicht, dass es RZA nicht am Können, sondern schlichtweg am Willen fehlt, wenn Stimmen verlangen, dass auch auf einem "Digi Snax" ähnliche Töne wie hier zu hören sein sollten. Ab "Baby" startet das Album den Versuch, vielseitiger zu werden. Wo genannter Track als Party-Song in gepflegter Wu-Tang-Manier bedenkenlos abzuhaken ist, da zeigt ein seichtes "Party With The Zu" deutlich auf, dass es für solche Themenbereiche schon genügend R6B- und Dirty South-Nasen gibt, die uns hier mehr oder weniger gut, doch auf jeden Fall zur Genüge, versorgen. Doch glücklichweise hält sich dieser Ausflug in Grenzen. Mit "If I Had A Gun" wird dem Hörer starker Achozen-Sound eingeschenkt, der mit einem ansehnlichen Auftritt des RZA erstaunlich gut auf dieses Album passt. Nach einigen wieder sehr hörenswerten Tracks gegen Ende schließt das Album mit einem "Dirty Outro", das ausschließlich aus köstlich schräger Stimmstrapazierung des Dirt McGirt besteht, seine Pforten.



Fazit:
Im Endeffekt bleibt nur eines zu sagen: der BK Zu ist als eine der wenigen Gruppen heutzutage noch fähig, dem Eastcoast-Fan feuchte Augen zu bescheren. Dass er genau das auf "Chapter #9, Verse 32" nicht andauernd, sondern nur vereinzelt tut, um stattdessen mit einigen eingestreuten halbherzigen Tracks eine breitere Hörermasse anzusprechen, bleibt mir ein Rätsel. Nichtsdestotrotz liegt hier ein weiteres Manifest der immer noch nicht toten Wu-Fam vor, die auch im Jahr 2008 einen wichtigen Teil der Ernährung eines jeden Eastcoast-Heads stellt - und ein das Attribut "hörenswert" kann auch über das komplette Album verhängt werden.

Gesamtwertung: 7.0 / 10

WRITTEN FOR HipHop-Jam

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