Dienstag, 23. Oktober 2007

Swizz Beatz - One Man Band Man



Tracklist:
01 Product Man
02
It's Me Snitches
03
Big Munny
04
Bust Ya Gunz feat. Drag-On
05
You Know Your Boy Did That
06
The Funeral
07
Take a Picture
08
Top Down
09
Money In The Bank
10
Part Of The Plan
11
Snoop Skit
12
It's Me (Remix) feat Lil Wayne, R. Kelly & Jadakiss

Release: 21. August 2007
Label: Full Surface / Universal Motown



Swizz Beatz ist der Inbegriff des alten Ruff Ryders-Sounds. Somit ist er auch einer der bekanntesten Producer, und steht im Bekanntheitsgrad direkt neben der oberen Riege der Rap-Stars selbst. Nachdem er mit "G.H.E.T.T.O. Stories" im Jahre 2002 sein erstes Album veröffentlichte, musste er sich schon zu dieser Zeit anhören, dass seine Zeit vorbei sei. Trotzdem findet sich auf etlichen Releases der ein oder andere Beat von Swizz, wovon wiederum der ein oder andere ein richtiger Kracher war und ist. Bei seinem zweiten Album, "One Man Band Man", will sich Swizz auch als Rapper hervortun, verzichtet auf eine vielleicht zu erwartende riesige Feature-List. Auch das produzieren gibt er teils aus der Hand.

Einerseits ermöglichen verschiedene Producer natürlich eine größeres Spektrum an Variationen, doch bei den Leuten, die sie Swizz eingeladen hat, muss zum Teil schwer an seinem Geschmack gezweifelt werden. Bevor man diese Scheibe einwirft, sollte man jeden Betrachtungswinkel, der gute Raps erwartet, abschalten. Desweiteren sollte man keine außergewöhnlichen Beats erwarten, sondern viel mehr einen Quer-Schnitt durch den Mainstream-Sound.
Genau das bietet "Product man"; der Beat geht sogar in Ordnung, nur was Swizz hier seitens der Raps bietet, unterstreicht sehr deutlich, dass er eigentlich nur für Hooks zu gebrauchen ist. Doch man sollte ihm seine Chance geben, wenn er es schon mal drauf anlegt. "It's me bitches" hat einen äußerst gewöhnunsbedürftigen Beat, doch man hört die typischen Swizz-Elemente heraus, denn der Beat ist auch auf seinen Mist gewachsen. Nicht gerade eines seiner besten Stücke. "Big munny" geht von seinem Beat her voll in Ordnung, der etwas einfältige Refrain eignet sich als Party-Track auch recht gut.
Nun aber zum definitiven Höhepunkt des Albums. "Bust ya gunz" erinnert durch seinen Refrain an "Down bottom" von der erste RR-Compilation. Der Beat hier ist auch ein richtiges Brett, und mit Drag-On ist sogar jemand dabei, der rappen kann. Geht sehr gut ab das Stück.
Doch das wars dann auch erstmal, "You know your boy did that" hat zwar einen guten Beat, doch die Raps sind hier alles andere als hörenswert. Mit "The funeral" wird dann erfreulicherweise sogar noch ein richtig starkes Werk nachgelegt, auf den weitaus ruhigeren und non-party-Beat, hört sich sogar ein Swizz Beatz richtig gut an. Erstaunlich. Wie um zu beweisen, dass er es auch viel schlechter kann, folgt gleich "Take a picture", der schon vom Namen her Böses ahnen lässt. Hier wird doch tatsächlich die schöne Melodie eines Oldie-Klassikers durch den Fleischwolf gedreht, um es in "gepimpter" Version mit Camera-Snap-Geräuschen an Swizzy's unterdurchschnittliche Raps zu verfüttern.
"Top down"
ist dank eines passablen bis guten Beats wieder ertragbar, wohingegen "Money in the bank" sehr nach 0815 klingt. Einzig die gepitchte Stimme im Refrain ist etwas besonders, holt aber auch nicht viel für den Track raus. Bei "Part of the plan" versucht Swizz vollkommen vergeblich, einen etwas tiefgehenden Track zu liefern, auch das Coldplay-Sample wirkt Fehl am Platz. Nach einem überflüssigen Skit folgt der noch viel überflüssigere Remix von "It's me bitches", mit Lil Wayne, R. Kelly und Jadakiss. Einzig Jadakiss' Part auf den Beat von Wu-Tang's Klassiker "C.R.E.A.M." lässt hier Freude aufkommen, und zwar gerade deshalb, weil es von dem Album selbst ablenkt.


Fazit:
Dieses Album ist ü wie überflüssig. Wer es nicht gehört hat, hat nichts verpasst und kann sich zusätzlich glücklich schätzen, Zeit gespart zu haben. Trotz der paar Lichtblicke sollte man von einem Producer, der prägend für die Ruff Ryders-Bewegung, ihres Zeichens harter Street-HipHop, war, etwas anderes erwarten als die langweilige PopRap-Pampe, die es sowieso schon viel zu oft gibt. Zusätzlich beweist Swizz Beatz eindrucksvoll, dass er niemals wieder soviel selbst rappen sollte.

Gesamtwertung: 4.4 / 10

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