Tracklist:
01. Sirens (Feat. Carlitta Durand)
02. Can’t Win For Losing
03. Breakin My Heart (Feat. Lil’ Wayne)
04. Good Clothes
05. After the Party (Feat. Carlitta Durand)
06. ExtraHard
07. Step It Up (Feat. Dion)
08. Two Step Blues (Feat. Darien Brockington)
09. That Ain’t Love (Feat. Jozeemo)
10. Dreams
11. When Everything Is New
02. Can’t Win For Losing
03. Breakin My Heart (Feat. Lil’ Wayne)
04. Good Clothes
05. After the Party (Feat. Carlitta Durand)
06. ExtraHard
07. Step It Up (Feat. Dion)
08. Two Step Blues (Feat. Darien Brockington)
09. That Ain’t Love (Feat. Jozeemo)
10. Dreams
11. When Everything Is New
Release: 23. Oktober 2007
Label: ABB Records
Little Brother sind zurück. Jedoch nicht zu dritt, sondern zu zweit. 9th Wonder ist offiziell kein Mitglied mehr, Phonte und Big Pooh haben für ihr neuestes und drittes Album "Getback" bis auf einen Track auf ihn verzichtet. Dies soll den Junges aus North Carolina neue Frische bringen.
Der Titel "Getback" kann in direkte Verbindung mit dem Album-Cover gestellt werden, welches mehr als nur ein bisschen an EPMD's "Strictly Business" erinnert. Als Producer konnten Phonte und Pooh u.a. Illmind, Hi-Tek, Khrysis und Mr. Porter gewinnen. Diese Abwechslung tut dem Album ganz zweifelsohne gut. Auch wenn der Sound nicht total neu oder von grundauf anders ist, klingt er doch frischer als beispielsweise 9th Wonder auf seinem eigenen Album, "Dream Merchant, Vol. 2".
Illmind steuert gleich 4 Beats zum Album bei, und dass der Mann produzieren kann ist weithin bekannt. Die ersten beiden Track stammen von ihm, und sind beide durchgehend stark. "Sirens" ist der Opener, und kann mit einer weiblichen Hook von Carlitta Durand begeistern. Desweiteren sind es Phonte's Raps, die genau on point sind, die richtige Menge an Inhalten rüberbringen, und seinen Partner Pooh zu Beginn etwas überstrahlen. "They talk about us, not usin the word nigga / I wanna speak about a couple issues much bigger / Like most black folks live below the poverty line / And they wonder why the fuck we attracted to crime / Got niggaz shootin niggaz at the drop of a dime / Babies in the street die way before they time".
Die zweite, und noch bessere, Beatpraline von Illmind nennt sich "Can't win for losing", und kann mit der altbewährten Methode eines eingebauten Samples über mehrere Male Repeat faszinieren. Wieder ist es Phonte mit seinem ersten Verse, der mit seinen Lines im Gedächtnis hängen bleibt. "I used to do it for the fans / 'Til I realized that they'd never understand / what I was feelin as a man, fickle as Trav Bickle / They either hatin you or they they'll stand" ... "Then I said I do it for the props / 'Til I realized that the props always seem to stop / when niggaz can't keep you all to theyself / Take you home, put you in they little box".
Track 3 ist der einzige Beat von 9th Wonder, und der hat seinen Job auf jeden Fall gut macht. "Breakin' my heart" klingt fresh und entspannt, genau die Kombination, die man in letzter Zeit ab und an bei 9th vermisste. In anderer Weise ist dieser Track besonders, da hier ein kleiner krächzender Papagei namens Lil Wayne gefeatured wird. Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, einen Papagei mit diesem Namen zu strafen, wünschen sich die Menschen, die Little Brother hören, im Gegensatz zu denen, die Rick Ross, Chamillionaire und Konsorten hören, alles andere als einen kleinen Wayne auf einer von ihnen eingeworfenen CD. Doch der Schaden hält sich Gott sei Dank in Grenzen.
Für "Good clothes" fährt Illmind lockere Trompeten auf, während Phonte und Pooh ein paar Rhymes über Klamotten kicken, wie hier Pooh: "I used to go to my Mom, like I'm tryna be fresh / Told her, "Look at my closet, you know, your boy look a mess" / So we hopped in the car, headed straight to Sears / At the time I was bigger than the rest of my peers".
"After party" beginnt mit einem irrsinnig witzigen Intro. Phonte unterhält sich gegen Ende eines Abends mit einer Dame, die er dazu bewegen will, ihn nach Hause zu begleiten. Zu hören sind nur die Worte, die Phonte sagt, und dazwischen das, was sein Gewissen zur Situation zu sagen hat, wobei es nicht müde wird zu erwähnen: "I am your conscience". Während Phonte immer verzweifelter versucht, die Sache noch zu schaukeln, kommt sein Gewissen mit Sprüchen wie: "Maybe I should tell her what a famous rapper I am. Yeah, that'll get her on my side", und nachdem Phonte seiner inneren Stimme folgt: "She's never heard of me... Wow! What a surprise / I am your conscience!". Am Ende des Gesprächs fasst sein Gewissen die Situation abschließend zusammen: "You're not fucking tonight!". Darauf beginnt erst der relaxte Track, der, wie schon Track #1, mit einer schönen Hook von Carlitta Durand ausgestattet ist. Der Beat von Khrysis klingt sogar für seine Verhältnisse stark nach 9th Wonder, was jedoch nicht im Geringsten stört.
D-12's Mr Porter zeigt sich für "Extrahard" verantwortlich, das mit einem wunderbaren Soul-Sample Porter's typische Note trägt. Sehr vertraut klingt auch die Kombination aus Dion und Hi-Tek, die markante Stimme von Ersterem in Kombination mit Hi-Tek's Beat hätten ebenso auf ein Hi-Teknology Album gepasst. Auch wenn "Step it up" rundum gelungen ist, gehört es doch zu den schwächeren Tracks, vor allem wenn einem Dion's etwas zu lange andauernder Gesang nicht liegt. "She said we should go out on a date / I said that's cool you can come to my house / She said nigga please!, do better than that / Why the fuck I wanna come over and chill on your couch? / I laughed cause it seemed she had me all figured out / And my game ain't work like it did before". Wenigstens bringt Phonte wieder ein paar wunderbare Lines an den Mann.
Die "Two step Blues" beinhalten verständlicherweise auch ein Sample, eine großartig gesungene Hook von Darien Brockington und einen soliden Beat von Nottz. Weitaus gefühlvoller jedoch ist Illmind's letzter Beat, der zu "This ain't love". "The Lord says forgive, I will never forget / Shoulda picked up the phone when the times got ugly / I've been misconstrued, lied to and abused / But my fam still swear that they love me". Diese und ähnliche Lines prangern das an, was von LB unter dem Titelnamen definiert wird.
Zum Ende der kurzen Platte gibt es ein sehr starkes "Dreams", auf dem wieder gehaltvolle Lines zu hören sind. "I still go the crib and see my niggaz on the corner / Chillin with the pounds on they waist, gettin old / Gettin round in the face and when I hang with them / They ask me if "The Minstrel Show" means I'm ashamed of them". Sehr fein, wie Phonte seinen innerlichen Zwiespalt beschreibt.
Der Ausstieg, "When everything is new", klingt etwas anders als die restlichen Tracks, und reiht sich neben "Step it up" zum schwächeren Teil des Albums, lässt sich jedoch immer noch seine ganzen 6 Minuten anhören.
Fazit:
Die Trennung von 9th Wonder und die Zusammenarbeit mit anderen Producern haben LB auf jeden Fall voran gebracht. Sie schaffen es auch auf ihrem dritten Album, fresh, relaxed, und mit guter Musik ein rundes Album zu schaffen. Mehr braucht man gar nicht, 11 Tracks Hörspaß sind mehr als man von vielen anderen Alben dieses Jahres behaupten kann. Auf diese Weise kann man sich nur auf das vierte Album freuen.
Gesamtwertung: 7.9 / 10

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