Sonntag, 2. Dezember 2007

Kenn Starr - Starr Status


Release Date: 29. August 2006
Label: Halftooth Records

Tracklist:
01 Starr Status (Intro)
02 Against the Grain
03 Relentless feat Kev Brown
04 The Same, Pt. 2
05 Mr. Nice Guy feat Wayna
06 Middle Fingaz
07 U Will
08 Never Too Late feat Sean Born
09 Carry On feat Darien Brockington & Supastition
10 Waitin' on You
11 Inside feat Wayna
12 Back @ It Again feat Median & M-Phazes
13 Nothing But Time feat Oddissee
14 Another Day feat Sean Born & Chronkite
15 Know Too Much (To Get Back)
16 If feat Asheru & Talib Kweli



Aus Maryland stammen nicht allzuviele Rapper. Kenn Starr ist einer von ihnen. Als Mitglied der Low Budget Crew kann er für sein Debut-Album, "Starr Status", welches im Sommer 2006 erscheint, auf Producer wie Kev Brown, Oddissee oder M-Phazes zurückgreifen. Und spätestens bei diesen Namen sollte man wissen, womit man es hier zu tun hat. Denn diese Sparte im Underground gewinnt immer mehr Anhänger, wobei dieses Album seinen Teil dazu beiträgt.

Die Beats, die einem hier vorgesetzt werden, stehen einerseits unter starkem Boom Bap-Einfluss und bieten auch oft das typischen Muster aus Drums, angereichert mit der liebevollen Kunst des Samplings. An sich ja nichts Neues, nur muss erwähnt werden, dass sich alle an diesem Album beteiligten Producer in dieser Kunst der Perfektion verschrieben haben, und über das ganze Album wird dem Hörer die Liebe zur Musik so deutlich ersichtlich sein, dass man sich gar nichts anderes als diesen Sound wünscht.

Dazu gesellt sich dann ja auch noch der Protagonist, Kenn Starr, der sich als Meister am Mic erweist. Mit einem Flow, so sauber und klar wie ein Bergbach im Frühling kann er mit zusätzlich noch markanter Stimme schon im "Starr Status"-Intro die Sympathien der Hörerschaft für sich gewinnen.
"Ladies and gentlemen / Welcome... to the newest edition of what you been missing / Low Budget Presents, in conjunction with Halftooth Records: Kenn Starr, Starr Status", so findet das Album seinen Anfang, untermalt von einem butterweichen Beat von Kev Brown.

Mit der Herausgabe von Höhepunkten wird gar nicht lange gefackelt, schon Track Nummer 2 setzt sich genau dort fest. Illmind schraubt einen der wohl besten Beats des Jahres zusammen, und dafür bedient er sich nicht irgendeines normalen Schemas, sondern er lässt den Hörer in die unendlichen Tiefen einer Harfe sinken, um diese nur noch mit lockeren Snares zu unterstützen. Dabei hätte wenig besser gepasst als KS' Flow. "I'm real and you fake, like the difference between a dick and a dildo".

Natürlich sind Lines wie die gerade Zitierte nicht alles, was Kenn Starr auf diesem Album zu bieten hat, doch finden sich doch erstaunlich viele Vergleiche dieser Art. Auf "Relentless", dessen Beat zwar nicht direkt unbarmherzig, doch trotzdem großartig ist, gibt es neben KS noch Rhymes von Labelmate Kev Brown. Doch hier ist es eindeutig ersterer, der die Line des Songs kickt: "Niggaz gave me no choice, like prearranged marriages", köstlich.

Im Anschluss trägt Low Budget-Hausproduzent Oddissee seinen zweiten Beat zum Album bei. Gekonnt wird das Soul-Sample in softe Drums und im Hintergrund gehaltene Streicher gebettet.
Und auch mit seinem nächsten Beat landet der Produzent einen vollen Erfolg, "Mr. Nice Guy" darf sich zu den besten Tracks des Albums zählen. "I don't get it, shorty want a thug, but she don't want everything that come along with it / Getting long winded, yeah I'm kinda relaxed though / But don't mistake that for me lackin' a backbone".

In ähnlicher Weise setzt nun der Rest des Albums fort, jedoch nicht konstant so hochkarätig wie der schon aufgezählte Beginn von "Starr Status". "Middle fingaz" ist mit einem traumhaften Beat von M-Phazes jedoch ausgezeichnet, und nach dem kurzen und soliden "U will" (produziert von Maspyke's Roddy Rod) hat auch die zweite Kev Brown Produktion "Never too late" ihre Qualitäten. Diese resultieren hauptsächlich aus dem verstaubten Piano, das Kev langsam im Beat klimpern lässt, während Sean Born und Kenn ihre Lines zum Besten geben. Ähnliches erwartet einen in "Carry on", in dem neben einem Chorus von Justus League's Own Darien Brockington noch Supastition zu vernehmen ist.

Erstaunlicherweise fehlt ausgerechnet Khrysis, neben 9th Wonder der zweite Mann für Qualitätsbeats aus dem Justus League Camp, in seinem Beitrag etwas der Pepp. Es verbleibt mit "Waitin' on you" allerdings immernoch ein solides Stück Musik, das man ganz entspannt durchlaufen lassen kann. "I done came a long way, but got further to go / The question is, do I deserve to be broke / Just because the majority of people out there never heard of me; no". Und dann sind da ja immer noch Kenn's meist sehr hörenswerte Lines.

Nach Illmind zweitem Beat und "Inside" folgt M-Phazes' zweiter Beitrag, "Back @ it again", zudem mit einem weiteren Justus League-Gast, nämlich Median. Hier gibt es dann auch, was bei seinem erstem Beitrag gar nicht zu hören war, M-Phazes' typische, stark ausgeprägte, Drums.
"I walk with a swagger, but I speak humble / In a world where the strong survive and the weak tumble". Mit dieser Weisheit startet "Nothing but time", in der Oddissee seinen einzigen Auftritt am Mic hat, und das erstaunlicherweise nicht über seinen eigenen Beat, sondern auf den von dem recht unbekannten Young Cee.

Kev Brown trägt mit seinem dritten Beat zum schwächsten Song des Albums bei. "Another day" klingt etwas platt, und da ist Chronkite's Hook auch alles Andere als zuträglich. Das sehr relaxte "Know too much (To go back)" gesellt sich allerdings wieder zu den guten Tracks.
Schließlich wird das Album mit dem prominentesten Gast abgeschlossen, Talib Kweli. Dieser und Asheru (zusammen mit Blue Black auch als Unspoken Heard bekannt) geben sich auf "If" die Ehre, für das Oddissee eine sehr harmonische Sound-Kulisse auffährt. "If it wasn't for a mic check I wouldn't have a check at all / Nowadays you can't live that way / The market's way too unstable, there's too many pimp labels / Playing rappers like a ho, man-handlin' the dough". Mit Lines wie diesen von Asheru findet sich hier nochmals einer der besten Tracks des Albums, der vor allem lyrisch überzeugen kann.


Fazit:
Für ein Debut-Album eines bis dato so gut wie vollkommen unbekannten MCs sehr ansehnlich. Kenn Starr kann auf "Starr Status" eine eigene Atmosphäre kreieren, und da sein Paket aus Flow und Stimme äußerst charakteristisch ist, bleibt Starr's Name im Gedächtnis hängen. Starkes Low Budget-Release.

Gesamtwertung: 8.2 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

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