WRITTEN FOR Rap4Fame

Release Date: 04. März 2008
Label: Music House
Tracklist:
01. Flawless
02. Lookout - (Feat. Nametag)
03. Bad Man - (Feat. Guilty Simpson & Scorpion)
04. Take Control - (Feat. AB)
05. Not U
06. When It Goes Down
07. Get Focus - (Feat. Phat Kat & Elzhi)
08. Nothing To Hide
09. Get Up (Bonus)
10. Ugly
11. Outro
Label: Music House
Tracklist:
01. Flawless
02. Lookout - (Feat. Nametag)
03. Bad Man - (Feat. Guilty Simpson & Scorpion)
04. Take Control - (Feat. AB)
05. Not U
06. When It Goes Down
07. Get Focus - (Feat. Phat Kat & Elzhi)
08. Nothing To Hide
09. Get Up (Bonus)
10. Ugly
11. Outro
Es ist verwunderlich, wie das Zeitintervall zwischen Releases eines Künstlers über die Jahre zusammengeschrumpft ist. Es ist genau genommen einfach verwunderlich, was für einen Output gewisse Artists haben. Natürlich muss hier noch differenziert werden, denn beispielsweise im Falle eines Bizzy Bone heißt das nur, dass die Ausstoßgeschwindigkeit von überflüssigem Material erhöht wird. Andere jedoch scheren sich anscheinend einen feuchten Kehricht um die indirekte Proportionalität von Qualität und Quantität. 9th Wonder hat es vorgemacht (auch wenn bei ihm die Verschleißerscheinungen heutzutage schon deutlich zu sehen sind) und nun stellt sich Black Milk in ein ähnliches Licht. Der Durchbruch kam wohl mit dem Debüt-Album, denn seitdem kann man Milk's Namen auf East-, West- und Midest-Scheiben unter den Beatspendern finden. Doch das heißt nicht, dass die Heimat nicht immer noch an erster Stelle steht. Mit Fat Ray hätten wir dann auch einen alten Weggefährten, der hier vor Milk auf dem Albumcover zu "The Set Up" posiert. Zwei Drittel von B.R. Gunna servieren uns nämlich ein weiteres Release aus Detroit, sodass man nicht die Chance bekommt, sich an dem alten Material satt zu hören.
Mit elf Tracks, zu denen ein Outro gehört, ist das Album schon mehr eine EP, man orientiert sich also an dem Motto, welches aus Kürze Würze resultieren lässt. Ein paar absolut typische Features, und los geht es. So makellos, wie "Flawless" gerne wäre, ist es nicht wirklich, dafür können die Gitarren, die Black Milk hier auffährt, nicht genügend Power aufbringen. Der Einstieg verläuft somit solide, schürt aber ernsthafte Befürchtungen, hier in ein mit Zweitmaterial vollgestopftes Album gestolpert zu sein. Die große Steigerung, die alle Zweifel erdrückt, ist "Lookout" dann sicherlich auch nicht, da schafft auch der Auftritt vom Kollegen Nametag (der ruhig auch mal ein Album zusammenschustern könnte) keine Abhilfe. Dass hier inhaltlich nicht viel geschieht, war wohl abzusehen, soll hier aber auch weniger stören. Von Nametag gibt es beispielsweise Lines wie: "Critically acclaimed / Hear the sickness when I spit / The clinic consider me clinically insane / Now get it through your brain / I explode over the beat / I'm TNT, I finish with a bang". Auch die anfangs eingeworfene orientalische Klangeinlage erreicht hier nicht viel.
Bis jetzt ist zwar noch nichts Schlimmes passiert, auf Dauer kann das dann aber doch nicht auf diesem fast schon durchschnittlichen Level weitergehen. Doch endlich scheint Black Milk aufzuwachen, und er entscheidet sich, dieses Album nicht in solider Belanglosigkeit ertrinken zu lassen. "Bad Man" bietet erstmals die für Black Milk typischen, simplen und doch sehr gut funktionierenden Drums. Zudem teilen sich Ray und Milk das Mic mit zwei Gästen. Einer davon, Guilty Simpson, kann mit gewohnt guter Leistung überzeugen, und will mit seinem Auftritt hier wohl auch noch auf sein eigenes Album verweisen, was drei Wochen nach diesem hier in die Läden kommt. Wenn man nun schon mal in die Gänge gekommen ist, legt man auch gleich richtig los. Eine weitere Steigerung lässt sich mit "Take Control" feststellen, das mit einer Hook von AB und sonst sehr düsterem Sound-Fundament begeistert. Auch wenn Black Milk hier mit seinen Raps mal wieder die volle Dauer über rein gar nichts zu sagen hat, kann er doch über sein selbst erschaffenes Beat-Monster unterhalten.
Nun aber zum ersten musikalischen Gipfel dieses Albums. "Not U" zeigt wieder BM's Vorliebe für dreckigen Motor City-Sound, den er sehr gerne mit reichlichem Gitarrenanteil ausstattet, wie auch hier geschehen. So wunderbar ungeschliffen, wie dieser Diamant eines Beats ist, so trefflich sind hier die wüsten, verbalen Fäuste, die Fat Ray schwingt. "Let me share a little piece of the street with you / For the police get you, or the heat hit you / Or eternal sleep git you when your peeps miss you". Genau deshalb lieben wir den Detroit-Sound. Über ein kurzes und relaxtes "When It Goes Down", das wieder in ein leichtes Tal führt, geht es weiter zum zweiten absoluten Highlight dieses Albums. "Get Focus" überrollt den Hörer mit einem weiteren düsteren Soundgeflecht, das Hand in Hand mit den knochenbrechenden Drums geht. Fast noch schöner sind die ersten Raps, in denen Detroit-Urgestein Phat Kat zeigt, warum er am Mic dann doch ein Stück besser ist als ein Black Milk.
So sehr das sich anschließende "Nothing To Hide" mit seinem gepitchten Voice-Sample zu Beginn der Hörerschaft auch die Eier quetscht, der Rest, auf dem ein sich über den Track wälzender Fat Ray wieder perfekt passt, ist ein voller Genuss. Im leider sehr kurz geratenen "Get Up" knallt uns Black Milk ein weiteres Stück Rohheit vor die Füße, um es hier auch mit ein paar sehr ansehnlichen Raps zu füllen: "These niggas try'nna come out and flex hard / I say, fuck that, I don't even gotta spit my best bars / The best that came / Beats bang, make niggas wanna Russian Roulette they brain / ... / Put you on standby, this man's fire / Bout to blow, like this man stepped on a land-mine". Es verbleibt noch ein Song, in dem die Hauptwaffe Black's Piano ist, das jedoch noch von ein paar dumpfen Snares Gesellschaft bekommt. Wieder zeigt sich eine ausgesprochene Kompatibilität mit Fat Ray's energiegeladenen Raps. "Rap is a weapon - nobody aimin' it right". Die beiden tun das allerdings ganz gut. Ein Outro wie man es in etwa schon von BM's Broken Wax EP kannte, bildet auch hier den Abschluss der Platte.
Fazit:
So, und wieder ein Release aus Detroit, und noch zeigen sich nicht die geringsten Anzeichen von Übersättigung, was den MotorCity-Sound betrifft, den Black Milk im Namen von J Dilla fortführt. "The Set Up" beinhaltet Milk's ruppigste Auswüchse, die beispielsweise nicht auf das Album eines Pharoahe Monch gepasst hätten, trotzdem aber äußerst hörenswert sind. Auch wenn hier zu einem Top-Album etwas fehlt, diese Scheibe läuft sehr gut in einem Stück durch, und mit einer guten halben Stunde Spielzeit zieht sich der Spaß auch nicht zu sehr in die Länge. Da freut man sich doch auf die Zukunft, bzw. das Album von Random Axe, von dem man wohl ähnliche Kaliber erwarten kann. Und um noch ein Wort zu Fat Ray zu verlieren, der hier ja augenscheinlich nur die zweite Geige spielt: Tut er ganz und gar nicht, denn was die Leistung am Mic betrifft, so spielt er definitiv eine Liga über Milk und ergänzt sich trotzdem sehr gut mit selbigem. Da wünscht man sich doch eine Widervereinigung von B.R. Gunna oder zumindest eine weitere Zusammenarbeit von Ray und Milk.
Gesamtwertung: 7.1 /10
WRITTEN FOR Rap4Fame
Mit elf Tracks, zu denen ein Outro gehört, ist das Album schon mehr eine EP, man orientiert sich also an dem Motto, welches aus Kürze Würze resultieren lässt. Ein paar absolut typische Features, und los geht es. So makellos, wie "Flawless" gerne wäre, ist es nicht wirklich, dafür können die Gitarren, die Black Milk hier auffährt, nicht genügend Power aufbringen. Der Einstieg verläuft somit solide, schürt aber ernsthafte Befürchtungen, hier in ein mit Zweitmaterial vollgestopftes Album gestolpert zu sein. Die große Steigerung, die alle Zweifel erdrückt, ist "Lookout" dann sicherlich auch nicht, da schafft auch der Auftritt vom Kollegen Nametag (der ruhig auch mal ein Album zusammenschustern könnte) keine Abhilfe. Dass hier inhaltlich nicht viel geschieht, war wohl abzusehen, soll hier aber auch weniger stören. Von Nametag gibt es beispielsweise Lines wie: "Critically acclaimed / Hear the sickness when I spit / The clinic consider me clinically insane / Now get it through your brain / I explode over the beat / I'm TNT, I finish with a bang". Auch die anfangs eingeworfene orientalische Klangeinlage erreicht hier nicht viel.
WRITTEN FOR Rap4Fame
Bis jetzt ist zwar noch nichts Schlimmes passiert, auf Dauer kann das dann aber doch nicht auf diesem fast schon durchschnittlichen Level weitergehen. Doch endlich scheint Black Milk aufzuwachen, und er entscheidet sich, dieses Album nicht in solider Belanglosigkeit ertrinken zu lassen. "Bad Man" bietet erstmals die für Black Milk typischen, simplen und doch sehr gut funktionierenden Drums. Zudem teilen sich Ray und Milk das Mic mit zwei Gästen. Einer davon, Guilty Simpson, kann mit gewohnt guter Leistung überzeugen, und will mit seinem Auftritt hier wohl auch noch auf sein eigenes Album verweisen, was drei Wochen nach diesem hier in die Läden kommt. Wenn man nun schon mal in die Gänge gekommen ist, legt man auch gleich richtig los. Eine weitere Steigerung lässt sich mit "Take Control" feststellen, das mit einer Hook von AB und sonst sehr düsterem Sound-Fundament begeistert. Auch wenn Black Milk hier mit seinen Raps mal wieder die volle Dauer über rein gar nichts zu sagen hat, kann er doch über sein selbst erschaffenes Beat-Monster unterhalten.
Nun aber zum ersten musikalischen Gipfel dieses Albums. "Not U" zeigt wieder BM's Vorliebe für dreckigen Motor City-Sound, den er sehr gerne mit reichlichem Gitarrenanteil ausstattet, wie auch hier geschehen. So wunderbar ungeschliffen, wie dieser Diamant eines Beats ist, so trefflich sind hier die wüsten, verbalen Fäuste, die Fat Ray schwingt. "Let me share a little piece of the street with you / For the police get you, or the heat hit you / Or eternal sleep git you when your peeps miss you". Genau deshalb lieben wir den Detroit-Sound. Über ein kurzes und relaxtes "When It Goes Down", das wieder in ein leichtes Tal führt, geht es weiter zum zweiten absoluten Highlight dieses Albums. "Get Focus" überrollt den Hörer mit einem weiteren düsteren Soundgeflecht, das Hand in Hand mit den knochenbrechenden Drums geht. Fast noch schöner sind die ersten Raps, in denen Detroit-Urgestein Phat Kat zeigt, warum er am Mic dann doch ein Stück besser ist als ein Black Milk.
So sehr das sich anschließende "Nothing To Hide" mit seinem gepitchten Voice-Sample zu Beginn der Hörerschaft auch die Eier quetscht, der Rest, auf dem ein sich über den Track wälzender Fat Ray wieder perfekt passt, ist ein voller Genuss. Im leider sehr kurz geratenen "Get Up" knallt uns Black Milk ein weiteres Stück Rohheit vor die Füße, um es hier auch mit ein paar sehr ansehnlichen Raps zu füllen: "These niggas try'nna come out and flex hard / I say, fuck that, I don't even gotta spit my best bars / The best that came / Beats bang, make niggas wanna Russian Roulette they brain / ... / Put you on standby, this man's fire / Bout to blow, like this man stepped on a land-mine". Es verbleibt noch ein Song, in dem die Hauptwaffe Black's Piano ist, das jedoch noch von ein paar dumpfen Snares Gesellschaft bekommt. Wieder zeigt sich eine ausgesprochene Kompatibilität mit Fat Ray's energiegeladenen Raps. "Rap is a weapon - nobody aimin' it right". Die beiden tun das allerdings ganz gut. Ein Outro wie man es in etwa schon von BM's Broken Wax EP kannte, bildet auch hier den Abschluss der Platte.
Fazit:
So, und wieder ein Release aus Detroit, und noch zeigen sich nicht die geringsten Anzeichen von Übersättigung, was den MotorCity-Sound betrifft, den Black Milk im Namen von J Dilla fortführt. "The Set Up" beinhaltet Milk's ruppigste Auswüchse, die beispielsweise nicht auf das Album eines Pharoahe Monch gepasst hätten, trotzdem aber äußerst hörenswert sind. Auch wenn hier zu einem Top-Album etwas fehlt, diese Scheibe läuft sehr gut in einem Stück durch, und mit einer guten halben Stunde Spielzeit zieht sich der Spaß auch nicht zu sehr in die Länge. Da freut man sich doch auf die Zukunft, bzw. das Album von Random Axe, von dem man wohl ähnliche Kaliber erwarten kann. Und um noch ein Wort zu Fat Ray zu verlieren, der hier ja augenscheinlich nur die zweite Geige spielt: Tut er ganz und gar nicht, denn was die Leistung am Mic betrifft, so spielt er definitiv eine Liga über Milk und ergänzt sich trotzdem sehr gut mit selbigem. Da wünscht man sich doch eine Widervereinigung von B.R. Gunna oder zumindest eine weitere Zusammenarbeit von Ray und Milk.
Gesamtwertung: 7.1 /10
WRITTEN FOR Rap4Fame
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen