Donnerstag, 20. März 2008

Living Legends - The Gathering

WRITTEN FOR Rap4Fame


Release Date: 08. April 2008
Label: Legendary Music

Tracklist:
01. The Gathering
02. She Wants Me
03. Pants on Fire
04. War and Peace
05. Luva Changer
06. Samba
07. After Hours (Extended Euro Mix)



Wenn man sich die Westküste betrachtet, seinen Horizont über Snoop, Dre oder The Game erweitert, und sich die verschiedenen Bäumchen (bzw. Palmen) betrachtet, die hier so wachsen, dann fallen schnell Namen wie Mac Dre und die komplette Thizz Schublade, die Hieroglyphics, Stones Throw - oder eben die Living Legends. Als Kollektiv von talentierten Masters of Ceremony mit unterschiedlichstem Bekanntheitsgrad sind die Jungs inzwischen zu einem der konstanten Garanten für freshe Musik geworden. Und wenn man mal neue Musik unter die Leute bringt, dann gleich richtig: Neben einem neuen Album von The Grouch erscheint am selben Tag ein EP-langes Album namens "The Gathering".

Dieses hat genau genommen sieben Tracks zu bieten, auf dem dafür jedoch jeweils jeder MC das Mic ergreift. Und für alle, die die acht Mitglieder nicht im Schlaf aufsagen können, es ist hier die Rede von: Luckyiam.PSC, Scarub, Eligh, Sunspot Jonz, The Grouch, Bicasso, Asop und Murs. Die Produktion kommt auch aus diesen Reihen, womit "The Gathering" also ohne Gäste auskommt. Und um es kurz zu machen: die Living Legends tun den Erwartungen ihrer Fans auch mit diesem kurzen Hörspaß keinen Abbruch. Das deutet sich schon im Opener, "The Gathering", an, wenn "the latest gods to be added to the pantheon" über einen einprägsam-hypnotisierenden Beat ihre mannigfaltigen Styles auspacken und dem Hörer gleich mal den schwer zu verdauenden ersten Höhepunkt reinwürgen. "I am legend / I been it before / With my boots made of rubberbands, I went on tour". Dass Murs ein Frauen-Experte ist, wissen wir spätestens seit seinen letzten Solo-Bemühungen; in "She Wants Me" gibt es Weisheiten von sämtlichen Crew-Mitgliedern, wobei Murs für die markanteste Stelle sorgt: "I got a, restraining order on my ex-girlfriend / We had a fight, she pulled a knife, I'm at the precinct again".

WRITTEN FOR Rap4Fame


Nach zwei schweißtreibenden Brettern wird dem Hörer mit "Pants On Fire" ein klein wenig Ruhe gegönnt, was in diesem Fall ein Beschränken auf einen soliden Beat heißt, der jedoch von einer hervorragenden Hook weitesgehend ausgeglichen wird. Genau umgedreht verhält es sich mit "War And Peace", das ohne seine Hook um einiges besser dastehen würde. Ein genial relaxter Beat, der sich auf minimalistische Snares abspielt, macht die Raps zu einem wahren Genuss, die einmal mehr die Sinnlosigkeit von Krieg allgemein, und dem Irak-Konflikt im Speziellen, anprangern. Da verzeiht man auch gerne den etwas einfalloslosen Beat von "Luva Changer", der der, diesmal mit anderem Schwerpunkt gesetzten, Ausführung über das andere Geschlecht, nur zu einem soliden Endprodukt verhilft.

Etwas zu trocken zeigt sich dann allerdings "Samba", das auf der Reise ins Langzeitgedächtnis schon sehr schnell vom Weg abkommt. Am wunderbaren Extended Euro Mix von "After Hours", das als Abschluss serviert wird, gibt es dann allerdings wieder wenig bis gar nichts auszusetzen. Und da die Legends gerne mal die Nacht durchfeiern, haben sie zu diesem Thema auch einiges zu erzählen. "To all the late night people... Drivin home from the club... you know your ass got work in the morning... I hope your ass don't get fired... Living Legends... We invented fun". Nach achteinhalb Minuten guten Ratschlägen hat der Spaß dann schließlich ein Ende.


Fazit:
Auch wenn hier nicht jede Produktion wirklich auf Dauer überzeugt, können sich vier Highlights bei sieben Tracks durchaus sehen lassen. Dass die Raps der Acht immernoch in der oberen Liga spielen, bedarf keiner weiterer Erläuterung. Für die Zukunft darf man gespannt sein auf das schon angekündigte Album, das dann mit etwas längerer Spielzeit gesegnet sein wird. Und das ist hier auch der einzige Grund, warum die vier Kronen nicht vergeben werden - der EP-Charakter.

Gesamtwertung: 7.2 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

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