Samstag, 15. März 2008

The Mighty Underdogs - The Prelude EP

WRITTEN FOR Rap4Fame

Release Date: 11. März 2008
Label: MU Records

Tracklist:
01. U.F.C. - (Feat. DJ Shadow)
02. Gunfight - (Feat. MF Doom)
03. Love-Life Soundtrack - (Feat. LadyBug Mecca)
04. Status Symbol
05. Get Out Of My Life
06. Bring Me Back - (Feat. Raashan Ahmad & DJ Platurn)



The Mighty Underdogs - ein weiterer bis jetzt vollkommen unbekannter Name, der aus dem Nichts auftaucht, und den man sich trotzdem umso mehr merken sollte. Und so funktioniert das Ganze: man entnehme dem Rap-Baukasten drei schon bestehende Rap-Gruppen, zerlege sie, und stecke dann drei einzelne Bausteine wieder zusammen. Mit etwas Glück heißt das Outcome dann Mighty Underdogs. Das erste Steinchen ist Gift Of Gab, reppin' Oakland und weitbekannt als eine Hälfte von Blackalicious. Nummer zwei ist Lateef The Truth Speaker, der sowohl solo, als auch mit Lyrics Born als Latyrx vielen geläufig sein dürfte. Und letztendlich noch ein Produzent, nämlich Headnodic, unter anderem Teil der Crown City Rockers. Bevor das aus dem Boden geschossene Dreigespann ein Album vorlegt, darf sich die Welt erst mal an "The Prelude" erfreuen - einer sechs Tracks starken EP, die uns aufzeigen soll, was wir uns so erwarten dürfen.

Auf diese sechs Tracks kommen beachtliche fünf (bzw. drei) Features, was natürlich dann den Sinn dieser zur Vorstellung gedachten EP etwas in Frage stellt, was jedoch auch erst nach dem Anhören beurteilt werden sollte. So steigt man am besten gleich ein, um sofort zu spüren zu bekommen, dass Headnodic nicht der everyday producer ist, sondern mit extravaganten und sowohl vielseitigen als auch vielschichtigen Beats für den musikalischen Teil Sorge trägt. Dabei hängt dauerhaft ein leichter Hauch Old School in der Luft, stark ausgeprägt im Opener "U.F.C.". Die United Flow Champions holen sich hier DJ Shadow mit ins Boot, der mit seinen Scratches auch voll ins Geschehen (den fast schon minimalistischen Beat) passt. Auch am Mic hätte hier ein Gift Of Gab mit seiner "extraterrestrial, extraordinary technique" oder der ein oder anderen "incredible metaphor, tearin' your head into several pieces", die Show alleine schmeißen können, im Gesamtpaket jedenfalls macht der Track sehr gute Laune.

WRITTEN FOR Rap4Fame

Noch besser wird das ganze in "Gunfight", dem Headnodic einen staubigen, gitarren-lastigen, Western-Anstrich verpasst. Weder Fäuste, noch Messer sind hier von Nutzen. "I step out the saloon, about a quarter to noon / Might as well have been a quarter to doom / Strapped with my six shooter, next to my six pack / My sawed-off, slung over my right shoulder, hung on my back". Wieso eigentlich gibt es nicht mehr Western auf Channel HipHop? Wie dem auch sei, auf den nächsten Karren wird wieder eine dicke Packung Groove gepackt, zu dem sich dann noch die sehr erfrischende Rap-Einlage von Ladybug Mecca gesellt, die mit ihrer weichen Stimme einen lupenreinen Gegensatz zum Wahrheitssprecher und dem flotten Mundwerk bildet. "We got the keys to the world, and there's no looking back / Let this be the love-life soundtrack". Damit hinterlässt auch der "Love-Life Soundtrack" nichts als gute Laune.

"Status Symbol" beschränkt sich darauf, absolut entspannt zu sein, während sich die Redner hier der konsumversessenen Welt widmen, in der Gottheiten wie Louis Vuitton die Welt regieren. Nächster Themawechsel erklärt sich schon mit dem nun folgenden Titel, "Get Out Of My Life", das in ruhiger, mit Voice-Sample bestückter, Atmosphäre, von einer äußerst einseitig verlaufenden Beziehung berichtet. Es verbleibt noch ein allerletzter Song. Ladies und Gentlemen, bitte in die Zeitmaschine steigen, und den Schalter irgendwo um die 20 Jahre Richtung Vergangenheit einrasten lassen. Dort angekommen, umgehend den nächsten Club aufsuchen, und man befindet sich genau auf der Party, auf der "Bring Me Back" spielt. Wen es hier nicht auf die Tanzfläche zieht, der hat wohl keine Beine. Dazu serviert der Kollege Raashan Ahmad von den Crown City Rockers die perfekte Hook, während sich The Gift Of Gab mit seiner Stimme auf solchen Tracks sowieso paradiesisch wohl fühlt. Ein Jammer, dass die Party nach weniger als drei Minuten wieder vorbei ist.



Fazit:
Das Ziel dieser EP war wohl, einerseits auf diese Gruppe aufmerksam zu machen, und dann als Appetizer den Hunger auf das angekündigte Album "Dropping Science Fiction" zu schüren. Beides wird in allen Punkten erfüllt, und die vielen Features tun dem auch keinen Abbruch, sondern fügen sich durchgehend bereichernd ein. Man kann sogar sagen, dass dieses Teil selbst schon ein Gipfelsturm ist, bei dem man jedem, der sich zwischen Ghetto-Stories und götzenhaften Ausführungen über diversesten Reichtum einfach ein bisschen unbeschwerte Musik wünscht, nur eine herzliche Empfehlung in die Hand drücken kann. Let's hope for more to come!

Gesamtwertung: 7.8 / 10

WRITTEN FOR Rap4Fame

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