Tracklist:
1. Second nature
2. The stick-up
3. Think again
4. Queens get the money (feat. Spotlite)
5. Elements of style (feat. Iomos Marad & Allstar The Fabulous)
6. The next mile
7. Vegetarian (feat. Tone the Strategist)
8. Return of the avenger
9. Mr. Sexy (feat. Allstar The Fabulous)
10. Here's the hate on Chicago
11. Ill advisory (feat. J. U. I. C. E.)
12. Chatham (feat. O Type Star & Mr. Greenweedz)
13. 01 / 21 / 01
14. Stellar
15. Uncle Sam (feat. Slug)
16. Renaissance (feat. Lone Catalysts)
17. Liquid paper II
18. Godspeed
19. Future is now
2. The stick-up
3. Think again
4. Queens get the money (feat. Spotlite)
5. Elements of style (feat. Iomos Marad & Allstar The Fabulous)
6. The next mile
7. Vegetarian (feat. Tone the Strategist)
8. Return of the avenger
9. Mr. Sexy (feat. Allstar The Fabulous)
10. Here's the hate on Chicago
11. Ill advisory (feat. J. U. I. C. E.)
12. Chatham (feat. O Type Star & Mr. Greenweedz)
13. 01 / 21 / 01
14. Stellar
15. Uncle Sam (feat. Slug)
16. Renaissance (feat. Lone Catalysts)
17. Liquid paper II
18. Godspeed
19. Future is now
Release: 24. April 2001
Label: Thrill Jockey
Capital D und Tone B. Nimble bilden zusammen das in Chicago ansässige Duo All Natural. In der klassischen Zusammensetzung 1MC/1DJ haben sie im Jahr 1998 zum ersten Mal mit ihrem Debut "No Addictives, No Preservatives" Aufsehen erregt. 3 Jahre danach folgt das zweite Album, "Second Nature".
Schon das Debut-Album zeichnete sich durch schlichten, strikten HipHop, den man eher an die Ostküste gesteckt hätte, aus. Und genau das wird nun fortgesetzt. Als Produzenten sind neben Capital D und Tone B Nimble alias Cuttness Tone noch die Molemen, G(riot) aus dem All Natural Family Tree und J. Rawls von den Lone Catalysts am Start. Auch mit den Features bleibt das Duo unter Gleichgesinnten.
Im Intro, "Second nature", gibt es ein Gespräch der All Natural Family zu hören. Diese besteht aus Cap D, Cuttness, Iomos Marad, Mr Greenweedz, Daily Plannet und G(riot). "Tone and G(riot), they already on the inside. -Ayo, you got the gat with you? -Naw man, we don't even need one, just the mic", wird ein Bumrush besprochen.
Das Ende des Intros ist der Auftakt zu einer Achterbahnfahrt, die von gewaltigen, streicherbestückten Tracks, zu nachdenklichen, relaxten Nummern reicht. Schon der erste Track reißt den Hörer in einen Abgrund aus Tone's Scratches, Panik's (Mitglied der Molemen) dramatischem und völlig genialem Beat und Capital D's monotonen, mit perfektem Flow vorgetragenen Raps. "The stick-up" ist eine Hymne wie sie im Buche steht. Cap ergeht sich in seinen durchdachten Wortgerüsten, blamiert nebenbei die phonies on Sony, Def Jam & Arista, um dann einen mitreißenden Chorus zum Besten zu geben, bei dem es niemanden auf den Stühlen hält.
Das Album hält im folgenden alle möglichen Themen bereit, von "Queens get the money", in dem Spotlite über eine Dame berichtet, die,"approached by somebody of the same sex", des Geldes wegen Nichts scheut. Außerdem findet sich hier die prägnante Line: "She kept on the down low, as long as she could / But rumors find their way of gettin' out in the hood", die Spolite vier Jahre später auf Part 2 nochmals zum Besten geben wird.
Ganz anders ertönt "Vegetarian", dessen Beat auf Cap's Kappe geht. Selten gibt es Beats, die so kompromisslos düster, schlicht, und doch monströs sind. "All Natural release got bottom down beats". Dazu mischt sich ein Slick Rick-Sample im Chorus. Ähnlich erklingt das mystische "Think again", dessen Grundaussage sehr schön in der letzten Line zusammengefasst wird: "I'mma slay 'em with my pen and make 'em think again". Und auch "Return of the avenger" baut mit hektischen Streichern und dazu gesetzten Scratches eine gefährliche Atmosphäre auf.
Wieder anders gibt sich das Capital D-produzierte "Mr. Sexy", in dem über die Entwicklung vom Dope Emcee über den T-H-U-G hin zum Mr Sexy hergezogen wird. Im Bläser-überzogenen "Clatham" wird mit O Type Star und Mr. Greenweedz zum Kopfnicken aufgefordert, wobei hier Memo von den Molemen die Lorbeeren für den prächtigen Beat kassiert.
Atmosphere-MC Slug ist als einer der wenigen Gäste, die nicht aus dem direkten Affiliate-Bereich, am Mic zu hören, und zwar in der kritischen Betrachtung des Vaterlands, namens "Uncle Sam". "I got a crazy uncle, that lives with me / Wait, maybe I should say that I live with him" .
Eines der wenigen halbwegs fröhlich klingenden Stücke ist das einwandfreie "Stellar", zu dem sich später das sehr relaxte "Renaissance" gesellt. J. Rawls lässt locker die Klaviertasten spielen, während es von Capital wiedermals tiefsinnige Fragen zu hören gibt: "How do people maintain inner optimism? / Sometimes I think I'm losin mine / Now if I ain't writin or producin, I'm one step from losin my mind".
In "Godspeed" wird durch den Beat weiter eine sehr entspannende Stimmung verbreitet, zu der Capital D auf ein weiteres in seinen Philosophien versinkt. "Living in the mist of these miracles / How could I not be spiritual / And why would I edit what comes out / And what more important could I talk about / And I don't claim to have all the answers / I don't even know half the questions / But as we search for a cure for our cancer / We forget to reflect on our blessings".
Noch besser ist das G(riot)-produzierte "Future is now", das einen so unwahrscheinlich beruhigenden Sound-Nebel webt, dass es unmöglich ist, sich nicht darin zu verlieren. Nach 70 Minuten Spielzeit des 19-Tracks starken Albums erwischt man sich dabei, wie man einfach die Augen schließt und den Klängen dieses letzten Songs lauscht. Grandioser Ausstieg, der alles, was sich über das Album hinweg im Innern angesammelt hat, langsam ausklingen lässt.
Fazit:
Dank der eindrucksvollen Sound-Ausstattung von "Second Nature" und dem ausgesprochenen Talent eines gewissen Capital D funktioniert All Natural perfekt. Beide produzieren, während sich Cap auf die Raps und Tone auf die Scratches konzentriert, wobei beide hervorragende Arbeit leisten. Das Outcome ist eine Mischung aus Chicago-Sound und den schlichten Klängen, die es in den Neunzigern auch an der Eastcoast zu hören gab. Was genau es mit Cover auf sich hat, bei dem das Element Feuer im Hauptbild nicht auftaucht, wird hier nicht geklärt. Auf jeden Fall darf man sich 2008 auf ebenjenes Album, das das Element Feuer behandelt, freuen. Mit "Second Nature" jedenfalls schaffen All Natural einen Chicago-Klassiker.
Gesamtwertung: 9.0 / 10

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