Freitag, 2. November 2007

DMX - Grand Champ


Tracklist:
1. Dog Intro
2. My Life feat Chinky
3. Where The Hood At
4. Dogs Out
5. Get It On The Floor feat Swizz Beatz
6. Come Prepared (Skit)
7. Shot Down feat 50 Cent & Styles P
8. Bring The Noize
9. Untouchable feat Syleena Johnnson, Infa-Red, Cross & Drag-On
10. Fuck Y'All
11. Ruff Radio (Skit)
12. We're Back feat Eve & Jadakiss
13. Ruff Radio 2 (Skit)
14. Rob All Night (If I'm Gonna Rob)
15. We Go Hard feat Cam'ron
16. We 'Bout To Blow feat Big Stan
17. The Rain
18. Gotta Go (Skit)
19. Don't Gotta Go Home feat Monica
20. A'Yo Kato feat Magic & Val
21. Thank You feat Patti LaBelle
22. The Prayer V
23. On Top feat Big Stan
24. X Gon' Give It To You (UK Bonus Track)

Release: 16. September 2003
Label: Def Jam



DMX ist einer der bekanntesten Charaktere im Rap-Game überhaupt. Das mag daran liegen, dass er trotz seines Fames sein ansolutes Hardcore-Image nicht verloren hat, was nicht zuletzt auch an seiner zumeist kompromisslosen Musik liegt. 2003 erscheint sein nunmehr fünftes Album, Grand Champ, und schon der Pitbull auf dem Cover zeigt deutlich, dass die Zähne des Dark Man noch scharf sind.

Die Frage, ob DMX für Grand Champ alles beim Alten belässt, wird noch beantwortet werden. "I dont really trust humans that much these days / Hmm shit, fact of the matter is, I trust dogs more than I trust humans / Shit, nothin like that dog love, I tell you / Not just any dog, gotta be a Pit Bull / Yep, thats the only dog for me / You dont wanna get caught in a pit with one o' them, boy / They make good companions, but even worse enemies / It's all on how you take it". Das "Dog intro" jedenfalls reiht sich auf Platz 2 von DMX' besten Intros, direkt nach dem genialen Stück seines Debuts, ein. Ein trockenes Piano begleitet die starken Rhymes von X. "Society was just too much, couldnt hack it / Six motherfuckin years in a strait jacket / But back it wasn't wise fo' them to let me out the joint / I never really got better, so I'm not on point / I just might flip, quick, but it's too late to be bitchin' / Got more loose screws than the table in your kitchen". DMX klingt ruhig und bedacht, doch auf keinen Fall ungefährlich.
Für "My life" lädt sich X die aus Queensbridge stammende Chinky ein, die eine starke Leistung bringt und immer abwechselnd mit einem Zweizeiler von DMX einsetzt; diese Kreativität kommt dem ansonsten nur soliden Beat sehr zugute. Track #4 ist das was jedes X Album haben sollte. Eine Hymne. Und mit "Where da hood at" hat dieses Album eine ganz ausgezeichnete. Die Tuneheadz schrauben den passenden Beat zusammen, während X einen Refrain von sich gibt, den der durchschnittliche HipHop-Fan im Schlaf mitschreien kann. "Where da hood, where da hood, where da hood at? / Have that nigga in the cut, where the wood at? / Oh, them ngigas actin' up? Where the wolves at? / You better bust that, if you gon' pull that". Andere Rapper sind für tiefsinnige und politische Rhymes zuständig, X für diese Kracher, denn das macht ihm keiner nach.
Doch ein Album kann leider nicht nur aus solchen Schlachtschiffen bestehen. Einer der wenigen großen Producer-Namen dieses Albums ist Kanye West, der den Beat zu "Dogs out" beisteuert. Eine ordentliche Grundlage bekommt als Krönung ein helles Voice Sample aufgesetzt. Interessant wie die rauhe Stimme von DMX im harten Kontrast zu jenem Sample steht, doch auch nach etlichem Hören nicht nervig, sondern schlichtweg gelungen.
Nun kommt der erste Kompromiss dieses Albums. Zwar von Buddy Swizz Beatz, ist "Get it on the floor" doch stark abgeschmirgelt und club-tauglich. Dafür sorgt auch Swizzy, der den Chorus selbst übernimmt. Doch solange DMX' auf die Verkaufszahlen schielenden Ausreißer so gut ausfallen, ist dem nichts entgegen zu setzen. Nicht umsonst genießt dieser Track einen fast ebenso hohen Bekanntheitsgrad wie "Where da hood at".
Dass das Album insgesamt 23 (bzw. 24) Tracks aufweist, liegt an den insgesamt 5 Skits, so vielen wie bis jetzt auf keinem anderen X Album. Da diese auch noch recht aussagelos sind (Mal abgesehen davon, wie hart es bei X zugeht), schlägt sich übere diesen Skits recht schnell die Frage nach ihrer Existenzberechtigung nieder. Und begräbt sie, denn als Fazit kann man nur sagen, ohne sie wäre das Album besser dran gewesen. Doch zurück zur Musik. Nächster Track fährt wieder einen düsteren Beat auf, und als Feature kündigt sich hoher Besuch an, nämlich Obergorilla 50 Cent persönlich, und auch Ruff Ryders und D-Block Representer Styles P. Zusammen mit X erzählen sie dem Hörer, wie er es am besten anstellt, sich unter die Erde zu befördern. So ist "Shot down" zwar lyrisch kein Über-Track, doch es ist schön zu sehen, wie alles noch in Ordnung war und sich D-Block und G-Unit noch lieb hatten. "Here's a few clicks that you shouldn't play with, G-Unit, Ruff Ryders will get you shot down".
Ein weiterer wunderbar harter Street-Track ist "Bring the noize", für den hart einschlagenden Beat tragen die Tuneheadz Sorge, während DMX einleitend meint:"I smell pussy!". So ein harter Hund hat es schon schwer, immer von jämmerlichen Cats umgeben zu sein. Doch bei der Musik hört man sich DMX' wüste verbale Fausthiebe gerne an. Der nächste Track ist denn ein Posse-Track, mit Sheek, Infa-Red, Cross und Drag-On ist fast die ganze zweite Generation an RR-MCs zu hören, die 6 Minuten lang um die Wette rappen. Auch Syleehna Johnson's Hook passt sich dem Geschehen gut an.
Die wohl härteste Nummer des Albums ist das von Ron Brownz produzierte Brett "Fuck y'all". Während X einer aufgebrachten Meute "Fuck y'all niggaz" zuruft bekommt er jedes Mal ein "Fuck you too" zurück. Großartig, was wünscht man sich mehr von einem DMX? Mehr roughe Street-Tracks? Die gibt es auch, auf "We're back" stellen die Tuneheadz wieder einen Granaten-Beat bereit, der nur darauf wartet, von RR's finest, X, Eve und Jadakiss, zerlegt zu werden.
Einer der schwächeren Banger ist "Rob all night", der für No I.D.'s pumpendes Monstrum "We go hard" nur dir Vorspeise darstellt. Zusammen mit Dipset-Chef Cam'ron wird auf zweiterem die Sau rausgelassen. "We go hard! / Never mind what a nigga say - we go hard! / We gon' play how we wanna play - we go hard! / Bitch we do this shit all day - we go hard!". Nice.
Den nächsten Fanfaren-Sturm hat X schon im Anschlag. "We bout to blow" hat Bloodline-Kollegen Big Stan im Gepäck und zudem einen fantastisch dicken Beat von Dame Grease. Danach fährt X erstmals das Tempo wieder herunter, um das melodische "The rain" zu servieren. Ähnlich Track #2 wechselt sich ein Zweizeiler immer wieder mit der Line "Now I know, only I can stop the rain" ab. Durchaus gelungene Abwechslung. Nach einem überflüssigen Skit folgt der schlechteste Track des Albums. "Don't gotta go home" ist ein weiterer Kompromiss, wer hätte eine softe RnB-Ballade auf einem DMX Album erwartet. Klassischer Fall für die Skip-Taste.
Denn mit Swizz Beatz' zweitem Beitrag zu dem Album und der Widmung an den verstorbenen Kato liegt eines der besten Stücke des Albums vor. In "A'yo Kato" bedient sich Swizz einer Flöte für die Melodie im Refrain und eines Latino-Rhythmus, was eine sonderliche und doch bewegende Stimmung kreiert. Allerdings hätte das Album an diesem Punkt besser aufgehört. "Thank you" ist einer von X' pseudo-religiösen Tracks, die schon immer vor Widersprüchen nur so sprühten. So sagt er doch auf dem gleichen Album "In the name of Jesus" auf dem er davon erzählt, wie er zahllose Namenlose auf verschiedenste Weise unter die Erde befördert.
Und "On top" fehlt das gewisse Etwas zu einem Kracher, vor allem als allerletzter Track bleibt nicht mehr viel Sympathie für dieses Stück übrig. Wer die UK-Version des Albums besitzt darf sich über "X - gon' give it to ya" des Cradle 2 The Grave OST als Bonus Track freuen. Sehr starkes Teil, wäre als richtiger Track zu den besten Tracks des Albums zu zählen.


Fazit:
Mit Album #5 zeigt sich DMX grimey wie eh und je. Auch wenn hier schon die ersten Anzeichen für das Aufweichen der Hardcore-Front zu beobachten sind, ist Grand Champ sein letztes großes Album.

Gesamtwertung: 8.3 / 10

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