Donnerstag, 22. November 2007

DJ Muggs - Presents: The Soul Assassins (Chapter I)


Tracklist:
1. The Time Has Come
2. Puppet Master - Dr. Dre & B Real
3. Decisions, Decisions - Goodie Mob
4. Third World - RZA & GZA
5. Battle of 2001 - Cypress Hill
6. Devil in a Blue Dress - LA The Darkman
7. Heavy Weights - MC Eiht
8. Move Ahead - KRS-One
9. It Could Happen to You - Mobb Deep
10. Life Is Tragic - Infamous Mobb
11. New York Undercover - Call O' Da Wild
12. John 3:16 - Wyclef Jean
13. Runnin' Wild - Soul Assassins Music & Call O' Da Wild

Release: 4. März 1997
Label:
Sony / Columbia



Zumindest in Beziehung zu Cypress Hill sollte DJ Muggs jedem ein Begriff sein, da er nach B-Real der wohl bekannteste der Truppe ist. Im Jahr 1997 lädt Muggs eine ganze Reihe von hochkarätigen Gästen ein, um ihm auf seinem ersten eigenen Album Gesellschaft zu leisten. "The Soul Assassins" ist ein Producer-Album mit vielen Gesichtern.

Bei Gästen von West, Ost und Süd ist Abwechslungsreichtum Programm. Und bei den Namen, die hier fallen, darf jedes Producer-Album aus der jetzigen Zeit neidlos auf die Knie fallen. Im ersten Song beispielsweise gibt es Westcoast Sound vom Allerfeinsten mit Dr. Dre und Cypress Hill-Kollege B-Real. Die beiden sind die "Puppet master"s, welche die Fäden ziehen. "We're pullin strings, killin kings / Countin all pinky rings, seizin control of the whole game / I took a pull from the blunt, inhaled it / Blew the smoke from my lungs into the world of Hip Hop", so ein bestens aufgelegter B-Real.

Danach geht es nach Atlanta, gateway of the south. So fein die beiden Westcoast-Meister auch ihre Puppen haben tanzen lassen, wenn Goodie Mob über einen langsam gezupften Beat über "Decisions, decisions" rappen, dann schreit dieser Song nach Klassiker. "The battles no longer physical, its from within / You live to die and you die to live again / But you cant win for losing, what sides are you choosin?". Vor allem Cee-Lo, heute bekannt als fröhlicher Hook-Trällerer und zusammen mit Danger Mouse in abtrakten Welten unterwegs, rappt sich hier rauchig und dreckig die Seele aus dem Leib. "Let your eyes close to what your contract shows / And fine print, they gotta get back every cent you spent / You content cause, you do what everybody does / The industry that change you from the person you was".

Damit es nicht langweilig wird, führt der nächste Song ins einzige Shaolin-Kloster New Yorks, in dem man von den Äbten RZA und GZA empfangen wird. Ein dreckiger Beat, eingeleitet von Gewehrfeuer und Funksprüchen, begleitet den Hörer in die "Third world". Dass man von GZA ein paar messerscharfe Lyrics erwarten kann, versteht sich von selbst: "Still branchin off the tree that sparked any MC / And the fool that fell far was the righteous / It was Cypress, let the media hype this / Promotion niggas snipe this".

Nach einem ausgezeichneten "Battle of 2001", in dem sich B-Real als Kommandeur von feindlichen Truppen überrant sieht, geht es zurück in die Wu-Tang Gefilde. LA The Darkman bekommt einen Solo-Track, was er zu schätzen weiß. "Devil in a blue dress" könnte von der großartigen Atmosphäre her auch von seinem eigenen Solo-Album stammen. "I know that money bring bitches and bitches aren't to be trusted / Some rappers sniff coke and others be gettin dusted / City lights, a minute with new books to read / I feed my man lock down, my physicals and my seeds". Sehr starker und trotzdem relaxter Kopfnicker.

Ohne Umwege geht es dann wieder direkt nach Los Angeles, um dem MC Eiht zuzuhören, der über die "Heavy weights" seiner Crew aufklärt. Einwandfreies Stück, das jedoch gegen die nächste Eastcoast-Nummer wieder klar den kürzeren zieht. Prediger KRS-One zeigt sich in "Move ahead" in Bestform. Nachdem gepitchte Vocals immer wieder Eastcoast - Westcoast wiederholen, setzt Muggs' Piano ein um Platz für KRS's Raps zu ebnen. Diese sprechen sich klar gegen die Küsten-Fehde aus, wobei sich KRS in großartige und sehr treffliche Worte kleidet: "For the hip-hop nation, yet our hope, your scope / Is broader than who can kill who and who got the biggest crew? / Thats why black people cannot seem to break through / Its like crabs in a pot when one crab reaches the top / Other crabs wish to pull down and blood / Im not understandin whats all the fuss / Hip-hop belongs to all of us / The East created it, the West decorated it / Learn the lesson, the unified picture is black expression / When black expression heights itself / It becomes black digression leadin to depression in health". Und letztendlich kommt KRS zu dem Schluss: "We got no one to blame but ourselves".

Es folgt gleich der nächste Klassiker, wobei man jetzt erst mal im Osten verweilt. Mobb Deep, die sowieso alles, was sie zu dieser Zeit anfassten, zu Gold machten, bekommen einen wunderbaren Beat für "It could happen to you", der mit entsprechend gutem Reality Rap gewürdigt wird. Darauf gibt es einen der ersten Auftritte der Mobb Deep-Ableger Infamous Mob als komplette Gruppe. "Life is tragic" ist fast noch besser als der Song ihrer QB-Nachbarn. "But we trapped on this planet til the day that we die / Aint no way to escape, sight from my twin eye / Above my unlaw, juice from the wines / Far side only to see with mobb eye". Ein damals schon Stimmband-raspelnder Twin Gambino rappt sich ins Gedächtnis des Hörers.

Call O' Da Wild ist einer der Artists, die einmal auftauchen, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Doch den Auftritt, den er auf "New York undercover" hinlegt, vergisst man so schnell nicht, was hauptsächlich an Muggs' sensationellem Beat liegt, einem wahren Diamanten, der nach Östküste klingt und sich auch mit jedem Eastcoast-Beat messen kann. Dank dieser Produktion (wohl der besten des Albums) rangiert der Song zum versteckten Höhepunkt des Albums, in dem auch die Lyrics schnell hängenbleiben. "It's all thorough, one city, five boroughs / Associated with interlockin sub tunnels / New York's undercover".

Nicht müde, charakteristische Songs zu schustern, tut sich Muggs mit Fugee Wyclef Jean zusammen, der "John 3:16" serviert. Wyclef baut seine eigene Bibel, und der Vers lautet: "What do you mean, John 3:16? / For God so loved the world, every man packs an M-16". Ebenfalls ein Song, den man nicht wieder vergessen wird.
Ein Bonus Track (auf der European Version) findet sich in "Runnin' wild", nochmals mit einem astreinen Beat ausgestattet und mit Raps von Call O' Da Wild ausgestattet. Gelungener Ausstieg.


Fazit:
Bombige Beats, noch bessere Rhymes. Die verschiedenen Rhyme-Talente geben dem Album die Würze, die Mugg's Beats benötigen, um jedes Mal so ausgezeichnet zu klingen, wie es hier der Fall ist. Sowohl Westcoast- als auch Eastcoast-Liebhaber werden hieran Freude finden. Großartiges Teil.

Gesamtwertung: 9.0 / 10


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