Freitag, 23. November 2007

Panacea - The Scenic Route


Tracklist:
1. Intro
2. The Scenic Route
3. Flashback To Stardom feat. Raheem DeVaughn
4. Pops Said
5. Epiphany
6. Between Earth And Sky
7. Bubble
8. Square 1
9. Blue Ice
10. Walk In The Park
11. Aim High
12. Katana
13. One Shine
14. Outro

Release: 4. September 2007
Label: Rawkus



Washington D.C. stellt nicht unbedingt einen Ballraum von HipHop-Künstlern dar. Einige, dem Underground-Sound fröhnende, Artists wie in etwa Time Machine haben es jedoch geschafft, dass die Stadt kein komplett weißer Punkt auf der HipHop-Landkarte ist. Und mit Panacea findet sich ein weiterer Vertreter von HipHop aus Washington. Emcee Raw Poetic und Producer K-Murdock sind die Mitglieder dieses Duos in klassischer Aufstellung. Über das wieder lebendig gewordene Kult-Label Rawkus kommt 2007, nachdem ein Jahr zuvor das Debut "Ink Is My Drink" in die Läden kam, Panacea's Sophomore Release, "The Scenic Route".

Besser hätten die beiden ihr Album keinesfalls nennen können. Auch das Cover trifft den Nagel auf den Kopf. Eine grüne Sommerwiese, ein Laubbaum und schräg einfallende Sonnenstrahlen, hier führt die "Scenic Route" entlang, die Raw Poetic und K-Murdock per Spielkonsole beschreiten. Die knallharten Drums, trockenen Snares und düsteren Street-Raps darf man anderswo suchen, wer diese landschaftliche Reiseroute betritt, taucht ein in K-Murdock's Sound-Kulisse.

Diese ist harmonisch, atmosphärisch und vor allem relaxed. "In life, there exists people whose imaginations are so wildly vivid, that they often confuse what is reality with what is in fact fantasy. This is the story of these people, a story of a man who dreams awake". So lautet das Intro, das dann nahtlos eintaucht in "The scenic route", den Titeltrack. Und diese Route legt besonderen Wert auf ihr Adjektiv, dementsprechend sind es hier die Beats, die im Vordergrund stehen. Raw Poetic verfügt zwar über ein zweifelsohne ausgeprägtes Rap-Talent, doch hier wird nicht zur Revolte aufgerufen und auch nicht die Weltpolitik kritisiert.

Das Album nimmt nun seinen locker-leichten Lauf. Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dies sei das wohl harmloseste Album des Jahres, es könnte unmöglich einer Fliege etwas zu Leide tun. In gewisser Weise ist das natürlich gar nichts Schlechtes. Doch es stellt sich auch heraus, dass der Chill-Faktor nicht immer konstant hoch gehalten wird, und sobald das der Fall ist, wird aus Entspannung Langeweile.
Doch dem ist nicht oft so, denn K-Murdock sorgt mit extravaganten, spacigen Produktionen für gute Abwechslung. In "Pops said" beispielsweise wechseln sich Snare-Drums mit elektronischen Klängen und von Zeit zu Zeit auch Scratches, ab.

Ein wunderbares Beispiel für den etwas anderen Sound ist auch "Between earth and sky". Und in der Tat befinden sich die flotten Drums und die markante Querflöte irgendwo außerhalb dieser Erde, so scheint es auf jeden Fall. Genau hier, wenn das Album experimentell wird, und das mit Erfolg, hat es seine besten Momente. Auch die sehr schnellen, sich nicht in den Vordergrund stellenden Raps, passen wie angegossen.

Schlechteste Nummer ist "Katana", was schlichtweg in die Sparte "Langeweile" fällt, jedoch damit recht alleine auf dem Album steht. Zu den ebenfalls unspektakuläreren Nummern zählen "Aim high" (was jedoch dank großartiger Hook trotzdem Hörspaß bietet) und "Blue ice".
In sympathischen und charakteristischen Nummern wie "Walk in the park" oder "One shine", die sich gut als "Feel Good"-Music zusammenfassen lassen, da sie einen herlichen Flair verbreiten, können die beiden Protagonisten (entsprechend ihrem Cover-Videogame) dicke Punkte sammeln . Und nach 12 Tracks (fast durchgängiger) guter Laune verabschiedet sich das Album mit den Worten: "Thanks for listening, stay tuned and keep dreaming".


Fazit:
Man sollte dieses Album nur einwerfen, wenn man wirklich in der Stimmung zu relaxtem Sound ist, oder ebendiesen Zustand erreichen will. Denn Panacea schaffen es mit nur einem einzigen Gast (Raheem DeVaughn), ein sehr stimmiges Album aufzustellen, dem in Sachen Entspanntheit wohl kaum ein Album dieses Jahr etwas vormachen dürfte. Doch genau das ist das Problem, das Album wirkt manchmal schlichtweg zu locker, fast schon langweilig ungefährlich. Trotzdem dürfen alle, die dieser Art Musik gegenüber positiv eingestellt sind, ruhig "The Scenic Route", zusammen mit Panacea, beschreiten.

Gesamtwertung: 7.1 / 10

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