Sonntag, 4. November 2007

Capone - Pain, Time & Glory


Tracklist:
01 The Release (Skit)
02 Intro
03 Whats My Name (Soldier's Story)
04 Where the Stuff At feat C-Murder & Bun B
05 Diet Plan
06 All 4 U
07 No Where to Run feat Scarface
08 WPTG Newbreak (Skit) feat White Chocolate
09 It's Been a Long Time
10 I'm Gone feat Devin The Dude & Butch Cassidy
11 Crack Musik feat Da Block Militia
12 I'll Die for Mine feat Complexion
13 The Manual
14 Fuck Yo Set
15 Miss My Dogs
16 Cop Shot (Skit)
17 Streets Favorite
18 Chitty Chitty Bang Bang feat Raekwon
19 U So Craaazzzy
20 Faith in da Streetz

Release: 10. Mai 2005
Label: Fastlife



"Pain, Time & Glory" ist Capone's erstes musikalisches Erzeugnis nach seiner Entlassung, und gleichzeitig auch sein erstes Solo-Album. 2005 war die Spannung groß, wie für einen Sound die gestandene QB-Größe ihren Hörern verkaufen würde. Denn mit Gästen wie C-Murder, Bun B, Scarface, Devin The Dude oder Butch Cassidy war an typischen QB-Sound nicht zu denken.

Was selten gut geht, schafft auch Capone nicht. In den meisten Fällen wenn East und South kopulieren ist das Ergebnis sehr lau. Doch man muss auch Capone seine Chance geben. Der erste Skit ist seine Entlassung, in dem ihm der Wärter versichern wird, dass er bald wieder zu Gast sein werde. Kennt man irgendwoher. Doch das "Intro" entschädigt diese Überflüssigkeit voll. Die Heatmakerz zeigen hier eine sehr gute Produktion, die am Anfang sehr nach der Titelmusik des bösen Gegenspielers eines Western-Helden klingt. Gute Idee, die auch sehr trefflich umgesetzt wurde, auch wenn der Beat sich dann weitesgehend aus diesem Bild verabschiedet, bietet er doch einen sehr starken Einstieg in das Album. "C-Murder show love, Bun B show love, Raekwon show love, who I fuck with is all thugs".
Auch Beat 2 kommt von den Heatmakerz, die wie so oft klassische Klänge, einen weiblichen Choral, über ihre Drums hetzen, während Capone fragt: "What's my name". Erstaunlicherweise kann auch dieses Stück voll überzeugen.

Doch dann fangen die Hochs, die Tiefs, und leider auch die Langweiler des Albums an. Nexxus Entertainment steuern das oberflächliche, um nicht zu sagen tödlich langweilige "Where the stuff at" bei, ebenso wie später der Trauer-Song "Miss my dogs", der jedoch bis auf die weinerliche Hook recht überzeugend klingt.
Dann wären da die ganz soliden Tracks, die man gut hören kann, die jedoch harmlos sind und auch keinen Langzeitspaß bieten können. Zu jenen gehört "Nowhere to run", sowie der "Diet plan" und weitere. Natürlich hat das Album auch, sogar erstaunlich viele, Tracks zu bieten, die es über das Stadium eben erwähnter Stücke geschafft haben. Der mit starker Hook versetzte Kopfnicker "It's been a long time" (Bei dem jedoch hauptsächlich jene Hook begeistert) gehört ebenso in diese Kategorie wie "I'm gone", das eine wunderbare Hook von Butch Cassidy abbekommen hat.

Capone's Problem macht sich jedoch schnell bemerkbat. Er nervt. Auf vielen Tracks kann er das durch ein oder mehrere Features kaschieren, doch auf gewissen Beats, wie dem zum Beispiel "Diet plan" oder "It's been a long time" wünscht man sich einen Rapper mit einer potenteren Stimme. Auf anderen Stücken, wie dem butterweichen "All 4 U" der Heatmakerz, hält sich die Penetranz seiner Stimme soweit in Grenzen, dass man ihr sogar gerne zuhört.

Ein paar nennenswerte Aussetzer müssen hier noch zu Wort kommen. Diese finden sich in 2 soften Stücken. Zum einen in der Street-Ballade "I'll die for mine" mit einem dahinschmilzenden Complexion, den man sich dahin wünscht, wo Pone herkommt, nämlich ins Gefängnis. Und auch letzter Track, ein "positive-message"-Song, ruft Brechreiz hervor. Soviel Kitsch wie in "Faith in the streetz" bekommt man sonst nur auf diversen R&B- und Pop-Alben.

Doch zum Ende müssen noch die Glanzmomente des Albums gewürdigt werden. Da wäre einmal der EastCoast-Banger "Street's favorite", der unter dem Namen "Oh no" schon lange Zeit vorher auf diversen Mixtapes kursierte. Denn "Oh no" ist das, was das gepitchte Sample im Hintergrund andauernd wiederholt. Dies ist jedoch nicht negativ zu werten, ist es doch eben jenes Sample, das diesem Track seinen ganzen Charme verleiht und ihn auch zum besten Track des Albums erhebt.
Anschließend wird in "Chitty chitty bang bang" über einen Beat, der kräftig auf die Trommelfelle drückt, zusammen mit Raekwon eine ausgezeichnete Show geliefert, wobei Raekwon mit souveränem Flow seinen Gastgeber leicht blass aussehen lässt. Und nach diesem Banger folgt "You so craaazzzy", in dem es College-Marschmusik vom Feinsten gibt, zu der Capone zwar wieder nicht voll passt, das aber trotzdem sehr gut klingt.


Fazit:
Durchwachsenes Debut von Capone, in dem jedoch für jeden was dabei sein dürfte. Egal ob South, East oder Mainstream-angelehnte Sounds, Capone will anscheinend alles abdecken. Unter dieser Perspektive betrachtet ist das Album sicherlich ein Erfolg, doch einen roten Faden oder atmosphärische Geschlossenheit sollte man hier nicht suchen. Jedoch ist "Pain, Time & Glory" immer noch ein überdurchschnittliches Album, ganz im Gegensatz zum unterirdischen Nachfolger "Menace II Society".

Gesamtwertung: 6.3 / 10

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