Samstag, 24. November 2007

Freeway - Free At Last


Tracklist:
01. This Can't Be Real (Feat. Marsha Ambrosius)
02. It's Over
03. Still Got Love
04. Roc-A-Fella Billionaires (Feat. Jay-Z)
05. When They Remember
06. Take It To The Top (Feat. 50 Cent)
07. Spit That Shit
08. Reppin' The Streets
09. Free At Last
10. Baby Don't Do It (Feat. Scarface)
11. Nuttin' On Me
12. Walk Wit Me (Feat. Busta Rhymes & Jadakiss)
13. Lights Get Low (Feat. Rick Ross)
14. I Cry

Release: 20. November 2007
Label: G-Unit / Roc-A-Fella / Def Jam



Freeway gehört zu den charismatischsten MCs aus dem Roc-A-Fella Camp. Ohne auch nur in irgendeiner Weise seine Rap-Skillz zu betrachten bleibt der massive Mann mit dem dichtem Bart und der starken Stimme doch im Gedächtnis hängen. Mit "Philadelphia Freeway" kam 2003 sein Debut-Album in die Läden. Und nach etlichen Verschiebungen veröffentlicht Free nun endlich den Nachfolger, "Free At Last", mit Gastauftritten von Jay-Z, 50 Cent, Scarface, Busta Rhymes, Rick Ross und Jadakiss.

In etwa zu dem Zeitpunkt, als Freeway ankündigte, 50 Cent werde als (Co-)Executive Producer am Album beteiligt sein, haben sich viele Fans darüber gefreut, dass es so aussah, als käme das Album frühestens 2009. Einen musikalischen Nutzen zieht "Free At Last" jedenfalls nicht aus dem großen Namen Fitty's, er mag wohl letztendlich nur zur Promotion gedient haben.
Etwas kontrovers ist auch Freeway's Verhalten. Da taucht er beispielsweise auf dem Album eines Hezekiah auf, um sich dann auf seinem Album Beats von Topfschlägern wie Cool & Dre basteln zu lassen. Der gesunde Verstand fragt sich da, ob Freeway es wirklich schaffen wollte, alle Rap-Fans, Underground und Hip-Pop, für sein Album zu gewinnen.

Doch bevor man groß zweifelt, schimpft und verurteilt sollte man sich erst der Musik widmen. Auf seinem Debut konnte Freeway etliche Fans gewinnen, doch wem seine manchmal schon kreischende Stimme nach 10 Minuten auf den Zeiger ging, hat den Mann schon damals abgeschrieben. Auf seinem neuen Album findet man Tracks wie "Flipside" nicht mehr, zusammenfassend ist das Album durchgehend etwas geglätteter.
Der Opener beispielsweise, "This can't be real", ist stark Soul-beeinflusst und weist zudem noch Vocals von Marsha auf. Mit solch ruhigen Tönen schafft Freeway einen krassen Kontrast zu seinem Stimmorgan, weshalb er dieses auch gemäßigt verwendet. Nichtsdestotrotz ein Einstieg, der sich sehen lassen kann.

Jake One schustert die Video-Auskopplung "It's over" zusammen, die mit pumpenden Drums, tiefen Bläsern und passenden Vocals schon viel eher zu Freeway's Stimme passt. So ist es nicht verwunderlich, dass das Ergebnis viel besser ausfällt und sich hier der wohl beste Track des Albums findet.
"Still got love" ist ein 100% typischer Roc-A-Fella Song, bei dem Freeway ganz (bzw. viel zu) routiniert den Refrain in den Sand setzt. Dame Grease steuert mit "Roc-A-Fella billionaires" einen Beat im College-Band-Stil bei, der spätestens beim zweiten Durchlauf anfängt zu nerven. "I turn a nick to a dime, dime to some millions / A brick to the Roc, the Roc into some buildings". Und auch Jay-Z hatte schon bessere Rhymes am Start.

Bei 50 Cent lässt sich das Phänomen beobachten, dass alle Tracks, auf denen er gefeatured wird, schlecht sind. Ob das nun am Hass gegen diese Person liegt, die keine halbwegs objektive Beurteilung zulässt, oder einfach daran, dass es wirklich so ist, Fitty's Chorus auf "Take it to the top" ist jedenfalls die reinste Qual. Zusammen mit dem mittelmäßigen bis langweiligen Beat findet sich hier ein wunderbar überflüssiger Track.

Um dann die Nullnummern komplett zu machen, muss noch das doppelte Übel erwähnt werden. Cool & Dre und der hustelnde Onkel Ross schaffen es in "Lights get low", jedem Philly-HipHop-Liebhaber die Stimmung zu vermiesen.
Die restlichen Features kommen jedoch besser weg. Scarface ist in "Baby don't do it" ebenso solide wie Jada in "Walk with me", in dem ein Busta Rhymes sogar richtig auftrumpfen kann. Dem zugrunde liegen beide Male solide Beats.

Und neben vielen anderen durchschnittlichen bis guten Tracks findet sich in "Reppin' the streets" ein wunderbarer Beat mit einem zurückhaltenden Freeway, womit sich der Song ausgezeichnet als Hintergrundbeschallung oder einfach zum Relaxen eignet.
DJ Noodles produziert den letzten Song "I cry", der zu den besten des Albums gehört. Dies liegt einerseits an dem halben Streich-Orchester und dem passend eingesetzten Voice-Sample, als auch den Lyrics, die die besten des Albums sind, wobei Free auch seinen muslimischen Glauben miteinfließen lässt. "When I finally realized, that they died upon the wrong religion, hope the Lord forgive 'em". So sieht ein gelungener Ausstieg aus.


Fazit:
Erwartungen übertroffen. Nachdem von den Nebendarstellern aus dem Hause Roc-A-Fella nie die großen Würfe kamen, kann man sicherlich sagen, dass Freeway sein Möglichstes getan hat. Natürlich wäre es auch noch viel besser gegangen: 50 Cent raus, mehr Tracks wie "It's over" und "I cry" rein, und dann hätte man ein sogar sehr gutes Album. Aber wer sich mit einem soliden Album mit ein paar Höhepunkten zufrieden gibt, wird in "Free At Last" genau das bekommen, zumal sich Freeway Mühe gibt, mit seiner Stimme nicht zu sehr über die Stränge zu schlagen.

Gesamtwertung: 6.5 / 10

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