Tracklist:
01 Going Hard feat RES
02 Back Up Offa Me
03 Broken Glass
04 We Know feat Faith Evans
05 A Game
06 I Try feat Mary J. Blige
07 Around My Way feat John Legend
08 We Got the Beat feat RES
09 Work It Out
10 Ghetto Show feat Common & Anthony Hamilton
11 Black Girl Pain feat Jean Grae
12 Never Been in Love
01 Going Hard feat RES
02 Back Up Offa Me
03 Broken Glass
04 We Know feat Faith Evans
05 A Game
06 I Try feat Mary J. Blige
07 Around My Way feat John Legend
08 We Got the Beat feat RES
09 Work It Out
10 Ghetto Show feat Common & Anthony Hamilton
11 Black Girl Pain feat Jean Grae
12 Never Been in Love
13 Beautiful Struggle
Release: 28. September 2004Label: Rawkus
Talib Kweli gehört zu jenen Artists, die bei so ziemlich jedem anderen Artist stattliche Credibility genießen und es trotzdem recht weit gebracht haben, mindestens in die oberste Schicht des "Underground". Nachdem seine Kollabo mit Hi-Tek als Reflection Eternal von vielen als Klassiker gehandelt wird, ebenso wie das Black Star-Album, und auch sein "Quality"-Album wenige Kritiker gefunden hat, darf man sich im Jahr 2004 über "The Beautiful Struggle" freuen.
Mit Common und Jean Grae sind ausgesprochen wenige Gast-Raps vorhanden, was aber bei Kweli's Leistung am Mic kein Problem sein sollte. Auch wenn Kweli meist keine weltbewegenden Themen anspricht, ist es doch immer ein Genuss, seiner angenehmen Stimme und seinem astreinen Flow bei den Stories über Everyday-Struggle und Ähnliches zu lauschen.
"The Beautiful Struggle" ist vollkommen wörtlich zu sehen, vor allem das Adjektiv sollte sehr betont werden. Wer sich hier ausgesprochenen Street-Rap erwartet, ist vollkommen Fehl am Platz. Zum schärfsten, was das Album zu bieten hat, gehört der Neptunes-produzierte Kopfnicker "Broken glass", der für ebenjene Producer erstaunlich gut ausfällt. Kweli erzählt von der small city girl with big city dreams Story, die an sich ja nichts neues ist, jedoch trotzdem sehr hörenswert ist (doch eben von jeglicher "Härte" weit entfernt ist).
Viel typischer für das Album sind jedoch ruhige, Soul-beeinflusste Nummern, die oft auch weibliche Vocals aufweisen. Faith Evans versüßt "We know" mit hauchdünnem Gesang, während der Beat als einer von zwei Supa Dave West's Erzeugnis ist. Sehr hohen Chill-Faktor kann man dem Song wohl schlecht absprechen, doch das ist leider alles.
Leicht unangenehm wird es in "Around my way", wenn Charlemagne versucht, viel softer als nötig sein Piano in gedämpfte Drums und Streicher zu betten. Was dem Song aber den Rest gibt, ist John Legend's Hook, die nichtmals schlecht ist (denn singen kann der Mann ja), nur in Kombination mit soviel Sanftheit übertrieben wirkt. Denn das ist das Kweli-Album, nicht das John Legend-Album.
Viel besser klingt das Album auf smoothen und doch action-geladenen Tracks wie dem schon erwähnten "Broken glass", Hi-Tek's Glanzleistung "Work it out" oder "A game", wobei letztere Tracks auch bestens geeignet sind, ordentlich Party-Stimmung zu verbreiten. In selber Weise gilt das für nach vorne preschende "We got the beat", das sicher gewöhnungsbedürftig ist, mit RES im Refrain jedoch ordentlich einheizt. "It don't matter if you muslim, hebrew, or you a christian / Information is the newest religion, it's a true way of living". Das heißt dann jedoch noch lange nicht, dass Kweli seine Tracks mit heißer Luft aufbläst, der ein oder andere Denk-Anstoß steckt überall.
R&B-Legende Mary J. Blige gibt sich in "I try" die Ehre, welches dank Kanye West's trefflichem Beat keinesfalls zu sulzig, sondern gerade richtig gerät. Wer hinhört, kann Kweli ein paar Worte zu seinem Albumtitel verlieren hören: "Life is a beautiful struggle / People search through the rubble for a suitable hustle / Some people usin' the noodle, some people usin' the muscle / Some people put it all together, make it fit like a puzzle".
Anthony Hamilton im Chorus, geschmückt mit Raps von Common und Talib, bietet "Ghetto show", das ein Paradebeispiel abgibt, wie es sich anhört, wenn das Konzept des Albums voll aufgeht. "Federal buildings, pissy hallways filled with children pushing children / Fiend's lips peeling, shit seems real and / What's real is the estate of mind that we're in, the situation feels great". Wie es Common selbst so schön sagt, real ones do relate.
Auch wenn Kinder-Gesänge immer eine gefährliche Sache sind, ist "Black girl pain", nicht zuletzt dank einer großartigen Jean Grae, einer der gefühlvollsten und besten Songs des Albums.
Die Single-Auskopplung stammt von Just Blaze und schmückt mit Voice-Sample und einem Chorus von Dave Young, der kitschiger nicht sein könnte. Man möchte also meinen, dass hier der Bogen eindeutig überspannt wurde. Doch erstaunlicherweise ist die Atmosphäre des Songs so bewegend, dass man nicht anders kann, als ihn zu lieben. "Never been in love" gehört zu den besten Tracks des Albums.
Sein Ende findet das Album ohne großes Aufsehen in dem gelungenen "Beautiful struggle", in dem Hi-Tek einen ausgezeichnete Stimmung, passend zum Ausstieg, erschafft.
Fazit:
Was Talib Kweli auf "The Beautiful Struggle" macht, macht er fast durchgehend hervorragend. Nur hätte man sich durchaus den ein oder anderen etwas kantigeren Song gewünscht. Trotzdem bleibt "The Beautiful Struggle" ein sehr gutes Album, in dem ein grandios rappender Talib, von dem sich viele Artists eine Scheibe abschneiden können, immer die Zügel in der Hand behält.
Gesamtwertung: 8.3 / 10

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