Montag, 12. November 2007

Onyx - Shut 'Em Down


Tracklist:
01 It Was Onyx (Skit)
02 Raze It Up
03 Street Nigguz feat X1
04 Shut 'Em Down feat DMX
05 Broke Willies feat X1
06 For Nothin' (Skit)
07 Rob and Vic feat Choclatt & X1
08 Face Down
09 Cops (Skit)
10 Conspiracy feat Clay The Raider & X1
11 Black Dust
12 One Nation (Skit)
13 React feat 50 Cent, Bonifucco, Still Livin' & X1
14 Veronica
15 Fuck Dat feat Bubba Smith, Greg Valentine, J-Mega, Sunshine & X1
16 Ghetto Starz feat Lost Boyz & X1
17 Take That
18 The Worst / Overshine feat Raekwon, Method Man, Killa Sin & X1
19 Shut 'Em Down (Remix) feat Noreaga & Big Pun'

Release: 2. Juni 1998
Label: Def Jam



Nach dreijähriger Pause war es 1998 wieder so weit. Mad Face invasion, die dritte. Nachdem Onyx sich mit ihren Alben "Bacdafucup" und "All We Got Iz Us" ordentlich Respekt eingefahren haben, folgt nun "Shut 'Em Down". Doch ganz so alleine wie auf den letzten Alben sind Sticky, Fredro und Sonee nicht. Man darf sich auf Heavyweights wie Wu-Tang, Big Pun, Noreaga oder DMX freuen.

Auch die Produktion haben Onyx aus der Hand gegeben, es ist nicht mehr Fredro Starr für die Beats verantwortlich. Nicht unbedingt eine gute Entscheidung, da diese Tour bei dem Vorgänger-Album perfekt funktionierte. Doch ganz abgesehen davon, muss natürlich die Frage gestellt werden, wie hungrig, grimey und dirtee Onyx im Jahr 1998 noch sind. Ist das hier ein weiteres Hardcore-Juwel oder weichen die drei Schreihälse auf?
Diese Frage beantwortet am besten die Musik selbst. Das Intro erinnert sehr an das von "All We Got Iz Us". Wieder wird ein wimmerndes Opfer malträtiert, und nachdem Sticky Fingaz den zu Tode geängstigten Wurm dazu bringt ihm zu verraten: "It was Onyx!", bläst er ihm sein Lebenslicht aus. Wie schon auf dem Album zuvor wird der Pistolenknall zum Startschuss für das Album. Und wenn die Klänge, die nach dem Schuss folgen, keine Antwort auf die Frage nach der Credibility von Onyx sind, was dann? Ein Beat, der dreckiger nicht sein könnte, wird in bester Manier zerbrüllt. "Raze it up" ist die Devise, die rauchigen Stimmen im Refrain lassen Onyx-Feeling pur aufkommen, und auch die abrgundtief bösen Rap-Parts der MCs treiben dem Onyx-Fan Tränen in die Augen. "Afficial Nast comin' through, better - Raze it up!".

Leider muss angemerkt werden, dass nicht das ganze Album aus solchen Verbal-Massakern besteht. Das von DJ Scratch produzierte "Street nigguz" ist ein solider Street-Track, dem jedoch eindeutig eine gewisse Abgedrehtheit fehlt, um speziell zu sein. Doch auch ohne diesen Faktor machen sich Onyx gut. Außerdem gibt es hier, wie sehr oft auf dem Album, Rhymes von Sticky's Bruder X1, möge er in Frieden ruhen.
Auf eine der interessanten Feature-Kombination werden sich wohl viele am meisten gefreut haben. Onyx plus DMX ist wie Osterhase und Weihnachts(-männer) zusammen. Für den Titel-Track des Albums treffen die Rau-Kehlen zusammen, um mit "Shut 'em down" neben "Raze it up" den besten Track des Albums zu servieren. Einmal mehr ist es Sticky Fingaz, der, wie 5 Jahre zuvor, seine Stimme bis ins Unmenschliche strapaziert. "In the morgue, admit it dogs, Im the rottweiler my glock holla / Fuck cocaine, killa, I sniff gun powder / So all ya real willies, throw your roleys in the sky / Now all my crooks, rob them players outside".
Nachdem mit "Broke willies" noch ein einwandfreier Street-Track nachgeschoben wird, beginnt das Album, etwas Vielfältigkeit zu zeigen. In "Rob & vic" rappt Sticky zusammen mit seinem Bruder immer abwechselnd eine Line, während sie in ihrer Story für Geld über diverse Leichen gehen; natürlich kann die Geschichte nicht gut ausgehen, und als das Geld zwischen die beiden kommt und nachdem Sticky behauptet, X habe ihn hintergangen, kommt es soweit, dass Sticky seinen eigenen Bruder erschießt. Die Konversation in Rhyme-Form, bei der sich die beiden in schneller Abfolge Wörter an den Kopf werfen, ist einmalig.

Self, schon verantwortlich für das großartige "Shut 'em down", steuert nun "Face down" bei, ein weiterer exzellenter Track. In "Conspiracy" findet sich wieder ein starker Track, in dem Onyx auf ihre Art dem Hörer eine ähnliche Botschaft wie in "Rob & vic" nahebringen. Natürlich ist es das Geld, dass einem die besten Freunde in den Rücken fallen lässt. Oder wie Sticky es ausdrückt: "I don't trust my own mother, how the fuck I'mma trust you?".
Darauf folgt mit "Black dust" ein weiterer Track, der mit langsamen Piano im Chorus und Streichern eine neue Stimmung heraufbeschwört, die jedoch sehr gut ankommt.

Mit "React" rufen Onyx einen Posse-Track auf den Plan, die Feature-Liste beinhaltet die Namen X1, Still Livin, Bonifucco und, siehe da, 50 Cent. Der zu diesem Zeitpunkt gänzlich unbekannte Fitty gibt unscheinbare 8 Bars zum Besten, jedoch mit fast nicht übereinstimmender Stimme mit der von dem 50 Cent von heute. Da der Song mit seinem soften Beat zu einem der schwächeren Tracks des Albums gehört, bleibt das Interessanteste auch der junge 50 Cent.

Weitaus besser ist "Veronica", ein großartiges Stück Story-Telling, in dem die ganze Onyx-Truppe bei der vermeintlich perfekten Freundin von Sticky, Veronica übernachtet, um am Tag darauf einen Freund zu rächen. Doch, wer hätte es gedacht, es ist natürlich die Schlampe, die die Verräterin ist. "I went downstairs, couldn't believe my eyes / I seen veronica with three guys, twice my size / They all had guns but I was gatless / Last thing I saw was the kid with the scar, and then I seen blackness / Remember thinkin, how the fuck they know? Oh, Veronica". Herrlicher Track.
Darauf wird eine starke Portion Eastcoast-Rap serviert, zu einem Sample und mit einer ganzen Hand voll Gast-Features wird gerufen: "Fuck dat!". "I Still hate your guts!, and hope that you die! / If youre not an ally, then yo ass gotta frie! / Two lives for a life without no remorse / You fucked up big time, you should've finished me off, nigga!" (natürlich Sticky).

Damit es nicht langweilig wird, präsentieren Onyx ihre Version von Queen's "Another on bites the dust", mit smoothen Drums, und niemand Geringerem als den Lost Boyz, bzw. deren Mr Cheeks. Der kann im Chorus und in seinem Part den feinen-rauchigen Flair der LB Fam absolut perfekt rüberbringen. So gerät auch "Ghetto starz" trotz fehlender Härte zu einem Höhepunkt.
Was man bis jetzt vermisst hat, waren die Skits, die recht wenig, dafür aussagekräftigen Inhalt haben. In etwa das ist "Take that", auch wenn Sticky es sich nicht nehmen lässt auf den traumhaft trockenen Beat ein paar Rhymes zu spucken.

Damit ist das Album bei dem nächsten Hochkaräter. Raekwon, Method Man und Killa Sin rappen zu einem ODB-Sample im Chorus "The worst". Auch wenn der Beat nichtmals einer der besten des Albums ist, ist diese Kollabo allein den Track voll wert. Diesem folgt ein verstecktes "Overshine", der wohl ruhigste Track des Albums, über einen sehr vertrauten Beat, der schon von diversen Artists verwendet wurde. Trotzdem eine gelungene Sache.
Nun fehlt dem Album nur noch der Remix von "Shut 'em down", zu Gast sind hier Noreaga und Big Pun'. Auf einen leicht manipulierten Beat, der ähnlich stark wie das Original ist, werden dem Hörer nochmals feinste Bars in die Ohren gestopft. "Yo Im the livest nigga alive, watch me show you / I'll blow your head of your shoulders, your own mother won't know you", rappt ein perfekt flowender Punisher, der im letzten Verse von einem verrückten Sticky gefolgt wird, der nochmals einen seiner besten Parts auspackt: "They scared to death, motha fuckas try'nna ban me / I'm the one who told Ol' Dirty to shut down the Grammys / You think they thinkin' kid well me Stick / I burn all o' ya / I dont care if Puffy do ya remix! / I'm crazy, runnin up in Def Jam with a handgun".


Fazit:
Auch mit Album #3 zeigen Onyx, dass sie es noch können. Nicht so düster wie "All We Got Iz Us", nicht so verrückt wie "Bacdafucup" ist "Shut Em Down" das abwechslungsreichste Album, das trotzdem geschlossen und gut verpackt ist. Wenn man berücksichtigt, dass sich auch Onyx weiterentwickeln, kann man nur sagen, dass diese Entwicklung nicht viel besser hätte laufen können als wie mit diesem Album.

Gesamtwertung: 8.9 / 10

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