Sonntag, 11. November 2007

Buckshot & 9th Wonder - Chemistry


Tracklist:
01 Intro
02 Chemistry 101
03 He's Back
04 Now a Dayz (That's What's Up)
05 Slippin
06 Side Talk
07 The Ghetto
08 Food for Thought
09 No Comparison
10 Birdz (Fly the Coup) feat Phonte & Keisha Shontelle
11 U Wonderin feat Sean Price & Rapper Big Pooh
12 Out of Town feat L.E.G.A.C.Y. & Joe Scudda
13 I Don't Know Why feat Keisha Shontelle
14 Money makes the world go round feat Starang Wondah

Release: 21. Juni 2005
Label: Duck Down



Einer der großen Beweise, dass die Justus League und die Boot Camp Clik wunderbar miteinander funktionieren, ist dieses Album, die Kollaboration des MCs Buckshot und des Beatbastlers 9th Wonder. Und zur Verdeutlichung, dass zwischen der weichen, rauchigen, Stimme von Buckshot und den soul-geschwängerten, charakteristischen Beats von 9th die Chemie stimmt, bekommt das Album den trefflichen Titel "Chemistry".

Wenn andere Alben mit kompletter 9th Wonder Produktion relaxed und soul-ful sind, so ist dieses Werk das Nonplusultra dieser so erzeugten Atmosphäre. Denn Buckshot's Raps passen wie keine anderen, um den Tracks eine smoothe Note zu geben. Eines der besten Beispiele hierfür ist schon der erste Track, "Chemistry 101". Was natürlich nicht fehlen darf ist ein feines Voice-Sample und 9th Wonder-typische Drums. "All that fame shit ain't shit / Same shit as the last niggas who spit past hits, bastard / Who ain't have a father figure / So you was raised like a bitch on some 'Don't bother a nigga' / Me, I'm the Neo for my people on this Matrix shit". In sehr langsamen Tempo spittet der Altmeister seine Wiesheiten.
Genau diese locker erzählten Stories und Anmerkungen des alten Hasen Buckshot fahren große Bonuspunkte ein. Und das wird kombiniert mit 9th Wonder. Der scheint für dieses Album extra tief in seine Platten-Kiste gegriffen zu haben, um für so ziemlich jeden Song ein traumhaftes Sample parat zu haben.

"You can look up in the sky and see / It's the B.D.I. MC, and who? / 9th Wonder and the Justus League / Little Brother and Boot Camp, this is chemistry", so eine das Album aufsummierende Line aus dem hinreißend stimmungsvollen "He's back". Das folgende, nicht minder relaxte "Now a dayz" startet mit noch besseren Rhymes: "Let's get right to the issue / The difference between what a pistol and a fist do / A fist will prove your manhood / A pistol'll prove that you can't fight and only your man would". Das ist die Einstellung die Buck hier vertritt.
Die nächsten Tracks sind in einer Weise unspektakulär, dass sie in Wirklichkeit absolute non-stop Highlights sind. 9th schafft einen Sound, der in wunderbarer Weise einen leichten Wind aus den 90ern verspüren lässt, was auch Buckshot zu merken scheint, und sich mit seinen Raps trotz unbedeutender Hustle-Thematik von anderen Artists aus dem Jahr 2005 abhebt.

Man kann schon fast sagen, wenn es eines Adjektivs zur Umschreibung dieses Sounds bedürfte, wäre dieses schlichtweg "schön". Denn anders lässt sich ein Track wie "The ghetto", dessen Sample selten gut mit Buck harmoniert, nicht beschreiben. "I'm too hard to be soft, to far to be lost / You in the mind of a boss, so of course / Every time I speak I show you / Some of what I did in the past, you now go through". Mit der Gelassenheit eines Guru fließen die Rhymes, die ab und an nicht um kritische Andeutungen herumkommen: "Everyday is a struggle in life to get paid / Some gotta get played, just to get played / On the radio and on the videos, in fact / Even if the host is black, they still practice / White supremacy, you might remember me / Or you might not, n my mic's hot from that energy".

Vor "Food for thought" ist "No comparison" klar der beste Track des Albums. Ein Sample zum Dahinschmelzen, bedachte Streicher und ein butterweicher Buckshot, der im Refrain trotzdem ganz trocken klarstellt: "Ain't no comparison, that's embarassing / If you wanna be like me, Buck tha B.D.I. / If you try'nna see what I see, then I see, that you are not me".
Seine schwächste Phase hat das Album mit den anschließenden drei Tracks, die als "nur gut" zu bezeichnen sind. Hörenswert ist "Birdz" dank Phonte und der Hook von Keisha Shontelle jedoch allemal. Selbiges gilt für "U wonderin'", das den schwächsten Beat des Albums abbekommen hat, jedoch dafür hohen Besuch von Big Pooh und Sean Price.

Nach dem verhaltenen, doch soliden "Out of town shit" gibt es das nächste Juwel mit "I don't know why". Der gefühlvolle Beat allein ist schon bemerkenswert, doch was diesen Track besonders macht, ist die astreine Hook von Keisha Shontelle in Kombination mit Buckshot's Raps. Als Ausstieg verbleibt noch der Street-Track "Money makes the world go round" mit Boot Camp's Own Starang Wondah. Ein weiterer faszinierender Beat, perfektes Sample, und starke Lyrics. "I'm already under-paid by my weak-ass boss / And on top of that he try to lay me off / Last Friday I came in to work, the boss looked at me with the face of a jerk / He said. 'Buckshot, ain't no need to come to work, cause I just got word that you did some dirt' / 'Oh really? Checked my record and seen my past, judgin me by my past so I wouldn't last?' / Shit, just because I never listened in class, in High School I was all about my cash". Stark verpackte Aussage, die Buckshot dem Hörer mit auf den Weg gibt.

Fazit:
Teil 2 des Triple Threat von Duck Down ist weniger eine Bedrohung, als ein chilliges Album, das in Sachen Chill-Faktor wohl eines der besten, oder das beste Album seines Jahrgangs ist. Die Chemie zwischen den beiden stimmt ganz zweifelsohne, und der Sound, der hier praktiziert wird, sollte einem jeden Boom-Bap Fan das Herz erwärmen.

Gesamtwertung: 9.0 / 10

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