Sonntag, 18. November 2007

LA The Darkman - Heist Of The Century


Tracklist:
1. Lucci
2. Shine
3. City Lights
4. What Thugs Do (w/ DJ Rogers & Puff)
5. Heist Of The Century (w/ Killa Sin)
6. Fifth Disciple
7. Now Y
8. Spring Water (w/ Raekwon)
9. 4 Souls (w/ Shotti Screwface)
10. Street Life (w/ Tekitha)
11. Love (w/ Maia Campbell)
12. Figaro Chain (w/ Havoc)
13. Polluted Wisdom
14. Gun Rule
15. Element Of Surprise (w/ U-God & Masta Killa)
16. Az The World Turns (w/ Raekwon) *
17. Wu-Blood Kin (w/ Ghostface Killah & 12 O' Clock)
18. I Want It All

Release: 17. November 1998
Label: Supreme Team Ent.



Die Auswüchse an Alben, die unter der Flagge des Wu-Tang Clan ihren Weg ans Tageslicht gefunden haben, sind mannigfaltig. Eines dieser Erzeugnisse stammt von Lason Jackson, besser bekannt als LA The Darkman. Im Jahr 1998 veröffentlicht er sein bis heute einziges Album, "Heist Of The Century", ein weiterer Stein in der endlos langen Mauer aus Wu-Tang-Releases.

Deshalb sollte man jedoch keinesfalls denken, hier liegt ein ganz normales, durchschnittliches Release vor. Raekwon-Protegé LA The Darkman wurde von Gott mit einer durchschnittlich starken, jedoch immer nachdrücklich trefflichen Stimme gesegnet, mit der er zusammen mit seinem großartigen Flow ein einzigartiges Gesamtpaket schaffen kann. Dazu kommt, dass "La Trapa Khan" zudem auch als einer der wortgewandtesten MCs aus den Reihen der Wu-Tang-Armee gilt.
Außerdem kommt für "Heist Of The Century" ein großer Pluspunkt hinzu: die Produktion. Die Hauptarbeit wird von Six July, seines Zeichens Producer und vertreten auf vielen bekannten Eastcoast-Releases, geleistet. Dazu gesellen sich 4th Disciple und Havoc, RZA und Muggs. Als ob diese Liste nicht schon traumhaft genug wäre, ist auch die Gästeliste am Mic nicht weniger erfreulich. Killa Sin von der Killarmy, Raekwon, Masta Killa, U-God und Ghostface aus dem Clan, so hat das bei einem Wu-Tang Release auszusehen.

Dass der Darkman von Raekwon beeinflusst wird, merkt man schnell. Dieses Album steht thematisch dem Klassiker-Debut des "Chef"'s in Nichts nach. Drogen, Geld, Macht und Gewalt. Straßen-Themen treffen auf das Verbrechen im großen Stil, immerhin vollführt der Darkman ja den Raubüberfall des Jahrhunderts.
Was den Sound betrifft, so kann man dieses Album schwer mit irgendeinem anderen Album vergleichen. Six July schafft mit seinen Beats eine unglaubliche Atmosphäre, die im Endeffekt den Geruch von organisiertem Verbrechen mit sich zieht, so wie auch "Only Built 4 Cuban Linx", jedoch auf eine ganz andere Weise. Dazu ergänzt 4th Disciple seinen harten und trockenen Sound, um das Ganze abzurunden.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Six July brettert in "Lucci" gleichmals eine Piano-Line hin, die wunderbar dreckig mit Drums unterlegt wird, so dass das Endergebnis ein tödlich guter Kopfnicker ist. LA The Darkman stellt gleich zu Beginn fest, was im Leben zählt. "For that lucci, it's all about that / Gettin money in many ways in these lasy days / With Venom written wisdom, I have to say crime pays", so der Refrain. Und zum Ende des Songs wird die Thematik nochmals sehr passend auf den Punkt gebrahct: "Maintain, it's all about the cheese you gain / I get the studies, then the money and the bitches, fuck the fame".

Der nächste Anthem wartet gleich mit "Shine", eine einfallsreiche Produktion trifft auf LA's starke Lyrics. "Everybody wanna shine". Nach zwei Six July-Produktionen stammt "City lights" dann von Havoc, der sich perfekt der schon angegebenen Atmosphäre anpasst, um ein weiteres Highlight zu liefern.
Um den genialen Start des Albums noch weiter zu untermauern, kommt anschließend "What thugs do", mit dem Six July schon fast in den Club wandert. Obwohl dieser Sound etwas ungewöhnlich klingt, ist die Kombination mit LA's Raps schlichtweg klasse. "Yo, yo, life is hard, so I dedicate to God / Mad cats sell coke, tryin not to starve / Young girls sell vagina from Jersey to Carolina / Saw moms do it, she learned it as a minor / In poverty, life expectancy is short / Kids rob spots, push crack or play sports". Auch wenn diese Musik nach Drug-Music klingt, werden hier ebenso oft kritische Töne angeschlagen: "Young E, only eleven, got a three-fifty-seven / Said he sold drugs by day, cause havin' cream was heaven".
Dieser Synthie-lastige Sound, der dem Album das gewissen Etwas ausmacht, wird auch konsequent fortgesetzt. Auf "Heist of the century", dem Titeltrack, der von niemand anderem als DJ Muggs stammt, legen LA und Killa Sin ihren Plan für den Jahrhundert-Coup dar, zusmmengefasst sehr schön im Refrain: "Yo it's the Heist of the Century kid we execute right / We goin down in history, get the loot and live life / how it's meant to be". Natürlich geht der Plan auf, und die beiden kommen davon.

4th Disciple steuert dem Album ganze vier Beats bei, die weitaus roher klingen als die der restlichen Producer, etwa vergleichbar mit dem, was man von Killarmy-Alben gewohnt ist. Das wunderbare "Fifth disciple" dient hier ebenso als Beispiel wie "Love", dem jedoch dank Maia Campbell's gesungenem Chorus eine weichere Note gegeben wird.
Später findet sich auch noch ein Wu-Tang Treffen, wenn LA in "Element of suprise" auf Masta Killa und U-God trifft. Die einzige RZA-Produktion findet sich in "Polluted wisdom", dessen Sample 7 Jahre später in Mathematic's "Real nillaz" erneut Einzug finden wird, jedoch schon in dieser Version traumhaft klingt.

Auch Havoc kann mit seinem zweiten Beitrag genau den Nerv des Albums treffen. Auf "Figaro chain" ergreift er sogar selbst das Mic. "We deal wit lucci, knowledge, bitches that go to college / Niggas bubblin bricks, that see twenty million dollars / I move wise, Chinese secret enterprise / Black spies givin niggas Darkman neck ties, so civilize".

Das Rampenlicht steht jedoch eindeutig auf Six July, der hier einen Bomben-Beat auf den anderen folgen lässt. Egal ob es das zurückgelehnte "Now Y" oder das gefährlich düstere "4 souls" ist, nur zusammen mit diesen Beats machen Darkman's anspruchsvolle Lines so richtig Spaß.
So wird auch "Street life" zum Erfolg, bei dem Tekitha eine sehr eingänige Hook singt, und zudem ein markantes Sample im Hintergrund zu vernehmen ist. "You on my dick / My life is like a James Bond flick / Mad bitches, mad bullets but I never get hit". Noch besser ist "Gun rule", ein schwermütiges Piano drückt den düsteren Drums eine großartige Stimmung auf, zu der Darkman 3 sehr starke Verses beireicht. Damit fehlt als nennenswert noch der letzte Track, "I want it all", bei dem LA, gemäß dem Titel, über seine materiellen Wünsche rappt. "Four courts in the front and bathrooms as big as kitchens / Two thousands gallon aquarium to sink my sharks in / All for one on estate, my whole crew living great / Enter the gate unannounced and you will meet your fate".


Fazit:
Selten findet man Alben, die atmosphärisch so geschlossen sind wie "Heist Of The Century". Das Album liegt nicht auf einer Wellenlänge mit anderen Wu-Tang Releases, sondern teils auf einer anderen, einzigartigen. Dazu gibt es verdammt starke Raps von einem unglaublich talentierten MC, verpackt in Wu-Tang Gewand der 90er, ergibt eine interessante Mischung, die fast jedem Eastcoast-Fan zusagen sollte.

Gesamtwertung: 8 .7 / 10

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