Tracklist:
1. Southside Ride
2. High As You Wanna
3. Be Perfect
4. Book Of Days
5. World's On Fire Feat. Haysoos
6. Not Perfect Feat. Olivier Daysoul
7. Be Strong
8. Dreamer
9. Like This
10. Time Feat. Stef
11. Get It Right Feat. Oddisee & Olivier Daysoul
12. Still I Love
13. No Chance Feat. Wordsworth
14. Recognize
15. The Quickening
2. High As You Wanna
3. Be Perfect
4. Book Of Days
5. World's On Fire Feat. Haysoos
6. Not Perfect Feat. Olivier Daysoul
7. Be Strong
8. Dreamer
9. Like This
10. Time Feat. Stef
11. Get It Right Feat. Oddisee & Olivier Daysoul
12. Still I Love
13. No Chance Feat. Wordsworth
14. Recognize
15. The Quickening
Release: 13. August 2007
Label: Wandering Soul Records
Soulstice ist ein weiterer großartiger MC aus der Stadt Chicago, die bekannt dafür ist, Brutkasten für anspruchsvollen HipHop zu sein. Und so verhält es sich auch mit Soulstice, ehemals Solstice. Mit einem Magister in technischer Informatik ist sein Zweitjob und Hobby guter HipHop, und das mit Soul, wie sein Name schon verrät. Nach dem Debut "North by Northwest" und einem Wade Waters-Album kommt nun "Dead Letter Perfect".
Für einen Großteil der Produktion zeigt sich Oddissee verantwortlich, bei dem man eben diesen gefühlvollen Rap zu erwarten hat. Viele Gäste hat Soulstice jedoch nicht eingeladen, neben Wade Waters-Partner Haysoos und Oddissee findet sich hier nur noch Wordsworth. Doch weniger ist hier mehr, da Soulstice über eine angenehm anzuhörende Stimme, einen sauberen Flow und intelligente, lockere Rhymes verfügt, hätte er prinzipiell auch gänzlich auf Features verzichten können.
Um das beste Beispiel von dem Feeling, das dieses Album verbreitet, zu Beginn aufzuzählen, muss man hinten anfangen. "The quickening" kommt von Oddissee und hat so unglaublich viel Soul-Power im Gepäck, dass es den Hörer schlichtweg überrollt, und wer in einem der besten Tracks kurz wissen will, was ihn auf diesem Album erwartet, der sollte genau hier anfangen.
Ansonsten bietet das Album eine Mischung aus strikten Kopfnickern, ruhigen und nachdenklichen Stücken, die kräftig Soul versprühen. Allerdings weiß Soulstice auch, wie man eine Crowd richtig einheizt, das Streicher-getragene "High as you wanna" dient hier als gutes Beispiel. "Hey, you can take it high as you wanna go / I can see us rise with the vibe and it's wonderful / So if you listenin', I hope you gettin' in / Raise your glass, holla, let 'em know we on this again". Natürlich geschieht das ganze auf stilvolle Weise. "But tonight you my brother fam, not my nigga".
Was zuerst gegensätzlich erscheinen mag, sind die zwei Tracks "Be perfect" und "Not perfect". Und auch wenn im ersten Track aufgefordert wird: "Be perfect with it", gibt Soulstice dann in Zweiterem zu: "Nah, I'm not perfect, In fact sometimes far from it". Was die Beats betrifft, so sind diese schon ganz nah an der Perfektion, die M-Phazes-Bombe "Not perfect" mit einer traumhaften Hook von Oliver Daysoul noch ein bisschen mehr. Vor allem M-Phazes zeigt, dass seine Beats mit den charakteristisch pochenden Bass-Drums zu den hottesten gehören, die sich im Underground finden lassen.
Es ist definitiv noch notwendig, dass der Opener Erwähnung findet, die Hymne auf Southside Chi-City, "Southside ride". Der Oddissee-produzierte Kracher serviert trockene Drums mit einem markanten und großartigen Voice-Sample. "Chi-Town, ride down, Southside, we're live".
Ein ebenfalls erwähnenswerter Track ist "Book of days", der genau genommen ernsthafte Ansprüche auf den Titel "Track of the Album" erheben darf. Ein weteres mal ist es Oddissee, der wunderbar seine Streicher in Szene setzt, um diesem Song eine einmalige Atmosphäre einzuhauchen. "Different Book, but I reference it for emphasis / You heard Genesis, this is Exodus and Leviticus".
Leider ist nicht jeder Track ein Höhepunkt wie dieser, Stücke wie "Be strong" siedeln sich im Durchschnitt an; doch damit wäre auch schon der niedrigste Grad dieses Albums genannt, der Rest der Tracks bewegt sich mindestens im guten Durchschnitt oder höher. Da wäre "Still love", dem man den M-Phazes-Beat sofort anhört, was den Song aber nicht davon abhält, wunderbare 4 Minuten Musik zu bieten.
Auch wenn Wordsworth auf einem der schwächsten Beats auftaucht, ist ein Gast-Rap von ihm nie eine Fehlentscheidung. Und da auf "No chance" ein Track folgt, der sich perfekt als Ausstieg geeignet hätte, nämlich das astrein produzierte "Recognize", bleibt keine Zeit sich über den nicht so überwältigenden Beat zu beschweren.
Fazit:
Soulstice beweist auch mit Album #2, dass er einen starken Hang zu gutem Hip Hop hat. Für alle, die auf die Mischung aus klassischem Eastcoast-Sound, zusammen mit viel Soul und Chicago-Flair, stehen, eine weise Wahl. Denn "Dead Letter Perfect" ist eine sehr gelungene Alternative zum einheitlichen Mainstream-HipHop, und reiht sich somit unter viele andere großartige Underground-Releases des Jahres 2007.
Gesamtwertung: 7.8 / 10

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