Freitag, 9. November 2007

Rugged Intellect - Renaissance Music: The Introduction


Tracklist:
1. Intro
2. What It Is
3. Say Goodbye
4. Guaranteed feat. Rock
5. Biter's Block
6. DBA feat. RA The Rugged Man
7. Gonna Move
8. Life I Love
9. All Fair feat. Kool G Rap
10. By Any Means
11. Break 'Em Off
12. Next Dose feat. Ras Kass
13. Interlude
14. Real Recognize Real
15. Like That feat. A.G.
16. Truth and Consequences
17. Biters Block (Remix) (Bonus)
18. Say Goodbye (Remix) feat. Party Arty, Sean Price, Rustee Juxx & Solomon Childs (Bonus)

Release: 24. Juli 2007
Label: Expertism Records



Rugged Intellect dürfte bis zum Jahr 2007 noch niemandem ein Begriff gewesen sein. Doch nach einem Auftritt auf Domingo's Producer Album folgt im Sommer sein eigenes Solo-Debut, "Renaissance Music: The Introduction", unter anderem natürlich mit Produktionen von Domingo. Rugged Intellect selbst stammt aus Montreal, Kanada, und präsentiert sich auf seinem Album als ein MC, der mit seinem Sound an die alten, rauhen 90er New Yorks erinnert.

Die Voraussetzungen dafür erfüllt er bestens. Er besitzt eine passende, leicht rauhe Stimme, eine gute Portion Rhyme-Talent, und die richtigen Connections, um sich die entsprechenden Gäste auf sein Album zu holen. Produziert wurde viel von Domingo und Rugged's kanadischem Kollegen Adam Sampler.
Der Sound wird schon im Intro und den ersten Tracks eindeutig definiert, und auch konsequent auf dem Album durchgezogen. Bei einem Bomben-Intro wie es auf diesem Album der Fall ist, und bei diesem Sound muss die fehlende Abwechslung jedoch nichts Schlechtes sein. Und im Großen und Ganzen ist das auch hier der Fall. Sehr oft sind die Tracks mit Samples bestückt, wie schon der erste Track, "What it is". Oftmals gesellen sich dazu Streicher, wie in "Say goodbye", und/oder Gitarren-Klänge,wie in "Gonna move" oder "Live I love".

Einem Bekannten läuft man hier auch über den Weg, "Next dose" war schon auf Domingo's "The Most Underrated" zu finden. Und dieser schustert einen aufdringlichen, doch berauschenden Beat, der von einem Ras Kass in Bestform veredelt wird. Dessen beste Line muss auch hier nochmals zitiert werden: "...If I wild out, they gon' have to yellow-tape the whole United States". Tödlich gut.
Domingo steuert desweiteren das leicht orientalisch klingende "By any means" zum Album bei, welches es sich im guten Durchschnitt bequem macht. "By any means, we take control of the streets / This is power to the people that be holdin' the heat / By any means, we're sick and tired of lies / Are we dyin' just to live or are we livin' to die". Dazwischen gibt es das schwer einschlagende "Break 'em off", dessen knochenbrechende Drums jedem Hörer ein Genuss sein dürften.

Die richtig starken Momente hat das Album bei 2 seiner Features. Der erste Mega-Song heißt "Guaranteed", zu dem sich niemand besser geeignet hätte als das Rockness Monstah. Der Beat ist herrlich raw, und es ist unbeschreiblich in welch göttlicher Weise der Mann, der von Gott mit einer der besten Stimmen im Rap-Game gesegnet wurde, seine Rhymes zelebriert. "This is just Rap shit / I am the flame and it's watch and learn / Shut the fuck up, it's not your turn, I got gwap to earn". Zwar unglücklich für Rugged, wie er hier an die Wand gerappt wird, doch bei Rock als Feature ergeht es den meisten so, was einerseits kein Grund für Rugged ist, sich zu schämen, und andererseits ein um so größerer Hörgenuss für den Hörer, da auch der Gastgeber exzellente Leistung abliefert.

Der zweite absolute Höhepunkt ist "DBA", der "Dirty Bitch Anthem", bei dem niemand geringerer zugegen ist als Rüpel-Rapper R.A. The Rugged Man, der zusammen mit Rugged Intellect als doppeltes, weißes, "Rugged"-Pack die vulgärsten Stories über Schlampen zum Besten gibt. "I fuck anything, fat bitch look like Al Sharpton / I kick you out the crib, if your pussy start fartin / Heroin bitches got a bad rep, like they all got HIV / But I done fucked mad heroin bitches and I still live / 14 year old sluts love the way that I rap / And all that R. Kelly shit, I ain't learned nothin' from that". Einfach nur wundervoll, gehört sicherlich zu den besten und lustigsten Bars des Jahres. Da können sich sämtliche Porno-Rapper ne Scheibe abschneiden. Natürlich ist Adam Sampler's Beat nicht weniger gut, und macht aus dem Stück den schon erwähnten Höhepunkt.

In "Biter's block" bekommen die ganzen Biter ihr Fett weg. "This is the biter's block / A place where amateur rappers start to mimic their favorites to get a slice of props / In '86 these cats would probably die / But everybody want to bite since 50 trying to be Ja". Außerdem: "They say imitation is the best form of flattery / If Pun was alive, would he flip and get mad at me / Would he, call me a biter, tell me to get my own style / Would he say my flow's off the hook like a phone dial?". Eine berechtigte Frage, da Rugged sich öfters diese Parallele anhören muss. Doch sein Fazit ist, er bitet niemanden, sondern hat natürlich seinen eigenen Style. Was letztendlich auch wahr ist. Starker Song.
Auch einer von 2 Boni, der Remix zu "Biter's block", mit gleichem Text und neuem Beat lässt sich gut anhören.

Zum Ende bringt Rugged auch noch 2 ernste Tracks. Ersterer ist "Like that" mit A.G., eine Hommage an alle Rap-Pioniere, die dank eines sehr starken Piano-Beats von Adam Sampler vollauf gelungen ist; zweiter Track ist "Truth & consequences", der mit seinem Beat von Apokalyptik ebenfalls einen guten Song abgibt. Zu erwähnen ist noch der ganz zum Schluss als zweiter Bonus Track laufende "Say goodbye (Remix)", bei dem die Reibeisen-Stimme Party Arty, Sean Price und Schützling Rustee Juxx, sowie zuletzt Wu-Tang Affiliate Solomon Childs vertreten sind. Dank der hochkarätigen Features ist dieser Remix auch alles andere als überflüssig. Abschließend sei eine Line von Sean P erwähnt: "Once again I'm back spittin some stupid shit / Never thought that rappin' so stupid can be so lucrative".


Fazit:
Rugged Intellect beweist, dass Renaissance Music alles andere als langweilig sein muss, und wie schon viele Rapper in der letzten Zeit verkauft er sein Gesamtpaket mit Sound der 90er gelungen und fresh. Einziges Manko: Sein Rap-Stil ist etwas einseitig, ebenso wie die Beat-Landschaft. Wem diese gefällt, der wird sich hier rundum wohl fühlen, wer damit nichts anfangen kann, sollte einen Bogen um das Album machen.

Gesamtwertung: 7.6 / 10

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