Sonntag, 11. November 2007

The Dwellas - The Last Shall Be First


Tracklist:
01 Leakage
02 Dwellas
03 The Last Shall Be First feat Large Professor
04 Stand Up
05 I'm Tellin' U
06 Verbal Slaughter feat Inspectah Deck
07 On the Run
08 Da Ruckus
09 Ready to Rock feat D.V. Alias Khrist
10 You've Been Warned
11 Frontline feat Cocoa Brovaz
12 Once Again feat Tony Atlas
13 Ill Collabo feat Organized Konfusion
14 Game of Death (Ayatollah's Joint)
15 Main Aim

Release: 26. September 2000
Label:
Loud Records / Stimulated Records



Im Jahr 2000 lassen die Dwellas, bis dato bekannt als Cella Dwellas, nach 4-jähriger Abstinenz, wieder etwas von sich hören. Und das Etwas nennt sich "The Last Shall Be First", und verspricht Street-Klänge vom Feinsten, konnten UG und Phantasm doch Large Professor, Inspectah Deck, die Cocoa Brovaz oder Organized Konfusion als Gäste gewinnen.

Und in der Tat wird hier nicht lange gefackelt, das Album geht gleich mit "Leakage" rasant, laut und dreckig los. Nick Wiz, der für viele der Beats verantwortlich ist, beschert dem Opener knochenbrechende Drums zu energisch-aggressiven Streichern, zu denen sich UG und Phan alles andere als friedlich äußern: "Now what you think this is, ain't nothin innocent here / Focus, attack and chop drums like Premier / Wave the gun in the air, you runnin in fear / Punish who dare stare, you don't wanna go there".
Überhaupt sind auf dem ganzen Album Lines wie diese an der Tagesordnung. Vor allem UG, mit seiner markant-tiefen Stimme, zerlegt regelmäßig die ihm vorgesetzten Beats. Die passende Ergänzung dazu ist Phantasm, der mit seinem weicheren Flow das Duo komplettiert. Dazu können sich die Dwellas glücklich schätzen, trotz manchmal gänzlich unbekannter Produzenten über Beats zu rappen, um die sie jeder Eastcoast-Rapper beneiden muss.

Das schlichtweg geniale "Dwellas" beispielsweise gräbt sich sofort seinen Weg in die Gehörgänge, und setzt sich dort auch prompt fest. Nicht weniger gut ist das Outcome, wenn eine gestandene Größe wie Large Professor sich um den Beat kümmert und auch ein paar Lines droppt.
Der Spezialist für dreckige Streicher und entsprechend pumpende Drums ist Nick Wiz, der auch in "Stand up" dem Hörer wieder ein schwerverdauliches Beat-Paket vor den Latz knallt, dem UG und Phan mühelos Herr werden. Nick Wiz beweist, dass er auch die ruhige Masche beherrscht, und liefert im Anschluss "I'm tellin' U". Fazit des Song: "Ayo I'm tellin U son, UG's my name / Don't never trust your dame around a man with fame" .
Für die nächste Bombe ist Großmeister Inspectah Deck mit an Bord, und zusammen wird über einen prächtigen Beat feinster Rap zelebriert. Der Rebel INS wird seinem Ruf gerecht und würzt den Track mit seinen wunderbaren Lines: "Dynamic vocal, expand global, ran locals off the avenue / You brand new cats can never handle / The one man brigade known to raid the airwaves / Write rhymes for survival, nines bleedin the page / The rap attacks like mystic magic, with tragic results / Electrifyin, imagine the volt".
Auch UG wirft mit köstlichen Lines um sich: "My rhyme tortures, leavin cats beggin for life, third leg in your wife / Sharp like the nails that punctured the palms of Christ". All das macht "Verbal slaughter" zu einem Eastcoast-Klassiker.

Für "On the run" bedient sich Nick Wiz eines vielverwendeten Beats, der sich jedoch äußerst gut auf dem Album macht. Etwas andere Töne werden auf dem abgehackten "Da ruckus" angeschlagen, das in einer etwas softeren Version wohl als Club-Track durchgegangen wäre, was man dieser Version jedoch keinesfalls unterstellen sollte. "This is for the thugs, pimps, hustlers, hoes / Those who get dough, represent the ghetto".
Allerdings muss man "Da ruckus" eine ganze Stufe unter das setzen, was anschließend folgt: "Ready to rock". Unter Nick Wiz' ganzen Bangern, sein bester Beat. Ein Piano, wie man es selten besser gehört hat, bildet die Grundlage für dieses Meisterwerk. "It's back to the basics, beats and rhymes, that's how we lay shit / big chains and bracelets, that's how we walk in New York from way back", so Phan's Einstieg in den Track. Und spätestens bei DV's genialem Chorus steigt jeder Eastcoast Fan voll ein: "Are you ready to rock, are you ready to roll? / C.D. and D.V. is in full control / Bounce with us one time cause we in control / Are you ready to rock, are you ready tol roll?!". Große Klasse, die Phan in Verse 2 auch fortsetzt: "Yo check this, you got to respect this lyricist / Who ain't feelin this?, nigga you must be spiritless / I be dropping things, stayin' on top of things / So I can rock diamond rings, and enjoy what life brings". Classic.

Und das Album macht munter so weiter. "Y'all wack niggas leave the R-A-P to M-E and get a J-O-B on some K-Solo S-H-I-T", so auf dem nächsten Banger, "You've been warned", natürlich wieder mit großartigem Beat von Nick Wiz. Der nächste große Feature-Name bringt dann auch sofort wieder einen Bomben-Song mit sich, "Frontline" lädt sich Tek und Steele ein, und man spürt, wie die vier Emcees an dieser Zusammenkunft Freude finden. "C.D.'s, C.B.'s, Hennessey, plenty weed". Und ein weiteres Mal ist es Nick Wiz, der mit angestaubtem Piano den Beat zum Klassiker macht.

"Before spittin rhymes, we was commitin crimes / Only concerned hittin dimes and gettin mines", so der Anfang des nächsten Edelstücks, dem (natürlich) von Nick Wiz produzierten "Once again". "Who wanna harm me?, you need a whole army o' niggas / About 600 gorillas and a 100 trained killas to stop me / It's UG, I tranform / I rip your flesh like a sandstorm, leave you layin' in your man's arms". Diese Lines maßt sich nur ein UG an. Ignoranz vermischt mit Arroganz auf hohem Level.
Die nächste beachtliche Kollaboration gibt es auf "Ill collabo" zu hören, bei dem sich Pharoahe Monch und Prince Poetry die Ehre geben. Diesmal ist es Rockwilder, der den ruhigen, doch brillianten Beat beisteuert. Was hierbei herauskommt, ist im Chorus gut zusammengefasst: "Yo, it's the Phan to the tasm, Prince to the Po / Yeah, the U to the G and the Monch Pharoahe / The Ill Collabo will smack y'all, lyrically attack ya'll / Underground sound, we comin at y'all".

Auf dass gegen Ende keinesfalls nachgelassen wird, gibt es das von Ayatollah produzierte, "Game of death (Ayatollah's joint)". Und dieser Track ist in der Tat tödlich, getragen von unter die Haut fahrenden Streichern mit einem düsterem Sample gehen vor allem UG's Wortsalven durch Mark und Bein. "Now, some of y'all Rap niggas piss me off / Make me wanna bust the pistol off".
Der letzte Track ist ein Bonus-Track, der ursprünglich vom "Soul In The Hole"-Soundtrack stammt, nennt sich "Main aim" und besitzt einen Beat von Nick Wiz. Und dieser hat zum Schluss nochmals alles zusammengetragen, was ein Eastcoast-Klassiker so braucht. Was für ein Ausstieg, dem nur noch eine Line von Phantasm beigefügt werden kann: "Even headliners got flawed when we toured / Because all my releases are lyrical masterpieces".


Fazit:
Einer der letzten Eastcoast-Klassiker mit dreckigem 90er-Sound. Hier jagt ein hochkarätiger Street-Track den anderen, vor allem Nick Wiz, und auch alle anderen beteiligten Producer machen dieses Album zu einem viel zu oft übersehenen Juwel mit meisterhaften Beats, das eigentlich jedem Liebhaber von unerbittlichem Straßen-Rap geläufig sein sollte. Nicht dass UG und Phantasm sie gebraucht hätten, finden sich hier auch noch hochkarätige, und doch nicht zu viele, Gäste, die den Klassiker-Status noch unterstreichen. Eines der besten East-Coast Alben ab 2000, no doubt.

Gesamtwertung: 9.5 / 10


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