Samstag, 17. November 2007

Ghostface Killah - Ironman


Tracklist:
01 Iron Maiden feat Raekwon & Cappadonna
02 Wildflower
03 The Faster Blade feat Raekwon
04 260 feat Raekwon
05 Assassination Day feat Inspektah Dek, RZA, Masta Killa & Raekwon
06 Poisonous Darts
07 Winter Warz feat Raekwon, U-God, Masta Killa & Cappadonna
08 Box in Hand feat Raekwon &Method Man
09 Fish feat Raekwon & Cappadonna
10 Camay feat Cappadonna & Raekwon
11 Daytona 500 feat Raekwon, Cappadonna & The Force M.D.s
12 Motherless Child feat Raekwon
13 Black Jesus feat U-God & Raekwon
14 After the Smoke Is Clear feat Raekwon, RZA & The Delphonics
15 All That I Got Is You feat Popa Wu & Mary J. Blige
16 The Soul Controller feat The Force M.D.'s
17 Marvel feat RZA

Release: 29. Oktober 1996
Label: Razor Sharp / Epic Street



Nachdem der Wu-Tang Clan mit "Enter The Wu-Tang (36 Chambers)" die Welt im Sturm genommen hat, Method Man ein Jahr später sein Debut droppt, folgt 1995 ein Schwall von gleich 3 Solo-Alben, alle Klassiker. ODB, Raekwon und GZA haben damit jeweils ein Solo-Album auf dem Markt. Im Jahr darauf darf sich die Welt nur über ein Album freuen, das direkt von einem der Neun veröffentlicht wird, und das ist Ghostface's "Ironman".

Es ist schwer, über 10 Jahre nach der Veröffentlichung ein Review über ein Album zu schreiben, das den Titel "Classic" so fest in den Händen hält, dass jegliche Kritik Blasphemie gleichkommt. Glücklicherweise macht Ghost es einem nicht besonders schwer, denn "Ironman" ist ganz einfach so gut, dass es gar keinen Grund für Kritik gibt.
Auf dem Album finden sich so viele Features wie selten auf einem Album, es gibt nur zwei Tracks auf denen Ghost keine Gesellschaft am Mic hat. Trotzdem steht es ganz außer Frage, dass er hier im Mittelpunkt steht. Dicht daneben steht Raekwon, der auf mehr als der Hälfte der Tracks ebenfalls vertreten ist. Wie gut Rae und Ghost zusammenpassen, genau dafür ist Ironman ein unwiderlegbarer Beweis.

Erstaunlich ist es, dass RZA keine Probleme damit hat, ganze Alben zu produzieren, dabei immer einen gewissen charakteristischen Sound beizubehalten und trotzdem nicht einseitig zu klingen. Genau dieser Sound aus dieser Zeit ist es, der allen Wu-Tang Releases zu einem solchen Status verhilft, und da Vergleichbares heute nicht mehr zu finden ist, werden Alben wie Ironman auch noch heute von den Fans verschlungen. Und wer sollte es ihnen verübeln, RZA's Beats sind schlichtweg... himmlisch.
Neben zahllosen Filmzitaten sampled RZA wie ein Weltmeister, verpackt das Ganze is unbeschreibbar gute, herbe, Drums und bietet damit die Grundlage für die Raps, die der Qualität der Beats in Nichts nachstehen. Seien es nun die drei auf dem Cover zu sehenden Ghost, Rae und Cappadonna, oder weitere Clan-Member (denn andere Figuren spitten hier nicht), dieses Album gehört zu jenen, bei denen nach einer gewissen Anzahl an Replays ganze Verses hängenbleiben.

Es scheint fast sinnlos, hier einzelne Tracks herauszugreifen, um ihre Besonderheit hervorzuheben. Deshalb fängt man am besten von vorne an. Nach einem Filmzitat startet das Album mit seinem ersten Klassiker, "Iron maiden". Da es vor allem Cappadonna ist, der später nie wieder so scharfe Reim-Salven wie hier spitten wird, ist es angebracht, aus seinem Verse zu zitieren: "Veteran for rappin' with the new set of rule of hard rappin' / '96 jive, I keep the live crowd clappin' / When I bow, all praises due to Staten Isle / I spark the mic and Shaolin spark the methtical".

Die Story über eine Ghost untreu gewordene Bitch ist nicht weniger stark. "Wildflower" bietet Lines wie: "Sexually you worshipped my di-dick like a cross / I had you fiend out, broke out, for a month you fell off / You was my main shit, my peeps showed you love on the strength / You saw how I got down, the way I thought had you tranked / But you had to fuck this rasta-head ass nigga / I shoulda slapped ya but the Gods said chill / That's your wiz fault, god, handle that in the lab / I'm wonderin how many times your hot ass got stabbed". Ghost zieht den ganzen Song in einem Verse runter, ohne dass das Bedürfnis nach einem Chorus aufkommt.

Anschließend bekommt in "The faster blade" Raekwon einen Solo-Track, der mit zweieinhalb Minuten jedoch auch nicht zu lang geraten ist. Darauf ist in "260" das Dream-Team Rae und Ghost zu vernehmen, die über RZA's Bläser zum Kopfnicken einladen.
Damit ist das Album bei einem seiner zweifelsohne besten Songs. "Assassination day" hat einen abgrundtief bösen Beat, der durch sein langsames Einsetzen noch an Wirkung dazugewinnt. Dazu kommt ein Mann: Inspectah Deck. Der Rebel INS scheint zu dieser Zeit seine Lyrics von einer nicht-menschlichen Ecke seines Gehirns zu beziehen, sein Part hier ist so trefflich wie der tödliche Beat.
"I move through the third world, my third eye's the guiding light / Invite the fight, we all die tonight / The life I lived, a 25 to life bid / Parole reneged, I stroll the globe fugitive / CREAM is short, C-cypher power stalk, plus the fiend talk / Three G's accost in Supreme Court / White lies and blackmail, land me back in jail / We're all for sale, a stolen gold but it fail / Stranded on the front line, I shine to the dumb and blind / It comes time I take back what was once mine". Auch ganz ohne Ghostface ist dieser Song mit dem Rebel INS, RZA, Raekwon und dann Masta Killa ein absoluter Klassiker.

"Poisonous darts" ist reichlich mit Kung Fu-Samples gesegnet, auf dass Ghost zusammen mit Rae einen weiteren großartigen Song abliefert. Dieser bekommt dann Gesellschaft von der nächsten Bombe, "Winter warz". Zusammen mit Raekwon im Chorus, einem starken U-God, dem beständig flowenden Masta Killa und Cappadonna wird ein weiteres Juwel von RZA berappt.
Nicht minder stark ist "Box in hand", auf dem zum ersten Mal Method Man auftaucht, und das voll und ganz in der Atmosphäre des Albums versinkt.

Nach einem weiteren Filmzitat gibt es dein einzigen nicht von RZA produzierten Beat. True Master ist für "Fish" verantwortlich, einem weiteren legendären Stück, dessen Einstieg schon schlichtweg genial ist. Die drückenden Bass-Drums können mit jeder RZA-Produktion des Albums mithalten. Auch Ghost's Einstieg prägt sich sofort ein: "We eat fish, tossed salads and make Rap ballads / The biochemical slang lord'll throw the arrows, in the dope fiend".

Nach dem sehr langsamen und sample-lastigen "Camay" prescht "Daytona 500" nach vorne, eingeleitet von den Force M.D.s: "They be the illest MC's, in the world today / Cappa, Raekwon and the R-Z-A / So listen to them clear, and put the box right near your ear / Light your blunts and down your beers / Cause you could never fuck with Wu-Tang Killa Beez". Raekwon steigt dann mit dem ersten Verse ein, der nicht minder eingängig geraten ist.

Ein sehr soul-volles O.V. Wright-Sample trägt "Motherless child", ein vielleicht unbeachteteres, doch nicht minder wertvolles Kleinod dieses Albums. Nach einer Unterhaltung mit Wu-Tang-Stammvater Popa Wu folgt die nächste Genialität. In der Hook mit einem Sample versehen, zwingen die Drums und die perfekt fließenden Rhymes den Hörer zum Mitwippen. "Black Jesus" bietet vollkommene Rhymes sowohl von Ghost, Rae als auch U-God.

"After the smoke is done / Wu-Tang, Delphonics, number one", leitet sich das mit schweren Drums anrückende "After the smoke is clear" ein. Danach wird Mary J. Blige für einen sauber gesungenen Refrain eingespannt, der, in Kombination mit RZA's entspannten Streichern, "All that I got is you" zum softesten Erzeugnis des Albums macht.
"The Soul controller" spielt über große Strecken nur Sam Cooke's Sample von "A change is gonna come" ab, und artet mit knappen 7 Minuten etwas zu lang aus. Trotzdem entfacht es eine ergreifende Atmosphäre und hat deshalb seine volle Daseinsberechtigung.
Damit fehlt nur noch "Marvel" mit RZA, welches zu mehr als der Hälfte ebenfalls nur aus Instrumental besteht, doch somit die Notwendigkeit eines Outros aufhebt.


Fazit:
Es bleibt nicht viel zu sagen, da sicherlich jeder HipHop-Fan die Rezensionen über Ironman gelesen hat, und somit weiß, dass das Album ein absoluter Wu-Tang Klassiker ist. Nicht nur das, ebenso wird es als eines der besten Alben der Mid-90's aufgezählt. Und das zurecht. Es ist fast schon ein Clan-Album, bei dem Ghostface im Rampenlicht steht, und RZA die Beat-Fäden zieht. Diese Konstellation konnte 1996 einfach nicht schiefgehen.

Gesamtwertung: 9.6 /10

Keine Kommentare: