Tracklist:
01. Intro
02. I'm coming feat Pie Ro & Chalkline
03. Mystery
04. Consequence feat Self
05. Skit
06. Survival feat Trilogy
07. Now they know
08. Take a stand feat Strap
09. Power feat Trilogy
10. Outcome feat Trilody
11. Sacrifice feat Pie Ro & Trilogy
12. Nothing to see feat Kendall
13. Outro
Release: 2004
Label: ILL Nature Records / ShakeDown Productionz
ProWonda, oder auch Pro Wonder aka Mally Mah, ist der Inbegriff von Underground. Ansässig in Chicago bietet er auf seiner 2004 erschienenen LP "Nothing To See" einen Blick in seine Heimatstadt. Unterstützt wird er dabei von ILL Nature Kollegen Trilogy, Pie Ro, Strap und Buzz B. Ziel dieser Rapper ist es, dem heutigen einseitigen HipHop zu troten und "true Hip Hop" zu kreieren.
Nach dem Intro ist der erste Track gleich eine eiskalte Bombe. "I'm coming" eignet sich schon fast für den Club, ohne dabei auch nur ein bisschen poppig zu sein. Die zwischendurch einsetzende Piano-Line nickt ebenso wie die die Ohren der Hörer attackierende, tödlich verzerrte E-Gitarre, zu den klaren Snare-Drums, mit. Die Produktion erweist sich als durchwegs gelungen, und erinnert in "Mystery" sogar an die Chicago-Kollegen All Natural. Eine Armada aus Streichern sorgt für starke Sound-Untermalung für Pro's Raps. "Excuse me, as you blow my high / Why the system had to tell that lie? / Usin' us as an alibi for those that died".
Das charmante "Consequence" bleibt ebenfalls recht schnell hängen, Gitarren-geleitete Tracks wechseln fließend mit Streicher-dominierten Stücken. So ist "Survival" mit Trilogy, dem Prince Of Ghana, wieder dramatisch raw, und kommt natürlich nicht ohne ein Sample aus Wu-Tang Klassiker "CREAM" aus.
Was "sie" jetzt alles wissen, wird auf "Now they know" erläutert, und das wäre: "Now they know... this n that about Pro, this n that about Ill Nature, all this n that about these niggaz he fuck with, what bitch he fuck". Der Track startet dann mit gutem Boom-Bap Sound aus Chi City. Das sich anschließende "Take a stand" ist äußerst ernst gehalten, das Piano drückt dem Track eine stark schwermütige Note auf.
Mit Gast-Raps auf 4 von 10 Tracks ist Trilogy schon fast zweiter Protagonist des Albums. Auf "Power", einem der besten Tracks des Albums, wird in zwielichtiger Atmosphärige zusammen mit Pro philosophiert.
Ein weiteres astreines Stück Deepness stellt "Outcome" dar, dessen gezupfter Gitarren-Beat gut ins Bild pass. "Where do you turn when your flesh and blood don't want you no more? / A black pearl lost in this world with nowhere to go / We all get stressed and frustrated when our money get low". "Sacrifice" schließlich besticht mit wunderbarem Sample und sehr gut klingenden Off-Beat Raps der Ill Nature MCs. Letzter Track nennt sich "Nothing to see", und hat den experimentierfreudigsten Beat des Albums, der jedoch in Kombination mit Kendall's passender Hook und ihrem Gesang im Hintergrund einen tadellosen Kopfnicker abgibt. Dazu werden kritische Töne, in Richtung des Refrains, angeschlagen: "Hip Hop ain't nothing to see, this ghetto ain't nothing to see, paper stackin' ain't nothing to see / Once we see that, ain't nothing to it; cause once you think it's something it ain't nothing to see at all".
Das (höchstwahrscheinlich) auch von Kendall gesungene Outro hat etwas sehr entspannendes und lässt das Album angemessen ausklingen.
Fazit:
Sehr starkes Album, trotz des extrem niedrigen Bekanntheitsgrades von ProWonda legt er mit "Nothing To See" ein Album hin, dass eindeutig mehr Beachtung verdient hätte, hat es doch allerfeinsten Chicago Sound zu bieten.
Gesamtwertung: 7.5 / 10

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