Tracklist:
01 Animal Instinct feat Ty Nitty & Twin Gambino
02 Drop a Gem on 'Em
03 Bloodsport
02 Drop a Gem on 'Em
03 Bloodsport
04 Extortion feat Method Man
05 More Trife Life
06 Man Down feat Big Noyd
07 Can't Get Enough of It feat General Grant
08 Nighttime Vultures feat Raekwon
09 G.O.D., Pt. III
10 Get Dealt With
11 Hell on Earth (Front Lines)
12 Give It Up Fast feat Nas & Big Noyd
13 Still Shinin'
14 Apostle's Warning
05 More Trife Life
06 Man Down feat Big Noyd
07 Can't Get Enough of It feat General Grant
08 Nighttime Vultures feat Raekwon
09 G.O.D., Pt. III
10 Get Dealt With
11 Hell on Earth (Front Lines)
12 Give It Up Fast feat Nas & Big Noyd
13 Still Shinin'
14 Apostle's Warning
Release: 19. November 1996
Label: Loud Records
Ein Jahr nach ihrem Klassiker "The Infamous" legten Mobb Deep mit ihrem dritten Album, "Hell On Earth", nach. Neben einer Fehde mit Tupac wird der von Mobb Deep eingeführte Sound hier fortgeführt. Waren auf dem Vorgänger noch der ein oder andere Beat eines anderen Producers (Q-Tip) zu finden, so entsteht "Hell On Earth" komplett in Eigenregie Havoc's. An Features finden sich neben den Infamous Kumpanen nur Raekwon, Nas und Method Man.
Was einen auf diesem Album erwartet, sagt Havoc schon gleich zu Beginn. "You know how we did on The Infamous album, right? Aight... So we gon' do it again, son". Wenn ein Konzept wie das von The Infamous so wunderbar funktioniert hat, wieso sollte man auch davon abweichen? Vor allem da "Hell On Earth" noch finsterer und härter gerät.
Hier treten außerdem zum ersten Mal Ty Nitty und Twin Gambino, die 2/3 des Trios Infamous Mobb ausmachen, auf. Und da in der Hölle auf Erden immer noch das "Survival of the fittest" angesagt ist, ist es äußerst nützlich, einen "Animal instinct" zu besitzen. "Tired of livin life this way, crime pay / But for how long, till you reach a downfall", so eine Zeile aus dem großartigen Chorus.
Doch der Krieg fängt erst an. "Drop a gem on 'em" ist die Antwort auf Tupac's liebe Worte an Hav und P. "It's the infamous back in the house once again / Livin the life, that of diamonds and guns / And now gems, pulls gats / Like a basehead pulls on stems / The Mobb got the bomb run out and tell a friend / Drop a gem on 'em". Schon der Chorus ist enorm kaltblütig, ganz zu Schweigen von den restlichen Lyrics der beiden Protagonisten, welche nicht umsonst von vielen für noch besser als auf dem Vorgänger-Album gehalten werden.
Was nun folgt, sind knochenharte Drums, ein kühle bis eiskalte Atmosphäre, und das auf Albumlänge. "I'm a maniac, brainiac, fanatic for that / Capable of combat, P counterattack / In some hot wheels, sendin shots out the back". Nur eine von vielen Stellen, an denen Prodigy beweist, dass er wie schon auf "The Infamous" in Bestform ist.
Auch zusammen mit Method Man stimmt die Chemie, die "Extortion" so stark macht. Auf dem ebenso guten "More trife life" erzählt Havoc eine Story, die ihn in eine unbequeme Falle führt, weil er der Verführung in weiblicher Form auf den Leim gegangen ist. Moral der Geschichte: Sich nicht mit ebensolchen Bitches einlassen.
Auf den nächsten Klassikern bekommen jeweils Big Noyd und General G, später bekannt als Illa Ghee, einen Auftritt, um ihren Teil zum Ganzen beizutragen. In "Nighttime vultures" gibt es, wie immer, Prodigy vom Feinsten: "Left a wet trail, delivered these slugs like air mail / Directly at the cat that made my man blood spill / An eye for an eye you know my science of life / Is you man or mice, thugs or the cowardly type". Fantastische Lines, die dann von Raekwon's perfektem Flow gefolgt werden.
Man borgt sich dann eben schnell das Theme aus Scarface für die nächste Granate, "G.O.D. pt. III", einem epischen Gangster-Track, um dann mit "Get dealt with" wieder ganz in den düsteren und trostlosen Tiefen New Yorks zu versinken. "Got you runnin, dodgin, coverin, shelterin / Bullets rippin thru the fabric of ya shirt, it's meltin it / You bleed again, you just another nigga dealt with / Intruder Alert! Our house is nothin like the Covenant / We hold big shit like a bitch hold one in the oven". Prodigy trägt seine Lines so teilnahmslos vor, als wäre es sein täglich Brot, diverse Snitches unter die Erde zu befördern, was man ihm auch sofort glauben würde.
Das Album hat keinesfalls vor, gegen Ende nachzulassen. Mit "Hell on earth (Front lines)" steht erst mal die zweite Single und für viele der beste Song des Albums ins Haus, den Prodigy mit der großartigen Line "Yo the saga begins, beget war / I draw first blood, be the first to set it off" einleitet. Die Hölle auf Erden befindet sich im Ghetto, die Gefechtsfronten liegen direkt in den Projects.
Wie auch schon auf "The Infamous" bekommt Nas einen Auftritt, und erneut legt er, was war anderes zu erwarten, einen exzellenten Part hin, der auf Give it up fast" neben den Raps von P, Hav und Noyd zu finden ist. Eines der besten Samples, das je in einem HipHop-Track verwendet wurden, ist jenes von Willie Hutch, das sich in "Still shinin'" wiederfindet. Ein weiteres Mal wird es 2004 auf Masta Ace's "A Long Hot Summer" zu hören sein, und auch dort wird es diesen Track zu einem Meisterwerk erheben. Nur wo Masta Ace's Song schwermütig ist, ist dieser Track die "Raw version", die ebenso etwas für sich hat. Schlichtweg ein weiterer Klassiker dieses Albums. "Fuck the miss, the science of numbers is how I live / If we ain't gettin mathetmatics somethin got to give", so Prodigy, während er die "Ladder of success" erklimmt.
Nicht zu vergessen ist das allerletzte Stück, "Apostle's warning", in dem Prodigy einen langen, traumhaften Verse von sich gibt. "Prodigy, turnin niggas to protoges / My protege, I advise ya ass to make way". Und auch hier werden die genialen Raps von einem perfekten Beat komplementiert, was erst als Einheit den vollen Charme des Tracks, so wie es bei jedem Stück dieses Albums der Fall ist, ausmacht.
Fazit:
Ein Album, das einen Maßstab für alle nachfolgenden Alben, die auch nur ansatzweise in die gleiche Richtung des rough & grimey New York Sound ausschlagen, definiert, kann nur ein Klassiker sein. "Hell On Earth" ist die Weiterentwicklung von "The Infamous", die letzten minimalen Schwächen werden ausgemerzt, um ein Album zu schaffen, an dem sich für alle Zeiten die harten EastCoast Rapper messen werden müssen. "The Infamous" besitzt seinen Status, und den Anhang, es sei besser als "Hell On Earth", schlichtweg deshalb, weil es zuerst kam. Doch "Hell On Earth" kann eineinhalb Jahre später mit der Perfektion dieses Sound nochmals eine Steigerung auf musikalischer Ebene schaffen, die auch heute noch unerreicht ist. Das ist Perfektion.
Gesamtwertung: 10 / 10

1 Kommentar:
Nicht einmal eine Frauenstimme im Chorus, nicht eine typische Club Single, keine stundenlangen Interludes (wie z.B. bei OB4CL oder 36 Chambers), nicht unnötig kurz wie Illmatic. Wenn doch nur nochmal jemand so ein Album machen würde...
(nicht dass ein 2. Illmatic oder OB4CL 2 schlecht wär)
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