Mittwoch, 14. November 2007

Statik Selektah - Spell My Name Right (The Album)


Tracklist:
1. Intro - DJ Premier & Termanology
2. Stop, Look, Listen - Styles P., Termanology & Q-Tip
3. Express Yourself '08 - Termanology, Talib Kweli & Consequence
4. 6 In The Morning - Joell Ortiz, Kool G Rap & Sheek Louch
5. What Would You Do!? - Freeway & Cassidy
6. Make A Movie (Interlude) - DJ Khaled
7. Bam Bam - Red Cafe, Termanology & Mims
8. G Sh!t (Showoff Mix) - Uncle Murder, Sev-One, Termanology & Jadakiss
9. Back Against The Wall - Cormega & Royce Da 5'9"
10. Hardcore (So You Wanna Be) - Reks & Termanology
11. No Mistakes Allowed - Doug E. Fresh, Tony Touch, Scram Jones, DP-One, DJ GI-JOE, DJ Revolution & Esoteric
12. Clinton Sparks Interlude
13. Punch Out - Big Shug
14. The Good Life (Give It Up) - Lil Fame
15. Big Dreamers - Reks
16. No Holding Back - AZ & Cormega
17. Got Me Goin’ (Hip Hop) - Slum Village & Granite State
18. Time To Say Goodbye - Evidence & Alchemist
19. It's Over Now - Termanology & A.G.
20. Talk To Me - Jon Hope, Reks & Skyzoo
21. Did What We Had To Do - KRS-One, Large Professor & L Da Headtoucha


Release: 06. November 2007
Label: Showoff Records / Brick Records



Statik Selektah war einer von vielen Mixtape-DJs. Neben der üblichen Palette an Mixtapes mag er auch durch Mixtapes zusammen mit Nas aufgefallen sein. Doch ihm reicht diese eher Nebenrollen-Existenz im HipHop-Biz nicht. Stattdessen tut er das, was 2007 schon so viele getan haben: Er veröffentlicht ein Producer-Album: "Spell My Name Right (The Album)".

Auch wenn man es nach den ganzen Line-Ups der schon veröffentlichten Alben dieses Jahr nicht mehr für mögliche gehalten hätte; dieses Album toppt den Rest. Dazu wäre es unnötig die besten Features nochmals aufzulisten, ein Blick auf die Tracklist genügt. So viele Namen, von Doug E. Fresh und Q-Tip bis Mims, von Slum Village bis Evidence oder Joell Ortiz, das ist eine Mischung aus altbekannten Größen und dem anerkannten Halb-Underground, die Boom-Bap-Fans allein schon beim Lesen Tränen in die Augen treibt.
Doch wer die Producer-Alben von 2007 kennt, der weiß, dass diese Namen keine Garantie für ein gutes Albums sind. Letztendlich kommt es auf die Beats an, und noch viel mehr auf die Geschlossenheit des Albums. Gerade für diese sind zu viele Artists oft schädlich.

Was hat diese Platte also nun tatsächlich zu bieten? Die Antwort: Eastcoast-Sound. Erstaunlich ist allerdings, dass viele Tracks mit einer deftigen Portion Old-School-Flavour daherkommen. Nicht zuletzt die Huldigung an den N.W.A.-Klassiker "Express yourself '08" mit Consequence, Talib Kweli und Termanology (welcher, dank seiner Freundschaft mit Statik so oft wie kein zweiter auf dem Album zu hören ist), ist ein Parade-Beispiel dafür, zwar nicht sehr innovativ, aber großartig anzuhören.

Ein weiteres Remake eines Klassiker gibt es in "Bam bam", bei dem sich die New Yorker Jungspunde Red Cafe, Termanology und Mims das Mic in die Hand geben. Ebenfalls sehr hörenswert. Es ist vor allem der Start, der die markanten Tracks in sich hat. Herausragend ist "Stop, look, listen", ein wunderbar jazziges Werk, bei dem es starke Rhymes von Styles P, Termanology und ATCQ-Altmeister Q-Tip zu hören gibt.
Während ein Sample fragt "What would you do" treffen die Philly-MCs Freeway und Cassidy aufeinander, welche beide zu den unpassendsten MCs dieser Platte gehören. Mehr als solide ist dieses Erzeugnis nicht.

Und auch sonst findet sich nicht nur erstklassige Ware. Eine der unerfreulichsten Dinge ist das auf den Cass/Free-Track folgende Interlude. Mit wem? Ja genau, mit einer der nervigsten Stimmen, die das Hip Hop Game zu bieten hat. Eine kleine, garantiert Eier-freie, östrogen-geschwängerte Stimme flötet einen Wortschwall aus verbalem Abfall, wobei der Term "We the best" natürlich nicht fehlen darf. Auch wenn diese Tortur nur 45 Sekunden dauert, dreht sich einem doch, für den Fall dass man's nicht schnell genug zur Skip-Taste geschafft hat, dermaßen der Magen um, dass der Sympathie für das Album ein herber Schlag versetzt wird. Was such dieser Clown Khaled auch hier?

Glücklicherweise bleiben die restlichen Tracks von ihm verschont. Dies erhebt jenen Rest jedoch nicht gleich zu Kofnicker-Material. Zwar wird auf "G-shit (Showoff remix)", "The good life (Give it up)" oder "It's over now" solider Eastcoast-Sound praktiziert, nur bei einer Spieldauer von 21 Tracks sind solche Mitteldinger immer sehr gefährlich. Schnell kommt Langeweile auf, nicht zuletzt auch deshalb, da man diesen Sound auf zu vielen anderen Alben in fast identischer Form finden kann.
Trotz einer gestandenen Größe wie Kool G Rap oder dem fresh auftretenden Joell Ortiz reiht sich "6 in the morning" ebenso in der Langeweile-Kategorie ein.

Eines der besten Stücke, mit einer der interessantesten Kollabos, ist "Back against the wall", mit Ex-Knacki Royce Da 5'9 und QB's own Cormega. Auf den sehr feinen und gefühlvollen Beat (der viel Charme von dem Voice-Sample eingeflößt bekommt) zeigen die beiden, dass sie durchaus zueinander passen. Fließend kommt dann der Übergang in "Hardcore (So you wann be)", das mit einem Biggie-Sample versehen wurde, und in dem es neben Dauergast Termanology ein Lebenszeichen von Boston-MC Reks gibt.
Desweiteren wird ein DJ-Track serviert, auf dem es zudem auch Rhymes u.a. von Esoteric zu hören gibt. "No mistakes allowed" sagt das Sample so passend. Dank der minimalistischen Drums und den Spielräumen, die den DJs gelassen werden, kommt hier wieder ein Hauch 90er zum Tragen.

"Matter of fact, you know who reminds me, who could've been a character, in that Mike Tyson Punch Out Nintendo game?". Die Rede im vorausgehenden Skit zu "Punch out!" ist von Big Shug, Verbal-Boxer aus der Gang Starr Foundation. Doch der Mann bekommt dann doch tatsächlich einen Beat, zusammgeschustert aus Nintendo-Klängen, vorgesetzt. Selbst für Fans der Spielkonsole keine Freude, dieser Beat ist eindeutig das schlechteste, was dieses Album zu bieten hat.

Gegen Ende gibt es von Slum Village noch ein starkes "Got me goin' (Hip Hop)", welches vor allem dank seines traumhaften Refrains überzeugen kann. Dem geht "No holding back" von dem gut eingespielten Duo Cormega und AZ voraus, das ebenfalls recht hörenswert ist. Danach folgen noch weitere Tracks, auf dem das Album ruhig und ereignislos ausplätschert.


Fazit:
Statik Selektah reiht sich ins Mittelfeld der Producer-Alben dieses Jahr. Die Anzahl der verschiedenen Features war wohl doch etwas zu groß, seine Producer-Künste nicht immer mitreißend, und eine geschlossene Atmosphäre kann das Album leider auch nicht aufweisen. Doch um Letzteres hat sich Statik zumindest bemüht, denn in gewissem Ausmaß kann man einen roten Faden vermuten. Unterm Strich bleibt ein gutes Album, das einige sehr hörenswerte Tracks zu bieten hat, die nicht nur für Underground-Heads interessant sind.

Gesamtwertung: 7.1 / 10

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

was? der beat von "punch out" ist einer der geilsten, den ich seit langer zeit gehört habe.

SnoopFrog hat gesagt…

Der Audio-Trash? :D
So verschieden können Geschmäcker sein, wobei ich nichtmal ansatzweise verstehn kann was man an dem mögen kann