Tracklist:
1. Baha'I Healing Prayer
2. Second Chapter
3. Opening Salvo
4. North By Northwest
5. Ordinary Guys
6. Still Got Love
7. Bayani
8. Loyalty
9. Fire For The People
10. Xenophobia
11. The Distance
12. Back Home
13. 50 Thousand Deep
14. Morning Of America
15. Joe Metro
1. Baha'I Healing Prayer
2. Second Chapter
3. Opening Salvo
4. North By Northwest
5. Ordinary Guys
6. Still Got Love
7. Bayani
8. Loyalty
9. Fire For The People
10. Xenophobia
11. The Distance
12. Back Home
13. 50 Thousand Deep
14. Morning Of America
15. Joe Metro
Release: 12. Juni 2007
Label: Massline / Rawkus RecordsDie Zentren des HipHop im Westen sind ganz klar Los Angeles und die Bay Area. Doch es gibt eine Stadt, in der man auf den ersten Blick keine große Szene vermuten würde, die sich aber nach oben arbeitet. Sie heißt Seattle. Einer dieser Vertreter Seattle's sind die 2 Studenten Geologic und Sabzi alias die Blue Scholars. Im altbewährten Duo 1MC/1DJ machen sie sich mit ihrem zweiten Album, "Bayani", auf, sich auch außerhalb des Nordwestens einen Namen zu machen.
Nachdem der "Baha'i healing prayer" die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, fließt das Album langsam in seinen ersten Track über, "Second chapter". Das Tempo wird erstmal langsam gehalten, doch musikalisch legt Sabzi gleich mal voll los, der Beat ist ein Feuerwerk aus harmonischen, Soul-angehauchten, Sounds, die den Hörer bis zum Ende des Albums begleiten werden.
Auch die "Opening salvo" ist weit von einer richtig harten Salve entfernt, was hier voll einschlägt ist der Blue Scholars-Sound, der durch Geologic's Stimme äußerst stilvoll abgerundet wird. Und um ins Gedächtnis zu rufen, welche Area die Scholars rocken, dreht "North by Northwest" voll auf, sodass eine frische Brise aus den Lautsprechern zu wehen scheint. Einen Gang zurückgeschaltet wird mit dem sehr ruhigen "Ordinary guys", eine Definition der Scholars selbst, die eben jene "Ordinary guys" sind.
"I don't really got no rhymes y'all / I got a couple of problems / and the reason that I'm telling y'all / is that I'm looking to solve 'em". Im folgenden "Still got love" tritt der Beat leicht in den Hintergrund um Geologic's Ansichten und Gedanken die volle Aufmerksamkeit zu sichern. Richtig loslegen kann Sabzi dann aber wieder auf dem Titeltrack, der zuerst mit simplen Drums einsteigt und sich dann, unter anderem mit Streichern, voll entfaltet. Das Sample zu "Loyalty" wurde auch schon auf dem Foreign Exchange Album "Connected" unter dem Titel "All that you are" verwendet, was rückschließend auch einiges über dieses Album aussagt. Ganz so gut ist die Blue Scholars-Version zwar doch nicht, gehört "Loyalty" auch zu den schwächeren (und immer noch sehr guten) Tracks des Albums, aber Stimmung und Message stimmen genauso.
Hiermit geht das Album dann in seine zweite Halbzeit, und dreht nochmals auf. "Fire for the people" kann mit einem Monster von einem Beat voll und ganz überzeugen, die Drums und die sozial-kritischen Raps laden zum relaxten Kopfnicken ein. "Fresh from the Northwest, the hottest thing lately / like white celebrities buyin' black and brown babies".
Mit "Xenophobia" wird nun ein Instrumental eingeworfen, der Beat ist markant und wird dann anschließend auf "The distance" auch gleich berappt. Erneut schaffen die Blue Scholars eine tolle Stimmung und bringen Köpfe zum nicken. Doch das Album hat seine größten Juwelen bis jetzt noch zurückgehalten.
Denn nun folgt die Single-Auskopplung, und alles was der Beat von "Back home" braucht sind minimale Drums, eine kleine Piano-Line und ein Voice-Sample. Zusammen mit dem lyrischen Gehalt, dem Protest gegen Krieg allgemein und den Irak-Krieg speziell, der Story einer Familie, die ihren Vater verliert, ist das Outcome des Tracks sicherlich der beste Track dieses Albums und rangiert auch hoch bei den Top-Tracks 2007. Und auch dass der Beat noch auf volle 5:11 Minuten (eine Minute länger als minimal nötig) ausgespielt wird, ist nur rechtens.
Sabzi hat sich warmgelaufen, denn der nächste Bomben-Beat klopft gleich an die Tür. "50 thousand deep" nennt sich das Stück, und steht seinem Vorgänger-Song fast in Nichts nach; ein weiterer gehaltvoller Track, ein weiterer Höhepunkt, bei dem auf ein neues eine einmalige Atmosphäre geschaffen wird.
Auf dem 7-Minuten-Stück "Morning of America" heißt es zurücklehnen und in Sabzi's Sound-Kosmos eintauchen. Extrem stimmig, das Zusammenspiel von Geologi'c Stimme und dem Beat. Somit wird der Track auch nicht langweilig. Mit "Joe Metro" schließt das Album ab, aber nicht ohne den Hörern mit diesem letzten Track noch einen letzten Leckerbissen zu hinterlassen, mit dem man vollends in Blue-Scholars-Trance verfällt.
Fazit:
Die zwei Jungs kreieren eine Mixtur aus altem Boom-Bap und neuen, frischen, Elementen. Dabei verleihen sie dem Ganzen ihre persönliche Note, kommen komplett ohne Features aus, und schaffen trotzdem, eines, wenn nicht DAS, harmonischste und enspannteste Album des Jahres zu liefern. Sicherlich war zu erwarten, dass diese Platte im Southern-HipHop-orientierten Amerika untergeht. Doch wer in "Bayani" eintaucht wird es nicht bereuen. Seattle is on the rise, und es bleibt nur zu hoffen, dass noch mehr von den Blue Scholars folgt.
Gesamtwertung: 8.8 / 10

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