Tracklist:
1. The Start Of Your Ending (41st Side)
2. [The Infamous Prelude]
3. Survival Of The Fittest
4. Eye For An Eye (Your Beef Is Mines) feat Nas & Raekwon
5. [Just Step Prelude]
6. Give Up The Goods (Just Step) feat Big Noyd
7. Temperature's Rising feat Crystal Johnson
8. Up North Trip
9. Trife Life
10. Q.U.-Hectic
11. Right Back At You feat Ghostface, Raekwon & Big Noyd
12. [The Grave Prelude]
13. Cradle To The Grave
14. Drink Away The Pain (Situations) feat Q-Tip
15. Shook Ones Pt. II
16. Party Over feat Big Noyd
2. [The Infamous Prelude]
3. Survival Of The Fittest
4. Eye For An Eye (Your Beef Is Mines) feat Nas & Raekwon
5. [Just Step Prelude]
6. Give Up The Goods (Just Step) feat Big Noyd
7. Temperature's Rising feat Crystal Johnson
8. Up North Trip
9. Trife Life
10. Q.U.-Hectic
11. Right Back At You feat Ghostface, Raekwon & Big Noyd
12. [The Grave Prelude]
13. Cradle To The Grave
14. Drink Away The Pain (Situations) feat Q-Tip
15. Shook Ones Pt. II
16. Party Over feat Big Noyd
Release: 25. April 1995
Label: RCA / Loud Records
1995 war ein goldenes Jahr für HipHop. Eine der bedeutendsten Veröffentlichungen des Jahres kommt aus der Queensbrigde, und zwar von Mobb Deep. Nach ihrem unbeachteten Debut "Juvenile Hell" gehen sie mit "The Infamous" in die Geschichtsbücher ein.
Die Frage, wieso dieses Album so bedeutend ist, und ob der Klassiker-Status gerechtfertigt ist, wird von der Musik selbst beantwortet. Mobb Deep treiben den rauen New York-Sound in die Perfektion, definieren ihn neu auf ihren Namen und schaffen nebenbei noch die Sparte des sogenannten Reality Rap. Dieser beschäftigt sich zwar thematisch mit nichts Neuem, Everyday struggle, das harte Leben im Big Apple. Doch trotzdem muss es einen Grund geben, dass Prodigy mit seinen Lyrics aus dieser Zeit der meistgesampeltste Rapper ist, und dieser Grund liegt in P's eiskalter Abgebrühtheit, kombiniert mit dem ebenso kompromisslosen Sound Havoc's.
Das Intro, "The start of your ending (41st side)", markiert schon den ersten Klassiker-Track. Der Beat, bei dem Havoc sogar recht melodiöse Einflüsse zulässt, ist nicht weniger als ein Meisterwerk, auf das sowohl Hav als auch P zu Höchstform auflaufen. Doch die Lines die später immer wieder zitiert werden, stammen nunmal von Prodigy. "You better off buckin' yourself, you need to stop frontin'". Das "Infamous prelude" wird von Prodigy benutzt, um ein paar Worte loszuwerden. "N believe me, I know very well I can get shot, stabbed, fucked up, too, whatever. I ain't super nigga, I'm a little skinny mothafucka, it's all about who gets who first though".
An die Tatsache, dass hier Schlag auf Schlag, eine Genialität von einem Song die nächste jagt, muss man sich schnell gewöhnen. Der wohl zweitbekannteste Song des Album, "Survival of the fittest", sticht unter dem Rest des Albums noch heraus. Erstaunlich, wie minimalistische Snares und dazu ein noch minimalistischeres Piano so einen perfekten Beat erzeugen können. Passend dazu liefert Prodigy eine seiner besten Lines überhaupt als Einstieg in seinen mörderisch guten Part: "There's a war goin on outside, no man is safe from / You could run but you can't hide forever / from these streets that we done took / You walkin' witcha head down scared to look / You shook, cause ain't no such things as halfway crooks". Göttlich.
"Eye for an eye (Your beef is mines)" wäre nur mit seinem Beat keine Bereicherung für das Album. Doch dank genialer Rhymes von Mobb Deep, dem Chef und Nasty Nas, rettet sich der Track auf das Niveau des Albums. Nach einem weiteren Prelude, geht es auf allerhöchstem Niveau weiter. Der Beat zu "Give up the goods (Just step)" stammt von The Abstract alias Q-Tip, und wird, wie auch Havoc's Produktionen, von Snare-Drums beherrscht. Und auch hier herrscht die absolute Vollkommenheit. Prodigy schien damals wohl von Eingebungen zu einmaligen Rhymes überzuquellen. "Now who the fuck you think is livin' to this day? / I'm tryin' to tell these young niggas crime don't pay / They looked at me and said "Queen's niggas don't play / Do your thing, I'll do mine kid stay outta my way"".
Der einzig weibliche Beitrag findet sich auf "Temperature's rising", und zwar von Crystal Johnson, die dem Stück seinen Refrain gibt. Thematisch dreht sich der Song um Verrat im Geschäft, Kooperation mit der staatlichen Gewalt wird aufs schärfste abgelehnt. Der dreckige Sound gepaart mit der soulvollen weiblichen Stimme im Chorus funktioniert dabei ausgesprochen gut. Sobald die Temperatur wieder gemäßigt ist, beginnt "Up north trip", über dessen Beat man gar nicht erst zu reden braucht; reiner Hörgenuss. Havoc und Prodigy sind so gütig, dem Hörer mitzuteilen, wie er es vermeidet, "one false move" zu begehen und den "Up north trip" anzutreten.
Im nächsten Track gibt es zu hören, wie das "Trife life" aussieht, das Hav und P jeden Tag leben, wobei Prodigy von einem Trip "on unknown ground" nach Brooklyn berichtet, während Havoc klarstellt, was einem Unwissenden passieren kann, wenn er sich zur falschen Zeit auf der 41st Side befindet. Egal wie abgedroschen die grundsätzlichen Themen heutzutage auch klingen mögen, der Erzähl-Stil auf diesen Diamant eines Beats kann heute nur noch selten bis gar nicht gefunden werden. Der Sound verändert sich auf "Q.U. hectic" nicht nennenswert, und auch "Right back at you" kann mit dem Wu-Tang Duo Rae und Ghost voll überzeugen. "Fuck where you at kid, it's where you're from / Cause where I'm from, niggaz pack nothin' but the big guns".
In "Cradle to the grave" sind die Drums auffallend weit in den Hintergrund gerückt, was dem Song eine deutlich ruhigere Stimmung verleiht. Gefolgt wird dieser Track von edem letzten Beitrag Q-Tip's, und in "Drink away the pain (Situations)" stehrt er sogar mit am Mic. Der Song an sich gehört zu den softeren des Albums, was jedoch in keinster Weise negativ auffällt.
Damit wäre das Album bei seinem vorletzten Track, und gleichzeitig bei einem der besten Rap-Songs aller Zeiten. Schon das eiskalte Intro zu dem nur die Drums zu hören sind, ist Kult: "To all the killas and a hundred dollar billas / For real niggas, who ain't got no feelings". Als ob das nicht genug wäre, setzt dann der verheerend böse Beat ein. Ein Meisterwerk an Minimalismus, das doch maximale Wirkung erzielt. Dazu liefert Prodigy einen Verse, bei dem es sich nicht lohnt, einzelne Zeilen zu zitieren, da er an sich, mit jeder Zeile, schon ein Höhepunkt ist. "I got you stuck off the realness / We be the infamous / You heard of us / Official Queensbridge murderers", so der Anfang. Dieser Track ist der Grund für QB's Image als der Ort, an dem der rohe Sound der trostlosen Straßen New Yorks in der höchsten Form praktiziert wird. Denn genau das ist "Shook ones pt. II". Mit ihrem Kollegen Big Nod begehen Mobb Deep abschließend noch einen weiteren makellosen Track, der sich passend "Party over" nennt.
Fazit:
Mobb Deep katapultieren sich direkt in die erste Reihe der Träger der EastCoast-Flagge. Allein schon wegen "Shook ones pt. II" ist dieses Album hörenswert. Doch mit allen, durch die Bank weg starken Songs bleibt nur noch zu sagen: Classic.
Gesamtwertung: 9.9 / 10

2 Kommentare:
naja mit der punktevergabe sollte man es nicht maßlos übertreiben, wie du es gerade getan hast.
9,8 von 10.. blicke da nicht ganz durch-
solche wertungen kannst du nas' erstes album geben oder snoop doggs doggstyle.
auch wenn infamous ein classic ist, perfekt war das album nicht!
Hm, also es soll Menschen geben, die "The Infamous" direkt neben Klassiker wie Doggystyle oder Illmatic stellen... natürlich ist es Geschmackssache, aber ich denke schon, dass es zu rechtfertigen ist
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