Dienstag, 23. Oktober 2007

Underclassmen - Underclassic



Tracklist:
1. Intro
2. Deckin'Em
3. No Good
4. Those Dedicated
5. Life
6. Hold Fort ft. R.A. The Rugged Man
7. Who Mastered This?
8. In The Works
9. Relax (Skit)
10. Build And Take
11. Trig's Freestsyle (Skit)
12. Mind Your Business ft. Wordsworth
13. Braggadocious
14. Colors (Skit)
15. Fashion Show ft. Celph Titled
16. Epic
17. Everybody Knows
18. Girls
19. Pissed
20. Contaminated Speakers
21. Fuck You
22. History
23. Raid ft. Pumpkinhead
24. Outro

Release: 6. Juli 2007
Label:
Musikvertrieb (Groove Attack)



Die Underclassmen sind einer Gruppe aus Basel. Richtig gelesen: Schweizer, die Englisch rappen. Trig, Kaotic Concrete, Phil Pro, DJ A.L.K. und DJ Tray zeigen, dass das dabei etwas äußerst Interessantes herauskommen kann. Mit "Underclassic" droppen die Jungs ein Album, das auf ausgezeichnete Features aus der US-Underground-Szene zugreifen kann, und sich auch sonst sehen lassen kann.
Der Einstieg ist ein typisches, mit Samples und Cuts gesättigtes Intro, doch der Beat stimmt und heizt schon mal gut ein. Wenn dann das äußerst gelungene "Deckin 'em" auch gleich mit erdrückenden Drums loslegt, weiß man spätestens jetzt, dass das Herz der Schweizer eigentlich irgendwo im New York der Spätneunziger lebt.
Das untermauert auch die Lead-Single des Albums, "No good" nochmal. Starker Gute-Laune-Song, bei dem die Raps zwar nicht weltklasse sind, der Beat diesem Prädikat doch sehr nahe kommt. "Those dedicated" fehlt dieser Spitzen-Beat, und macht desweiteren gleich eines glasklar: Dieses Album lebt von seinen Beats. Somit kann auch "Life" nur zum guten Durchschnitt gerechnet werden.
Auf "Hold fort" ist dann der erste hochkarätige Gast mit am Mic, und was für einer; R.A. The Rugged Man persönlich rappt hier im ersten Verse alles an die Wand, und verdeutlicht den qualitativen Unterschied, der hier rap-technisch doch herrscht. Stört aber nicht im Geringsten, da man hierfür wieder schweres Beat-Geschütz aufgefahren hat. Nach einem starken "Who mastered this?" folgt der wohl beste Track, "In the works". Ein traumvoller Beat verleiht dem Track eine einmalige Stimmung, und gibt dem Album seinen vorläufigen Höhepunkt.
Denn mit "Build and take" und einem eigentlich überflüssigen Freestyle von Trig folgen erst mal Tracks, die sich gerade so über dem Niveau von Fillern halten. Erst mit dem nächsten Gast, diesmal eMC-Member Wordsworth, wird das Album wieder besser, "Mind your business" profitiert von seinem guten Beat und Words' gewohnt guten Raps.
"Braggadocious" fällt wieder in die "ganz-gut"-Kategorie, dem Beat fehlt etwas charakteristisches, nicht immer ist das Rezept aus altbekannten Zutaten inklusive Sampling im Refrain, erfolgreich. Mit Demigod Celph Titled macht die Platte weiter, prompt liegt wieder ein Klasse-Track vor. "That's not Hip Hop, that's a Fashion Show!". Auch hier stielt der Gast den Gastgebern die Show, was aber keine Schande für die Schweizer ist.
Bei "Epic" wird recht erfolgreich versucht, mit einen ebenso epischen Beat dieLines von Trig & Co zu untermalen Und auch "Everybody knows" kann mit sauberer Produktion und erster female Voice in der Hook überzeugen. Der Melodie von "Girls" bediente sich 2006 schon Bronze Nazareth, auf seinem Album klang das ganze etwas besser, aber auch hier kommt der Refrain ganz gut an. Die Komplimente, mit denen das weibliche Geschlecht lyrisch überschüttet wird runden die ganze Sache ab.
Leicht "Pissed" fühlt man sich beim Hören ebenjenen Tracks, plötzlich sticht die Langeweile, die bei mittelmäßigen Beats aufkommt, wieder hervor. Nachdem man sich dann durch "Contaminated speakers", welches nicht berauschender ist, gehört hat, werden mit "Fuck you" doch tatsächlich noch ein paar politische Aussagen getätigt, die aber nicht wirklich tief reichen. Erfreulich, dass dann mit "History" wieder ein starker Beat für die Raps da ist, die somit auch gleich viel besser klingen.
Nächster und letzter Gast ist Brooklyn Academy-Artist Pumpkinhead, der sich auf "Raid" die Ehre gibt. Beat geht klar, Raps auch, nur der Refrain wirkt hier etwas lahm. Nach sehr langen 24 Titeln läuft das Album dann mit einem Danksagungs-Outro aus. Diese knappen 4 hätte man auch auf 2 Minuten verkürzen können.

Fazit:
Saubere Vorstellung die die Schweizer hier geben. Trotzdem wünscht man sich manchmal ein bisschen außergewöhnlichere Raps, somit wäre das Album nicht so sehr abhängig von seinen Beats. Sobald diese nicht gut oder sehr gut sind, versinkt das Album in Langeweile. Da dies aber nicht allzuoft der Fall ist, bleibt unterm Strich ein sehr hörenswertes Album, das Lust auf mehr Stuff der Underclassmen macht. Weiter so.
Gesamtwertung: 7.1 / 10

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