Tracklist:
01 Life or Death (Skit)
02 Last Dayz
03 All We Got Iz Us (Evil Streets) feat P.I.
04 Purse Snatchaz feat Greg Valentine
05 Shout
06 I Murder U (Skit)
07 Betta off Dead
08 Live Niguz
09 Punkmotherfukaz
10 Most Def
11 Act up (Skit)
12 Getto Mentalitee feat All City & P.I.
13 2 Wrongs
14 Maintain (Skit)
15 Walk in New York
01 Life or Death (Skit)
02 Last Dayz
03 All We Got Iz Us (Evil Streets) feat P.I.
04 Purse Snatchaz feat Greg Valentine
05 Shout
06 I Murder U (Skit)
07 Betta off Dead
08 Live Niguz
09 Punkmotherfukaz
10 Most Def
11 Act up (Skit)
12 Getto Mentalitee feat All City & P.I.
13 2 Wrongs
14 Maintain (Skit)
15 Walk in New York
Release: 24. Oktober 1995
Label: Def Jam Nachdem Onyx mit ihrem Hit "Slam" die Rap-Welt im Sturm nahmen, und mit Bacdafucup eine neue Scharte im HipHop öffneten, folgt zwei Jahre später "All We Got Iz Us". Big DS hat zu diesem Zeitpunkt die Gruppe schon verlassen, und es bleiben nur noch Sticky Fingaz, Fredro Starr und Sonsee übrig.
Eines fällt hier sofort auf. Onyx haben sich weiterentwickelt. Onyx' Verrücktheit wird nicht mehr unkontrolliert herausgeblasen, sondern gebündelt unter der neuen Atmosphäre des Albums abgelassen. Und diese Atmosphäre ist düster. Schon das Intro ist von Bacdafucup völlig verschieden. Sticky Fingaz treibt einen winselnden Bal-hed in den Selbstmord. Nachdem dieses Leben durch einen Pistolenschuss ausgelöscht wurde, beginnt der Höllentrip, der sich "All We Got Iz Us" nennt. "Last dayz" gibt den Anfang, und hierfür hat Fredro Starr ein Brett von einem Beat gebaut. Düster stampfen die Snares zu den rauchigen Raps der drei MCs, die regelmäßig von wütenden Zwischenrufen unterbrochen werden. "Living life on the edge of dangerous / Where you living, never giving a shit / Cause we living in it". Wer hier am grimmigsten wütet, ist schwer zu sagen, doch Sticky Fingaz gibt sich auf jeden Fall in Höchstform: "And you cant trust nobody, no one / I'm the scorpion / And I'll probably bite the bullet, cause I live by the gun".
"All we got iz us (Evil streets)" ist ebenfalls Fredro Starr zuzuschreiben, der fast jeden Track dieses Albums produziert hat. Doch gerade das macht den Reiz des Albums aus, denn diese Beats sind alle raw & dirty bis ans Letzte. Und zusammen mit P.I. für die Vocals werden die Evil Streets berappt. Es geht weiter mit "Purse snatchaz", für das Greg Valentine den Chorus beiträgt, um im krassen Kontrast zu den bösartigen Raps von Fredro, Sonsee und Sticky zu stehen. "There's no sunshine in the city" sagt der Refrain, und drückt damit perfekt die Perspektiven von Onyx aus, die in Trostlosigkeit, Hass und Wut versinken.
Mit "Shout" liefern die Rapper aus den USG, den United States Ghettos, den ersten Track, der leicht nach ihrem Sound von vor 2 Jahren klingt. Sowohl Beat als auch der Mitgröhlrefrain erinnern an Bacdafucup. Und trotzdem gerät diese Ausgabe weitaus dreckiger und tobender. Auch der kurze Skit "I murder U" erinnert durch seine immer wieder gebrüllte Aussage an das Vorgänger Album, doch auch hier ist die Aussage weitaus härter und kompromissloser. So ist es nicht verwunderlich, dass diesem Track einer der härtesten des ganzen Albums folgt. "Betta off dead" strotzt nur so vor stimmlicher Energie, Hass und Verachtung für jegliche Lebensform. "FUCK DAT, ya betta off dead!" wird einem über einen eiskalten Beat, der von krankem Gelächter und Onyx-Brüllchören dominiert wird, entgegengerotzt. "I'm concise / Niggaz get done up precise / Cut up fine / And fucked up real nice".
Der nächste Streich nennt sich "Live niguz", kann ausnahmsweise mit einem nicht todbringenden Beat begeistern und fordert beim Chorus zum Mitgröhlen auf. Vor allem dieser, der Chorus, erhebt auch diesen Track in die Reihe der besten des Albums. Darauf folgt eine Mischung aus einem Interlude und einem kurzen Track. "The motherfuckin' difference between a motherfuckin bitchassnigga and a punkmotharfucka, is, when beef come, a bitchasnigga run, and a punkmothafucka try'nna play hard, and get fucked up" erklärt Sticky Fingaz sehr anschaulich die Bedeutung des Titels "Punkmotherfuckaz", der auch sonst in vollendetster Weise rau und dreckig klingt.
Sound-mäßig etwas ruhiger, doch nicht weniger gefährlich, zeigt sich "Most def", während es den Hörer in die tiefsten Abgründe von South Suicide Queens reißt. Nun wird wieder ein Skit in schönster Onyx-Manier eingeschoben, der sich "Act up" nennt, und eine weitere verbale Grausamkeit in Form von "Getto mentalitee" einleitet. Hier sind zum ersten und einzigen Mal andere Rap-Parts zu hören, nämlich von All City und P.I.. Diese hätte man sich zwar sparen können, doch durch das charakteristische Brüllen von einer Crowd zu gewissen Worten des jeweils rappenden, wird auch dieses Stück zum Genuss, und das noch mehr dank Sticky Fingaz: "They call me nigga so much, I'm startin' to think it's my name".
Für die nächste Granate fahren Onyx schwer politische Inhalte auf: "They said "Throw Ya Gunz" was negative, I say: FUCK THEM! / They the ones who put the guns in the ghetto for destruction / This is depression, deception, killin our own complexion / What we need to do is: point the guns in the right direction" schießt ganz klar und knallhart gegen die Regierung. Und wem die Brutalität bei der Sache fehlt, der muss nur auf den Chorus warten: "Two wrongs don't make it right but it damn sure make us even". Abrundend hat "2 wrongs" einen exzellenten Beat abbekommen, so dass jegliche Kritik an diesem Track unmöglich ist.
Das 2-minütige "Maintain" kann als Outro gewertet werden, womit nur noch "Walk in New York" verbleibt, das nochmals einen erstklassigen Beat und Onyx-Raps vom Feinsten bietet. Auch wenn hier der aggressive Nachdruck schwächer als auf dem Rest des Albums ist, passt dieser Song doch perfekt zu seinem Titel, denn hier wird der Onyx-Sound mit dem normalen Sound aus NY dieser Zeit gekreuzt, was im Endeffekt nur jenen aggressiven Faktor etwas senkt.
Fazit:
Bestes Werk von Onyx. Dieses Album stellt einen schweren Anspruch auf das finsterste und zornigste Album in der Geschichte des Hip Hop. Classic.
Gesamtwertung: 9.5 / 10

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