Montag, 22. Oktober 2007

Common - Be


Tracklist:
01 Be (Intro)
02 The Corner feat The Last Poets & Kanye West
03 Go! feat John Mayer & Kanye West
04 Faithful feat John Legend & Bilal
05 Testify
06 Love Is... feat Luna E
07 Chi-City
08 The Food feat Kanye West
09 Real People
10 They Say feat Kanye West & John Legend
11 It's Your World feat Bilal & Pops


Release: 24. Mai 2005
Label: Geffen


Nachdem es ganze 5 Jahre her ist, dass Common "Like Water For Chocolate" gedroppt hat und mit "Electric Circus" einige seiner HipHop-Fans mit einem Abstecher in andere musikalische Sphären vergreult hat, kommt im Jahr 2005 so etwas ähnliches wie ein "Comeback". Natürlich nicht wirklich, doch auf jeden Fall zeigt er sich in komlpett neuem Gewand. Zurück zu HipHop, und gleichzeitig neuer Sound, erwartet die Welt auf "Be".

8 von 11 Beats stammen von niemand Geringerem als Kanye West, der zu dieser Zeit seinen Weg vom unterschätzten Producer zum Weltstar fast abgeschlossen hat. Die restlichen Beats kommen ebenfalls von einem großen Namen, dem seligen J-Dilla, möge er in Frieden ruhen. Und eben er gibt dem Album seinen Anfang. "Be" heißt das Intro, und kann getrost als eines der besten Intros, die jemals ihren Weg auf ein Album gefunden haben, gewertet werden. Die Spanne zwischen Einleitung und richtigem Track wird perfekt geschlagen, Dilla bastelt hier ein wahres Meisterwerk. Anfangs gibt es nur eine Gitarre zu hören, die langsam in den Rhythmus des Tracks einsteigt, dann von elektronischen Sounds begleitet wird, welche dann von einem Piano Gesellschaft bekommen, die dann letztendlich mit einsetzenden Streichern im finalen Beat-Gebilde enden, welches, zusammen mit Common's schöner und harmonischer weicher, und trotzdem tiefer, Stimme, großes Kino sind.
Die Single-Auskopplung nennt sich "The corner" und schnappt sich eben mal ein paar Legenden in Form der Last Poets. Dazu ein Kanye, der einen gekonnten Chorus abliefert, und auch im Beat voll überzeugen kann. Keine Ausflüge in experimentelle Beat-Gefilde, sondern herkömmliche Drums, extrem trockene Snares, ein eingespieltes Sample, und das Ganze in perfektem Zusammenspiel mit Raps und den zwischendurch gesprochenen Weisheiten der Poets. Textlich handelt dieser Track natürlich von dem Leben am "corner", der sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung dieses Treffpunkts. "The corner was our Rock of Gibraltar, our Stonehenge / Our Taj Mahal, our monument / Our testimonial to freedom, to peace and to love / Down on the corner..."
Auch bei "Go" ist sowohl Kanye sowohl am Beat als auch am Mic tätig. Neben John Mayer's Beitrag, der Teil des Beats wird, ist Kanye für den Refrain verantwortlich, während Common die 2 Verse beiträgt. Ein sehr gut funktionierendes Gespann, das hier eine sehr beruhigende und entspannende Stimmung heraufbeschwören kann. Nichts anderes lässt sich über "Faithful" schreiben, anstatt von John Mayer und Kanye sind hier John Legend und Bilal für die Vocals mit von der Partie. Außerdem schiebt der Track die Atmosphäre ein wenig in Richtung Blues.
Wer wissen will, wovon "Testify" handelt, sollte sich einfach das Video der zweiten Single zu Gemüte führen, das sogar einem des Englischen nicht Mächtigen Aufklärung verschafft. Musikalisch wird hier nicht viel verändert, und trotzdem gehört dieser Track trotz seiner Klasse doch zu den schwächeren auf diesem Album, da die weibliche Stimme nach zu vielem Hören etwas aufdringlich ist.
Dilla Beat #2 heißt "Love is" und schiebt sich gleich unter die allerbesten Tracks des Albums. Seine Liebe zur Musik scheint aus diesem Track zu sprechen, das Zusammenspiel von Common, Luna E und Dilla's Beat im Chorus ist schlichtweg bewundernswert. Großartige Nummer, no doubt. Auch der Tribut an Common's Heimatstadt ist sehr stark geworden. "Chi-City" kann wieder mal mit einem angenehmen Beat von Kanye begeistern, zu dem es eine gesunde Portion Scratches und ein paar Samples für den Refrain gibt. "They ask me where Hip Hop is goin' / It's Chica-goin'".
Das nächste Stück wird direkt aus der Chappelle's Show serviert und nennt sich "The food". Zugrunde liegt dem ganzen ein äußerst markanter Beat, der nach guten 5 Sekunden hängengeblieben ist, und dank Vocals von Kanye und herrlichen Raps von Common ein wortwörtliches Festmahl für die Ohren darstellt. Einer der unscheinbareren Tracks ist "Real people", der dank seines Saxophons und der Bläser eine weitere schöne Sound-Atmosphäre zu bieten hat, doch vom Tempo sehr zurückhaltend ist und Common genügend Platz für seine Raps, seinen perfekten Flow, und ein paar sozialkritische Aussagen bietet. "I was told by a chief it's the game's nature / When you're glowin' some will love and some will hate ya".
Ein weiteres Beat-Juwel kommt von Kanye und präsentiert sich unter dem Namen "They say", mit Unterstützung von einem in Bestform auftretenden John Legend, der mit dem Piano im Beat ein traumhaftes Paar bildet, und den Chorus fast noch besser als die Raps von Kanye und Common macht. Zum Ausstieg gibt es noch eine Perle von Dilla, der "It's your world" mit einer Schönheit von einem Beat segnet. Common beendet sein Album mit einer positiven Botschaft, die ganz nach dem Motto "Be" jedem die Möglichkeit prophezeit, seine Träume zu verwirklichen.


Fazit:
Wie wird ein Klassiker definiert? "Timeless, cause age don’t count in the booth / And your flow stays submerged in the fountain of youth", so Rakim. Doch egal wie man es dreht und wendet, das hier ist ohne Frage einer. Nicht zu viele Köche für die Beats, nämlich nur 2 (Genies), und sehr viel Heart von Common selbst.

Gesamtwertung: 9.2 / 10


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