Dienstag, 23. Oktober 2007

Big Shug - Street Champ



Tracklist:
1.) Intro
2.) Streetchamp
3.) Hood With That
4.) Play It
5.) Warpath feat Termanology & Ea$y Money
6.) Walk Away
7.) Leg Breakers feat Twin Gambino & Sean Price
8.) Streets Move feat Singapore Kane
9.) Spit it Real
10.) It Just Don't Stop
11.) Call Me Back
12.) Spitfire feat Singapore Kane & Dre Robinson
13.) Hear Me
14.) What U Gonna Do
15.) Interlude
16.) Exposed
17.) Lost
18.) After Me

Release:
17. Juli 2007
Label:
Babygrande



Nach "Who's Hard" ist "Street Champ" das zweite Album von Big Shug, der sich nun wohl doch entschlossen hat, sich keine 15 Jahre pro Album Zeit zu nehmen. Dieses Release kommt unter Babygrande, und das bedeutet ja in der Regel auch gute Musik. Was die Producer-List betrifft, hat sich Shug hier nur 3 mal von Primo versorgen lassen, der Rest stammt fast ausschließlich MoSS, nicht ganz unbekannter Producer, jedoch sicherlich eine Überraschung, hätte man doch sicherlich wieder 50% Premier erwartet.

Nach dem im Intro erstmal Shug's Realness klargestellt wird, gehts gleich mit dem Titeltrack los, der schon mal sehr ordentlich angerollt kommt, die Hütte aber noch nicht voll einheizt. "Hood with that", dank simplen Refrain und straightem Beat, ist da schon ein Stück besser, schon verwunderlich wie cool dieser Track trotz seiner textlichen Eingeschränktheit rüberkommt, hiermit krallt sich MoSS die ersten Propz. Das Album kommt in seine Gänge. Und wenn dann die Primo-produzierte Single "Play it" durch die Lautsprecher ertönt, haben die Fans zu 100% das, weswegen sie Big Shug hören. Es geht nicht um Innovation, sondern um den guten alten Sound, der hier auf perfekte Art und Weise vom Duo Shug-Primo zelebriert wird. Warme Klänge und harte Rhymes.
"Warpath"
ist auch sehr ordentlich, vor allem Newcomer Termanology spittet hier Feuer. Die Beats stimmen. Wie zum Beispiel auf "Walk away", auch hier leistet MoSS sehr gute Arbeit. Wenn Shug dann noch mit zwei des gleichen Schlags, QB's Finest Twin Gambino und BCC's own Sean Püü, auf dem sehr passenden Titel "Legbreakers" verbal die Knochen splittern lässt, spielt der Beat nur noch die zweite Geige; kein Wunder, dass Sean Price dieses Ding auch auf sein Master P-Mixtape gepackt hat. Primo die Zweite heißts mit "Streets move", beatmäßig aber nur Durchschnitt, jedoch sicher noch kein Fall für die Skiptaste. Gleiches gilt für "Spit it real", da kann man MoSS zum ersten mal Einfallslosigkeit vorwerfen, und Shug flowed wie eh und je. You lie so much, you believe your songs / The only time you see a thong is when you're wearing one. Fast schon amüsant. Nun aber wieder zu guten Beats, denn Primo's letzter Beitrag, "It just don't stop", zerlegt die Hörgänge wieder so wie es sich gehört. Freddie Foxxx-Sample, typisches Piano, ganz klar bester Track des Albums. You know that you need DJ Premier. That's right. Das Albmu steht bzw. fällt mit seinen Beats und das veranschaulichen die folgenden Tracks sehr deutlich: Mit guten Beat ausgestattet kommen Shug's Lyrics auf "Call me back" (I heard you and your man was suckin dicks outta town) fast schon fresh daher. Fehlt den Beats jedoch die Begeisterung, wie bei "Spitfire" der Fall, hilft auch kein Feature von Boston-Kollege Singapore Kane. Selbiges gilt für "Hear me" oder "What you gonna do", bei welchem man dann schon fast versucht ist zu skippen. Das 2 Minuten lange Interlude, was eigentlich total überflüssig ist, hätte man sich aber sparen können, denn der nächste Track, "Exposed", ist zum großen Glück für den Hörer, wieder gelungen. Da gefallen auch Shug's immergleiche Rhymes viel besser. Sein Versuch, einen Song in halb gesungenem Rap vorzutragen, geht dann aber leicht in die Hose, denn "Lost" ist mehr schlecht als recht. Zum Ende nach dem leichten Einbruch in der zweiten Hälfte gibts mit "After me" nochmal einen sehr zu Shug passenden Beat (Voice-Sample u.a. schon auf Tragedy Khadafi's "Blinded by science" verwendet), der zum Ausstieg nochmal vertröstet.


Fazit:
Es hat sich nicht viel verändert seit "Who's Hard". Wem also das Debut gefallen hat, bzw. wem der alte Sound gefällt (der hier von Moss gut, und manchmal sogar mit kleinen Innovationen, fortgeführt wird), der wird auch hieran Gefallen finden. Wem "Who's Hard" schon zu langweilig, zu einseitig, war, der sollte hiervon die Finger lassen. Doch es ist schön, dass heutzutage ein Album ohne T-Pain- oder Akon-Feature auskommt und dass es MCs gibt, die wissen, wie man einen Primo-Beat veredelt.

Gesamtwertung: 7.5 / 10

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