Tracklist:
1. I Know
1. I Know
2. Weather Report 1
3. Mr. Slow Flow
3. Mr. Slow Flow
4. Letyourselfgo feat. Phonte & Alchemist
5. Down In New York City
6. A Moment In Time feat. Planet Asia
7. Look For The Evidence Interlude
8. All Said And Done
8. All Said And Done
9. Weather Report 2
10. Perfect Storm feat. Madchild & Rakaa
10. Perfect Storm feat. Madchild & Rakaa
11. Chase The Clouds Away
12. NC To CA feat. Big Pooh, Defari & Joe Scudda
13. Evidence Is Everywhere
14. Things You Do
15. Biggest Belgium Fan Interlude
16. Hot And Cold feat. The Alchemist
16. Hot And Cold feat. The Alchemist
17. Line Of Scrimmage feat. Slug
18. Believe In Me feat. Res
19. Born In L.A. feat. Sick Jacken & Chace Infinite
20. Weather Report 3
21. I Still Love You
Release: 20. März 200721. I Still Love You
Label: ABB Rrecords
Nach dem erfolgreichen Dilated Peoples Album "20/20" will Evidence ein gutes Jahr später mit seinem Solo-Debut, "The Weatherman LP", durchstarten. Zurückgreifen kann Ev dabei auf Features aus der Justus League-Ecke, und natürlich seiner WestCoast-Kollegen. Bei der Produktion steht er, neben langjährigem Freund Alchemist und einigen Anderen, auch selbst hinter den Reglern.
Der Opener "I know" hats auch gleich mal in sich, da hat Ev vor allem beim Beat ganze Arbeit geleistet, so hat HipHop zu klingen. Beat passt perfekt zu Ev's Flows und wenn dann noch ne schön gesungene Hook von Noelle, die nicht übertrieben ist, dazu kommt, ist das Ding perfekt. Es folgt einer von drei "Weather report"s, nach dem dann die Single, "Mr. Slow Flow", an den Start geht. Ev übertreibt in Sachen Slow-Flow hier zwar etwas, doch macht auch gleichzeitig deutlich wie gut er die langsame und trotzdem gelungene Verknüpfung seiner Rhymes beherrscht.
Vorläufiger Höhepunkt findet sich jedoch dann anschließend in "Letyourselfgo", dem ersten von Alchemists beigesteuerten Beats. Die Drums sind typisch ALC, das Sample wird durch seinen Einsatz in die Perfektion getrieben und mit den Auftritt von LB's Phonte sind hier auch zwei exzellente MCs am Mic, vor allem Phonte glänzt bei seinem Part. Doch es bedarf noch eines Satzes, in dem The Alchemist für diesen Beat geehrt wird, der sich zu seinen besten Produktionen überhaupt gesellt und für sich allein dieses Album schon hörenswert macht.
"Down in New York City" ist nicht etwas ein Diss-Track an die Eastcoast (was von Ev jedoch auch nicht zu erwarten wäre), sondern das genaue Gegenteil. Ev schildert seine Beziehung zur Metropole, und eröffnet unter anderem, dass er dort "Worst comes to worst" geschrieben hat. Sehr fein gemacht. Gleich nachgelegt wird dann mit "A moment in time", was Planet Asia featured. Es wird von Kindheit, Jugend und dem Weg zur Musik erzählt.
"All said & done" rollt mit einem sehr guten Beat und einem gewöhnungsbedürftigen, doch auch sehr guten Refrain an. Nach dem zweiten Wetterbericht, in dem von sintluft-artigen Regenfällen in ganz CA berichtet wird, bringt Ev auch schon, zusammen mit Dilated Peoples-Kollege Rakaa Iriscience und Swollen Members-Mitglied Madchild, den perfekten Sturm. Unterstützt von einem diesem Konzept würdigen Beat, werden Raps gespittet, wie zB im Refrain: "It's the perfect storm, it felt so warm / 'Til the rain came, with winds so strong / The Weatherman warned 'em but it felt so calm / 'Til things lined up right, and went so wrong".
Nachdem der Sturm vorbei ist, macht Ev sich daran, die Wolken vom Himmel zu jagen. "Chase the clouds away" ist gleichzeitig Alchemists zweiter Betrag zum Album; und prompt ist es mit "Letyourselfgo" der beste Track des Albums. Auf ein neues bastelt Alchemist eine Genialität von einem Beat, der sicht, falls sichtbar, nur mit "wunderschön" beschreiben ließe.
Auf "NC to CA" gibt es gleich 4 Kings in Form von Ev, Big Pooh, Joe Scudda und DeFari, womit sowohl Cali als auch North Carolina zweifach vertreten wäre. Der Beat kann zwar nicht mit dem vorangegangenen mithalten, ist aber trotzdem ein solides Gebilde, auf dem sich die Raps sehr gut machen. "Evidence is everywhere" hingegen ist mehr ein Interlude als ein Track, und nimmt dem Album mehr den Wind aus den Segeln, als dass der Song gut wäre. Hätte man sich sparen können, denn mit "Things you do" wird dann auch gleich in bester Babu-Manier ein starker Beat nachgelegt, den Evidence auch entsprechend verwertet.
An dieser Stelle muss dann eingeworfen werden, dass Ev nun leider etwas einbricht, und der Rest des Albums nicht mehr an, oder gar über das Niveau der bisherigen Track herankommt. Diese Phase fängt mit dem noch soliden "Hot & cold" an, bei dem Alchemist neben dem Beat auch ein paar Bars beisteuert. "Line of scrimmage" kann trotz Slug nicht mithalten, zwar ganz nett anzuhören, doch hier fehlt die Power. "Believe in me" zeichnet sich als schlechtester Track aus, RES verhaut ihre Hook vollkommen, und der Beat hört sich sehr nach dem von "Mr Slow Flow" an. Und, siehe da, tatsächlich war der gleiche Producer am Werk, Sid Roams. Klingt sehr einfallslos, dieses Teil. Das Niveau hebt sich wieder, "Born in LA" ist ganz ordentlich. Doch auch einer der schwächsten Tracks, Alchemist kann mit seiner Produktion (vor allem gegenüber seinen anderen) nicht überzeugen.
Nachdem im dritten Wetterbericht das Ende des Sturms und wieder gutes Wetter angekündigt wird, geht das Album in seine letzte Runde, mit dem abschließenden Track "I still love you", bei dem Evidence wieder selbst produziert hat. Er zeigt auch nochmal dass er dessen mächtig ist, und bringt zum Schluss nochmal einen Track, der sich neben denen auf den ersten 2/3 des Albums sehen lassen kann.
Fazit:
Trotz des leichten Einbruchs im letzten Drittel kann Evidence hier positiv überraschen. Jeder, der an Dilated Peoples, oder ähnlichem Sound Gefallen findet, sollte sich dieses Werk zu Gemüte führen. Denn dieses Album kann vor allem durch seine glänzenden Highlights punkten, und ist allein deshalb auch für andere Hörer ein Rein-Hören wert.
Gesamtwertung: 7.7 / 10

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