Dienstag, 30. Oktober 2007

Hell Razah & Blue Sky Black Death - Razah's Ladder


Tracklist:
01 Elevation
02 Razah’s Ladder
03 The Cube
04 Halos (Feat. Crooked I)
05 Most Merciful
06 Audiobiography (Feat. Shabazz the Disciple)
07 Pray Together
08 Poor Righteous Dreams
09 Better Than Jewelry
10 Project Prophecy (Feat. Ill Bill & Sabac Red)
11 Painted Jezebels
12 Written in Blood (Feat. Prodigal Sunn)
13 Stairway to Heaven
14 Sun of Man

Release: 23. Oktober 2007
Label: Babygrande



Nachdem Hell Razah im Februar dieses Jahres sein erstes offizielles Debut-Album veröffentlichte, macht er seine Ankündigung, das man von ihm noch einiges erwarten kann, wahr. Denn prompt folgt ein halbes Jahr später ein neues Album. Dafür schnappt er sich das relativ neue Produzenten-Team Blue Sky Black Death, bestehend aus Kingston und Young God. Für die zwei ist ein Kollabo-Album mit einem Wu-Tang Affiliate nichts neues, schon 2006 produzierten sie im Alleingang das erste offizielle Album von Westcoast-Killabee Warcloud alias Holocaust.

Thematisch fasst dieses Album, wie auch schon Renaissance Child, religiöse Themen auf. Im Intro wird eine Bibelstelle zitiert, die den Titel erklärt. "And you see, in the 28th chapter, our father Jacob is having a dream. And in this dream, he sees a ladder, that's set up on the earth, and on top of it reaches into the heaven.". Dementsprechend erklärt sich auch das Album-Cover. Erster Track ist das dann folgende "Razah's ladder". Ein entspannter, wenn auch nach vorne losgehender Beat sammelt die ersten Sympathie-Punkte, und dazu passen Chron Smith's Raps ganz ohne Zweifel.
Ein nicht besonders starker, doch äußerst eindringlicher Beat kann "The cube" dazu verhelfen, ein ebenso starker Track wie das soul-haltige "Halos" mit Crooked I zu werden. Bei beiden Tracks vermisst man das gewisse Etwas, doch für ein paar besonnene Minuten sind sie die richtige Wahl. Ein viel zu kurzes, aber verdammt starkes, "Most merciful", gibt es im Anschluss. Hier zeigen Blue Sky Black Death ihr ganzes Können, der sich langsam steigernde und eine gehörige Portion Blues-Feeling transportierende Beat gehört zu den besten des Albums.
Gleiches gilt für das traumhafte "Audiobiography", bei dem sich überlagernde Samples und ein eine Horde Streicher den sehr gefühlvollen Beat tragen, während Hell Razah mit SOM-Kollege Shabazz The Disciple die eigene Biographie Revue passieren lassen. "Me and 7th did "Livin in hell", pressed it up independent / Not knowin if a record would sell / Rae and Ghost made "Heaven & hell", when we was hearin' it / Meanwhile we thinkin' it was all coincidence", und weiter: "Not to notice we was snake-bitten / Sunz Of Man did this track with the RZA, "As it was written" / And then Nas came out with "It was written" / Same time "Verbal intercourse" started hittin'". Wunderbare Anspielungen auf diverse Tracks aus der Zeit um 95, 96.
"Pray together" startet mit viel Soul, und auch die dann einsetzenden Drums und das Voice-Sample tragen dazu bei, aus diesem Stück einen unauffälligen, wenn auch lupenreinen Song zu machen. Abwechslungsreich ist das Album sicherlich nicht, doch liefert es das was es kann konstant und ohne Aussetzer. Razah's sample-versetzte "Poor righteous dreams" sind dabei ebenso hörenswert wie der trockene Kopfnicker "Better than jewelry".
Kingston und Young God bedienen sich auch weiter kräftig verschiedener Samples, "Project prophecy" lädt mit klaren Snares und Ex-Non Phixion MCs Ill Bill und Sabac Red ebenso zum Zuhören ein wie das solide "Painted jezebels". Ein erwähnenswertes Stück, das sich von den vorigen leicht abhebt, ist das mit Soul-Sample ausgestattete, leicht mystisch klingende "Written in blood", bei dem vor allem Prodigal Sunn einen ausgezeichneten Verse hinlegt, der den Protagonisten sogar leicht in den Schatten stellt.
Letzter Track ist das wieder mit Voice-Sample bestückte "Stairway to heaven", bei dem Razah Rubies auf ein weiteres Mal seinen beeindruckenden Flow hören lässt. "Sunz Of Man" wird wieder vom Sprecher des Intros übernommen, und zitiert über einen zurückhaltenden und wundervoll souligen Beat weitere Bibelstellen, welche die Bedeutung der "Ladder" erklären.

Fazit:
Ein kompaktes, wenn auch etwas eintöniges Werk. Auch wenn man dieses Album, sofern man gerade Lust auf etwas ernstes und gehaltvolles verspürt, bedenkenlos und ohne zu skippen durchlaufen lassen kann, fehlen zu einem wirklich bemerkenswerten Album die Hochkaräter. Doch da es auf der Welt sowieso nicht genug Musik wie diese gibt, kann der Sound durchaus gerechtfertigt werden. Trotzdem: Nicht zu verlgiechen mit Renaissance Child.

Gesamtwertung: 7.9 / 10

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