Montag, 22. Oktober 2007

Boom Bap Project - The Shakedown



Tracklist:
01 The Shakedown
02 Dealing With All of This feat Peegee 13
03 Get With This feat One-Be-Lo
04 Never Again (Mistakes)
05 Rules feat Libretto
06 The Really
07 The Wind (N. Lang's Joint)
08 Turn it Up
09 Keep On feat The Cuf
10 Roll Call feat Vitamin D
11 The Struggle (Destro's Joint)
12 Kindness for a Weakness feat feat Snafu & Syndel
13 West Coast Offense feat Writer's Block
14 Conscious Rappers feat Cool Nutz

Release: Juni 2007
Label:
Rhymesayers



Die 2 Emcees Karim und Destro, und DJ Scene, Mitglieder des Northwest-HipHop-Verbands Oldominion, bilden zusammen das Boom Bap Project. Deren Ziel ist es, dem heutigen kommerziellen HipHop etwas entgegenzusetzen. Nach ihrem Debut "Reprogram" nennt sich ihr neuestes Werk "The Shakedown", ein Tour-Album im Slim-Case-Format. Sollte ja eigentlich nichts besonderes sein. Doch wer es gehört hat, weiß es besser.

Das ganze Album ist sehr im Seattle-Style gehalten. So auch der Opener "The shakedown", mit äußerst markantem Beat, einer Prise Freshness und guten Raps. Schwere und langsame Sounds empfangen den Hörer auf "Dealing with all of this". Keine Spur von Hektik, sondern akustische Coolness. Würde sich perfekt dazu eignen, sich entspannt in einem von Seattle's zahllosen Starbucks einen Frappucino reinzuziehen.
Musikalisch macht das Album weiter mit "Get with this", als Gast bittet man One.Be.Lo ans Mic, der gewohnt gute Bars rappt. "We started at the bottom, gotta get to the top / If you don't know the time, it's time to get a watch". Von einfach nur entspannten Beats zu einem richtigen Juwel steigert sich das Album mit "Never again (Mistakes)". Das Sample wird sehr gut eingesetzt und auch dem Text hört man gerne zu, auch der Refrain ist gelungen: "Could've done things better I suppose / Live and learn from mistakes, homie, that's how it goes".
Welche "Rules" zu befolgen sind wird anschließend geklärt, natürlich auf die relaxte BoomBap-Art. Die Stimmung ändert sich dann zum ersten Mal mit "The really", auf einen starken Beat geht es zur Sache. Gutes, aber zu kurzes Ding.
Karim alleine rappt auf "The wind", mit dem traumvollen Piano-Beat auch ein weiterer starker Track. Anschließend gibts mit "Turn it up" wieder was aus der chilligen Boom-Bap-Ecke, man muss seinem Namen ja gerecht werden. Doch solange die Schiene mit guten Beats gefahren wird, stört das nicht im Geringsten.
"Keep on" ist etwas experimenteller, aber auch gelungen, und gleichzeitig der erste Track mitweiblicher Unterstützung im Refrain. Darauf folgt wieder ein Track nach dem Standard-Muster, diesmal mit Seattle-Mastermind Vitamin D, jedoch auch gut hörbar. "The struggle" ist Destro's Solo-Track, die gezupfte Gitarre gibt dem Beat das gewisse Etwas um es zu einem Höhepunkt zu machen.
Stark geht es mit "Kindness for a weakness" weiter, auch einem der besten Tracks des Albums, bei 2 dem Oldominion-Bekannte mit von der Partie sind; und vor allem Syndel bringt als Female MC eine ausgezeichnete Leistung mit dem ersten Verse. Mit Visionaries-Ableger Writer's Block wird dann die "West Coast offense" geführt. Schlicht und einfach gut.
Zum Abschluss liefert das BBP nochmal einen Kracher. Scharf geschossen wird gegen alle pseudo-"Conscious Rappers". "How can you clame to be conscious when you murdered this art?", oder:"Underground, y'all ruin the name / How can you clame to be experimental when you all soundin' the same?". Das Sample, von Slick Rick, könnte besser nicht gewählt sein und liefert einen großartigen Ausstieg.


Fazit:
Besser als man es sich erwartet hätte und auch besser als Debut, "Reprogram". Sehr entspanntes Album, wenn man gute Laune hat oder welche bekommen will sollte man sich diese Scheibe antun, denn es macht Spaß, sie durchlaufen zu lassen. Die großen Revolutionen, und auch die richtig genialen Tracks, fehlen zwar hier, aber dafür bekommt man geschlossene, kompakte, gute, Kost.

Gesamtwertung: 8.0 / 10

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