Montag, 22. Oktober 2007

Domingo - The Most Underrated



Tracklist:
1. Intro ft. Gino the Ginny
2. Bed Stuy Represent ft. Big Daddy Kane
3. Exactly ft. Joell Ortiz
4. Major Game ft. Guru
5. All Clap ft. Canibus
6. Cold World ft. Termanology
7. Street Hustle ft. Immortal Technique
8. Bootleg Interlude
9. Next Dose ft. Rugged Intellect & Ras Kass
10. Get Live ft. Beatnuts
11. 100 Roundz ft. Kool G Rap
12. Next to Die ft. Deacon The Villain
13. 2 Step ft. Born Unique
14. Caught Between Worlds (Remix) ft. Non Phixion
15. What's That ft. Precise
16. Easy Now ft. Tonedeff
17. Fuck You Mean ft. PackFM, Slug & Brother Ali

Release: 13. März 2007
Label:
Latchkey Recordings



Der Albumtitel "The Most Underrated" beschreibt Domingo eigentlich schon recht gut. Hat er doch viele Beats für MCs von Rang und Nahmen geliefert, ohne dass er je wirklich als einer der großen Producer der Ostküste Beachtung fand. Das soll sich 2007 nun ändern. Der Latino veröffentlicht endlich ein eigenes Producer-Album, EastCoast-Sound at its finest...

Das Line-Up ist dem eines Producer-Albums ersten Grades auch mehr als würdig. Big Daddy Kane, Guru, Canibus, Immortal Technique, Ras Kass, The Beatnuts, Kool G Rap, Non Phixion, Tonedeff, Brother Ali oder Slug, um einen Teil zu nennen.
Seinen Anfang macht das Album jedoch mit Gino The Ginny, der kleinen "go-fuck-yourself"-Witzfigur. Schlechter hätte Domingo sein Intro nicht wählen können, ist man doch schon beim Klang der noch weit vom Stimmbruch entfernten Stimme versucht, das Album garnicht erst anzuhören. Doch dann legt das Album wirklich los und zwar mit "Bed Stuy represent" und Big Daddy Kane, welcher beweist, dass er immer noch nicht zum alten Eisen gehört. Über einen nicht übermäßigen, aber solide guten Beat kurbelt er das Album an.
Wie Domingo ebenfalls einen Latino, nämlich das Aftermath-Neu-Signing Joell Ortiz, gibt es auch dem sehr kurzen "Exactly" zu hören. Doch in dieser kurzen Zeit zeigt Joell sein Reim-Talent. "Y'all motherfuckers is backwards in this E-M-A-G, that's exactly why I spit this how I D-I-D".
Weiter steigern kann sich das Album mit Guru, der auch ohne Premier gut funktioniert und hier mit "Major game" und Unterstützung eines ganzen Bläser-Orchesters den ersten richtigen Kracher des Albums liefert. Und auch Canibus gibt ein Lebenszeichen von sich, auf "All clap" und einen Beat der seinen Raps gerade so standhält, zerlegt er das Ohr des Hörers mit besonders rauher Stimme.
Nach Joell Ortiz ist Termanology das zweite upcoming Talent aus NY, und noch dazu ebenfalls ein (Halb-)Hispanic. Auch dieser macht eine sehr gute Figur, zuhilfe kommt ihm der gelungene Beat von Domingo.
Immortal Technique stellt lyrisch mal wieder alles andere in den Schatten, der Beat kommt seinem Rap-Stil zugute, somit gerät "Street hustle" zu einem der besten Tracks des Albums. Für die Meisten dürfte "Rugged Intellect" ein neuer Name sein, doch der MC aus Montreal schlägt sich wacker neben Ras Kass, der Immortal Technique gewaltig Konkurrenz macht. "If I wild out, they gon' have to yello-tape the whole United States" Klassische Ras Kass-Line.
Die nächsten Gäste am Mic sind die Beatnuts, die mit "Get live" ein weiteres Argument für dieses Album vorlegen. Hier passt die Chemie. Nicht ganz so lässt sich das über Kool G Rap sagen, der über einen etwas langweiligen Beat rappen muss, und somit letztendlich auch eine der langweiligsten Vorstellungen gibt.
Glücklicherweise geht mit Unterstützung aus dem dreckigen Süden, mit CunninLynguists MC Deacon The Villain, wieder ordentlich die Post ab. "Next to die" stellt ein weiteres Highlight dar, hier kann vor allem auch der Refrain auf ganzer Linie überzeugen. Schade, dass dem gleich der schlechteste Track folgt, Born Unique bekommt mit "2 step" einen schlechten Beat mit überreiztem Sample, auf den seine Raps unweigerlich auch nicht sehr berauschend wirken.
Next stop: Non Phixion. Deren "Caught between worlds" Remix passt in seiner Dramatik gar nicht zum Rest des Albums, ist auch so nur guter Durchschnitt und bleibt nicht lange hängen. Danach leitet Precise mit "What's that" die letzten 3, nochmals alle guten, Tracks ein. Zugute komm ihm sicherlich seine markante Stimme, und um ein weiteres ein sehr gelungener Beat.
Doch der wirkliche Knaller auf diesem Album ist Tonedeff mit seinem Beitrag, "Easy now". Die Lyrics allein, die von einem allzu lästigen Groupie handeln, sind ganz ohne den melodischen Beat schon unglaublich lustig. Doch das Gesamtpaket ist genial. "So, anyway, head for the bar , excuse me miss / Shawty with her mouth wide spins to steal a kiss / Whoa! I caught her as she tried to go for it / She had a sore on her lip that looked like some ebola shit" .
Richtig rund geht es abschließend ein letztes mal mit 3 Top-Emcees. "Fuck you mean" hat eindeutig den stärksten Beat des Albums, die Melodie, gespielt von einer Trompete, ist sofort gespeichert. Sowohl PackFM, als auch Brother Ali legen hier astreine Parts hin, die den Ausstieg aus "The Most Underrated" extrem versüßen.


Fazit:
Domingo schustert gute Beat, keine Frage. Vielleicht hätte er auf seinem eigenen Album jedoch ein paar mehr Bomben wie "Fuck you mean" auspacken sollen, denn an sich läuft das Album zwar sehr gut durch, doch wirklich hängen bleiben nur wenige Tracks. Behoben wird dieses Problem in gewisser Weise durch die hochkarätigen Gäste, die Domingo sehr helfen, aus diesem Album ein solide gutes Werk zu machen. Für EastCoast-Fans auf jeden Fall ein Reinhören wert, für alle Anderen wird es dann aber wohl schwer, diesem Album allzuviel abzugewinnen.

Gesamtwertung: 7.6 / 10

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