Sonntag, 21. Oktober 2007

Cilvaringz - I



Tracklist:
01) Poison Ring Chamber (Intro)
02) Wu-Tang Martial Expert feat. RZA
03) The Weeping Tiger feat. Raekwon, Ghostface Killah & RZA
04) Sheherezad, My Beloved (The Greatest Love Story Ever Told)
05) Death To America
06) In The Name Of Allah feat. Method Man, Masta Killa, Killah Priest, RZA &
Shabazz The Disciple
07) Jewels / Christ & Judas feat. GZA/Genius
08) Brothers Ain't Brothers
09) Blazing Saddles feat. Killarmy
10) Caravanserai - Chapter I (Skit) feat. Raekwon
11) Damascus
12) Caravanserai - Chapter II (Skit) feat. Raekwon & Salah Edin
13) Two Missed Calls... (Interlude) feat. Pharell Williams & Ne-Yo
14) Dart Tournament feat. Killa Sin & Blue Raspberry
15) The Saga
16) Forever Michael (Wacko Tablo)
17) Elephant Juice
18) Deaf, Dumb & Blind
19) Warriors & Poets... (Skit)
20) Valentine Day Massacre feat. 9th Prince, 62nd Assassin, Shabazz The Disciple & Blue Raspberry
21) Poison Ring Chamber (Outro) feat. Method Man


Release: 9. April 2007 / 12. Juni 2007
Label:
Ringz & Pertners Entertainment Group / Babygrande


Cilvaringz ist das erste Mitgleid der Wu-Tang Familie das nicht aus Amerika stammt. Der Mann ist halb Holländer, halb Marrokaner. Nach viel Arbeit im Underground, u.a. zusammen mit den Lin Brotherz, veröffentlicht er im Jahr 2007 sein offizielles Debut, "I", um den Fans nicht weniger zu bringen, als den guten Wu-Tang Sound, den sie so lieben.

Dass ein Ausschnitt aus "Return To The 36th Chamber (Die Rückkehr zu den 36 Kammern der Shaolin)" das Intro gibt, könnte schöner nicht sein. Der erste Track, "Wu-Tang martial expert" , gleich mit dem großen RZA, schlägt dann auch schon mal nicht schlecht ein. Über alt klingende Drums, Schwertstreiche und weitere Kung-Fu Samples hält Cilvaringz hier sein Versprechen und liefert feinsten Wu-Sound.
Doch noch weitaus besser wird es mit "The weeping tiger", das die Ohren des Hörers erstmal auseinandernimmt, mit mönströs rumpelndem Beat, Gunshots, Sirenen, und MCs, bei denen sich die Frage ob hier gut gerappt wird, erübrigt. Hier ist nämlich niemand anderer am Start als 3 Clan-Member, in Form von Raekwon, RZA und Ghostface. Anschließend werden andere Töne angeschlagen, nennt sich der nächste Track doch "The greatest love story ever told". Und das nicht grundlos. Zu einer wunderschönen Hook liefert Cilvaringz Poetrie in höchster Form.
Dann kommt eine Art Interlude, in der der Moslem Cilvaringz leicht erregt und mit gehobener Stimme auf Amerika wettert. Wer etwas genauer zuhört, wird schnell merken, dass Cilvaringz die Sache alles andere als objektiv sieht, oder gar versucht die Sache von 2 Seiten zu betrachten. "Who [Us-Regierung] colonized for the money which they own to slaves / But instead paid Israel for guns to be made / And those guns will be used on my brothers and sisters / Who get shot down and killed when they show resistance". Hätte er sich sparen können, oder wenn dann, etwas objektiver ausführen.
Doch back to the music. Für den nächsten Track wird wieder schweres Geschütz in Form von Features aufgefahren. RZA, Method Man, Masta Killa, Shabazz The Disciple und Killah Priest auf einem Track ist ein Genuss. Für Cilvaringz werden die Five Percenter auch schnell alle tiefgläubige Moslems und halten "In the name of Allah" ihre Predigten. Doch solange der Sound stimmt, und die Raps so gelungen sind wie hier stört das nicht weiter. Denn rein musikalisch wird hier ein weiterer Beweis für Cilvaringz' sehr gelungenes Sound-Konzept geliefert.
Eingeleitet von einem George W. Bush-Sample fängt "Jewels" an, das von einer sehr guten weiblichen Stimme unterlegt ist. Doch Ringz legt nach 2 Minuten ein Umbruch ein, um für ein weiteres Wu-Tang Urgestein, den GZA persönlich, einen neuen Beat aufzubieten; übrigens ein weiteres Meisterwerk des RZAs. Anschließend bekommt Bronze Nazareth seinen (einzigen) Auftritt, und stellt für "Brothers ain't brothers" seinen typischen, sehr harmonischen, Sound bereit, den Cilvaringz auch entsprechend verwertet und somit ein weiteres Highlight abgibt.
Etwas enttäuscht, dass "Blazing saddles" mit der Killarmy als Gast nur gute 100 Sekunden Rap-Zeit hat, kann man schon sein. Hier steht Cilvaringz selbst an den Reglern, liefert einen guten Beat, der jedoch nicht ganz mit einem Bronze Nazareth, Moongod Allah oder RZA mithalten kann (Ganz im Gegensatz zu seiner Produktion auf Song #4). Doch da Beretta 9, Killa Sin und ShoGun Assasson starke Schützenhilfe bei den Raps geben, kann auch dieser Track voll überzeugen.
Nach einem Skit mit Raekwon folgt "Damascus", das sehr langsam und auch etwas orientalisch klingt, was hier durchaus passt und auch sehr gelungen ist. Es folgt desweiteren erneut ein Skit mit Raekwon (und Salah Edin) und auf diesen noch ein Skit, und zwar Telefonanrufen von Pharrell und Ne-Yo. Doch nach dieser Pause erwartet den Hörer wieder Musik, und zwar vom Allerfeinsten. "Dart tournament". Zusammen mit Killa Sin und der Wu-Tang Hook-Sängerin von Beruf, Blue Raspberry, rappt Cilvaringz über seinen eigenen, diesmal sehr bombigen Beat und bringt nach den Skits wieder die volle Atmosphäre zurück.
Diese wird auch fortgesetzt, mit einem Juwel von einem Beat von Ringz selbst. "The saga" nennt sich das Stück, und wird von Streichern und sozail-kritischen Lyrics beherrscht. Diesem folgt ein Tribut an Michael Jackson, begleitet von einem treibenden Beat von RZA. "He was Hip Hop, way before Hip Hop / In '84 thuggin' it, way before Pac beat it". Mit "Elephant juice" kommt 4th Disciple's erster von 2 Beträgen zum Album. Geigen und eine gefühlvolle Hook; sehr ruhige Sounds erklingen hier, die Cilvaringz nutzt, um weitere Kritik an der amerikanischen Gesellschaft abzulassen, bei der unter anderem auch die Promi-Schicht ihr Fett abbekommt.
Nun aber zum eindeutigen Höhepunkt dieses Albums. 4th Disciple die Zweite. Eingeleitet von Roger Peterson's soul-vollem Refrain, dann setzt der Beat ein, der nichts weniger als ein Meisterwerk ist, und einer von 4th Disciple's besten Werken der letzten Zeit. Zusammen mit der Hook kommt eine melancholische Stimmung auf, die man auf solchem Niveau selten findet. Cilvaringz selbst tut auch das Seine, um dieses Stück zu veredeln, und äußerst sich auch äußerst kritisch zur Nation of Gods & Earths, was für ihn, einerseits als Wu-Tang Killer Bee (welche ja fast alle mit dieser Bewegung sympathisieren) und anderseits als Moslem sowieso einen Konflikt bildet.
"Supreme to the so called 85's, when / Will you realize man is man?". Er bringt es auf den Punkt.
Nach einem Skit namens"Warriors & poets" geht es noch einmal zur Sache. "Valentine day massacre" kann sich jedoch leider nicht bei den besten Tracks des Albums einreihen, trotz großartiger Performance eines 9th Prince. Dies liegt zum Großteil an Blue Raspberry, deren Beitrag zum Song man getrost als "Gejaule" bezeichnen kann. Ansonsten liegt der Track aber voll in der Atmosphäre des Albums. Das Outro wird letztendlich von Method Man gesprochen, und zu asiatischen Klängen wird angekündigt: "Y'all be easy to the next motherfuckin' chapter, the Wu-saga continues..."

Fazit:
Sehr gelungenes Album des Mannes aus Holland. Was nicht zuletzt an einem Allstar-Lineup an Producern, RZA, Bronze Nazareth, Moongod Allah, True Master, 4th Disciple und Mathematics (und somit der kompletten Wu-Elements) und einem weitern Allstar-Lineup an Features, nämlichen der halben Wu-Tang Großfamilie, liegt. Doch auch Cilvaringz hat genug Zeit zu beweisen, dass er sowohl ein guter Producer als auch ein sehr guter MC ist. Für Fans des Clans ein Must-Have.

Gesamtwertung: 8.4 / 10

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