Dienstag, 30. Oktober 2007

Danger Doom - The Mouse & The Mask


Tracklist:
01 El Chupa Nibre
02 Sofa King
03 The Mask feat Ghostface
04 Perfect Hair
05 Benzi Box feat Cee-Lo
06 Old School feat Talib Kweli
07 A.T.H.F.
08 Basket Case
09 No Names (Black Debbie)
10 Crosshairs
11 Mince Meat
12 Vats of Urine
13 Space Hos
14 Bada Bing

Release: 11. Oktober 2005
Label: Epitaph Records



Nachdem MF Doom plus Madlib Madvillain ergibt, was ergibt dann MF Doom plus Danger Mouse? Genau, Danger Doom. Sicherlich eine interessante Kombination, die sich hier gefunden hat. So kann man sich auf "The Mouse & The Mask" auch auf ausgefallene Beats und feine Raps freuen.

Der Opener, "El chupa nibre", weist einen ausgefeilten Beat auf, auf dem gleich mal bewiesen wird, wie gut Doom zu DM's Beats passt. Auf dem ganzen Album wird der Kontrast zwischen Doom's monotonen, sauber dahinfließenden Raps und den erfrischenden, sehr abwechslungsreichen Beats, den Ton angeben. Comedy-reif sind die Telefonanrufe der Master Shake-Figur am Ende mancher Tracks sowie die Auftritte weiterer Figuren aus dem Channel Network Roster. "As seen on the televsision" sagt schon das Back-Cover.
Doch bei diesen ganzen Ideen und Beeinflussungen kommt der Hip Hop keinesfalls zu kurz. Egal ob es des lockere "Sofa king" ist oder das Trompeten-geschwängerte "The mask", bei welchem Ghostface einen wunderbaren Gastauftritt hinlegt, hier stimmt die Chemie. Und vor allem stimmt diese eben mit Ghostface, nicht umsonst wurde beschlossen, ein bis heute noch nicht veröffentlichtes Collabo-Album miteinander aufzunehmen. "As I stroll the globe and terrorize the planet / With a Bill Clinton mask and them Playskool hens / Me and Doom, always be the best on the landing / Superheroes for life until our souls vanish", so Ghost. Am Ende gibt es eine Rap-Einlage von einer weiteren TV-Figur, Brak aus Space Ghost Coast To Coast.
Nach dem relaxten, recht kurzen "Perfect hair", folgt der beste Track des Albums, "Benzie box". Als Feature ist Cee-Lo am Start, der mal wieder beweist, dass sehr Hook-tauglich ist. Dazu gibt es auf eine eingängige Piano-Line starke Raps von Doom. Und auch aus diesem Feature wird noch mehr als man zu diesem Zeitpunkt ahnt, denn ein Jahr später haben DangerMouse und Cee-Lo als Gnarls Barkley ihr Album in den Läden stehen. Der nächste Banger folgt sogleich, und er hat Talib Kweli im Gepäck. Über einen fabelhaften Beat-Teppich kicken die zwei ihre Rhymes, die sich hauptsächlich im Konzept des Albums halten. "On born days, I used to blow out the candles; and every Saturday / Watch cartoons 'til noon and then I'd switch to Ralph McDaniels". So kommen Cartonns und HipHop zusammen. Doch vor allem die Chorus-Line begeistert auf "Old school". "It's just that I'm Old School like that / Roll that Rap over Soul loops like that".
"A.T.H.F." ist wie schon anzunehmen, der Aqua Teen Hunger Force gewidmet, über einen der schwächsten Beats des Albums stellt Doom nacheinander Carl Brutananadilewski, Meatwad, Frylock und Master Shake vor. "Basket case" hat einen Beat, der wie kein anderer auf dem Album zu Doom passt, dementsprechend ist der Song auch ein weiterer Hörgenuss. Anschließend gibt es ein ruhiges und bedachtes "No names", das wie der Großteil des Albums ohne Refrain auskommt. "New York'n, a hell of a finer town / Choose your words wisely from the Boogie Down to Chinatown / Or be found with a hole in your designer gown / In the role of public opinion it earned a minor frown" ist nur eine von Doom's Lines, bei denen er eins mit dem Flow wird.
Einer der gefühlvollsten Beats wartet bei "Crosshairs", die sehr komplexe Steigerung mit verschiedenen Instrumenten, die das Thema spielen, ist ein wahres Meisterwerk. Die nächste Beat-Delikatesse wartet schon und nennt sich "Mince meat", bei der Doom in gewohnt perfekter Harmonie mit dem Rhythmus steht. "Vats of urine" startet skit-artig: "[Ignignokt]: Behold y'all, the digital vats of urine / [Err]: Drink up, bitches! Taste our liquid gold". Danger Mouse bastelt erneut einen Traum von einem Beat, die alte Trompete, die die Melodie spielt, passt perfekt ins Bild.
Gegen Ende gibts es nochmals einen fantastischen Track; "Space ho's" ist großes Kino, sowohl der geniale Beats als auch Doom's Raps. "Tomorrow it's Father Guido Sarducci / Father MC, and Charo "Coochie Coochie" / With her new best seller, "Who You Call a Hoochie?" / A proud sponsor of the snoochie boochie noochies". Das ist Kunst. Allerletzter Track dieser Hörspektakels ist "Bada bing", ein solider, wenn auch nicht mit dem Rest vergleichbarer Ausstieg.


Fazit:
Sehr abwechslungsreiche und durch die Bank vortreffliche Beats eines Danger Mouse treffen auf ein gelungen umgesetztes Konzept und Doom's Reimkünste. Was soll das anderes ergeben als ein einwandfreies Album?

Gesamtwertung: 8.7 / 10

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