Sonntag, 21. Oktober 2007

Blu & Exile - Below The Heavens


Tracklist:
1. My World Is...
2. The Narrow Path
3. So(ul) Amazin’ (Steel Blazin’)
4. Juicen’ Dranks feat. Ta'Raach
5. In Rememberance of Me
6. Blu Colla Workers
7. Dancing in the Rain
8. First Things First feat. Miguel Jontel
9. No Greater Love
10. Show Me the Good Life feat. Aloe Blacc & Joseph
11. Simply Amazin’
12. Cold Hearted feat. Miguel Jontel
13. World Is (Below the Heavens...)
14. You Are Now in the Clouds With (The Koochie Monstas)


Release: 28. August 2007
Label: Sound In Color


Exile, seines Zeichens Producer und zusammen mit Aloe Blacc unter dem Namen Emanon bekannt, schnappt sich das noch relativ unbeschriebe Blatt Blu, um einen Rapper zu finden, dem er die Beats zu einem Album schustern kann. Und so sollte man sich von "Below The Heavens" einfach überraschen lassen, denn hier hat man sofort das Gefühl, einem dieser großartigen Alben zu lauschen, die, wieso auch immer, viel zu wenig Beachtung finden.

Schon der Einstieg stellt 4 Dinge klar: Erstens, Exile liebt harmonische Klänge, Anlehnungen an Soul, und demenentsprechendes Sampling. Zweitens, Blu wurde von Gott mit einer sehr weichen und harmonischen Stimme gesegnet, und um diese baut er seinen bemerkenswerten Flow und seine Lyrics, die sofort Anklang beim Hörer finden, auf. Drittens: erstens und zweitens passen exzellent zusammen. Und viertens: "My world is..." ist ein gottverdammt entspannter, und zugleich das Album perfekt einleitender Track. "They still spell my name fucked up on their flyers / It’s B-L-U, and if you see the E, drop ‘em".
Der Rote faden dieses Albums ist das lässige Zusammenspiel von Exile's sehr "fruchtigen" Beats und Blu's exzellent dazu passender Stimme. Auf diese Weise kann auch "The narrow path" überzeugen. Und diese Art macht "So(ul) amazin' (Steel blazin')" zu einem ordentlichen Höhepunkt. Hier werden die Drums etwas härter angeschlagen und für den Refrain, der hauptsächlich aus Scratches besteht, wird abwechselnd ein M.O.P.- und ein Common-Sample eingeworfen. Es folgen natürlich auch die soliden Track aus der zweiten Reihe, wie beispielsweise "Juicen' dranks", mit WestCoast-Kollege Ta'Raach alias Lacks, die nicht sofort hängen bleiben, doch alles andere als überflüssig sind.
Besonders gut funktioniert dieses Album auf Tracks wie "In rememberance of me" oder dem mitreißenden Kopfnicker "Blu colla workers", wenn Exile seine ganze Klasse offenbart. Doch dies tut er zur Genüge, auch das von Gitarre geleitete "Dancing in the rain" mit Alltags-Lyrics ist nicht weniger als ein Hochkaräter. "It's 6 o'clock, I'm hoppin' out of the bed / Rain fallin', callin' Ex, but my phoneline's dead". Da hat wohl jemand seine Rechnungen nicht bezahlt, was Blu in der nächsten Zeile auch gleich zugibt.
Auch "First things first" kann man mit dem charakteristischen Beat, der im Übrigen wieder zu den besten des Albums gehört, seinen Super-Track-Status nicht streitig machen. "See it's so many ways I can approach you / I could either start off like: "Excuse me miss", but shit, that's too old school / I could flow to you, but that too cliché". Stark von seinem Sample getragen erklingt anschließend "No greater love", bei dem es ebenfalls nicht das Geringste auszusetzen gibt.
Nach 2/3 des Albums mag sich der ein oder andere wundern, ob auf diesem Album auch noch Füll-Tracks vorkommen. Demjenigen sei gesagt: Nein. Egal ob es "Show me the good life" mit Emanon-Kollege Aloe Blacc ist, oder das solide "Simply amazin'", sowohl der Sound als auch das Niveau wird hier konsequent (hoch) gehalten. Dank weiteren Juwelen wie "Cold hearted", bei dem Miguel Jontel eine traumvolle Hook beisteuert, oder dem sehr souligen "The world is (Below the heavens)" kann auch der letzte Teil des Albums mit dem Anfang mithalten. Abgerundet wird dieses Werk nochmal von der Entspanntheit in musikalischer Form schlechthin. Für "You are now in the clouds with (The koochie monstas)" werden gefühlvoll warme Klänge aufgefahren, zu denen Blu ein paar Shoutouts gibt.
Wer zusätzlich noch die ungelisteten Bonus Tracks besitz, darf sich über zwei weitere Juwelen freuen. Einerseits einen weiteren guten Track, und andererseits einen Beat-Diamanten im Rohformat. Dieses letzte Instrumental, das sogar die meisten Beats auf dem Album toppt, hätte sich auch offiziell perfekt als Ausstieg gemacht.


Fazit:
Eine andere Seite der Westküste. Exile zeigt hier nach seinem Solo-Album "Dirty Science" und seinen Erzeugnissen mit Aloe Blacc ein weiteres Mal, dass er ein brillianter Beat-Koch ist. Rapper Blu wird nach diesem Werk sicher auch einen viel leichteren Weg für seine zukünftige Karriere beschreiten können, da er der Welt gezeigt hat, wieviel in ihm steckt. "Below The Heavens" ist ein Album mit feel-good-Stimmung und viel Soul. Reinhören!

Gesamtwertung: 8.2 / 10

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