Dienstag, 23. Oktober 2007

UGK - Underground Kingz



Tracklist:
CD1
1. Swishas And Dosha
2. Int'l Players Anthem (I Choose You) (feat Outkast)
3. Chrome Plated Woman
4. Life Is 2009 (feat Too $hort)
5. Game Belongs To Me
6. Like That (Remix)
7. Gravy
8. Underground Kingz
9. Grind Hard (feat Young T.O.E & DJ B-Do)
10. Take Tha Hood Back (feat Slim Thug, Vicious & Middle Fingaz)
11. Quit Hatin' The South (feat Charlie Wilson)
12. Heaven
13. Trill Niggas Don't Die (feat Z-Ro)

CD2
1. How Long Can It Last (feat Charlie Wilson)
2. Still Ridin' Dirty (feat Scarface)
3. Stop-N-Go (feat Jazze Pha)
4. Cocaine (feat Rick Ross)
5. Two Types Of Bitches (feat Dizzee Rascal & Pimpin Ren)
6. Real Women (feat Talib Kweli & Raheem DeVaughn)
7. Candy
8. Tell Me How Ya Feel
9. Shattered Dreams (feat Sleepy Brown)
10. Like That
11. Next Up (feat Big Daddy Kane & Kool G. Rap)
12. Loving This Life
13. Outro
14. Int'l Players Anthem (I Choose You) (Chopped & Screwed) (feat Three 6 Mafia) (Bonus)
15. Int'l Players Anthem (I Choose You) (feat Three 6 Mafia) (Bonus)
16. Hit The Block (feat T.I.) (Bonus)


Release: 7. August 2007
Label: Jive



UGK können sich zurecht als Urgeisteine des HipHop aus dem Süden bezeichnen. Doch seit "Dirty Money" und "Side Hustles" hat sich einiges geändert, ein Gefängnisaufenthalt von Pimp C eingeschlossen. Nachdem die beiden jeweils ihre Solo-Alben veröffentlichten und Pimp C wieder auf freiem Fuß ist, entschließt man sich, der Welt mal wieder zu zeigen, warum sie ihren Legenden-Status im Süden verdient haben. Im vergangenen Jahr war kaum ein Rapper gefragter als Feature-Gast wie Bun B und auch Pimp C schickte sich an, so oft wie möglich ins Gespräch zu kommen. Dies gipfelt schließlich in "Underground Kingz". Doppel-Alben waren schon immer Anlässe für geschichtsträchtige Releases, und sicherlich hat man auch hier diese Absicht verfolgt, zumal noch der simple Titel "Underground Kingz" (nichts anderes als UGK ausgeschrieben) hinzukommt.

Losgelegt wird mit "Swishas and dosha", das vor allem aufgrund des starken Refrains und der frischen Raps der beiden Altmeister zu überzeugen weiß. Und genau das macht den Unterschied zwischen UGK und 90% der aktuellen Südstaaten-Releases aus. Dieses Album hat, auch wenn es manchmal genau die gleiche Party-Schiene fährt, doch Klasse. Mehr noch, es hat Wiedererkennungswert.
Der nächste Track schickt sich an, sich unter die ganz großen Tracks von UGK zu reihen, und gleichzeitig auch noch zu den besten, die 2007 ihren Weg aus dem Süden gefunden haben. Das Sample von Willie Hutch ist perfekt zur Geltung gebracht, und macht gleichzeitig den Charme von "Int'l player's anthem (I choose you)" aus. Und ein Feature von Outkast passt hier wie die Faust aufs Auge. André 3000's einleitende Raps, die mehr gesprochen als gerappt sind, und 100% zu André passen, machen den Track ebenfalls zu etwas besonderem. Wenn dann die Drums einsetzen und Pimp C anfängt loszuloegen, ist die Welt in Ordnung. Wieso klingt nicht alles aus dem Süden so? Nicht erwähnenswert, dass Big Boi und Bun B natürlich auch großartige Einlagen bieten. Sogar die Auszeichnung, die dieser Track für sein geniales Video erhielt, ist voll gerechtfertigt.
Auf sehr gekonnte Art und Weise geht es weiter. Pimp C kann in "Chrome plated woman" wieder voll und ganz seine Stimme zur Geltung bringen, sowohl in seinen Raps als auch im göttlichen Refrain. Die entspannten Gitarren-Riffs und chilligen Sounds tragen auch diesen Song in die Liste der besten dieses Albums ein.
Man wartet natürlich bei einem Doppel-Album (hier mit über 25 Tracks) ständig auf schwache Füll-Tracks, doch diese bleiben erst mal aus. "Life is 2009" ist zwar etwas trocken, doch mit Raps von Too $hort kann man darüber hinwegsehen: "I can make a lotta money, I know I can / But the more I make, the more I spend". Weiter geht es sehr chillig mit "The game belongs to me", das wieder mit sehr gutem Beat aufwarten kann und desweiteren mit starker Hook.
Below schustert für "Like that (Remix)" ein richtiges Brett, was den Track automatisch zum Erfolg werden lässt. Wieder ist hier der Unterschied zu anderen Alben: Die Beats klingen nicht so langweilig, nicht so billig. "Gravy" nimmt dann erst mal ordentlich Tempo raus, hier wird auf Houston-Art-und-Weise entspannt. Mag dem einen oder anderen etwas zu langweilig sein, doch durchlaufen lassen kann man es allemal.
Mit "Underground kingz" findet sich dann noch ein guter-Durchschnitt-Track ein, um dann dem ersten wirklichen negativen Stück Platz zu machen. "Grind hard" unterscheidet sich nicht viel vom durchschnittlichen 0815-Matsch, hier ist man zum ersten mal versucht, die Skip-Taste zu drücken. Vor allem, da "Take tha hood back", u.a. mit Slim Thug, wieder voll reinhaut. Pumpende Drums, treibender Rhythmus und passende Sound-Untermalung geben dem Stück wieder etwas besonderes.
Es gesellen sich noch mehr gute Tracks in Form von dem ruhigen "Quit hatin' the South" und vor allem dem starken "Heaven" zu CD Nummer 1, die dann mit Z-Ro und "Trill niggas don't die", das mal wieder von einem ausgezeichneten Refrain profitiert und ansonsten auch den Hunger auf CD2 aufrechterhält, beendet wird.
CD2 wird mit einem durchschnittlichen Charlie Wilson eingeleitet, "How long can it last" klingt sehr ermüdend. Ein Glück dass mit Scarface und "Still ridin dirty" ein weiterer Höhepunkt des Albums ansteht. Die altbekannte Melodie sollte jedem Scarface-Fan schon von "The Fix", bekannt sein. Eine schlechte Wahl hingegen war es, Jazze Pha mit "Stop-n-go" auf das Album zu lassen, auf einen durchschnittlichen Beats darf dieser mit seiner nervigen Stimme die Hook ruinieren. "Cocaine" ist ein Stück besser, doch der der Beat wirkt zu wenig inspiriert, um mit den beseren dieser Scheibe zu konkurrieren. Übrig bleibt guter Durchschnitt.
Für "Two type of bitches" wird überraschenderweise das UK-Talent Dizze Rascal mit ins Boot geholt. Über den Tiefsinn des Tracks, vor allem des Refrains, lässt sich zwar streiten, doch der Beat ist wieder top und auch Dizzee fügt sich mehr oder weniger gut ein. Nachdem die Bitches charaktierisiert wurden, kann man das natürlich nicht so stehen lassen, und stilisiert noch die "Real women", die man natürlich nie so erniedrigen würde, wie die Bitches davor. Zur Unterstreichung dessen wird Black Star-MC Talib Kweli eingeladen. Musikalisch jedoch ist das Stück recht gut gelungen, und so sieht man mal von der extremen Trennung des anderen Geschlechts in Bitch und Real Woman ab.
Leider versinkt das Album nun erst mal in durchschnittlichen und zum Teil langweiligen Songs, ohne dass sich einzelne Kracher abzeichnen würden. "Candy" und "Tell me how ya feel" (was ein bisschen sehr an "The game belongs to me" erinnert) gehen gerade noch als "gut" durch, "Shattered dreams" hält sich auch noch ganz gut. "Like that" im Original jedoch geht höchstens nach ordentlichem Alkoholgenuss auf der Tanzfläche durch. Alleine und zuhause wird man daran wenig Freude finden. Ganz anders "Next up", für das zwei Altmeister aus New York, mämlich Big Daddy Kane und Kool G Rap, auf den Plan gerufen werden. Die Rechnung geht auf, unterstützt von einem freshen Beat staunt man darüber, wie gut die 4 MCs doch zueinander passen.
Mit "Living this life" steht noch ein recht überflüssiger Slow-Track an, dem dann das Outro folgt.
Die 3 Bonus Tracks wären "Int'l players anthem (I choose you)" im Remix mit Three 6 Mafia anstatt Outkast, und zwar einmal chopped & screwed und einmal normal. Beides recht überflüssig verglichen mit dem weitaus besseren Original. Und auch das im Einheitsbrei-Gewand antanzende "Hit the block" hätte man sich ruhig sparen können, hier richtet auch T.I. nichts mehr aus.


Fazit:
UGK beweisen, dass sie immer noch zum besten gehören, was der Süden zu bieten hat. Vor allem unter dem Aspekt betrachtet, der den Mix aus Crunk-, Texas-, ATL- und Pop-Rap als das abstempelt, was er ist: Brei. Auch wenn man aus diesem Album lieber eine CD gemacht hätte (denn das ist es, was den meisten Doppelalben, wie auch diesem, das Genick bricht), die dafür dann richtig stark gewesen wäre, ist "Underground Kingz" nicht nur für Dirty South-Fans sehr hörenswert.

Gesamtwertung: 6.9 / 10

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