Dienstag, 23. Oktober 2007

Freemurda - RZA Presents: Let Freedom Reign



Tracklist:
1. Feet And Hands
2. My Black Nina feat ShaCronz & RZA
3. Make You Scream
4. Brooklyn Get It On
5. I'm Bossed Up
6. Shorts And Slippers
7. F.R.E.E. Murda
8. Free Vs. Murda
9. This 1's For Dirt
10. I Don't Know
11. Let You Arms Swing
12. You Know How It Goes feat Timbo King
13. You Can Never Be Better Than Free
14. Heaven & Hell feat Beretta 9 & ShaCronz
15. Ride, Ride, Ride
16. Take This Money
17. Yeah!!!

Release Date: 20. Februar 2007
Label:
Cleopatra



Als Sohn einer der großen Säulen der Wu-Tang Familie, liegt auch Freemurda die Beziehung zum Clan nahe. Bekannt als Teil der C.C.F. Division, ist er jedoch der erste aus dieser Gruppe, der ein eigenes Album veröffetnlicht. Um etwas mehr Beachtung zu finden prangt auf dem Cover groß ein "RZA presents:". Letztendlich jedoch will "Lil Free" beweisen, dass er alleine auf Albumlänge überzeugen kann.

Freemurda bietet hier einen für ein Wu-Tang-Release zum Teil sehr untypischen Sound. Schon der Opener, "Feet and hands" steht ganz eindeutig unter South-Einflüssen. Das mag den Hardcore-Wu-Tang-Fan erstmal gehörig abschrekcen, doch man muss dem Album seine Chance geben. Denn eben der erste Track ist keinesfalls schlecht. Weiter geht es dann auch mit einem Beat von RZA und diesem und Free's Bruder ShaCronz als Feature. "My black nina" ist jedoch eher verhalten, was haubtsächlich am Beat liegt, auch wenn dieser schon viel eher hier zu erwarten wäre.
Dass Freemurda auch richtige Kracher liefern kann, beweist er dann gleich im Anschluss, und zwar mit "Make you scream". Kein richtiger Wu-Tang-Sound, doch trotzdem ostküsten-ähnlich. Die Trompete, welche die Melodie dominiert, kommt sehr old-schoolig an. Verpackt wird die ganze Sache von Free's einwandfreiem Flow, denn seine Rap-Künste müssen nicht in Frage gestellt werden.
"Brooklyn get it on" ist auch gelungen, zu dem innovativen Beat bietet Freemurda seinen markanten Rap-Stil. Die nächsten Tracks stehen dann alle wieder unter Einflüssen aus dem Süden. Immerhin interessant zu hören, wie die Kombination aus Wu-Tang und South klingt. Man kann "I'm bossed up" oder auch "Shorts and slippers" nicht vorwerfen, sie wären schlecht. Nur stellt sich die Frage, ob solche Track notwendig sind.
"F.R.E.E. murda" ist wieder ein erstklassiges Stück, bei dem vor allem der relaxte Beat Punkte sammelt, sowie auch Free's gelungene Hook. "Free Vs. Murda" unterscheidet sich im Namen von dem Vorgägner-Song recht wenig, doch die angeschlagenen Klänge, nämlich die einer Klarinette, sind durchaus verschieden. Free telefoniert in diesem Track mit seiner zweiten Persönlichkeit, Murda, und das Gespräch läuft alles andere als friedlich. Äußerst coole Idee.
"This 1's for Dirt", ein Tribut an ODB, profitiert von seinem RZA-Beat, die Melodie, die nur aus 3 Piano-Tönen besteht, setzt sich schnell beim Hörer fest. Leicht überflüssig klingt "I don't know", sehr R&B-angehaucht, von dieser Sorte gibt es genug Tracks. Doch auch hier wird die Schmerzensgrenze nicht überschritten, Freemurda macht seine Sache noch besser als so mancher R&B-Star. "Let you arms swing" könnte vom Beat her auch bei einem Young Jeezy auf dem Album auftauchen, und diesmal passt die Mischung auch nicht so gut, der Track gehört eindeutig zu den Schwächsten des Albums.
Dass Freemurda auf typische East-Sounds doch viel besser klingt, beweist er in "You know how it goes". Dieser Song stellt sich direkt zu "Make you scream", und wirft die unmittelbare Frage auf, wieso sich Freemurda überhaupt den Großteil des Albums mit halben Sachen aufhält. Selbiges gilt für "You can never be better than Free", mit einem Brett von einem Beat. Beretta 9 zeigt hier, dass er auch als Producer äußerst fähig ist.
Mit selbigem und zusätzlich noch ShaCronz erklingt dann "Heaven & hell", was sich auch als voll gelungen beschreiben lässt und mit entspannten EastCoast-Sounds besticht.
"Ride, ride, ride" hingegen verfällt wieder auf einen South-inspirierten Beat, auf dem Freemurda ein paar schnellere Verses hinlegt, aber trotzdem nicht voll überzeugen kann. Auch "Take this money" ist durch und durch irgendwo an der Mainstream-Küste anzusiedeln, kein Wiedererkennungswert. Und: Freemurda klingt hier langweiliger als auf seinen besseren Songs.
Zu welchen dann auch noch der letzte Track zu zählen wäre. "Yeah!!!" klingt schon fast ein wenig nach Country à la Bubba Sparxxx, doch vermischt mit einer gehörigen Portion Brooklyn. Hier zeigt er nochmal, wie eigentlich das ganze Album hätten klingen sollen.


Fazit:
Freemurda kann hier schonmal auf sich aufmerksam machen. Auch wenn das Album als Ganzes nicht der große Wurf ist, beweist er auf manchen Tracks, dass er durchaus Potenzial dazu hat, vielleicht auf einem zukünftigen Album. Doch dies wurde auch schon auf seinen Feature-Auftritten, beispielsweise bei RZA, klar. Somit werden vor allem die Hörer, die den Mix aus South und East schätzen, auf ihre Kosten kommen. Richtigen Wu-Tang Fans ist hiervon, ausgenommen ein paar Tracks, abzuraten.

Gesamtwertung: 7.0 / 10

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