Montag, 29. Oktober 2007

Juelz Santana - What The Game's Been Missing!


Tracklist:
01. Intro
02. Rumble Young Man Rumble
03. Oh Yes
04. Shottas feat. Cam’ron & Sizzla
05. Clockwork
06. Kill ‘Em feat Cam’ron
07. This Is Me
08. Make It Work For You feat. Lil Wayne & Young Jeezy
09. Whatever You Wanna Call It feat. Hell Rell
10. Gangsta Sh*t
11. Lil’ Boy Fresh
12. Good Times
13. Freaky
14. Murda Murda feat. Cam’ron
15. Gone
16. Kid Is Back
17. Changes feat. Razah
18. I Am Crack
19. There It Go (The Whistle Song)
20. Violence feat. Bezel
21. Daddy
22. Mic Check


Release: 22. November 2005
Label: Diplomats / Def Jam



"What The Game's Been Missing!". Das soll Juelz Santana besitzen und der Welt auf gleichnamigem Album auch bringen. Angesichts der Tatsache, dass anschließend jeder Möchtegern-Teenie-Gangster neben 50 Cent und der G-Unit auch Juelz Santana und die Diplomats (wobei nicht alle zu wissen scheinen, wer der eigentliche Kopf der Truppe ist) kennt, spricht für sich; in der einen oder anderen Weise.

Neben den Heatmakerz, die erstuanlicherweise nur 4 Beats beisteuern, gibt eine ganze Palette an Producern ihren Senf dazu. Das tut dem Album nicht unbedingt gut, da einige dieser Beatbastler kein besonderes Gespür für gute Beats aufweisen. Nachdem ein 5-jähriger Racker im Gespräch mit "Uncle Juju" die Sympathien der Hörer sichert, legt das Album einen erstaunlich guten Start hin. Sowohl das nach vorne preschende "Rumble, young man, rumble", welches dank seines eingänigen Refrains sehr schnell hängen bleibt, so wie auch "Oh yes", das durch und durch die Heatmakerz-Signatur trägt, machen vor, wie Dipset zu klingen hat.
Doch so erfreulich geht es nicht auf dem ganzen Album zu. Dank Razah bekommt "Shottas" etwas Jamaica-Flair, und reiht sich noch in den guten Start ein, um dann mit "Clockwork" von einem sehr monoton-langweilenden Track gefolgt zu werden. Das laufende Uhrwerk im Beat ist in etwa so kreativ wie das aussagekräftige, auf 0815-Beat laufende, "Kill 'em". "It's like everything im doin' is gangsta / My whole movement is gangsta / I manuever with gangstas / I put the T-R-U into gangsta / I'm a nuisance to gangstas / I be shootin' at gangtas". Message angekommen.
Punkten kann das Album mit besonnenen Tracks wie dem ausgezeichneten EastCoast-Track "This is me" (einem der besten des Albums), dem sample-getragenen "Lil boy fresh", dem für Albumverhältnisse sehr gehaltvollen "Good times" oder der Heatmakerz-Komposition "Daddy". Die Glanzmomente des Albums liegen jedoch bei den strikt noch vorne losgehenden Tracks, wozu das gefährlich stampfende "Murda murda", der Party-Track und die Single-Auskopplung "There it go" oder der beste Track des Albums, "Mic check", gehören. "I'mma tell you dudes just like I tell my women: Don't watch me, watch TV!" ist wohl einer von Juelz' bekanntesten Sätze.
Neben einem guten Pack (gutem) Mittelmaß hat das Album jedoch auch ein paar originale Missetaten vorzuweisen. Selten schlechte Gast-Lines liefern Young Jeezy oder Verbalfolterknecht Lil Weezy auf dem einfallslosen "Make it work" ab, während sich Juelz Santana auf "Freaky" ganz alleine mit Ruhm bekleckert. "Rock the boat, don't sink the ship" gehört mit allem anderem auf diesem Malheur zu den geistreichsten Lines des Jahres. Noch weitaus schlimmer kommt es mit "Kid is back", dessen Titel schon Böses ahnen lässt. Doch man macht sich keine Vorstellung, wie nervig die Kinder-Hook zusammen mit Juelz' hoher Rap-Philosophie sein kann. "I'm back and I'm back and I'm back and I'm back in effect / I'm back and I'm back and I'm back as a matter of fact" würde man sonst nur Mike Jones unterstellen.


Fazit:
Juelz Santana ist sicherlich nicht, was das Rap-Game vermisst hat. Genau genommen ist er nur ein weiterer Infizierter, der den Südstaaten-Pop-Mix-Virus an der Ostküste verbreitet. Doch er beweist auch, dass dieser Sound nicht immer schlecht sein muss, denn neben den doch relativ wenigen Aussetzern überwiegen die guten bis manchmal sehr guten Tracks. Solides Werk.

Gesamtwerk: 5.7 / 10

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